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Die heutige "Bauphysik" hat gepatzt, geschwindelt was das Zeug hält und die Konsumenten angelogen!

Sehr geehrter Herr S.,

Einleitend halte ich fest, dass sich RA Johannes Kirchmeier beim VBN dafür eingesetzt hat, dass ich an der vergangenen VBN-Tagung 2002 in Hannover mit einem Vortrag hätte teilnehmen sollen.

Warum nicht? Hätte Karl Gertis wieder abgesagt, wenn ich mit von der Partie gewesen wäre? Karl Gertis hat ja schon mehrmals ähnlich reagiert. Diese Fragen können Sie beantworten oder auch nicht.

Ihr einleitender Bericht "Entwicklung des Wärmeschutzes" im VBN-Info Sonderheft WärmeEnergie 2003, bedarf folgender Ergänzungen. Folgende Belege wurden von Ihnen oder Ihren Redaktionskollegen vergessen.

Sie zitieren Literatur und merken an, dass früher der Wärmeschutz kein Thema war, was nicht zutrifft - siehe was folgt:

1. Allgemeine Baukonstruktionslehre von Prof. G. U. Breymann
Die Konstruktionen in Stein von Prof. Otto Warth, 7. Auflage 1903, 6. Auflage 1896, 1. Auflage wann?

Zitat: Mauern mit Hohlräumen, .... vornehmlich aber zur Warm- und zur Trockenhaltung der Außenmauern der Gebäude ausgeführt, haben sich z.B. in den Küstengegenden Norddeutschlands seit Jahrzehnten (!!!) gut bewährt, wenn die Ausführung sorgfältig und mit besten Materialien erfolgt.
Die Warmhaltung, d.h. der Schutz gegen Temperaturausgleich zwischen Außen- und Innenluft verlangt eine abgeschlossene, völlig ruhende Luftschicht ....
Dann folgen 5 Seiten mit weiteren Wärmedämmkonstruktionen.

In der Fachliteratur - vor allem im "Gesundheits-Ingenieur" - beginnt sich bereits der Siegeszug des U-Wertes (k-Wert) ab 1915 abzuzeichnen. Allerdings sorgten kompetente Baufachleute - damals noch gute Professoren - dafür, dass die U-Wert-Sekte nicht zu fest Fuß fassen konnte. Dieses Regulativ dauerte in der Schweiz bis Mitte der 50-er Jahre, wo das 1 1/2 Stein Vollziegelmauerwerk mit einem U-Wert von 1,6 W/m2K als Standard galt (Prof. Max Hottinger ETHZ - siehe auch Hottinger-Formel 1935). Entsprechendes galt auch für Deutschland.

Sie merken weiter an, dass sich zuvor niemand mit dem Wärmeschutz wissenschaftlich auseinandersetzte - was nicht stimmt:

Ing. Albert Pilz, Wien 1920, Berechnung der Anheizwärme unterschiedlicher Wandkonstruktionen in Theorie und Messung (Experiment)

Ab 1935 beschäftigten sich einige Professoren und Wissenschaftler mit: Wärmespeicherung, Halbwertzeit und gleichspeichernde Ziegeldicke etc. und zwar in Theorie und Messung (Experiment).

Die Namen heißen: Georg Hofbauer, Friedrich Bruckmayer, J.S. Cammerer, E. Raisch, E. Meyer, J.E.R. Constable und viele andere. Haben Sie diese Namen je gehört oder schon vergessen?

Man erkannte damals schon, dass nebst einem hohen Flächengewicht und einem vertretbaren U-Wert, der Wand-Dicke ein hoher Stellenwert zukommt. Die Zeitkonstante Tau und die hieraus ableitbare Halbwertzeit zum ermitteln des Wärmeabflusses aus einer Wand, wird bekanntlich gebildet durch die Wanddicke im Quadrat über der Temperaturleitzahl. Tau hat man offenbar längst vergessen und favorisiert in der EnEV nur noch den U-Wert. Auch über Sonnenenergiegewinne opaker Gebäudeteile wurden Theorien und Experimente à gogo publiziert!

Ich stelle deshalb fest, dass früher lebende Baufachleute weit mehr in Sachen Bauphysik und Wärmeschutz verstanden, als dies heutzutage der Fall ist.
Heute geben nur Maschinenbauer und Physiker mit permanentem Misserfolg Erfolg den Ton an.

In der Vergangenheit war deshalb - entgegen Ihrer Meinung - der Wärmeschutz wissenschaftlich: d.h. physikalisch / mathematisch und experimentell begründet!

Sie postulieren aber Zitat: " Weder die drei Wärmedämmgebiete noch die Mindestanforderungen an den Wärmedämmwert der Außenwände waren wissenschaftlich begründet"

Sie haben, sehr geehrter Herr Schumacher, bis jetzt noch nicht verstanden, dass die quantitative Anforderung der DIN 4110 von 1938 (mein Geburtsjahr) bis heute immer noch nicht wissenschaftlich experimentell erforscht wurde.

Ja wenn geschieht denn das? Wann werden denn die Vergleichszahlen der unterschiedlichen Baukonstruktionen endlich ermittelt und offen gelegt. Die Deutschen Ziegler machen das nicht mehr - wer dann (siehe Beilage)? Die Dämmstoffindustrie oder etwa das Bundesministerium Bau mit Projektleiter Karl Gertis?

Wissen Sie und Ihre Redaktionskollegen denn überhaupt, ob die ganze U-Wert-Theorie in der Geschichte jemals überprüft wurde? Ich denke hier nicht an die Überprüfung in einer k-Wert-Kammer, nein, hier sind flächendeckende Messungen mittels klimabezogener Energie-Verbrauchs-Analysen (EVA) gefragt. Wo sind sie wo?
(Meines Wissens bin ich der einige "Fachidiot", der solche EVA's seit 28 Jahren professionell durchführt)

Dann merken Sie an, Zitat: "Zielgröße war die Hygiene und die Behaglichkeit der Räume. Energie spielte keine große Rolle, da sie in ausreichender Menge günstig zur Verfügung stand." Diese Aussage ist falsch!

Die 1. große Energiekrise fand Mitte der 20-er Jahre im vergangenen Jahrhundert statt. Jedes Holzbrett war gefragt. Um genug Holz zu Heizzwecken zu haben, wurde damals bei Bestattungen in Deutschland der "Klappsarg" (Pestsarg) wieder eingeführt!

"Die Kennziffer jeder Heizung"
Erstmals wurde der spezifische Energieverbrauch von zentral auf 20° Celsius beheizten Wohnhäusern als "Kennziffer jeder Heizung" europaweit festgeschrieben (siehe Beilage). Im Jahr 1925 konnte diese "Kennziffer" deshalb ermittelt werden, weil die Warmwasser-Pumpenheizung 1895 erfunden wurde und man deshalb 30 Jahre Heiz-Praxis vorweisen konnte. Die Umrechnung darf jeder im Verteiler angeschriebene selber vornehmen, doch damit keine Größenordnungs-Fehler entstehen, liefere ich allen das Resultat: Kennziffer Qh 1925 = 20 kWh/m3a, welche etwa der Vorgabe in der WärmeschutzVO 95 entspricht.

Merke:
Der "Energiepass" von Professor Gerd Hauser ist demzufolge längst Geschichte!
Eigentlich möchte der Konsument wissen wie viel Energie sein Haus verbraucht und nicht wissen wie hoch ein mutmaßlicher Bedarf ist, welcher nach rein theoretischen Gesichtspunkten ermittelt wurde.

Ja und seit damals im Jahr hat außer Paul Bossert niemand mehr die Effizienz der Gebäude auf den Energieverbrauch hin untersucht. Pech für Euch und die Hochschulen in Europa!

Nur in Ausnahmefällen erreichen heute Niedrig-Energie- oder Passiv-Häuser sowie Häuser nach dem schweizerischen MINERGIE-Standard die Energie-Verbrauchs-Werte der vor 100 Jahren erstellten und nicht im heutigen Sinne gedämmten Gebäude mit einem Qh von 20 kWh/m32. Wohlverstanden, die heutigen Gebäude sollten, gemessen an der Theorie, zwischen 5 und 10 kWh/m3a verbrauchen. Weil sie aber in der Regel zwischen 25 und 45 kWh/m3a verschleudern, verbrauchen sie 4 bis 6 mal mehr an Energie, als sie eigentlich sollten!

Also halte ich für die Nachwelt ab 2049 fest:
Paul Bossert entwickelte ab 1964 den besten Perimeter-Dämmstoff (Hartschaum-Leichtbeton) aller Zeiten.
Bei der Überprüfung der Wärme-Effizienz stellte er aber im Jahr 1975 fest, dass das was er im Studium gelernt hatte, mit der Realität nicht übereinstimmt. Seither ist Paul Bossert in der Lage, zu jeder Tages- und Nachtzeit, ja sogar im Schlaf, physikalisch, mathematisch, vom Experiment und auch von der Realität her, schlüssig zu beweisen, dass die ganze U-Wert-Theorie mit der herrschenden Wärmetechnik bei Sonnenbestrahlten Bauteilen ein abgefackter Schwindel ist!

Fazit: Die heutige "Bauphysik" hat gepatzt, geschwindelt was das Zeug hält und die Konsumenten angelogen!

Ich rechne fest damit, dass ich nach meinem 51. Todesjahr, im Jahr 2100, posthum weltweit geehrt werde!
Na schön, das wärs dann.

Herzliche Pfingst-Grüsse aus der sonnigen Schweiz - Euer Paul Bossert
09.06.2003

Querverweis:
Artikel von Paul Bossert finden Sie im
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