Biogene Wärmedämmstoffe
Die bis heute üblicherweise eingesetzten Wärmedämmstoffe basieren fast
ausschließlich auf fossilen oder anorganischen Rohstoffen. Im Wesentlichen
handelt es sich dabei um Kunststoffe wie EPS, PS und PUR sowie Glas- und
Steinwolle. Inzwischen werden jedoch Naturmaterialien aus nachwachsenden
Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Stroh, Schilf und Wolle, deren Marktanteil bei
Dämmstoffen heute noch deutlich unter 5 % liegt, zu interessanten Alternativen.
Diese Naturmaterialien können am Ende ihrer Nutzungsdauer sogar CO2-neutral
energetisch oder durch Kompostierung organisch verwertet werden.
Basierend auf den positiven Umweltaspekten der nachwachsenden Rohstoffe und der
sich zukünftig ändernden Anforderungen an Bio- bzw. Naturdämmstoffe werden
innerhalb des Vorhabens zwei Ziele verfolgt: die Entwicklung des neuen Produkts
und des dazugehörigen Produktionsverfahrens. Die Entwicklung eines vollständig
biogenen Wärmedämmstoffs soll zugleich mit verbesserten Produkteigenschaften
(Wärmedämmung, Langzeitbeständigkeit, Flammschutz, Emissionsverhalten)
einhergehen und auf der in Deutschland heimischen Pflanze Hanf basieren. Der
Zusammenhalt der Naturfasern soll im Dämm-Material durch ein Biopolymer
gewährleistet werden und die zukünftigen Anforderungen des "natureplus
Gütesiegels" erfüllen. Das zweite Ziel ist die Entwicklung eines kostengünstigen
und ressourcenschonenden Prozesses zur Herstellung von Bio-Dämmstoffen aus Hanf
und Bio-Polymerfasern.
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
19.12.2005
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Ökologisch dämmen mit innovativem Baustoff
Dämmen mit Altglas: TECHNOpor Glasschaum-Granulat
Großenhain, 28.02.2008: Ausgezeichnete Produkt-Qualität und einfache
Verarbeitung zeichnen einen innovativen Dämmstoff aus: TECHNOpor
Glasschaum-Granulat. Dieser mineralische Dämm- und Leichtbaustoff wird aus
Recycling-Glas hergestellt. Das Material bietet die Summe aller Eigenschaften
für eine hervorragende Perimeterdämmung: extrem formstabil, geschlossenzellig
und damit kapillarbrechend, wärmedämmend und ökologisch in Produktion und
Anwendung. In Österreich und Deutschland wurden bereits über 700 Bauvorhaben mit
TECHNOpor verwirklicht.
Hochwertige Wärmedämmung schont die Umwelt und den Energieverbrauch. TECHNOpor
Glasschaum-Granulat ist als Dämmstoff besonders empfehlenswert: Der Stoff wirkt
wärmedämmend und stabilisierend und ermöglicht Bauen ohne Wärmebrücke. Er lässt
sich schnell und rationell einbauen, absolut alterungsbeständig, hoch belastbar,
unbrennbar, schädlingsresistent und bietet ein ideales Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Zur Herstellung wird das gesammelte Glas-Material zu Glasmehl vermahlen und
zusammen mit einem natürlichen Blähmittel aufgebacken – ähnlich einem
Kuchenteig. Bei der anschließenden schnellen Abkühlung zerbricht das Material in
etwa fünf Zentimeter große Stücke – das Glasschaum-Granulat.
Diese Körner haben eine bimssteinartige Struktur mit extrem niedriger Dichte und
einer außerordentlich hohen Druckfestigkeit von 0,50N/mm2. Die feine
Porenstruktur mit Millionen abgeschlossener Zellen ist äußerst homogen. Die
Dämmwirkung entsteht durch die vielen Hohlräume mit der darin eingeschlossenen
Luft. Die lose Schüttung weist ein äusserst geringes Schüttgewicht von 130 bis
170 kg pro Kubikmeter auf.
Die Dämmung unter der Bodenplatte gelingt leicht: Das hochbelastbare TECHNOpor
Glasschaum-Granulat wird je nach gewünschtem Dämmwert in einer Lage von circa 20
bis 65 cm Stärke in die Baugrube geschüttet, verteilt und mit einer rund 50 bis
100 kg schweren Rüttelplatte verdichtet. Die Aufbauhöhe von Oberkante Rohplanum
bis Oberkante Bodenplatte kann auf ein Minimum reduziert werden.
Der
bei konventioneller Außen-Dämmung nötige Schichtaufbau erübrigt sich:
Sauberkeitsschicht, Drainageschicht und Frostriegel können entfallen. So lassen
sich neben den Kosten viele Arbeitsschritte und mindestens zwei bis drei Tage
Bauzeit sparen.
Glasschaum-Granulat eignet sich ideal für Passiv- und Niedrigenergiehäuser:
Niedrigenergiehäuser benötigen im Schnitt eine etwa 30 cm hohe Schüttung mit
Glasschaum-Granulat, das auf etwa 25 cm Dämmdicke verdichtet wird. Damit
erreicht man einen U-Wert (Wärmedurchgangswert) von rund 0,27 W/m².K unter der
Fundamentplatte. Bei Passivhäusern sollten etwa 50 bis 65 cm Glasschaum-Granulat
aufgebracht und auf 40 bis 50 cm verdichtet werden, was einen U-Wert von 0,18
bis 0,15W/m².K ergibt.
Auch bei der energetischen Sanierung von Altbauten lässt sich eine nachträgliche
Dämmung mit Glasschaum-Granulat einfach
und effektvoll verwirklichen. Das Produkt kann gezielt auf die Bauweise des
Sanierungsobjektes abgestimmt werden. Aufgrund des geringen Schüttgewichtes ist
eine geringe Belastung der Deckenkonstruktion gewährleistet. Obwohl das Material
sehr leicht ist, hat es eine hervorragende schalldämmende Wirkung. Es eignet
sich auch zur Dämmung von Flachdächern. Mit der losen Schüttung erreicht man
eine problem-lose Anpassung an Dachdurchdringungen, z.B. Dachgullys,
Lichtkuppeln oder Kamine.
Glasschaum-Granulat gehört zur Baustoffklasse Euro A1 und ist somit nicht
brennbar. Die anorganische Schüttung ist beständig gegen Alterung, Verrottung,
Schrumpfung und Ungeziefer. Im Vergleich mit herkömmlicher Wärmedämmung sind
durch den raschen Aufbau schon bei den Einbau-Kosten Einsparungen in Höhe von
bis zu 20 % möglich. Die ökologisch einwandfreien Eigenschaften liefern einen
langfristigen Beitrag zur CO2 Emissionsminderung.
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Europaweit einmalig:
Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung für Strohballen als Wärmedämmstoff
Der in der Altmark und in Lüneburg ansässige Fachverband Strohballenbau
Deutschland e.V. (fasba) hat nach dreijähriger Arbeit in dieser Woche vom
zuständigen Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) die allgemeine
bauaufsichtliche Zulassung für Strohballen als Wärmedämmstoff erhalten.
Bis vor kurzem gab es in Deutschland für den Strohballenbau noch starke
Hemmnisse. Mit der Erteilung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung wird
die Anwendung nun wesentlich vereinfacht. Jetzt ist Deutschland sogar das
europaweit erste Land mit einer allgemein gültigen Zulassung. Nur in den USA und
in Weißrussland sind bislang vergleichbare Zulassungen vorhanden. In Kürze soll
der neue Wärmedämmstoff bundesweit erhältlich sein.
Eine weltweite Klimakatastrophe droht, die Energiepreise steigen, Menschen
leiden verstärkt unter der belasteten Umwelt. Für immer mehr Bauherren sind dies
Gründe umzusteigen: Moderne und komfortable Häuser vom Acker nebenan aus Stroh,
Lehm und Holz. Sie bieten ein besonders gesundes Wohnklima, sind einfach in der
Herstellung und nicht teurer als ein Haus aus Stein. Überdies hat ein
Einfamilienhaus aus Strohballen frühestens nach 15 jähriger Beheizung die
Energiemenge verbraucht, die ein gedämmter Massivbau allein für seine
Herstellung benötigt.
In Amerika ist diese Bauweise bereits seit etwa 1890 bekannt. Etliche Gebäude
aus dieser Zeit stehen noch und sind in gutem Zustand. Sie beweisen, dass die
Bauweise langlebig, sicher und haltbar ist. Ein gutes Beispiel für fachgerechten
Strohballenbau hierzulande ist das dreigeschossige Wohnhaus „Strohpolis“ im
Ökodorf Sieben Linden in der Altmark.
Die nun vorliegende Zulassung vereinfacht vor allem die Verwendung von
Strohballen als wärmedämmende Ausfachung. Die lasttragende Bauart, bei der
Strohballen sogar statische Funktionen übernehmen, bietet weitere Vorteile im
Kosten- und Umweltbereich, da auf zusätzliche Konstruktionsteile verzichtet
werden kann. Sie findet international bereits große Verbreitung und soll durch
weitere Untersuchungen in Zukunft auch in Deutschland anwendbar werden.
Der Zulassungserteilung und dem Bau von „Strohpolis“ sind kostspielige
Untersuchungen an mehreren deutschen Prüfinstituten, darunter das renommierte
Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) vorausgegangen. Diese wurden mit
Fördermitteln des ehemals rot-grünen BMVEL in der Modellregion Altmark
finanziert. Der Baustoff vom Acker nebenan bietet auch Landwirten neue Chancen
zu einer nachhaltigen Existenzsicherung.
Bereits 2005 hat sich die Zahl der deutschen Strohballenhäuser mehr als
verdoppelt. Für 2006 erwartet fasba einen Strohballenbauboom. Wichtig: Die neue
Zulassung ermöglicht die Inanspruchnahme einer Förderung der Fachagentur für
nachwachsende Rohstoffe (FNR) durch den Privatanwender.
Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V.
04.03.2006
Kommentar DIMaGB:
Dass die Prüfungen beim Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) kostspielig
ausfallen, dürfte Insider kaum überraschen. Die Angabe der Prüfdauer von drei
Jahren werden Hersteller anderer Produkte, für die ein
Zulassungsantragsverfahren läuft, sicher mit Interesse zur Kenntnis nehmen. Wie
heißt es doch so schön im Leitbild des DIBt: "Bei der Wahrnehmung unserer
Aufgaben kommt es uns auf fundierte Beratung, zügige Bearbeitung, Transparenz
und in der Fachwelt anerkannte Ergebnisse an." Da muss man bei drei Jahren nun
wahrhaftig nicht meckern.
Was ist übrigens neu am Dämmstoff Stroh? Gab es das nicht schon vor 500 Jahren,
als Mensch und Vieh unter einem Großdach lebten und der Dachraum mit Stroh voll
gestopft wurde? Aber die Ärmsten hatten damals kein Bauinstitut, das ihnen
attestieren konnte, dass es sinnvoll ist, das Dach mit Dämmstoff voll zu machen.
Merke: allgemein bauaufsichtlich zugelassenes Stroh dämmt besser als ordinäres
Stroh. Hoffentlich brennt es auch schlechter als gewöhnliches Stroh, denn wenn
dieses Jahr der Strohballen-Boom ausbricht, wird das mit Sicherheit zündend
wirken.
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