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Brennende WDVS

Brennende WDVS I: Großbrand Pankow Heinersdorf, 2005
Brennende WDVS II: Katowice, 2006
Die Fachleute zum Thema Brandschutz (2006)
"Polystyrol-Platten brennen in 20 Sekunden lichterloh" (2008)
Strafanzeige gem. §319 StGB betr. Styropor Fassade (10.2009)
Gefahr gebannt, dank der neuen Systeminfo (12.2009)
Linktipps

Bild 1: Ansicht in der Totale

Brennende WDVS I

Diese Seite ist dem Thema Brandschutz gewidmet.
Sie wurde aus brand-aktuellem Anlass gestaltet.

Am 21.04.2005 kam es in Berlin Heinersdorf zu einem gewaltigen Brand, bei dem zwei Todesopfer zu beklagen waren. Die Zeitungen berichteten über eine Flammenhölle. Gebrannt hat eine styropor-gedämmte WDV-Fassade. Bei solchen WDVS handelt es sich um geprüfte und zugelassene Systeme, das heißt sie besitzen eine Prüfung und Einordnung nach DIN 4102 als B1 (schwer entflammbar) sowie eine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt. Sicherheit wird in Deutschland groß geschrieben. Bauaufsichtliche Zulassungen werden erteilt, um gemäß dem Bauproduktengesetz nur Bauprodukte zur Anwendung zu bringen, die keine Gefahren für Leib und Leben herbeiführen und die zudem nicht die Bausubstanz beeinträchtigen. Brandschutztechnische Belange sind zudem in der Bauordnung geregelt.

Theorie: Grundlagen

Schwer entflammbar bedeutet nicht "nicht brennbar", denn die Einordnung B bedeutet brennbar. An diesem traurigen Beispiel erkennt man, wie eine Styropor-Fassade abfackelt, wenn sie trotz Schwerentflammbarkeit erst einmal mal Feuer gefangen hat. Dabei spielt das Produkt an sich (also der Hersteller und dessen Markenname) keine Rolle, entscheidend ist das zugelassene System mit den einzelnen Materialkomponenten. Sie können dies im eigenen Heimlabor ausprobieren, so furchtbar schwer ist es nicht, Styropor zum Brennen zu bringen, auch nicht, wenn es sich um ein Stück von einer WDVS-Platte handelt.
 
  DIN 4102-2 DIN EN 13501-1
nicht brennbar A1, A2 A1, A2
schwer entflammbar B1 B, C
normal entflammbar B2 D, E
leicht entflammbar B3 F

Tabelle: Klassifizierung des Brandverhaltens
Legende:
Baustoffklasse B: wesentlicher Brandbeitrag, Flash over wird nicht ausgelöst
Baustoffklasse C: Flash over wird ausgelöst.

Weitere Bezeichnungen sind:
s1 = keine Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
s2 = Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
s3 = starke Sichtbehinderung durch Rauchentwicklung
d0 = kein brennendes Abtropfen oder Abfallen
d1 = brennendes Abtropfen oder Abfallen während maximal 10 Sekunden (während eines zehnmitütigen Tests)
d2 = brennendes Abtropfen oder Abfallen länger als 10 Sekunden ( während des zehnminütigen Tests)

WDVS auf der Basis von EPS-Hartschaum nach DIN 18164 / DIN EN 13163 (seit 01.03.2003) erfüllen die Anforderungen an schwer entflammbare Baustoffe nach DIN 4102 bei Dämmplattendicken < 10 cm bzw.
bei > 10 cm Dämmplattendicke bei besonderen Maßnahmen:
- Sturzausbildung mit Mineralwolle (20 cm hoch und beidseitig 30 cm überstehend)
- Fenstereinbindung dreiseitig umlaufend 20 cm Mineralwolle
- Rollladenkästen mit Mineralwolle überdecken
- Überbrückung von Brandwänden mit 20 cm Mineralwollestreifen

Eigentlich dürfte ja nichts schief gehen, wie man hier ersehen kann:
"Brandschutztechnische Nachweisverfahren Prüfungen zum Nachweis des Brandverhaltens an WDV-Systemen werden auf Basis der DIN 4102-1 durchgeführt und ausgewertet. Danach werden die Systeme klassifiziert und in die Baustoffklassen eingestuft. WDV-Systeme sind brandschutztechnisch in Verbindung mit konstruktiven Detaillösungen und Anschlüssen an Einbauten (z. B. Verschattungseinrichtungen) in Dämmschichtdicken bis 300 mm umfangreich geprüft. Die brandschutztechnische hohe Qualität von WDV-Systemen wurde an einer Vielzahl von originalmaßstäblichen Brandversuchen nach den Zulassungsgrundsätzen des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) (DIN-Entwurf 4102-20) nachgewiesen.
Systernbezogene Einflussfaktoren
Das Brandverhalten von Wärmedämm-Verbundsystemen wird beeinflusst durch
- Art und Dicke des Dämmstoffes
- den Anteil der organischen Bestandteile in der Putzschicht
- die Dicke der Armierungsschicht (= armierter Unterputz) mit strukturgebender Oberputzschicht
- die konstruktive Ausbildung an Öffnungen, Einbauten, Detailanschlüssen"
Quelle: Brillux, Technische Info 5b04

Für den Brandfall ist übrigens vorgesorgt, man nennt das dann "Vandalfeuer":
"Unter Vandalfeuer versteht man den mutwilligen Versuch eines Brandstifters, eine Außenwand mit einem WDV-System durch verschiedene Zündinitiale zu entflammen, z. B. Molotow-Cocktail, Leuchtraketen, Silvesterraketen, Leuchtspurmunition, brennbare Flüssigkeiten. Um das Sicherheitsniveau von schwer entflammbaren WDV-Systemen gegenüber derartigen Angriffen sicher beurteilen zu können, wurden originalmaßstäbliche Brandversuche durchgeführt. Ergebnis
Bedingt durch die geringe Steifigkeit des Dämmstoffes und des Armierungsschicht prallen die Molotowcocktails von der Fassade ab, ohne dabei zu zerbersten Eine flächige Entflammung ist damit auszuschließen - Eine Zerstörung der Brandflasche und Entflammung vor der Wand führt nur zur kurzzeitigen thermischen Beanspruchung der Fassade, nicht jedoch zu deren Entflammung - Leuchtraketen, Silvesterraketen oder Leuchtspurmunition aus Schreckschusspistolen prallen von der Putzschicht ab und durchdringen diese nicht (Tennisschlägereffekt) - Brandbeschleuniger üblicher Art (geprüft mit 1l Benzin auf 3 m² Wandfläche) verbrennen nach kürzester Zeit auf der Putzoberfläche, ohne das WDV-System zu entflammen. Dies gilt auch für dispersionsgebundene Putzschichten
Diese Aussagen gelten für alle bauaufsichtlichen zugelassenen geklebten bzw. geklebten und verdübelten Brillux WDV-Systeme mit WDVS Hartschaum-, Steinlamellen- oder Mineralwolle-Dämmplatten bis zur zulassungskonformen Dämmdicke auf mineralischen Untergründen.
Quellennachweis für Inhalt und grafische Darstellungen: »Technische Systeminfo 6 Wärmedämm-Verbundsysteme zum Thema Brandschutz«, herausgegeben vom Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e. V."
Quelle: Brillux, Technische Info 5b04

Etwas mehr Praxisbezug findet sich auf der Internetseite des RA Haegele:
Brandverhalten von fehlerhaftem WDVS: www.haera.de/brandverhalten.html
Baurecht - WDVS - Info: www.haera.de/pageID_968760.html



Faximile aus:
Capatect Dalmatiner-Fassadendämmplatte
Wärmedämmplatten aus expandiertem Polystyrol-Hartschaum
Typ: EPS 035 WDV, zweifarbig grau/weiß

Aus der Bauordnung Berlin:

§ 3 Allgemeine Anforderungen
(1) 1 Bauliche Anlagen sowie andere Anlagen und Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 2 sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden.
2 Sie müssen ihrem Zweck entsprechend ohne Missstände zu nutzen sein.
(2) Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder auf Grund dieses Gesetzes erfüllen.

§ 15 Brandschutz
(1) Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand wirksame Löscharbeiten und die Rettung von Menschen und Tieren möglich sind.

§ 18 Bauprodukte
(1) Bauprodukte dürfen für die Errichtung, Änderung und Instandhaltung baulicher Anlagen nur verwendet werden, wenn sie
1. für den Verwendungszweck von den nach Absatz 2 in der Bauregelliste A bekanntgemachten technischen Regeln nicht oder nicht wesentlich abweichen oder mit den in Absatz 3 genannten Zulassungen, Prüfzeugnissen oder Zustimmungen übereinstimmen; das ist anzunehmen, wenn sie nach § 22 das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen) tragen,
2. für den Verwendungszweck nach den Vorschriften
a) des Bauproduktengesetzes,
b) anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften ...

§ 24 Außenwände
(1) 1 Bei Gebäuden mit mehr als drei Vollgeschossen sind nichttragende Außenwände oder nichttragende Teile tragender Außenwände aus nichtbrennbaren Baustoffen herzustellen. 2 Sie sind auch in mindestens feuerhemmender Bauart zulässig, wenn die Außenflächen aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen bestehen.
(2) Außenwandverkleidungen sind einschließlich der Dämmstoffe aus mindestens schwerentflammbaren Baustoffen herzustellen; bei Gebäuden mit nicht mehr als drei Vollgeschossen sind normalentflammbare Baustoffe zulässig.

Abgeschlossene Forschungsvorhaben des DiBt:

Brandschutz
4.102 Entwicklung eines Prüfverfahrens zur Beurteilung des Brandverhaltens von Baustoffen
4.104.3 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden
4.104.4 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 1998
4.104.5 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 1999
4.104.6 Entwicklung von harmonisierten Brandprüfmethoden, Fortsetzung 2000
4.111.1 Theoretische und experimentelle Grundlagenuntersuchungen zum Brandschutz bei mehrgeschossigen Gebäuden in Holzbauweisestadt
4.115 Untersuchungen zu Kalibrierungsverfahren für SBI-Prüfanlagen und zur Ermittlung der SBI Bewertungskriterien für Baustoffe der BK A 2 und B 1 (DIN 4102, Teil 1)
4.116 Entwicklung eines Prüfverfahrens zum Brandverhalten von Baustoffen, Verbesserungen am SBI-Test
4.118 Aufbereitung von Forschungsergebnissen zur Darstellung der Gleichwertigkeit von Brandschutznachweisen nach den Eurocodes und nach DIN 4102
4.124 Erprobung einer Versuchsanordnung für horizontal eingebaute Polystyrol-Hartschaumplatten
4.132 Erprobung eines Prüfverfahrens zum Brandverhalten von Fassaden und Ermittlung von Grenzwerten zur Beurteilung

Brandprüfungen:

führt z.B. das MfPA Leipzig durch: Brandprüfungen an Baustoffen und Bauteilen im originalen Einbauzustand wie beispielsweise: Brandausbreitung an der Gebäudeaußenwand, Außenwandbekleidungen in zwei- und dreietagiger Anordnung (DIN E 4102-20, ISO CD 13 785)

Praxis:

wann: 21.04.2005 gegen 1:50
wo: Berlin, Pankow, Treskowstr. 33
was: Mehrfamilienhaus, 6-geschossig
Aufwand: 150 Einsatzkräfte, ca. 2 Stunden lang, 38 Behältergeräten, mit 2 B-Rohren und 5 C-Rohren
Einschätzung: "schlimmstes Feuer", das er in einem Neubau je erlebt habe (Landesbranddirektor)
Opfer: 2 Tote , 3 Personen ins Krankenhaus
Schaden: 5 Etagen unbewohnbar, 4 Wohnungen ausgebrannt, 19 weitere durch Flammen, Rauch und Löschwasser schwer beschädigt
Ursache: eine Kerze in einer Wohnung in der 2. Etage
Bericht: http://www.berliner-feuerwehr.de/1022.html (mit Fotos)

Rechts um die Ecke herum sieht man das Ergebnis des Flammenüberschlages. Man sollte davon ausgehen, dass im Eckbereich Mineralwolle eingesetzt wurde, um - wie vorgeschrieben - den Flammenüberschlag im Brandfall zu verhindern. Theorie und Praxis scheinen Begriffe zu sein, an die sich ein Feuer im Brandfall nicht so richtig konsequent zu halten scheint. An den gezoomten Bildern erkennt man auch gut die Kaminwirkung der Putzschicht des WDVS.

Mutmaßungen über die Ursachen:
"...prüfen Kriminalpolizei und Bauaufsicht, ob Baumängel den Brand beschleunigt haben. Es gebe Hinweise darauf, dass bei der Errichtung der Fassade des sechsgeschossigen Wohnhauses unzulässige Baustoffe verwendet worden sind, hieß es am Freitag. Bei einer Hitze von 1 000 Grad Celsius seien sie geschmolzen und hätten für einen Kamineffekt gesorgt. Dadurch haben sich die Flammen in Sekundenschnelle ausbreiten können und sich innerhalb weniger Minuten vom zweiten Geschoss in die fünfte Etage gefressen." aus Berliner Zeitung

DIMaGB.de, 28.04.2005

Der Kenntnistand von vor 8 Jahren

"Schlussfolgerungen
Bei Verwendung von Zusatzdämmungen auf Mauerwerk sollten folgende Randbedingungen beachtet werden:

1. Wegen der Problematik der vertikalen Brandweiterleitung an der Außenfassade sollten vorzugsweise nichtbrennbare Wärmedämmverbundsysteme zur Anwendung kommen. Solche Wärmedämmverbundsysteme haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie wie Putzschichten im Sinne der DIN 4102-4, Abschnitt 4.5.2.10, angerechnet werden können.

2. Durch die Verwendung von brennbaren Wärmedämmverbundsystemen und die damit verbundenen höheren Brandlasten können die in DIN 4102-4 angegebenen Feuerwiderstandsdauern für unverputztes Mauerwerk reduziert werden. Dies sollte im Einzelfall hinterfragt werden.

3. Bei der Verwendung von brennbaren Zusatzdämmungen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Innenputzdicken mindestens entsprechend DIN 18 550-1 ausgeführt werden, um den Austritt von toxischen Schwelgasen in Wohnräumen im Brandfall zu erschweren.

Quelle: LGA Bayern; Prüfungsbericht Nr. MB 5600275 vom 18.03.1997; Nürnberg.
in: Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel im Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V.
AMz-Bericht 3/1997: Brandverhalten von Wänden mit Zusatzdämmung aus Polystyrol-Hartschaum

Download bei der AMz: PDF(377 KB)

ergänzt: 14.08.2005

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Bild 2



Bild 3



Bild 4



Bild 5



Bild 6

© Fotos: Horst Böschen, Berlin


Querverweise, extern:

"Am 21. April 2005 kam es in Berlin zu einem Zimmerbrand, der sich aufgrund baulicher Mängel der Fassade innerhalb von Minuten auf die komplette Gebäudefassade und weitere Wohnungen ausbreitete. Zwei Menschen starben, drei weitere wurden verletzt. Aufgrund der besonderen Gefahr der Gebäudekonstruktion für Einsatzkräfte wie Bewohner ging die Berliner Feuerwehr mit einer breit gestreuten Presseinformation an die Öffentlichkeit. Der Beitrag stellt den Einsatzablauf, vor allem aber auch die Konstruktion der Fassade vor."

Albrecht Brömme: Berlin: Verheerender Fassadenbrand. Ein Zimmerbrand weitet sich aufgrund baulicher Mängel zum Großfeuer aus, Erschienen in: Brandschutz Zeitschrift, Heft 06/2005.

Informationen und Download im Internet

Der Artikel:
http://www.kohlhammer.de/brandschutz-zeitschrift.de/artikel/artikel_weiterleiten.cfm?id=3475

Der Bericht als PDF (~5 MB):
http://www.kohlhammer.de/brandschutz-zeitschrift.de/download/Brandschutzartikel/PDF/0605_Kircher_Fassadenbrand.pdf

Der Bericht der Berliner Feuewehr:
http://www.berliner-feuerwehr.de/1022.html

Dämmstoffbrand, Fogging + Energiesparen
http://www.konrad-fischer-info.de/21315bau.htm

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Brennende WDVS II

Auch diese Seite ist dem Thema Brandschutz gewidmet.



Foto: feurio styroporo polski, zugesandt von Hr. Waldemar W.

Wir sehen, brennende WDVS sind kein alleinig deutsches Problem. Auch bei unseren polnischen Nachbarn fackeln WDVS mal eben so weg. Theoretisch ist auch da alles in Ordnung mit dem Barndschutz. Auch in der Praxis geht alles gut, zumindest so lange es nicht brennt. Theoria cum Praxi! Wobei hier sogar im vorgeschriebenen Punkt-Wulst-Verfahren angeklebt wurde, die Konturen des Klebemörtels sind deutlich zu sehen, nur die Dämmung ist abgebrannt.

DIMaGB.de
30.06.2006

Ein abschreckendes Beispiel in ausführlicherer Beschreibung finden Sie neben Erläuterungen zum theoretischen Brandschutz hier:

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Die Fachleute zum Thema Brandschutz



Zitat: "Nicht ein Fall ist dem Verband bekannt, in dem Leib und Leben eines Bewohners durch WDV-Systeme gefährdet wurden, und schon gar nicht durch einen Brand."

Quelle: Buch "Wärmedämmung: Bedarf wecken; praxisorientiertes Handwerksmarketing"
Stuttgart : Dt. Verl.-Anst., 1999, ISBN 3-421-03191-6, Seite 90

Kommentar:
Man muss der Aussage zugute halten, dass das Buch von 1999 ist, bei einer Neuauflage wäre sicherlich davon auszugehen, dass dieser Passus geändert werden würde.

DIMaGB.de
25.08.2006

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"Polystyrol-Platten brennen in 20 Sekunden lichterloh"

Unter der Überschrift "Brandbomben" berichtete am 14.03.2007 der ORF Steiermark in der Rubrik "Steiermark-News" darüber, dass die Feuerpolizei vor Styropor-Dämmplatten warne, mit denen immer mehr Steirer ihre Häuser isolieren, um die Energiekosten zu minimieren. Diese Dämmplatten seien wahre Brandbomben und damit Todesfallen, weil die Feuerwehr eingeschlossene Hausbewohner nicht mehr über Leitern retten könne, sobald erst einmal die Fassade brenne. Polystyrol-Platten seien zwar das günstigste Dämmmaterial, doch man könne auch sein Leben damit riskieren.

Der ORF zitiert Alfred Pölzl von der Grazer Feuerpolizei:

"Der Brand entwickelt sich an der Fassade sehr rasch, das bedeutet, dass eine Rettung an der Außenfassade durch die Feuerwehr nicht mehr möglich ist. Und wenn dann im Stiegenhaus auch keine Möglichkeit zur Rettung da ist, dann kann das sehr schnell zur Todesfalle werden"

"Der Einsatz an der Fassade ist auf jeden Fall sehr kritisch, das haben die letzten Brände gezeigt."

"Eine Polystyrol-Platte brennt binnen 20 Sekunden lichterloh. "

In einem Schreiben an das Österreichische Institut für Bautechnik (es erstellt als Pendant zum deutschne DIBt die Baurichtlinien), soll die Grazer Feuerpolizei ihre Erfahrungen mit diesem Dämmstoff geschildert haben und gefordert haben, dass Polystyrol-Platten kaum mehr eingesetzt werden sollen. Auch das Problem der hohen Entsorgungskosten spricht der ORF in dem Artikel an: man dürfe nicht vergessen, dass Polystyrol unverrottbar sei, und die Entsorgungskosten in einigen Jahren sehr hoch sein werden.

Nachwort: der Artikel ist online nicht mehr abrufbar. Eine Kopie liegt der Redaktion vor. Herzlichen Dank an Herrn Josef Sewer für die Zusendung des Belegexemplars. Er meint:

"Die Meisten haben noch nicht begriffen, dass eine Strahlungsheizung nicht unter denselben physikalischen Gesetzen einzuordnen ist, wie eine Konvektionsheizung. Konstruktionen welche zum großen Teil aus Isolation bestehen, eignen sich nicht für eine Strahlungsheizung, welche Masse braucht um die Wärme zu speichern. Übrigens ist die viel gepriesene Außenisolation bei Massivkonstruktionen bei sonnenseitigen Wänden ein totaler Irrsinn, weil die Wärmeeinstrahlung der Sonne völlig abgeblockt wird.

Hier noch eine ernst zu nehmende Warnung aus Österreich (siehe oben). Die Feuerpolizei warnt vor Styropor-Dämmplatten, mit denen immer mehr Steirer ihre Häuser isolieren, um die Energiekosten zu minimieren. Diese Dämmplatten seien wahre Brandbomben und damit Todesfallen. Wo bleibt die Warnung unserer zuständigen Stellen? Wenn man jahrelang die Werbetrommel für diese Isolationen gerührt hat, ist es wahrscheinlich nicht einfach diesen Flop einzugestehen."

DIMaGB.de
30.08.2008

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Strafanzeige gem. §319 StGB betr. Styropor Fassade
Strafanzeige gem. §319 StGB betr. Styropor Fassade
Die Bürgerinitiative "Siedlung am Eschershauser Weg" aus Berlin erstattete im Oktober 2009 Strafanzeige gem. "§ 319 StGB * und aller übrigen in Frage kommende Delikte" wegen "Nichteinhaltung der Bauordnung Berlin im Bereich Brandschutz durch vorschriftswidrige Einbringung von Polystyrol" in der GAGFAH-Siedlung "Am Eschershauser Weg" in 14163 Berlin-Zehlendorf.

1988/89 wurden in der Siedlung bauliche Veränderungen vorgenommen, u.a. wurde ein Wärmedämmverbundsystem (= WDVS) aus Polystyrol an der Fassade angebracht. Die Vorschriften des Prüfbescheides wurden angeblich nicht eingehalten, die Brandschutzbestimmungen ignoriert. Die Bauaufsicht habe das WDVS abgenommen. Die Bürgerinitiative erkennt hier eine Gefahr für Leib und Leben. Seit 2 Jahren bemühe sie sich vergeblich, die für die Wohnsiedlung - 758 Wohnungen – Verantwortlichen zu veranlassen, die Brandschutz-Mängel zu beheben.

Da die besorgten Bewohner allerorten auf taube Ohren stießen, erstatteten sie diese Anzeige. DIMaGB.de kennt weder den Zustand der Gebäude noch die in dem Schreiben aufgeführten Anlagen. Insofern kann der Sachverhalt lediglich anchrichtlich und völlig wertungsfrei wiedergegeben werden. DIMaGB.de geht ohne weitere Prüfung davon aus, dass die Behauptungen allesamt wahr sind. Über den Fortgang wird informiert werden.

* Aus dem StGB:

§ 319 Baugefährdung

(1) Wer bei der Planung, Leitung oder Ausführung eines Baues oder des Abbruchs eines Bauwerks gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik verstößt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer in Ausübung eines Berufs oder Gewerbes bei der Planung, Leitung oder Ausführung eines Vorhabens, technische Einrichtungen in ein Bauwerk einzubauen oder eingebaute Einrichtungen dieser Art zu ändern, gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik verstößt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen gefährdet.

(3) Wer die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(4) Wer in den Fällen der Absätze 1 und 2 fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Das Schreiben ist als PDF Datei im Download erhältlich:
:: Anzeige

DIMaGB.de
26.10.2009


Wenn Styropor wie Napalm brennt
von Irene Wagner
13.12.2009

Infolge des Brandes am 5. Dezember sind bereits 141 Menschen gestorben, 89 Opfer befinden sich immer noch in verschiedenen Krankenhäusern in Moskau, Petersburg, Tscheljabinsk und Perm. 33 von ihnen sind lebensgefährlich verletzt.

http://www.aktuell.ru/russland/news/laermisolierung_
im_permer_nachtclub_wirkte_wie_napalm_25896.html

Freitag, 11.12.2009
Lärmisolierung im Permer Nachtclub wirkte wie Napalm

Perm. Die Untersuchungen nach der Tragödie im Nachtclub in Perm zeigen: Der Grund für die vielen Opfer ist der Kunststoff Polystyrol, der zur Lärmisolierung über der Decke eingezogen war. Bei Feuer wirkt er „wie Napalm“.

Dies sagte am Freitag gegenüber ITAR-TASS ein Informant aus der Untersuchungskommission. Die Hängedecke an sich war feuerschutzimprägniert und bei dem verheerenden Brand kaum in Mitleidenschaft gezogen worden.

Dagegen setzt der Kunststoff bei Feuer höchst giftige Stoffe frei, die beim Einatmen tödlich wirken. Und: „Sein Brennen ist mit Napalm vergleichbar, wenn Polystyrol Feuer fängt, regnet das förmlich auf die Menschen herunter“, so der Informant.

http://www.aktuell.ru/russland/politik/nach_dem_club_brand_rollen_in_perm_nun_die_koepfe_3876.html

Dienstag, 08.12.2009
Nach dem Club-Brand rollen in Perm nun die Köpfe

Perm. Die Katastrophe hat erste Beamte ihre Posten gekostet: Nach einem Putin-Besuch vor Ort wurden Beamte der Brandschutzbehörde und der Kommunalverwaltung entlassen - wegen Schlamperei und Korruptionsverdacht.

Die Aufarbeitung der Brandkatastrophe vom Samstag Morgen weitet sich immer mehr auch auf die Behörden aus. Sieben führende Beamte der Brandschutzinspektion des Gebietes wurden heute von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu entlassen. Der Gebietsgouverneur feuerte seinerseits zwei Spitzenbeamte: den Stadtteil-Verwaltungschef und den Leiter der technischen Gebäude-Inspektion.

Putin mit Blumen in der Hand und Wut im Bauch

Wladimir Putin hatte auf der Durchreise mitten in der Nacht an der Unglücksstelle Blumen niedergelegt. Danach gab es eine Besprechung, bei der offenbar Klartext über Ursachen und Hintergründe der Katastrophe geredet wurde. Jedenfalls rollten schon am Morgen die Köpfe unter der zuständigen Beamtenschaft. Das Management des Clubs und der Pyrotechnik-Firma ist ohnehin schon in U-Haft.

Diese Geschäftsleute hätten „gegen alles verstoßen, wogegen man verstoßen kann“, schimpfte Putin - und hielt ein Päckchen in die Luft, bei dem es sich offenbar um den Typ der im Club gezündeten Feuerwerkskörper handelte: „Hier steht in russischer Sprache: In geschlossenen Räumen nicht anwenden.“

Business und Beamte denken nur an volle Taschen  Die Durchsetzung von Sicherheitsvorschriften sei in Russland allerdings ein Teufelskreis, so Putin: „Gibt man den Kontrollbehörden mehr Rechte, wächst die Korruption. Lässt man dem Business mehr Freiheiten, greifen Schlamperei und sogenannte Kostenoptimierung zu Lasten der Sicherheit um sich.“

Sträfliche Nachlässigkeit haben auch die örtlichen Brandschutzinspektoren walten lassen: Sie hätten rechtliche Möglichkeiten nicht ausgenutzt, damit die bei der jeweils letzten Überprüfung festgestellten Mängel auch ausgeräumt werden, kritisierte Putin.

Nach dem Brand stinkt es nach Korruption   Inwieweit dabei „materielle Interessen“ – sprich: Schmiergelder oder Vetternwirtschaft – eine Rolle gespielt haben, muss noch ermittelt werden. Wenn denn etwas zu beweisen ist: Denn das fatale Feuer hat einen Sumpf aufgedeckt, in dem sich viele Funktionsträger die Finger schmutzig gemacht haben - und sie nun eilig waschen.


Nun wird ein Exempel statuiert  
Das Inferno von Perm bietet der russischen Staatsführung nun die Gelegenheit, ein Exempel zu statuieren. Schließlich geben sich Putin, Medwedew und Co. immer als engagierte Kämpfer gegen die Volkskrankheiten Schlendrian, Verantwortungslosigkeit und Korruption - ohne allerdings nennenswert voranzukommen.

Präsident Dmitri Medwedew wies heute den Generalstaatsanwalt Juri Tschaika an, "die ganze Kette" bis hinauf in föderale Behörden schonungslos aufzudecken.

Brandschutzinspektion war nur eine Formalität   Die Geschäftsführerin des Clubs „Lahmendes Pferd“ hat jedenfalls alljährlich ein Bußgeld an den Staat bezahlt – und das Mängelprotokoll mit den immer gleichen acht Verstößen kam in die Schublade. Dabei war darin von ernsthaften Problemen wie dem Fehlen einer Brandschutzimprägnierung an den Wänden, feuergefährlichem Deko-Material und unzulässigen Kabeln und Türen die Rede, berichtete ein Ermittler der Zeitung „Kommersant“.

Dass ein führender In-Nachtclub der Millionenstadt Perm allerdings über Jahre auf dem Papier als "Cafe mit Konditorei" angemeldet war und die Fenster zugemauert waren, fiel den Kontrolleuren dabei offenbar gar nicht erst auf.

Eine "tote Seele" bei der Feuerwehr - mit Unterschriftsberechtigung   Die russische Katastrophenschutzbehörde MTschS, zu der auch die Feuerwehr und die Brandschutzinspektion gehört, gesteht inzwischen selbst ein, dass es bei der Erteilung der Betriebsgenehmigung des zunächst als Cafe angemeldeten „Lahmenden Pferdes“ nicht mit rechten Dingen zuging: Die Abnahmebescheinigung des Gebäudes von 2003 trägt die Unterschrift eines Inspektoren, der schon seit 2002 nicht mehr für die Behörde tätig war.


Ein fröhliches Nehmen, Geben - und Wegsehen
  Mit der Begründung, sie hätten von den Missständen in dem Club nichts gewusst, können sich wohl nur die wenigsten Beamten herausreden: Das Etablissement befand sich in unmittelbarer Nähe der Stadtverwaltung – und gedieh offenbar in bester Symbiose zwischen Bürokratie und Business. Nicht zufällig sind jetzt unter den Opfern der Club-Geburtstagsfete auch viele Angehörige von Verwaltung, Polizei und Justiz.

Wenn ein "Blutsauger" sich richtig schämt  Auf den inhaftierten Permer Geschäftsmann Anatoli Sack, der Gründer – und nach Meinung der Ermittler auch De-facto-Inhaber - des Clubs, trifft Putins Kritik nach Darstellung von einheimischen Geschäftsleuten voll und ganz zu: er wird nach einem Bericht der „Komsomolskaja Prawda“ dort als „Blutsauger“ bezeichnet, der alle seine Projekte nur auf maximalen Gewinn ausgerichtet habe.
Sacks Anwalt begründete dessen nächtliche Flucht per Auto in Richtung Jekaterinburg damit, dass Sack sich vor den Frauen seiner Freunde geschämt habe, die in seinem Club den Tod gefunden hätten. Angeblich sei es sein Mandant gewesen, der zu einer nahen Feuerwehrwache gerannt sei, um Alarm zu schlagen. Mit dem operativen Management – und erst recht nicht mit der Organisation der verhängnisvollen Show – habe er nichts zu tun gehabt.

Nach Presseberichten verbringt Sack – trotz seines dort konzentrierten Immobilienbesitzes - nur wenige Monate im Jahr in Perm und lebt ansonsten in Spanien. Neben dem russischen hat er auch einen israelischen Pass.

http://www.aktuell.ru/russland/panorama/club_brand_in_perm_zahl_der_todesopfer_bei_117_2890.html

Dienstag, 08.12.2009

Club-Brand in Perm: Zahl der Todesopfer bei 117

Perm. Der verheerende Brand in einem Permer Nachtclub hat inzwischen 117 Menschen das Leben gekostet. Ärzte befürchten, dass zahlreiche Schwerstverletzte auch noch sterben werden. Drei Verantwortliche sind in Haft.

Die Zahl der Todesopfer des schwersten Brandunglücks der neueren russischen Geschichte erhöhte sich bis Dienstag Morgen auf 117. Über 100 der überlebenden Brandopfer wurden inzwischen in Fachkliniken nach Moskau, St. Petersburg und Tscheljabinsk verlegt.

Darunter sind 28 Patienten, die von den Medizinern als äußerst schwere Fälle eingeordnet wurden - zum Teil ist ihre Haut fast vollständig zerstört. Die Überlebenschancen bei derartig heftigen Verbrennungen sind gering, da der Körper kaum Schutz vor Infektionen hat. Zudem sind bei den meisten Opfern die Lungen geschädigt. Der heutige Dienstag als vierter Tag nach der Katastrophe gilt dabei als besonders kritisch.

Präsident Dmitri Medwedew hatte am Wochenende verfügt, „nicht mit Flugzeugen zu sparen“, um die Brandopfer in andere Städte zu verlegen. Auch plastische Operationen sollen auf Staatskosten erfolgen.

Festgenommene Führungsriege wird Medwedews Zorn zu spüren bekommen

„Kein Gehirn und kein Gewissen“ hätten die Betreiber des Clubs gehabt, schimpfte Medwedew nach dem Brandunglück – und forderte die harte Bestrafung der Verantwortlichen. Derartig verhängnisvolle Verstöße gegen Feuerschutz-Regeln seien „ein Verbrechen, auch wenn es aus Fahrlässigkeit begangen wird“.

Der offizielle Inhaber des in der Nacht auf Samstag ausgebrannnten Clubs "Das lahmende Pferd" liegt selbst schwer verletzt im Krankenhaus. Festgenommen wurden auch der Gründer (ein reicher Geschäftsmann mit israelischem Pass, der sich noch in der Unglücksnacht aus Perm abzusetzen versuchte), der Artdirector und der Organisator des Feuerwerks. Wie aus Polizeiquellen verlautete, geschah dies auch zu deren eigener Sicherheit, da die Gefahr bestand, dass sie von Angehörigen der Opfer gelyncht werden.

Notausgang nur fürs Personal

Wie sich herausstellte, wussten die wenigsten Besucher des Clubs, dass es einen zweiten Ausgang hinter der Bühne gab. Er war auch nicht als Notausgang gekennzeichnet. Auf diesem Weg entkamen beispielsweise alle Tänzer, die gerade Pause hatten, dem Inferno.

Die meisten Opfer ersticktem im Gedränge vor dem Haupteingang, der durch zwei schmale Doppeltüren verengt war, die sich nur zur Hälfte öffnen ließen. Unter den Toten und Verletzten sollen auch zahlreiche Angehörige von Behörden und Justiz sein, die von den Betreibern zu dem Club-Jubiläum eingeladen worden waren.

Feuerwerk zu Neujahr unter Beschuss

In zahlreichen russischen Regionen ergingen inzwischen Verbote, in öffentlichen Gebäuden bei den anstehenden Weihnachts- oder Neujahrsfeiern irgendwelche Feuerwerkskörper zu benutzen. Auch sollen Lieferwege, Anbieter und Märkte für Pyrotechnik jetzt scharf kontrolliert werden. Bisher sind Feuerwerkskörper in Russland ganzjährig frei erhältlich.

In Perm begannen am Montag die Beerdigungen der Unglücksopfer. Die vor allem als Kulturmetropole aufstrebende Millionenstadt war erst im September 2008 Schauplatz einer ähnlichen Katastrophe: Beim Absturz einer anfliegenden Boeing kamen hier 88 Menschen ums Leben.

http://www.aktuell.ru/russland/news/124_tote_regierung_in_perm_tritt_geschlossen_zurueck_25874.html

Mittwoch, 09.12.2009

 124 Tote, Regierung in Perm tritt geschlossen zurück

 Perm. Das große Köpferollen in Perm hat begonnen. Gouverneur Oleg Tschirkunow hat die gesamte Regierung des Gebiets entlassen. Ein neues Kabinett soll nach der vollständigen Aufklärung der Feuerkatastrophe gebildet werden.

 Nach Angaben der Gebietsverwaltung hat sich die Anzahl der Todesopfer inzwischen auf 124 erhöht. Unter den Toten ist auch Alexander Titljakow, den die Polizei verdächtigt, die Katastrophe durch fahrlässige Nichtbeachtung der Brandschutzbestimmungen mitversursacht zu haben.

Insgesamt sitzen derzeit vier Personen wegen der Affäre in Untersuchungshaft.

Daneben bekommen aber auch immer mehr Beamte in der Ural-Region die Konsequenzen zu spüren. Entlassen wurden bereits zwei Leiter der Baubehörde von Perm.

Der erzwungene Rücktritt der Regierung ist der nächste Schritt. Möglicherweise muss auch Gouverneur Tschirkunow bald gehen. Er wurde im Dezember 2005 von Wladimir Putin offiziell zum Gouverneur ernannt, nachdem er zuvor eineinhalb Jahre amtierender Gouverneur war. Die Amtszeit läuft bald ab.

http://www.aktuell.ru/russland/news/einer_der_verdaechtigen_im_brandfall_perm_gestorben_25871.html

Mittwoch, 09.12.2009

Einer der Verdächtigen im Brandfall Perm gestorben

Perm. Alexander Titljanow, Mieter des Clubs "Lahmendes Pferd" in Perm ist in einem Moskauer Krankenhaus gestorben. Die Polizei verdächtige Titljanow für den Brand mitverantwortlich zu sein. Er zog sich dabei selbst schwere Verbrennungen zu.

Die Zahl der Opfer des Großbrandes hat sich damit auf 121 erhöht. "In den Krankenhäusern verbleiben 111 Menschen. In der vergangenen Nacht starben Dmitri Simonow, Iwan Utkin und Alexander Titljanow", teilte der Pressedienst des Gebiets Perm mit.

Bisher hat die Polizei Anklage gegen die Clubdirektorin Swetlana Jefremowa, den amtierenden Art-Director Oleg Fetkulow, den Mitbegründer des Clubs Anatoli Sack und den Direktor der Firma, die die Feuerwerkskörper geliefert hat, Sergej Derbenjew, erhoben. Titljanow galt ebenfalls als tatverdächtig.

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Gefahr gebannt, dank der neuen Systeminfo:

Brandschutz und WDVS – alles auf einen Blick

32 Seiten Umfang, übersichtliches und lesefreundliches Layout, komplett überarbeitete und aktualisierte Inhalte sowie ein neues, ausführliches Kapitel zum umlaufenden Brandriegel: die druck-frische Technische Systeminfo 6 „Brandschutz“ des Fachverbands Wärmedämmverbund-Systeme (FV WDVS) bietet Architekten, (Fassaden)Planern und den verarbeitenden Fachunternehmen einen umfangreichen Überblick zum Thema Brandschutz und WDVS.

Erarbeitet wurde die Systeminfo vom Arbeitskreis 10 des FV WDVS, die Autoren sind Markus Kammerer (Sto), Werner Mai (alsecco), Dr. Richard Hösle (Weber–Maxit), Nora Fouad (Ingenieurbüro Leipzig) und Ingolf Kotthoff (MFPA Leipzig). „Die neue Systeminfo gibt nicht nur den weiter entwickelten technischen Stand im Bereich Brandschutz und WDVS wieder“, so Arbeitskreisleiter Markus Kammerer, „wir wollen damit auch dem wachsenden Stellenwert des Themas bei der Fassadensanierung gerecht werden. Gerade in Zeiten höherer Dämmstoffdicken beim am häufigsten eingesetzten Material EPS steht fachgerechter Brandschutz stärker im Fokus. Hohe Sachkennt-nis auf der Planer- und Verarbeiterseite ist hier unabdingbar. Dazu will die neue Broschüre einen Beitrag leisten.“

Wichtigster neuer Inhalt gegenüber den bisherigen Auflagen seit der Erstveröffentlichung 2002 sind die Details zum durchlaufenden Brandriegel. Es wurde dafür der vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) formulierte Zulassungstext praxisgerecht interpretiert. Neben der Standardlösung haben die Autoren auch die vielfältigen speziellen Einbausituationen, die in der Praxis auftreten können, wie z.B. Hanglage, mehrstöckige Treppenhäuser oder Fensteröffnungen, die nicht in einer Flucht liegen, im Zusammenhang mit dem Brandriegel erarbeitet und anhand von Beispielen visualisiert. Zusätzlich wurde auch gleich die unmittelbare Nutzung von Gebäudestrukturen als Brandriegel (wie z.B. bei Balkonen) aufgenommen. Die Systeminfo gibt einen Überblick über die brandschutzrelevanten Regelungen für die verschieden Gebäudetypen. Außerdem sind darin Lösungen enthalten, die zeigen, wie man die bisherige Brandschutzmaßnahme „Sturzschutz" mit der Brandriegel-Lösung an einem Objekt kombinieren kann.

Die Autoren haben einige Abschnitte überarbeitet und die zentralen Aussagen gegenüber der früheren Version klarer herausgestellt, dies gilt insbesondere für
● die Überdämmung von Rollladen- und Jalousienkästen
● die Überbrückung von Brandwänden
● die Aufdopplung von Brandriegeln
● das Ausschäumen von Dämmplattenfugen.

Werner Mai: „Wir haben in der neuen Systeminfo den durchlaufenden Brandriegel auf die Vielfalt der komplexen Problemstellungen angewendet. Dabei war der Zulassungstext allein nicht ausreichend, so dass im Zusammenspiel mit dem Brandgutachter Ingolf Kotthoff taugliche, ausführbare Brandschutzdetails entstanden und in der Broschüre dokumentiert wurden. Uns ging es darum, anhand von verschiedenen Beispielen das Prinzip der Brandschutzmaßnahmen so aufzuzeigen, dass sie auf die vielfältigen Aufgabenstellen aus der Praxis anwendbar sind.“

Mit dieser Neuauflage ist die Arbeit der Experten noch nicht abgeschlossen. Das Team arbeitet an weiteren Themen, die zukünftig noch Aufnahme in die Broschüre finden werden:
● Brandwände im Zusammenhang mit schwer entflammbaren
Fassaden
● Fluchtweg im Bereich von schwer entflammbaren Fassaden
● Durchdringungen von Brandriegeln durch z.B. Blitzableiter.
Die neue Technische Systeminfo 6 „Brandschutz“ kann gegen Vorabüberweisung von 5 € je Exemplar beim FV WDVS (Bezirksparkasse Bonndorf-Stühlingen, Kontonummer: 8134611, BLZ: 680 512 07) bestellt werden.

PRESSE-INFORMATION
des FV WDV
07.12.2009

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Linktipps

BAUFÜSICK Blog

Brennende WDVS: die Wärmedämmende Fassade als Risiko
http://baufuesick.wordpress.com/2012/03/31/brennende-wdvs-die-warmedammende-fassade-als-risiko/

Wahnsinn: Wärmedämmung aus Styropor brennt rasant
http://baufuesick.wordpress.com/2012/02/11/wahnsinn-warmedammung-aus-styropor-brennt-rasant/

Fassadendämmung: Prüfung auf Brandgefahr abgeschlossen?
http://baufuesick.wordpress.com/2012/02/10/fassadendammung-prufung-auf-brandgefahr-abgeschlossen/

Fassadendämmung: Prüfung auf Brandgefahr (tapfere SPD)
http://baufuesick.wordpress.com/2012/02/10/fassadendammung-prufung-auf-brandgefahr/

Dementi zum Dementi. Dämmstoffe brennen doch gut?
http://baufuesick.wordpress.com/2012/02/02/dementi-zum-dementi-dammstoffe-brennen-doch-gut/

Dementi: Styropor ist nicht brandgefährlich
https://baufuesick.wordpress.com/2011/12/13/dementi-styropor-ist-nicht-brandgefahrlich/

Brennende WDVS: der Fassadenbrand von Delmenhorst
http://baufuesick.wordpress.com/2011/12/02/brennende-wdvs-der-fassadenbrand-von-delmenhorst/

Styropor an der Fassade – brennende WDVS
http://baufuesick.wordpress.com/2011/12/01/styropor-an-der-fassade-brennende-wdvs/

Styropor Fassade: Strafanzeige gem. §319 StGB
https://baufuesick.wordpress.com/2009/10/26/styropor-fassade-strafanzeige-gem-%c2%a7319-stgb/

Polystyrol-Platten brennen in 20 Sekunden lichterloh
http://baufuesick.wordpress.com/2008/09/01/polystyrol-platten-brennen-in-20-sekunden-lichterloh/

Internetseiten: RA Haegele: WDVS Info

Google: Brennende WDVS


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