:: richtigbauen.de - Informationen für Bauherren

Download Dokumente Kontakt, Telefon Kontakt, E-Mail Inhaltsverzeichnis, Sitemap Erweiterte Suche Impressum, Anbieterkennung     Wärmedämmung

 

14 Fragen zum Dämmstoff-Recycling
ein Dokument der Sprach- und Hilflosigkeit

Hier die Wiedergabe eines Textes aus einer - sollte man annehmen - relativ einfach zu beantwortenden Anfrage.
Angesichts von > 600 Mio. m2 WDVS an deutschen Wänden (Quelle: Fachverband WDVS) ist das eine Größen-
ordnung von hohem umweltpoltischen und volkswirtschaftlichen Stellenwert.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen. Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschutzes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von allgemeinem Interesse zu betrachten ist. Hierzu habe ich einige konkreten Fragen:

1. Wie ist der Stand der Technik beim Recyceln von WDVS?
2. Unter welcher Deklaration werden entfernte WDVS vom Containerdienst abgeholt?
3. Wie sehen die praktischen Reinheitsanforderungen aus?
(es geht um ein Verbundsystem)
4. Wie erfolgt die Trennung nach den einzelnen Bestandteilen?
5. Wie sehen die Aussichten für die Zukunft aus?
6. In welchen Anlagen erfolgt das Recycling von WDVS?
7. Wie sehen die Endprodukte des Recyclings aus?
8. Wie hoch ist die Wiederverwertungsquote?
9. Wie hoch ist der Anteil der thermischen Verwertung?
10. Werden zurück gebaute WDVS auf Deponie gelagert?
11. Wie hoch sind die Kosten für das Recycling als Bestandteil der Lebenskreisanalyse anzusetzen?
Referenz: je 8 cm WDVS Styropor/Mineralwolle mit Spachtel, Armierungsgewebe und Kunststoffputz
12. Wo und wie werden die im Recycling gewonnenen Stoffe eingesetzt?
13. Wie erfolgen wirksame Mechanismen der Qualitätssicherung?
14. Gibt es gesetzliche Vorgaben zum Recycling von WDVS?

Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann
(Absender vollständig)

Diese Anfrage ging zeitgleich am 05.10.2004 an

  • Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Invalidenstraße 44
    D-10115 Berlin
    Telefon: (030) 2008-0
    (01888) 300-0 oder -30 60 (Bürgertelefon/Broschürenbestellung: Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00)
    E-Mail: buergerinfo@bmvbw.bund.de
     
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
    Referat Kommunikation und Internet
    Scharnhorststr. 34-37
    10115 Berlin
    Postanschrift: 11019 Berlin
    V. i. S. d. P. Dr. Thomas Zielke
    Telefax: 01888-615-5208
    E-Mail: info@bmwa.bund.de
     
  • Bundesumweltministerium
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    11055 Berlin
    Telefon (01888) 305-0
    Telefax (01888) 305 20 44
    E-Mail des BMU: service@bmu.bund.de
     
  • Umweltbundesamt
    Postfach 33 00 22
    14191 Berlin
    Telefon: +49 (0)30 8903-0
    Telefax: +49 (0)30 8903-2285
    E-Mail: info@umweltbundesamt.de
     
  • Bundesverband
    Recycling-Baustoffe e.V.
    Kronenstr. 55-58
    10117 Berlin
    per Fax
     
  • Fachverband Wärmedämm-
    Verbundsysteme e.V.
    Fremersbergstraße 33
    76530 Baden-Baden
    per Fax

Ich ging davon aus, dass die Beantwortung bei solch einer geballten Kompetenz ein Kinderspiel sei:
Im folgenden ist der Stand der Antworten wiedergegeben.

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
BMVBW

11.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Schreiben vom 5. Oktober 2004. Das BMVBW kann die gewünschten Auskünfte - deren Inhalt und Umfang etwa dem eines gewichtigen Lehrbuchs gleichen müssten - nicht geben. Sie erhalten für einen konkreten Sachverhalt im Rahmen einer Baumaßnahme von den für Sie zuständigen Landesbehörden (für die Umwelt oder/und für die Bauaufsicht) Auskunft.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag B.T.
Referat Bürgerservice und Besucherdienst
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

Bundesministerium für
Wirtschaft und Arbeit
BMWA

05.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihr Mail vom heutigen Tag, indem Sie 14 konkrete Fragen zum technischen Stand des Recyclings von WDVS an das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit stellen. Die von Ihnen gewünschten Informationen können umfassend nur von einem Experten auf dem Gebiet Recycling beantwortet werden. Ich habe deshalb mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) Kontakt aufgenommen und Ihre Mail an Herrn Schulz (Bundesvereinigung Baustoff-Recycling e.V) weitergeleitet. Herr Schulz wird zur Beantwortung Ihrer Fragen mit Ihnen Kontakt aufnehmen.
Mit freundlichen Grüßen
M.L.
Referat Bauwirtschaft
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Bundes-
umweltministerium
BMU

05.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich habe das Umweltbundesamt, das Sie ja ebenfalls angeschrieben haben, gebeten, Ihre Anfrage zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
A. F.
Referat WA II 3
Bundesumweltministerium

Umweltbundesamt
UBA

09.11.04 Telefonat: keine Kapazitäten wegen Stellenabbau, deshalb muss telf. Auskunft genügen, eigentlich müssten FV WDVS und BV RBS etwas dazu sagen können; Literaturtipp: 2 Bücher von Rentz u.a. zu selektivem Rückbau bzw. Verwertungskonzepten, die haben aber eher theoretischen Charakter, die Praxis bedeutet aus Geldgründen eher die Abrissbirne und therm. Verwertung, Tipp: Vollzugsbehörden gibt es auf Landesebene (Berlin: SenStadt)

Bundesverband
Recycling-Bau-
stoffe e.V.
BV RBS

09.10.04 Telefonat (Rückruf vom Geschäftsführer):
er hat die Fragen vom BMWA zur Beantwortung weiter geleitet bekommen, was die Fragen sollen, was ich mit den Antworten anfangen wolle, etwa publizieren, oder stehe vielleicht irgendein Auftraggeber dahinter

Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
FV WDVS

12.10.04 Sehr geehrter Herr Bumann, vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Beantwortung aufgrund der doch sehr umfangreichen Detailfragen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Vielen Dank für Ihr Verständnis und freundliche Grüße aus Baden-Baden
Fachverband WDVS
W. S.

Stand:

09.11.04  


Zitat 1:
",Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne die Möglichkeiten nachfolgender Generationen zu schmälern."
Rio 1992, Kongress der int. Staatengemeinschaft

Zitat 2:
"In der Bundesrepublik Deutschland entfallen 36 % des gesamten Energieverbrauchs auf die Erzeugung von Raumwärme, bei den privaten Haushalten fast 80 %. Diese Zahlen machen dos Einsparpotenzial deutlich. Zur Bewältigung der Aufgaben werden intelligente Lösungen benötigt, die Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden." [Kommentar: das mit dem Bedarf an intelligenten Lösungen stimmt.]

Zitat 3:
"Ökobilanzen beschreiben gemäß der internationalen Norm DIN EN ISO I 4040 die Umweltauswirkungen eines Produktes über seinen gesamten Produkt-Lebenszyklus." [Kommentar: Und dazu gehören Entsorgung bzw. Recycling.]

Zitat 4:
"Innerhalb der Sachbilanz werden die Stoff- und Energieströme während des Produkt- und Lebenszyklus bestimmt und endproduktbezogen addiert.
Produkt-Lebenszyklus::
- Rohstoffgewinnung
- Produktion, Herstellungsprozess
- Verwendung, Nutzung
- Entsorgung"
[Kommentar: Dacht ich es mir doch, dass die Entsorgung dazu gehört. Aber: entsorgen ist nicht gleich recyclen.]

Zitat 5:
"Potenziale bei Recycling und Verwertung
Eine vollständige Lebenszyklusanalyse schIießt die Betrachtung der Entsorgung des jeweiligen Produktes mit ein.
[Kommentar: und warum wird es dann nicht getan?] Bei langlebigen Gütern wie Gebäuden treten jedoch enorme Probleme im Hinblick auf die Datensicherheit auf. [Kommentar: Stimmt, das ist mir auch schon aufgefallen.] So erscheint es aus heutiger Sicht nahezu unmöglich zu analysieren, welche Recyclingmöglichkeiten für Baustoffe in 50-l00 Jahren bestehen werden. Deshalb wird an dieser Stelle lediglich auf Verwertungs-mögIichkeiten aus heutiger Sicht hingewiesen. [Kommentar: Auf diese Hinweise dürfen wir gespannt sein.]

Recycling bzw. Verwertung von Dämmstoffen:

Polystyrol-Dämmstoffe haben als reine Erdölprodukte einen hohen Brennwert. Die Verbrennung eines Kilogramms Polystyrol spart die Verbrennung von knapp einem Liter Rohöl ein. Somit kann der Einsatz anderer Brennstoffe verringert werden.
[Kommentar: Also bedeutet Verwertung doch nur, dass das Zeug durch die Esse gejagt wird?]

Steinwolledämmstoffe können, solange keine nennenswerten Verunreinigungen [Kommentar: Keiner weiß, was das bedeutet, Antworten dazu gibt es nicht.] vorliegen, direkt wieder in den Produktionsprozess eingesetzt werden. Ein stoffliches Recycling und damit die Schonung von Ressourcen ist somit möglich. [Kommentar: möglich ja, aber auch praktiziert?]

Bei den übrigen Bestandteilen von WDV-Systemen handelt es sich in der Nachnutzungsphase um unkritischen Bauschutt, der dem Bauschuttrecycling zugeführt werden kann." [Kommentar: Es kann oder will eben nur niemand verraten, wie dieses Bauschuttrecycling aussieht.]

Zitat 6:
"Die vorliegende Studie konnte belegen, dass Wärmedämm-Verbundsysteme einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können." [Kommentar: was wird nachhaltig entwickelt: die Sanierungssysteme oder das Entsorgungsgeschäft?]

Quellenangabe: die Zitate stammen aus der Broschüre "Ökobilanz" herausgegeben vom Fachverband Wärmedämmstoffe. Sie könne  sich das Heftchen da kostenlos bestellen. Die [ Kommentare ] stammen von mir.

Um die Bedeutung der Fragen noch einmal herauszustellen: wir reden von über 600 Mio. m2.
Zum vorläufigen Abschluss noch eine simple Frage: wie kann man behaupten, dass "Wärmedämm-Verbundsysteme ... eine ausgezeichnete Ökobilanz (haben)", wenn diese simplen 14 Fragen nicht beantwortet werden können?
siehe auch:
:: Wirksamkeit von WDVS

Am 10.12.2004 fragte ich noch einmal schriftlich an, bei jemandem, der es am besten wissen sollte:
dem Fachverband Wärmedämmverbundsysteme:

"... ich bat um Informationen zum Stand des Recyclings von Wärmedämmverbundsystemen. Das Bauen im Bestand nimmt an Bedeutung zu und gerade hinsichtlich des Umweltschutzes spielen Fragen des Recyclings eine wichtige Rolle, so dass dieses Thema als von allgemeinem volkswirtschaftlichen und umweltpolitischen Interesse zu betrachten ist. Hierzu habe ich einige Fragen, die noch unbeantwortet sind: ...

Dies zur Erinnerung. Dass es sich um recht umfangreiche Detailfragen handelt, kann ich nicht bestätigen, zumal es sich bei vielen um relativ simple Ja/Nein-Antworten handelt. Insofern halte ich 2 Monate Bearbeitungszeit für äußerst großzügig angesetzt. Es wäre höchst bedauerlich, wenn Sie mir die Fragen nicht beantworten können. Dann nämlich stellte sich die Frage, wie Sie in der Lage sind, den WDVS eine „ausgezeichnete“ Ökobilanz zu bescheinigen. ..."

Man vermutet richtig: ein paar mal 48 Stunden vergingen - und keine Antwort kam. Fazit; weder Regierung noch Industrie können diese simplen Fragen beantworten, dennoch fühlt man sich berufen zu behaupten, "Wärme-dämm- Verbundsysteme haben eine ausgezeichnete Ökobilanz und entlasten die Umwelt nachweisbar."

Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf.
Und freuen Sie sich auf die nächste Sanierung,
denn die bezahlen Sie.

15.12.2004 DIMaGB

Ergänzung vom zum Stichwort "Recycling"

Recycling von Steinwolle
Produktionsabfall und Baustellenverschnitt werden recycelt
• Zermahlen und Pressen (Briketts)
• Rücknahme an drei Standorten
• Rücknahme ist kostenpflichtig
• Rücknahme von Verpackung kostenfrei

Quelle:
Betriebsbesichtigung einmal anders
von Tobias Wienzek und Ulrich Schulz
am 16. Juni 2004 (Rockwool Referat)

Kommentar DIMaGB: prinzipiell ist also ein Recycling von Steinwolle möglich, man beachte aber bitte, dass es sich um den Baustoff pur handelt, das heißt ohne Kaschierung, Armierung, Mörtelung, Putz. Es muss also nur (ausgebaut und) eingesammelt werden, ohne trennen zu müssen, was bei einem WDVS nicht geht. Immerhin ist es interessant festzustellen, dass mit Stand Juni 2004 eine kostenpflichtige Rücknahme an drei (!) Standorten möglich ist. Und bei WDVS? Da gibt es kein Recycling. 26.04.2005

nach oben


Recycling: Theorie und Träume


Bsp. 1 aus 1997

Geltungsbereich
Die Arbeitshilfen gelten für Neubau-, Umbau- und Rückbaumaßnahmen auf Liegenschaften
des Bundes sowie für die Verwendung/Verwertung und Beseitigung gebrauchter Baustoffe
bei Bundesbaumaßnahmen gemäß RBBau durch die Finanzbauverwaltung der Länder und die
Bundesbaudirektion.

Grundsatz
Dem Anwender der "Arbeitshilfen Recycling" werden in einer komprimierten und
übersichtlichen Erläuterung die Grundgedanken des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes,
der Produktverantwortung, Basiszahlen des Abfallaufkommens, Strategien der
Abfallvermeidung und der Verantwortung des Bundes bei seinen Maßnahmen dargestellt.

Ziele
Als Ziel der Arbeitshilfen wurde festgelegt, daß die bei Planung und Ausführung notwendigen
Maßnahmen für einen umweltverträglichen Umgang mit Bauabfällen zu beschreiben und die
Grundsätze für Stoffströme im Hinblick auf Vermeidung, Wiederverwendung, Verwertung
und Beseitigung festzulegen sind.
Das Kaskadenmodell Vermeidung vor Verwertung vor Beseitigung wird am Beispiel der
Bauabfälle erläutert.

Kapitel 4: Rechtliche Grundlagen
Ausgewählte Rechtsgrundlagen
Haushaltsrecht
Die Verpflichtung des § 7 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) zur Wirtschaftlichkeit und
Sparsamkeit ist gemäß den Arbeitshilfen auch auf Recyclingmaßnahmen anzuwenden.

Kapitel 5: Neubau
Planung zur Abfallvermeidung und -reduzierung
In diesem Kapitel werden die Möglichkeiten des Einsatzes von Recyclingbaustoffen zur
Abfallvermeidung und der am Planungsprozeß Beteiligten erläutert.

Anhang 4: Verzeichnis von Verbänden
Da es in den Arbeitshilfen nicht möglich ist, das Verzeichnis fachkundiger Verbände aktuell
zu halten, wird auf die jährlich im Bundesanzeiger erscheinende "Bekanntmachung der
öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern" hingewiesen.

aus: "Arbeitshilfen Recycling" vom
Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen
Referat BS 33
hrsg. vom Staatshochbauamt Hannover II
Oktober 1997

Hier noch einige Infos dazu:

Die "Arbeitshilfen Recycling" des BMBau
Handlungsanweisung für den sicheren Umgang mit der neuen gesetzlichen Regelung

1. Einleitung

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) im Juni 1992 in Rio de Janeiro wurde ein Prozeß in Gang gesetzt, der darauf abzielt, von der Ebene der internationalen Politik über die nationalen Regierungen bis hin zu den Kommunen eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich damals auf das Leitbild einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung verständigt. Die mit dem Leitbild verbundene grundlegende Zielsetzung, die in der Agenda 21 niedergelegt ist, nämlich gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen, bedingt in den Unterzeichnerstaaten Änderungen in sämtlichen Politikbereichen. Letztlich ist es erforderlich, die Defizite bisheriger Politik zu überwinden und flexible und diskursive Strukturen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu schaffen, um eine integrative Politik einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung gestalten zu können.
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung dient die Agenda 21 als Leitlinie für erfolgreiche und ökologische Innovationen. Es ist zu verzeichnen, daß in der Umsetzung der Agenda 21 die Ressourcen- und Energieeffizienz des Wirtschaftens in Deutschland deutlich verbessert werden konnte.

Während EU-weit die erzeugten Abfallmengen weiterhin zunehmen ist das Abfallaufkommen in Deutschland im Zeitraum 1990 bis 1993 um 10 % zurückgegangen. Die Verwertungsquote erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 25%. Dies ist ein sichtbarer Erfolg des abfallpolitischen Konzepts der Bundesregierung, die Verantwortung des Produzenten auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts auszudehnen.

Ca. 70 % der Stoffströme in Deutschland sind dem Bauen zugeordnet. Ströme sind zu analysieren und zu reduzieren. Management von Stoffströmen im Bereich Bauen und Wohnen ist auch Inhalt der Beratungen der Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Umwelt".


2. Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau

Im für Bundesbaumaßnahmen verpflichtendem Abschnitt K 14 (Umweltschutz) der RBBau wird festgelegt, daß Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, Belastungen zu vermeiden, eingetretene Schäden zu beheben oder auszugleichen sind und auf sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energien zu achten ist.

U.a. wird mit dem K 14 für die Baumaßnahmen vorgegeben, daß Baureststoffe möglichst schadstoffrei weiter- bzw. wiederzuverwenden sind, daß Schadstoffe zu entsorgen sind und daß nach der Beseitigung bestehender baulicher Anlagen das Gelände, soweit möglich, wieder naturnah zu gestalten ist.

3. Umwelt- und abfallrechtliche Regelungen

Neben den Zielvorgaben der RBBau, Abschnitt K 14 sind bei Baumaßnahmen des Bundes die geltenden Umwelt- und Abfallrechtlichen Gesetze und Regelungen zu beachten. Dies sind insbesondere das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG), die Technische Anleitung Siedlungsabfälle (TASi), die Landesabfallgesetze sowie die jeweiligen Ortssatzungen.

4. Arbeitshilfen Recycling

Durch das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG) vom 27. September 1994 ist die Entsorgung von Abfällen vom Bundesgesetzgeber neu geordnet worden. Dies gilt auch für die Entsorgung gebrauchter Baustoffe bei Bundesbaumaßnahmen.

Um dem KrW-/AbfG mit seinen untergesetzlichen Verordnungen bei Baumaßnahmen des Bundes zu entsprechen und bei den Mitarbeitern der Bauverwaltung ein sicheres Bau- und Verwaltungshandeln zu gewährleisten, entschloß sich das Bundesbauministerium in einem interministeriellen Arbeitskreis mit Vertretern des Bundesverteidigungsministeriums, des Bundesumweltministeriums und unter Leitung des Bundesbauministeriums "Arbeitshilfen Recycling" für die Bundesbauverwaltung zu erarbeiten. Dem Arbeitskreis gehörten neben Vertretern der Ministerien, Vertreter aus der Bauverwaltung, von Hochschulen (Uni Dortmund und Bergische Universität Wuppertal), von Verbänden (Bundesvereinigung Recycling Bau e.V. BRB und dem Verband der Abbruchunternehmer) und Ingenieurbüros an.

Die "Arbeitshilfen Recycling" sind für die Bearbeiter von Bundesbaumaßnahmen erstellt worden. Durch die Verwendung der Terminologie der RBBau als auch der allgemeinverbindlichen HOAI-Schreibweise sind die Arbeitshilfen auf alle Baumaßnahmen mit Abfallerzeugung gleichermaßen anwendbar.

Kommentar DIMaGB:
Was die Fachkunde von Fachverbänden betrifft, darf ich auf die höchst aufschlussreiche Antwort des Geschäftsführers des zitierten Fachverbandes Recycling verweisen (siehe oben). Ansonsten bleibe
festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.

* * *

Bsp. 2 aus 2005:

Stolpe: Bund unterstützt Technologietransfer in Ostdeutschland
Internationale Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München

"In vielen Bereichen des Technologietransfers ist Ostdeutschland dank seiner spezifischen Erfahrungen ein erfolgreicher und beispielhafter Vorreiter." Das sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Dr. Manfred Stolpe am Dienstag auf der internationalen Tagung der Licensing Executives Society (LES) in München.

Die LES, eine weltweite agierende Organisation, deren Mitglieder sich mit Fragen der Lizensierung von geistigem Eigentum sowie dessen Transfer und Management beschäftigen, hält in diesem Jahr ihre Jahrestagung in München ab. Ziel der LES ist es, erfolgreichen Technologietransfer bei gleichzeitigem Schutz geistigen Eigentums zu befördern.

Durch die Förderprogramme der Bundesregierung sei es in den neuen Ländern gelungen, innovative, zumeist mittelständische Firmen und exzellente Forschungseinrichtungen miteinander zu vernetzen und in diesem Rahmen die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung für die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu nutzen, so der Bundesminister.

Stolpe hob die besonderen Erfahrungen bei der Sanierung industrieller Altlasten, beispielsweise in der Chemieindustrie, dem Braunkohle- und Uranerzbergbau sowie bei der Demontage von Anlagen der Kernenergie hervor. Wie in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern), wo die Energiewerke Nord bei der Demontage des dortigen Kernkraftwerkes Technologien entwickelt haben, die inzwischen bei der Entsorgung der Reaktoren ausgemusterter russischer Atom-U-Boote zum Einsatz gelangen, gebe es in Ostdeutschland auch an anderen Orten die Möglichkeit, technisches Know-How beim Recycling von Industrieanlagen und -flächen zu exportieren.

Pressemitteilung BMVBW, 14. Juni 2005, Nr:: 194/2005

Kommentar DIMaGB:
leider besteht das Know-How beim Recycling von WDVS darin, dass man dazu nichts zu sagen hat.
Auch hier bleibe festzustellen: seit 1997 hat man nichts dazu gelernt.

nach oben