Zum Brandverhalten von Wärmedämmstoffen
Am 24.05.2007 fand in Thiendorf ein Seminar der Fa. Isofloc statt. Hierbei ging
es nicht nur um technologische und konstruktive Belange, bauphysikalische
Betrachtungen stellten einen Schwerpunkt dar. Isofloc ist eine
Einblasdämmung auf der Materialbasis von Zellulose (sprich: Holz bzw. Papier),
die neben guten Wärmedämmeigenschaften (WLG 040 bis 18% Feuchte) optimal für den
sommerlichen Wärmeschutz geeignet ist. Als Richtwert kann man 18 cm Isofloc
ansetzen, um optimalen winterlichen und sommerlichen Wärmeschutz zu erreichen.
Allem U-Wert-Schöngerechne zum Trotz kommt man mit Mineralwolle oder Styropor
damit nicht hin. Die Ursache liegt im Speichervermögen. Die spezifische Wärme
des Holzes bewirkt bei ~ 45 kg/m3 ein akzeptables
Temperatur-Amplituden-Verhältnis (TAV: das Verhältnis der Differenzen zwischen
höchster und niedrigster Oberflächentemperatur je innen und außen, bei einem
guten TAV wird die Kurve auf der Innenseite flacher) und eine gute
Phasenverschiebung (wie viele Stunden später wird die Höchsttemperatur der
inneren Oberfläche erreicht).
Bemerkenswert ist das Brandverhalten der Zellulosedämmung. Der Beflammungstest
mit Propangasflamme hat hierzu erstaunliche Ergebnisse geliefert, wie die
folgenden Bilder zeigen. Bei einem nach DIN 4102 als B2 eingestuftem Baustoff
würde man eigentlich erwarten, dass der normal entflammbare Baustoff normal
entflammt. Der Praxistest zeigte, dass der Hersteller mit seinen Angaben Recht
hat: "Baustoffklasse (DIN 4102-1): B2 (normal entflammbar), glimmt bei
Beflammung, nicht brennend, kein Schmelzen / Abtropfen". Man kennt dieses
Verhalten von z.B. Holzbalken, bei denen bei oberflächigem Abbrand eine
Brandschutzschicht entsteht, die den weiteren Abbrand verzögert und die
Abbranddauer berechenbar macht.

Mineralwolledämmung (links) und Styropor (rechts) nach der Beflammung

Isofloc-Dämmung nach der Beflammung

Isofloc-Dämmung nach der Beflammung, Detail Oberfläche
Fotos: M. Leuteritz, AQUAMAT® Sachsen, Großenhain
28.06.2007
M. Bumann
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