Energie einsparen ohne Wärmedämmung
Über die Wiederentdeckung der Feuchte
Über den anthropogenen Anteil am
Klimageschehen kursieren wilde Spekulationen, die durch die Ergebnisse
fragwürdiger Modellrechnungen gestützt werden. Während dem Verbraucher ein
schlechtes Gewissen eingeredet wird, weil er mit seinen Emissionen aus der
Heizanlage das Klima schädigt, schweigt man sich darüber aus, warum das
3-Liter-Auto noch die bestaunte Ausnahme ist, warum das Ölwechsel sparende
Additiv nicht auf den Markt kommt, warum es nicht gelingt den Verkehr von
der Straße auf Schiene und Fluss zu verlagern, warum viele Einsparungen nur
auf dem Papier stehen.
Einig sein dürfen sich bei einigen
Überlegungen alle: spart man Heizkosten, ist das nicht nur gut für den
eigenen Kontostand, sondern die Umwelt hat auch etwas davon. Denn es ist
nicht nur das CO2, welches bei Verbrennungsprozessen freigesetzt wird. Und
eines sollte man immer voran stellen: das wichtigste Element im System ist
der Mensch.
Doch welche Rolle spielt der Mensch? Er ist
zum Spielball von Kommerz und Ideologie geworden. Worthülsen und
Fachbegriffe ersetzen eine klare und verständliche Sprache: ökologisch,
nachhaltig, umweltbewusst, umweltfreundlich usw.
In der Baubranche wird mit beeindruckenden
Kennwerten jongliert und der Einspareffekt durch Wärmedämmung wird
gebetsmühlenartig propagiert. Der Fachverband WDVS informiert darüber, dass
seit 1973 ca. 400 Mio. m2 Fassaden mit einem WDVS versehen wurden. In diesem
Zusammenhang wird behauptet: „Gut gedämmte Fassaden sparen Jahr für Jahr
aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie und machen die
Heizkosten-Rechnung damit entsprechend billig.“
Diese 400 Mio. m2 entsprechen ca. 25 Mrd. €
- ein stolzer Betrag, dem eine mindestens gleich gigantische Einsparung
entgegenstehen müsste. Doch das ist nicht der Fall, wie die Fakten zeigen.
Seit 1994 schwankt der Primärenergieverbrauch in Deutschland zwischen 3,93
und 4,03 GWh, wobei der Anteil der Haushalte ca. 18% beträgt
(Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen). Eine abnehmende Tendenz ist nicht
erkennbar. Zum Erdgasverbrauch wurde festgestellt: „"Überproportionale
Verbrauchszuwächse verzeichneten sowohl der Haushaltssektor als auch die
Kraftwerke.“
Der End-Energieverbrauch eines Gebäudes
(Durchschnittshaushalt) verteilt sich ca. wie folgt: 78% für Raumwärme und
12% für Warmwasser (WW), der Rest für Kraft, Kochen und Licht. Bei diesen
Relationen sollte man erwarten dürfen, dass „gut gedämmte Fassaden … Jahr
für Jahr aufs neue erhebliche Mengen an Heizenergie (sparen)“, was sich
zuerst in einer Absenkung der Verbrauchszahlen widerspiegeln müsste. Dies
ist ganz offensichtlich nicht der Fall.
Da aber eine Wärmebedarfsberechnung seit
2002 gem. höchstrichterlicher Entscheidung nicht mehr erforderlich ist,
begnügt man sich konsequenterweise mit Begriffen wie „Vollwärmeschutz“ oder
„Isolierglasfenster“. "Ein konkretes Maß der zu erwartenden Energieersparnis
muss nicht dargelegt werden." stellte der BGH unter dem Aktenzeichen BGH
VIII ARZ 3/01 in einem Beschluss vom 10.04.2002 fest. Nach dem Gesetz muss
die Energieeinsparung "nachhaltig" sein.
Dies ist mit ein Grund, warum gemessene
Werte entweder nicht eruiert werden oder in der Schublade verbleiben. Höchst
aufschlussreich sind die Messwerte aus dem Zeitraum 1976 -2000 von Prof.
Jens Fehrenberg, FH Hildesheim. Die energetische und wirtschaftliche
Nutzlosigkeit von Wärmedämmung wird am Beispiel identischer Bauwerke
(Hannover, Tollenbrink 2A, 4und 6) nachgewiesen. Trotz einer 1988
durchgeführten Anbringung eines WDVS mit 3 mm Kunststoffverblender auf 4 cm
Polystyrol konnte keine Einsparung nachgewiesen werden. Bei dem gedämmten
Haus Nr. 6 lagen die Heizkosten sogar über denen des ungedämmten Hauses Nr.
4.
Dass die U-Wert-Theorie keine brauchbaren
Ergebnisse liefert, belegen „Untersuchungen über den effektiven Wärmeschutz
verschiedener Ziegelaußenwandkonstruktionen“ am Fraunhofer Institut für
Bauphysik in Holzkirchen vom 5. Juli 1983 (B Ho 8/83-II). Gemessen wurde die
mittlere Heizleistung der Testräume in einem längerfristigen Zeitraum (105
Tage: November ´81 bis Februar ´82). Die mittlere Außenlufttemperatur betrug
-2,1 °C, die mittlere Strahlungsintensität 81 W/m2. In der Messperiode
Januar 1983 wurde eine extrem gedämmte Wand (Raum 4a) in den Vergleich
aufgenommen. Dennoch wurden die günstigsten Werte für die monolithische
ungedämmte Konstruktion (49 cm Ziegelwand) gemessen.
Diese Beispiele von vielen verdeutlichen
den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was nützt alles Schönrechnen,
wenn die gemessenen Werte andere Ergebnisse liefern? Wo bleibt da die in §5
Energieeinspargesetz und §17 Energieeinsparverordnung gesetzlich
vorgeschriebene Wirtschaftlichkeit? (vergl. OLG Karlsruhe (RE) WuM 1985, 17
= ZMR 1984, 411)
WDV-Systeme dürfen seit 1997 nur dann
verarbeitet werden, wenn eine Zulassung des Deutschen Institutes für
Bautechnik für das System vorhanden ist. Damit sollte den häufigen
Schadenbildern vorgebeugt werden. Wie viele zulassungsfreie WDVS werden wohl
seit 1973 an die Fassaden gekommen sein?
Das Problem der Veralgung gedämmter
Fassaden ist in seiner Bekanntheit weit verbreitet, ebenso kennen viele die
sich abzeichnenden Punkte der Dübelstellen und Linien der Fugen - und dass sorptionsunfähige Wärmedämmungen
die Raumfeuchtigkeit erhöhen, ist seit der Publikation: “Drei Häuser im
Dauertest” in “test” 3/87 den deutschen Energiefachleuten und Bauphysikern
allgemeinhin bekannt.
Im Zusammenhang mit dem Problem der
Veralgung sei auf das Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999 der 13.
Kammer für Handelssachen unter dem Az 3-13 O 104/96 verwiesen. Hier kamen
einige Fakten zutage: Das Gericht stellt fest: Algenwachstum wird durch die
Vollwärmedämmung begünstigt. Seit 1984 hat sich die Fachliteratur mit diesem
Problem auseinander gesetzt. 3 Jahre haben die Hersteller benötigt, um
mittels Zusätzen das Problem zu lösen.
Die Praxis zeigt, dass dies bislang nicht
zufrieden stellend gelang. Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage
wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert.
"Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen
Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen
Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und
hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes
Feuchtepotential einstellen kann.
Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je
nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich
Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung
der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden
Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen." (Rahn 03.2000).
Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11.
Hanseatischen Sanierungstage soll es im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern
bei 80 % der ausgeführten WDVS zu Algenbildung gekommen sein. Dies
entspricht so ganz und gar nicht den Ergebnissen der "Marktstudie
Wärmedämmverbundsysteme 2002, veröffentlicht im Jahresbericht 2001 des
Fachverbandes WDVS e.V., S. 42 ff. Auslöser war wohl, dass "die anfängliche
Skepsis gegenüber Wärmedämm-Verbundsystemen trotz mehr als 500 Millionen
Quadratmeter verlegter Fläche in den vergangenen 40 Jahren noch nicht ganz
beseitigt" ist.
Das beauftragte Institut für
Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing führte eine bundesweite
Marktuntersuchung durch, für die eine Auswahl aus 12.000 registrierten
Objekten nach dem Prinzip der geschichteten Zufallsauswahl getroffen wurde:
600 WDVS-Objekte. Das Ergebnis: mechanische Beschädigung: nur 2%,
Algenbefall: nur 1%. Unterstellt man eine Repräsentativität, sind es
immerhin 5.000.000 m2 befallene WDVS-Fassden.
Die Ursachen sind zudem hinlänglich
bekannt: wie weiter oben zutreffend festgestellt wird, liegt es daran, dass
die Oberfläche der WDVS stark abkühlt und „sich infolge von Sorption und
Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann“. Dies ist
die feinere Formulierung für das Problem der „abgesoffenen WDVS-Fassade“ und
die Schlussfolgerung, dass „dieses erhöhte Feuchtepotential“ zu Algenbefall
führen kann, verharmlost das eigentliche Problem.
Feuchte im WDVS wird nicht mehr
transportiert, weil es um Wasser im Aggregatzustand flüssig geht. Damit sind
alle Theorien über die viel beschworene Diffusionsoffenheit unbrauchbar, da
diese nur für den Aggregatzustand dampfförmig gelten. Ein kapillares
Transportvermögen ist für WDVS nicht bekannt, technisch auch nicht möglich.
Die Konsequenz ist erschreckend simpel und
auch für den Laien nachvollziehbar: kondensiertes Wasser verbleibt im WDVS!
– und wenn alles gut geht, wird es in der
wärmeren Jahreszeit durch erhöhten Partialdruck wieder ausgetrieben – in
seltenen Fällen sogar vollständig. Bleibt die Frage: Wie gut wärmt der nass
gewordene Pullover?
Nach den eher ermüdenden Vergleichen zum
Thema „U-Wert-Theorie – theoria cum praxi“ sind wir an dem Punkt angelangt,
wo die Feuchte am und im Bauwerk eine wichtige Rolle zu spielen scheint.
Weiter oben ist es bereits angesprochen worden: es geht um Sorptionsvorgänge.
Um hier zu verlässlichen Aussagen und
Schlussfolgerungen zu gelangen, müssen wir uns von der U-Wert-Theorie –
welche die Variabilität, d.h. den Begriff des effektiven U-Wertes, sowie den
Einflussfaktor Feuchte ausblendet – weg und zu gemessenen Werten hin
bewegen.
Gemäß des wertvollen und allgemeingültigen
Ausspruches des britischen Schriftstellers Aldous Huxley (1864 - 1963)
sollte die Rückbesinnung auf gesichertes Wissen, welches sich auf gemessene
Werte anstatt auf Formelakrobatik stützt, erfolgen: "Tatsachen schafft man
nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert."
Das Problem des aktuellen Wissensstandes in
Deutschland besteht darin, dass man über mehr als 20 Jahre hinweg mittels
Ignoranz versucht hat, Tatsachen zu verdrängen.
Die Verwendung der Wärmeleitfähigkeit nach
DIN ist aber nur richtig, wenn Temperaturangleichungen im Bauteil bereits
abgeschlossen sind, also bei Vorliegen eines stationären, somit konstanten
Wärmestromes. In dieser Form werden auch die Wärmeleitfähigkeiten im Labor
gemessen (DIN 52611).
Die Außenwand der Gebäude steht aber nicht
im Labor und jeder kennt den Unterschied zwischen Tag und Nacht sowie der
Jahreszeiten.
In 2003 durfte die Fachwelt aufhorchen, als
die Feuchte wieder entdeckt wurde. Konsequenter weise wurde beim IBP
Holzkirchen das Glaserverfahren als untauglich eingestuft, wie folgende
Zitate von der Homepage (Sand: 08.2003) belegen: "Ein bisher gängiges
Verfahren zur Beurteilung des Feuchtehaushalts eines Bauteils durch
Betrachtung des auftretenden Diffusionstransports stellt das
Glaser-Verfahren nach DIN 4108 dar. Dieses Verfahren berücksichtigt jedoch
weder den kapillaren Feuchtetransport im Bauteil, noch dessen sorptive
Aufnahmefähigkeit für ausfallende Feuchte.
Ferner kann das mit stationären Zuständen
unter pauschalen Blockrandbedingungen arbeitende Verfahren weder
kurzfristige Ereignisse abbilden, noch Regen und Strahlung berücksichtigen.
Es ist für die feuchteschutz- technische Bewertung eines Bauteils gedacht,
nicht für die Simulation realistischer Wärme- und Feuchtezustände eines
Bauteils unter standortbedingten Klimaverhältnissen."
"Neben dem wärmetechnischen Verhalten eines
Wandbauteils mit seinen Auswirkungen auf den Heizwärmeverbrauch ist auch
sein feuchtetechnisches Verhalten zu beachten. Längerfristig erhöhter
Feuchtegehalt im Bauteil kann zu Feuchteschäden führen, erhöhte
Oberflächenfeuchte in Wohnräumen kann durch Schimmelbildung zu hygienischen
und gesundheitlichen Problemen führen.
Dabei hängen feuchte- und wärmetechnisches
Verhalten eines Bauteils eng zusammen: ein erhöhter Feuchtegehalt läßt
Wärmeverluste steigen; die Temperaturverhältnisse im Bauteil beeinflussen
den Feuchtetransport. Beide müssen daher gemeinsam in ihrer gegenseitigen
Kopplung untersucht werden; dies ist Gegenstand der Hygrothermik."
Nun könnte man dies euphorisch als
Revolution im Bereich der Bauphysik feiern – wenn es nicht genau die
Aussagen und Probleme wären, mit denen andere sich bereits seit Jahren
befassen und diese Aussagen getroffen haben - und noch dazu die Lösung
präsentierten.
In diesem Zusammenhang sei auf die
Erscheinung der Strahlungslufttemperatur verwiesen. Im Februar 1992 hat die
EMPA (Eidgenössische Material-Prüfanstalt, Schweiz) in Zürich Messungen
durchgeführt, die den Zusammenhang zwischen Wandoberflächentemperaturen und
dem Einfluss der Speichermasse belegen.
Die Außenlufttemperatur lag im
Beobachtungszeitraum zwischen 0 und -10 °C. Die Wandoberflächentemperaturen
lagen bei der Kompaktfassade mit bis zu + 45 °C um ca. 10 °C höher als bei
Verblendmauerwerk, im Februar wohlgemerkt. Alle Temperaturspitzen wurden
zwischen 14:00 u. 15:00 Uhr gemessen. Die Strahlungsluftwerte lagen bei + 28
bzw. + 37 °C, während die Außenluft nicht über 0°C kam. Die gemessenen
Windgeschwindigkeiten lagen zwischen 0 und 2,8 m/s.
Auf der Südfassade wurden
Strahlungsintensitäten bis zu 850 W/m² gemessen (19.02.1992, 14:00 Uhr). Aus
den gemessenen Einstrahlungswerten ergaben sich Beispielerträge in der
Größenordnung von 4,5 bis 4,9 kWh/m2.
Mit "Solarabsorption auf Außenwänden und
Reduktion der Transmissionswärmeverluste" beschäftigt sich AMz-Bericht
5/1997 der Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel. Es wurden 13 verschiedene
Außenwandkonstruktionen mit unterschiedlichen Aufbauten in Leicht- und
Schwerbauweise und mit verschieden gestalteten Oberflächen untersucht. Die
rechnerischen Wärmedurchgangskoeffizienten der vorrangig aus
Ziegelmauerwerk erstellten Wände lagen zwischen 0,27 und 0,88 W/m²K.
In Abhängigkeit der
Absorptionskoeffizienten der verschiedenen Putzoberflächen wurde ein
Effektiver Wärmedurchgangskoeffizient keff gemessen. Das Verbesserungsmaß
lag in der Größenordnung bis zu 22...26%. Hierbei ging es um konventionelle
Putze und die Effekte wurden rein über den Absorptionsgrad erzielt.
Mit TKMT * (Erläuterung unten) wird ein
hochwertiges und bewährtes Produkt angeboten, welches mehrere Faktoren
günstig beeinflusst. Die Diffusionsoffenheit bleibt aufgrund der unerreicht
hohen Materialstabilität über die Jahre erhalten, ohne durch
Alterungsprozesse beeinträchtigt zu werden.
Als wichtiger zu bewerten ist die kapillare
Leitfähigkeit, die einerseits durch einen guten w-Wert dargestellt werden
kann, andererseits sogar einen kapillaren Sog bewirkt, der Feuchte aus der
Außenwand nach draußen abführt. Die Sorptionsvorgänge werden dadurch
unterstützt.
Die Feuchteabsorption durch die Außenwand
wird an keiner schicht durch Kondensatbildung gebremst, weil der drastische
Temperaturabfall wie bei WDVS nicht eintritt und weil die kapillare
Leitfähigkeit in jeder instationären Phase erhalten bleibt.
Beim Einsatz von TKMT im Innenbereich
werden zudem die Adsorptionsvorgänge unterstützt, was zu einem raschen
kapazitativen Feuchteabbau der Raumluft führt. Dieser Vorgang wird in
Fachkreisen als Feuchtepufferfunktion bezeichnet.
Dabei ist die Wirkung als Feuchteregulativ
nur ein, wenn auch wichtiger, Aspekt. Mit der
a-Filterfunktion
beeinflusst TKMT die Strahlungsvorgänge auf der Außenwandoberfläche, indem
die kurzwellige Wärmestrahlung im Sommer reflektiert und die langwellige
Wärmestrahlung im Winter absorbiert wird.
Den Effekt des solaren Ernteertrages an der
Außenwandoberfläche erzielt man mit TKMT unabhängig von der gewählten Farbe.
Um genau zu sein, muss man „fast“ sagen, denn marginale Unterschiede
erwachsen aus dem Pigmentanteil.
Der Wirkmechanismus geht aber von den
keramischen Hohlkügelchen, den Bubbles aus. Die Farbe ist „nur“
gestalterisches Beiwerk. Dem Architekten oder dem verarbeitenden
Handwerksbetrieb sind damit alle gestalterischen Spielräume eröffnet, auch
den ästhetischen Ansprüchen des Kunden gerecht zu werden. Über 4.000
Farbnuancen sind hier beim Energiesparen und Gestalten möglich und die
Gefahr von Algen besteht nicht.
Weiter oben ist wiederholt der Begriff des
effektiven U-Wertes (früher k-Wert) gefallen. Dies unterstreicht, gestützt
auf gemessene Werte, dass der U-Wert keine statische Größe ist. Der U-Wert
ist in der Praxis eine variable Baustoffkenngröße und zudem nur eine
Kenngröße von vielen.
TKMT wird mit einer wirksamen Stärke von
0,3 mm aufgetragen. Der Materialkennwert
l
für das Maß der Wärmeleitfähigkeit spielt bei solch dünnen Schichten keine
Rolle. Ob man eine 0,0003 m „dicke“ Schicht nun mit 0,02 oder mit 0,20 oder
mit 2,00 W/mK in die U-Wert-Berechnung des Bauteils einbezieht – das ist zu
vernachlässigen.
Erheblich ist aber die U-Wert-Verbesserung
des Bauteils Außenwand durch TKMT. Dies geschieht im Zusammenwirken der oben
aufgezeigten Wirkmechanismen mit den anderen Kennwerten, zu denen auch das
Speichervermögen gehört. Das Speichervermögen der Außenwand spielt eine
wichtige Rolle bei den solaren Erträgen, die temporär zu einer Umkehr des
Wärmeflusses selbst im Winter führen.
Somit lässt sich Energie einsparen, ganz
ohne zu dämmen. Vergleicht man den Kostenaufwand eines WDVS mit dem eines
Fassadenanstriches, bezieht in die Betrachtung den Lebenszyklus der
Baustoffe und Bauteile inklusive Recycling ein und beurteilt die Effekte,
wird recht schnell deutlich, worin die Perspektiven des Bauens im Bestand
liegen.
Energetische Sanierung mit
sorptionshemmenden und anfälligen Systemen, deren Nutzen hingerechnet wird -
oder mit einem wasserabweisenden, entfeuchtenden, sommerliche Hitze
ab-weisenden und winterliche Wärmestrahlung absorbierenden Energiesparsystem
mit Langzeitschutz und Gestaltungsvielfalt?
Eine kleine Orientierungshilfe mögen -
neben den eingangs zitierten Korrekturen zum Glaser-Verfahren – die vom IBP
ausgesendeten Signale. Das Thema zu dem 2. Fachseminar des Fraunhofer Solar
Building Innovation Center SOBIC am 30.11.2004 lautet „Wärmeschutz mit
IR-reflektierenden Folien oder Beschichtungen“.
Bemerkenswert sind die Inhalte der Grafiken
auf dem Flyer: man unterscheidet zwischen Nacht (Trocknung) und Tag
(Befeuchtung), zwischen solarere Einstrahlung und langwelliger Abstrahlung,
zwischen Dampf- und Feuchtetransport, man berücksichtigt Enthalpie und
Konvektion - und man unterscheidet zwischen dem Entladen und dem Aufladen
des Wärmespeichers (!) der Wand.
Im Juni 2000 erschien die Richtlinie
"Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter
Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Als Autor der
Überarbeitung der zweiten Auflage wird Hr. Dr. Werner J. Platzer vom
Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) angegeben, der bereits
der Redaktion der ersten Auflage des Arbeitskreises Normung des Fachverbands
TWD angehörte.
Das Prinzip der TWD wird eingangs
erläutert: "Mit dem Prinzip der transparent wärmegedämmten Solarwand lassen
sich auf angenehme, komfortsteigernde Art solare Gewinne erzielen. Die
wärmespeichernde Massivwand, die vorgesetzte oder aufgebrachte transparent-
wärmegedämmte vorgesetzte Schale mit ihren Eigenschaften bestimmen den
Wirkungsgrad dieser solaren Niedrigtemperaturheizung."
Bemerkenswert ist die Erläuterung zur Rolle
der massiven Außenwand: "Zur Speicherung der solaren Gewinne ist ein
massives Wandbauteil raumseitig zum TWD-Bauteil sinnvoll. Die Wärme muss
durch dieses Bauteil nach innen abgeführt werden, daher ist ein nicht allzu
hoher Wärmewiderstand erwünscht. Auch sollte die Massivwand die Wärme gut
speichern. Baustoffe ab 1200 kg/m3 werden daher empfohlen."
Im Sinne der Definition dieser Richtlinie
darf eine mit TKMT beschichtete Außenwand als solare Wand zu betrachten
sein, die durch das Zusammenwirken von opakem Kollektor und Speicher
funktioniert.
Insgesamt darf man gespannt sein, welche
Tendenzen und Entwicklungen in der deutschen Bauphysik noch zu beobachten
sein werden, die letztendlich theoretisch und in der bekannten
wissenschaftlichen Verpackung das untermauern, was seit Jahren in der
Darstellung von und bei der Anwendung mit TKMT als gesicherte Kenntnisse
gilt.
* TKMT = Thermokeramische Membran
Technologie mit endothermischen Effekten
Autor: Dipl.-Ing. M. Bumann
Berlin, 07.09.2004
Der guten Ordnung halber ...
... muss man feststellen, dass es nach
wie vor Einsatzfälle geben wird, wo man auf eine vernünftige Wärme-dämmung
nicht verzichten kann. Aber hier und gerade im Bestand stellt die TKMT eine
wertvolle Ergänzung zum WDVS dar: sie wirkt präventiv oder
hochwirtschaftlich sanierend. Z.B. kann man mit dem Produkt ThermoShield der
SICC GmbH Berlin "abgesoffene" WDVS sanieren, indem sie getrocknet werden
und somit wieder funktionieren. Noch dazu ist das Problem der Veralgung auf
lange Zeit gelöst. Weitere Anwendungsfälle wären z.B. die Kombination einer
kapillar leitfähigen Innendämmung mit der TKMT, weil dann das
Tauwasserproblem gelöst ist. Denkbar wäre auch ein WDVS, das kapillar
leitend ist und mittels ThermoShield entfeuchtet wird. Doch diese zwei
Systeme wären erst noch zu entwickeln. Bislang ergeben sich vielfältige
Anwendungsgebiete für ThermoShield als Repräsentant der TKMT mit
wissenschaftlich beschriebenen Funktionsmechanismen und praktisch belegten
Ergebnissen:
- oberflächige und energetische
Sanierung umfangreicher massiv gebauter Altbaubestände
- wirtschaftliche Lösungen
(Kosten-Nutzen-Verhältnis)
- Prävention von WDVS a priori
- Sanierung von WDVS
- Schutz gegen Veralgung ohne
Giftapotheke
- Lösung von Schimmelproblemen bei
Innenbeschichtung
- Behaglichkeitssteigerung und damit
verbundene Energieeinsparpotenziale
- Einsatz im Denkmalpflegebereich
- langwirkender Holzschutz
Autor: Dipl.-Ing. M. Bumann
Berlin, 10.04.2005
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Thermokeramische Membrantechnologie mit endothermischen Effekten®
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