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Dämmen - koste es, was es wolle?

Dass man im Bauwesen Dämmstoffe einsetzt, ist keine Erfindung der Neuzeit. Neu ist lediglich die Hysterie, die einsetzte, als die bis dahin fast nicht zur Kenntnis genommene EnEV (Energieeinsparverordnung) per 01.02.2002 als Gesetz eingeführt wurde.

Ob Presse oder Internet, Veröffentlichungen dazu waren noch im Vorjahr eher spärlich. Obwohl der Entwurf seit Oktober jedem Interessierten zugänglich war. Aber das wird jetzt nachgeholt, von allen Seiten bekommen wir beigebracht, dass wir die Häuser zu dämmen haben, um Heizenergie zu sparen und somit einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses zu leisten.

Dieses Argumente kennen auch tausende von Mietern aus ihren Modernisierungs-Ankündigungen. Da wurde ihnen vorgerechnet, wie viel Heizenergie man einspart, nachdem 6 oder mehr cm Wärmedämmung angebracht wurden. Der Umfang an Einsparung wurde zum Maßstab der umzulegenden Kosten.

Selbst bei einer einfachen Ausführung - 6 cm Styropor, Armierung, Spachtel, Kunststoff-Reibeputz Mittelkorn, getönt oder mit Egalisierungsanstrich - kamen m2-Preise von 120-130 DM zusammen, das sind jetzt eben 60-65 €/m2. Die Gesamtkosten je Wohnhaus wurden nach Anteil der Wohnfläche umgelegt und dann mit 11% und 1/12 je Monat für die monatliche Modernisierungszulage ausgerechnet.

Das lief noch nach WSchV (Wärmeschutzverordnung von 1994, 1995 eingeführt) und die gesetzlichen Grundlagen wurden mit der Modernisierungsankündigung mitgeteilt. So weit so gut, inzwischen sind für viele einige Jahre herum, und nach spätestens drei Jahresheizkostenabrechnungen dürfte Stunde der Wahrheit sein.

Haben Sie es überprüft? Wurde tatsächlich so viel eingespart, wie vordem berechnet wurde? Nun, wenn nicht, liegt es sicher daran, dass Sie ein falsches Lüftungsverhalten an den Tag legen und die vom Vermieter verteilten Merkblätter zum richtigen Lüften nicht befolgt haben. Und wenn doch eingespart wurde: haben Sie sich mal gefragt, zu welchem Preis?

Womit wir wieder beim Thema sind: wie viel Dämmung braucht der Mensch? Nach "modernen" Planungsansätzen sollten es mindestens 25 cm sein, besser noch 0,5 m oder gar 1,0 m. Diese Dämmstoffgebilde nennt man dann Passivhaus: eine Heizungsanlage fällt weg, eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung soll für angenehmes Raumklima sorgen. Sie müssen sich allerdings daran gewöhnen müssen, die Fenster geschlossen zu halten.

Viele werden sich fragen, was das wohl kosten mag. Nun, nehmen Sie sich zur Beruhigung die Begründung zur EnEV her, dort werden Kostensteigerungen in der Größenordnung 1,1 - 1,5 % prognostiziert.

Ein wesentlicher Schritt nach vorn wurde mit der EnEV mit der Einbeziehung des Begriffes der Primärenergie und der komplexen Betrachtung von Hochbau und Haustechnik getan. Primärenergie bedeutet: wieviel kW Energie verbrauche ich insgesamt, um ein kW an Heizenergie zu erzeugen? Dies findet sich in der Anlagenaufwandszahl wieder, wo Anlagen mit regenerativen Energien einen besseren Faktor bekommen als Elektroheizungen.

Ansonsten dreht sich der Kern der Überlegungen um den sagenumwobenen U-Wert, der bis vor kurzem noch k-Wert hieß. Die Überlegung ist einfach: super Dämmung - super U-Wert - super Einsparung an Heizenergie. Damit lassen sich hohe Kosten rechtfertigen. Oder nicht? Auf jeden Fall wird viel von verschärften Anforderungen gesprochen.

Was leider zu wenig zur Sprache kommt, ist das Prinzip der Wirtschaftlichkeit. Das ist so neu auch wieder nicht, es wird halt nicht viel darüber geredet. Deshalb zitiere ich gern das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz - EnEG) vom 22. Juli 1976 (BGBl I S. 1873), geändert durch Erstes Gesetz zur Änderung des Energieeinsparungsgesetzes vom 20. Juni 1980 (BGBl I S. 701).

Der hier vorgegebene Grundgedanke erscheint mir so vernünftig und nachvollziehbar, dass man ihn nicht oft genug wiederholen kann. Ich zitiere aus dem EnEG: § 5 Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen

(1) Die Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein. Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.

(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.

Von diesen Überlegungen sollte man sich leiten lassen, wenn man sich über das Dämmvermögen Gedanken macht. Bei Altbauten mit Wandstärken von 36,5 cm über 0,49 m bis hin zu 0,74 m wird eine aufgebrachte Wärmedämmung keine Wunder vollbringen, jedoch viel kosten und ggf. die Fassade entstellen.

Auch beim Neubau kann man mit Massivbaustoffen viel erreichen, ohne Styropor oder Mineralwolle darauf zu kleben. Denn für das Raumklima sind viele Faktoren entscheidend und es ist völlig falsch, alles am U-Wert fest zu machen.

Übrigens wurde hierzulande bereits vor Jahren an Wärmedämmung gedacht, ohne viel Theater darum zu machen. Dies wurde "im Osten" durch TGL und durch Vorschriften der Staatlichen Bauaufsicht geregelt. Insofern sind Stahlbeton-Sturzträger mit HWL-Auflagen keine Neuigkeiten und selbst mit Hochlochziegeln musste man die Giebelwände damals dicker bauen.

Gut beraten sind Sie, wenn Sie die Vorschriften einhalten (gerade so ist auch eingehalten) und wenn jeder investierte Euro auch einen konkreten Nutzen hat. Wer will schon 1.000 Euro ausgeben, um 999 zu sparen? Nebenher sollte man auch einige bauphysikalische Belange berücksichtigen, oder ist das Phänomen der "abgesoffenen WDV-Fassade" nur eine Erfindung?

Dipl.-Ing. M. Bumann
September 2003

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Über den Sinn und Unsinn von Wärmedämmung
Eine Betrachtung zur Wirtschaftlichkeit

Vorhin waren wir beim Thema: Wie viel Dämmung braucht der Mensch? Hier sind wir an der Stelle angelangt, wo ich immer wieder die Frage stelle: "Ist der U-Wert das Maß aller Dinge, wenn es um das Bauen geht - oder ist es der Mensch?"

Hatte ich eingangs auf das im Energieeinspargesetz (EnEG) geforderte Prinzip der Wirtschaftlichkeit verwiesen, möchte ich unterstellen, dass jeder Bauherr oder Eigentümer dank seines ganz normalen Menschenverstandes zunächst die Frage stellt: Was nützt mir das?

Man sollte meinen, diese Einstellung sei legitim. Denn: wozu investiert man? Antwort: Um einen konkreten Nutzen zu erzielen. Dieser Nutzen dürfte nach vernünftiger Sicht auf die Dinge darin bestehen, in Zukunft weniger Ausgaben zu haben.

Wir kennen alle die kernigen Werbesprüche á la "Sie sparen so und soviel €, wenn Sie gleich ein Dutzend kaufen". Aber viele kennen auch die Überlegung: "ich spare noch viel mehr €, wenn ich die Sache gar nicht kaufe"!

Womit wir wieder beim Thema Wirtschaftlichkeit wären. Auch wenn es wenig propagiert wird: das Gebot der Wirtschaftlichkeit ist mit der EnEV nicht abhanden gekommen. In § 17 der EnEV sind nämlich "Befreiungen" vorgesehen:

"Die nach Landesrecht zuständigen Behörden können auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.

Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können."

Dazu möchte ich meine oben eher angedeuteten Rechenbeispiele noch konkretisieren - z.B. nach Maßstab einer Ölheizung, d.h. vorrechnen, wann sich welche Dämmung tatsächlich rechnet und wann sie in Wirklichkeit (wirtschaftlicher) Unsinn ist.

Eins sei hierbei vorweg genommen: Dämmung wird immer zu einer Verbesserung der Dämmeigenschaften führen - die Frage ist nur, ob ein sinnvoller, d.h. vorrangig wirtschaftlicher Nutzen erreicht wird. Und zu beachten sei auch, dass die Dämmeigenschaft nur eine von mehreren Eigenschaften ist.

Für eine Beispielrechnung habe ich ein simples Einfamilienhaus (EFH) mit 8 x 8 m Außenabmessungen mit EG und DG angenommen. Das EG habe eine Wandhöhe von 3 m, die Abseite des DG betrage 1 m, der Rest ergibt sich aus der Dachneigung von 45°.

Zunächst habe ich mit "schlechten" U-Werten [W/m2K] gerechnet: für die 36,5cm-Ziegelwand mit Innen- und Außenputz sind es 1,177, für die Fenster 1,8, für das Dach 0,60 und für den Fußboden auf Erdreich 0,63.

Den Jahresheizwärmebedarf als Teil des Primärenergiebedarfs berechnet man nach EnEV so:
Qh = 66 x (HT + HV) - 0,95 x (QS + QI)

Dabei sind H die Verluste (Transmission und Lüftung) und Q die Gewinne (solare und innere). Soll gedämmt werden, betrifft das die Außenwand. Somit wird HT in dieser Gleichung die einzige zu verändernde Größe.

Durch die Dämmmaßnahme wird der Transmissionswärmeverlust über die Außenwandflächen verringert. Wir haben in diesem Beispiel 128 qm Außenwand, das sind ca. 40% der Hüllfläche. Der U-Wert sei gem. EnEV unter 0,35 zu verbessern.

Der - nach EnEV errechnete - Jahresheizwärmebedarf wird von 20.500 kWh (167 kWh/m2a) auf 13.300 kWh (108 kWh/m2a) reduziert - somit sagenhafte 7.200 kWh bzw. 35%! Mithin beeindruckende Werte.

Jedoch will ich Sie nicht beeindrucken, sondern etwas zur Wirtschaftlichkeit sagen. Um diese Verbesserung des U-Wertes zu erreichen, benötige ich 9 cm PS 15 WLG 040 (im Volksmund Styropor genannt). Das verursacht Kosten in Höhe von rd. 10.000 €.

Der Preis für leichtes Heizöl (ohne USt.) "kleine Menge, Rheinschiene" lag im Juli 2002 bei 30,10 €/hl (gegenüber Januar 2002 ist das eine Erhöhung um knapp 12%. Quelle: Index-Meldung der Statistischen Ämter).

Den eingesparten 7.2000 kWh entsprechen rd. 690 l Heizöl EL (mit 10,4 kWh/l, bei Erdgas sind es 11,5 kWh/m3). Bei einem Literpreis von 0,35 € ergeben sich stolze 241,50 € Einsparung im Jahr.

10.000,00 / 241,50 = 41,4; es dauert also nur wenig mehr als 40 Jahre, bis sich die Investition gelohnt hat - wenn man jegliche Zinsbetrachtung weg lässt. So viel zum Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung, betrachtet unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit.

Beim Neubau hingegen sind andere Ansätze zu treffen: über Wirtschaftlichkeit denkt man nur nach, indem man die Errichtungskosten verschiedener Konstruktionen und haustechnischer Einbauten vergleicht. Die Mindest-U-Werte sind bereits vorgegeben.

Abschließend sei noch auf 2 weitere Beispiele verwiesen, welche sich ebenfalls mit dem Thema Sinn und Unsinn von Wärmedämmung befassen. Zu Bsp. 2: Grau ist jede Theorie, sagt das Sprichwort. Deshalb habe ich etwas voll aus dem Leben gegriffen, insofern sei die unredigierte Ausdrucksweise vorab entschuldigt.

Dipl.-Ing. M. Bumann
Oktober 2003

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Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen
unter ökologischen, ökonomischen und technischen Gesichtspunkten

Im AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. wird die vg. Studie vorgestellt. Die Bewertung verschiedener massiver Neubau-Wandkonstruktionen durch das Institut für Bauforschung e.V., Hannover (Pfeiffer, M., Fanslau, D., Zedler, J:: Bewertung von Neubau-Wandkonstruktionen Abschlussbericht Gutachten G-633 – 35202, Institut für Bauforschung, Hannover, 2005) schreibt eine seit über 10 Jahren vorliegende Studie von Menkhoff und Gerken (Menkhoff, H., Gerken, D:: Bewertung der relevanten Auswahlkriterien für Wandbaustoffe, Forschungsbericht, Institut für Bauforschung, Hannover, 1994) fort und bestätigt die hohe Qualität von Ziegelwandkonstruktionen.

Differenziert wird einerseits nach Einfamilienhäusern (EFH, RH, DHH) und Mehrgeschosswohnungsbau (MGW), andererseits zwischen einschaligen, mehrschaligen und zusatzgedämmten Neubau-Wandkonstruktionen. Anhand bautechnischer, ökonomischer und ökologischer Aspekte wurden Bewertungskriterien aufgestellt. Die Aufstellung von Übersichten, Checklisten und Diagrammen macht die Aussagen nachvollziehbar.

Sehr viel größer als im Bereich der Bautechnik schwankt die Bandbreite der ökonomischen Klassifizierung, wo zwischen 80 und 320 Bewertungspunkte vergeben wurden. Grundlage für diese Bewertung sind die Aspekte der Herstellung und Ausführungssicherheit, der Dauerhaftigkeit der gesamten Wandkonstruktion sowie die Investitionskosten und der sich über die in dieser Studie festgelegte Betrachtungsdauer (Lebensdauer) von 80 Jahren ergebende Kapitalwert.

Im Bewertungskriterium Bautechnik liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 210 und 290. Im Bewertungskriterium Ökologie liegt die Bandbreite der vergebenen Punkte zwischen 100 und 340.

Im Mittel liegen die erreichten Bewertungspunkte für Wände mit WDVS 20 % niedriger als bei den monolithischen Außenwänden, was im Wesentlichen aus den ungünstigeren ökologischen Kriterien aus dem Erneuerungszyklus eines WDVS resultiert.

Ökonomisch unvorteilhafte Rahmenbedingungen, bedingt durch den Wartungsaufwand der Fassaden, kommen hinzu. Hierzu zählen z. B. Reinigung und Pflege der WDVS-Fassade im Jahr 10, 30, 50 und 70 nach der Erstellung und Instandsetzung des WDVS in den Jahren 20, 40 und 60.




Bildausschnitt aus Bild 1: Übersicht der untersuchten monolithischen Außenwandaufbauten, getrennt
nach Einfamilien-und Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der
erreichten Gesamtpunktzahl von ca. 850 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)



Bildausschnitt Bild 2: Übersicht der untersuchten Außenwandaufbauten mit WDVS, getrennt nach Einfamilienund Geschosswohnhäusern. Die senkrechte rote Linie stellt die Mittelwerte der erreichten Gesamtpunktzahl von ca. 650 Punkten dar. (Quelle: IFB, G-633, 2005)


Literaturtipp: Der vollständige Forschungsbericht kann digital im PDF-Format bei den Produktgruppen der Ziegelindustrie bezogen werden. Er dient damit Planern und Bauherren als eine Entscheidungshilfe für die Auswahl von Neubau-Wandkonstruktionen unter besonderer Berücksichtigung der ökonomischen und ökologischen Kriterien.

Linktipp:
AMz-Bericht 9/2005 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel (derzeit 20.08.2005 noch nicht online)

Und hier das Kontrastprogramm, geliefert vom FV WDV:
demnach weisen
- nur 2% der WDVS mechanische Mängel auf und
nur 1% ist von Algen befallen !
Potzblitz! Hier der Link für Märchenfreunde:

:: Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002

Für Neunmalkluge: wenngleich sich die Studie auf Neubauten bezieht, sollte doch unstrittig sein, dass jeder Neubau irgendwann einmal älter wird. Und ob man ein unwirtschaftliches und wenig ökologisches System an eine alte oder an eine neue Mauerwerkswand klebt, dürfte auch egal sein.

DIMaGB.de
20.08.2005

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aus:
Niedrigenergie- und Passivhäuser im Kreuzfeuer
von Prof. Claus Meier, Auszüge

Fakt 1

Das Passivhaus wird mit ca. 30 kWh/m²a Heizenergie gehandelt (Spitzenwerte liegen - gerechnet - schon bei ca. 10 kWh/m²a). So genannte Referenzhäuser wurden vor zehn Jahren mit 100 kWh/m²a angenommen. Die Wärmeschutzverordnung legt den berechneten Bedarf (das ist nicht der Verbrauch) im Mittel etwa auf 75 kWh/m²a fest.

Die energetischen Verbesserungen betragen somit rein rechnerisch im ersten Fall etwa 70 beziehungsweise im zweiten Fall 45 kWh/m²a; das sind konkret 7 bzw. 4,5 Liter Heizöl oder an Heizkosteneinsparung etwa 3,90 DM/m²a bzw. 2,50 DM/m²a.

Wer die dynamische Investitionsrechnung richtig handhabt (auch dies wird sinnigerweise dem Kunden vorenthalten), kommt dann auf maximale Mehrkosten von etwa 47 DM/m² bzw. 30 DM/m².

Bei 100 m² Wohnfläche würden dies maximale Mehrkosten von 4.700 oder 3.000 DM bedeuten.

Die Pioniere der “energiesparenden“ Bauweisen operieren inzwischen mit Mehrkosten, die ja nur bei 15.000 bis 25.000 DM liegen würden! Wie man sieht, hier wird der Kunde maßlos hinters Licht geführt und betrogen; ihm wird mit den Offerten dieser Wahnsinnsbauweise, ohne nun eine entsprechende Gegenleistung in Form einer ausreichenden Heizenergieeinsparung zu erhalten, nur das Geld aus der Tasche gezogen.

Als Richtschnur kann folgende Faustformel dienen:

Eine Einsparung von 10 kWh/m² Nutzfläche darf bei wohlwollender Beachtung der Wirtschaftlichkeit grob die dafür notwendigen Mehrkosten von 8 DM/m² Nutzfläche nicht überschreiten.

Dieses Limit wird jedoch bei der Niedrigenergiebauweise immer überschritten.

Fakt Nr. 4:

Soll nun trotzdem ein Beharrungszustand, der in Realität ja nie vorkommen kann, angenommen werden, dann erfolgt die nächste bewusste Informationsselektion. Die Hyperbelform der k-Wert-Funktion führt bei kleinen k-Werten zu uneffizienten Lösungen. Die Nachhaltigkeit ist nicht mehr gegeben, weil zusätzliche Energie kaum noch eingespart werden kann - das ist unwiderlegbare Mathematik.

Dieses fatale Naturgesetz sieht konkret so aus:

  5 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,8 W/m²K
10 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,4 W/m²K
20 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,2 W/m²K
40 cm Dämmstoff ergeben einen k-Wert von 0,1 W/m²K

Die Verdoppelung der Dämmung führt zu einer Halbierung des k-Wertes.

Daß hierbei eine Effizienzschwelle zu beachten ist, dürfte einleuchtend sein. Da die Wirtschaftlichkeit durch die Neigung der Tangente an die Hyperbel, durch das Verhältnis von Nutzen und Aufwand bestimmt wird, ist die Unwirtschaftlichkeit kleiner k-Werte unausweichlich gegeben.

Besonders Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und Nullenergiehäuser, die sich alle durch “Mini-k-Werte“ auszeichnen, sind somit völlig uneffizient und damit unwirtschaftlich.

Die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1995 und damit erst recht die der beabsichtigten Energieeinsparverordnung sind mit wirtschaftlichen Konstruktionen nicht zu erfüllen. Der viele Dämmstoff wird energetisch nahezu nutzlos eingebaut.

Fakt Nr. 5:

Durch das Wirtschaftlichkeitsgebot im Energieeinsparungsgesetz (EnEG, § 5) werden Nachhaltigkeit und Effizienz zwingend gefordert. Deshalb wird auch ständig behauptet, die Wirtschaftlichkeit sei gegeben. Derartige Aussagen sind wahrheitswidrig, denn Dämmstoffdicken über 6 bis 8 cm sind effizienzlos (siehe Fakt 4).

Die großen Dämmstoffdicken sind nach dem EnEG somit gesetzwidrig, da sie nicht wirtschaftlich zu realisieren sind; wer etwas anderes behauptet oder zu beweisen versucht, präsentiert Mogelpackungen. Die Unwirtschaftlichkeit bezieht sich auch auf andere technische Empfehlungen (z. B. Photovoltaik, Sonnenkollektoren, Wärmerückgewinnung).

Gesetz geht vor Verordnung; somit muss der gesetzestreue Planer vor allem die Superdämmungen ablehnen; dies ist er gemäß Berufsordnung auch seinem Bauherren gegenüber schuldig. Seine Verordnungstreue kann er ja stillen, indem er die Befreiung z. B. nach WSchVO 1995 § 14 "Härtefälle" beantragt.

Man muß diesen verordneten Dämmwahn also nicht mitmachen, auch die konstruktiven Schwierigkeiten sind zu beachten. Wenn überall Meinungsmanipulationen und bewusste Fehlinformationen auf vollen Touren laufen, dann kann sich ein vernunftbegabter Intellektueller dem durchaus entziehen.

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