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Verbände der Heizungsbranche fordern
Novellierung der 1. BImSchV noch in dieser Legislaturperiode

Mit dem Bundesindustriebverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH), dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und dem Deutschen Energie-Pellet-Verband (DEPV) fordern die wichtigsten Wirtschaftsverbände aus dem Heizungssektor die Bundesregierung auf, die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) noch in dieser Legislaturperiode zu novellieren.

Damit verbunden wären strengere Grenzwerte für die Feinstaubemissionen für neue Heizungen wie auch entsprechende Regelungen für alte Feuerungsanlagen. Die müssen nachgerüstet oder stillgelegt werden, wenn sie nicht den gesetzlichen Standard erreichen. Anders als bei der Automobilindustrie sind die Hersteller moderner Heizungen und Erneuerbarer Energientechnologie (EE) an strengeren Grenzwerten interessiert.

Mehr als drei Millionen Heizungsanlagen sind in Deutschland älter als 20 Jahre und damit nicht mehr auf dem Stand der Technik. Die nach Auffassung der Verbände längst überfällige Verabschiedung der 1. BImSchV könne einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz sowie zur Auflösung des Modernisierungsstaus leisten. Die Heizungs- und EE-Branche erhofft sich dabei einen deutlichen Wettbewerbsvorteil aufgrund des Technologievorsprungs Deutschlands in der Umwelt- und Heizungstechnologie.

Vor allem der Energieträger Holz leide zudem darunter, dass aufgrund von Feinstaubemissionen alter Öfen auch modernen Holz- und Pelletfeuerungen pauschal vorverurteilt würden. Neben der Solarwärmebranche sind deshalb auch die Hersteller moderner Holzfeuerungen an strengen Feinstaub- und Abgasgrenzwerten interessiert. Industrie und Verbraucher benötigten nun Planungssicherheit und Orientierung für anstehende Investitionsentscheidungen in Form einer verabschiedeten Verordnung.

Im Falle eines Scheiterns der 1. BImSchV-Novelle ist nach Einschätzung der Verbände mit einem Wildwuchs an unterschiedlichen Luftreinhaltungsregelungen im kommunalen Bereich bei der Umsetzung der EU-Feinstaub-Richtlinie zu rechnen. Dies würde zu einer Verunsicherung der Verbraucher und einer Investitionszurückhaltung führen und letztlich das Klimaziel der Bundesregierung gefährden, wonach im Jahr 2020 mindestens 14 Prozent der Wärme aus EE erzeugt werden sollen.

Hintergrund

Da sich die Feinstaubemission aus der Holzverbrennung alleine durch saubere neue Feuerungsanlagen nicht signifikant senken lässt, wurde in der 1. BImSchV neben Feinstaubgrenzwerten auch eine Regelung für Altanlagen (Gültigkeit ab 1.1.2015) aufgenommen. Deren Bestand liegt derzeit bei etwa 14 Mio. Feuerstätten (Öfen und Kamine) auf Holzbasis, i.Vgl. dazu gibt es nur rd. 700.000 Holzheizungen. Ältere Holzfeuerstätten verfügen über ein deutlich höheres Emissionsniveau und sind für ca. 2/3 der Emissionen aus der Holzverfeuerung verantwortlich. Technische Lösungen für die zukünftige Nachrüstung solcher emissionsreicher Einzelraumfeuerstätten sind bereits verfügbar, ebenso Förderprogramme zur Nutzung EE.

Über die Verbände

Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) vertritt die wirtschaftlichen, technischen und politischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung, den Organisationen der Marktpartner und der Öffentlichkeit. Dem BDH gehören 83 Industrieunternehmen und drei assoziierte Verbände an.
Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) repräsentiert rund 700 Unternehmen der Solarbranche und vertritt die Interessen entlang der gesamten solaren Wertschöpfung.
Der Deutsche Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV) vertritt die Interessen der deutschen Pelletbranche. Kessel- und Ofenhersteller, Pelletproduzenten, Komponentenhersteller sowie Vertriebspartner haben sich im DEPV organisiert.

DEPV
21.01.2009

Geht es um die Gefährdung der Klimaziele der Bundesregierung?
Oder um die wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder?

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Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Erneuerbare Energien sind Pflicht im Neubau

Seit Jahresbeginn 2009 gilt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Es schreibt vor, dass bei Neubauten ein Teil des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien abgedeckt wird. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) erläutert die Details und zeigt auf, wie Bauherren die Pflicht auf kostengünstige Weise erfüllen können.

Das Ziel, das die Bundesregierung mit dem neuen Wärmegesetz verfolgt, ist klar: Bis 2020 sollen erneuerbare Energien in Deutschland einen Anteil von 14 Prozent an der Wärmeversorgung erreichen. Deshalb muss ab sofort die Energie, die in Neubauten für Heizung und Warmwasser benötigt wird, zum Teil aus regenerativen Quellen stammen. Dies gilt für alle ab 2009 neu errichteten Gebäude mit über 50 Quadratmeter Nutzfläche. Sanierungen sind nicht betroffen. Auch Gebäude, für die der Bauantrag vor dem 1. Januar 2009 gestellt wurde, fallen nicht unter die Nutzungspflicht. Eine Möglichkeit, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, sind beispielsweise Solarwärmeanlagen zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung, die mit einem Gas-Brennwertgerät gekoppelt werden.

Wer in seinem Neubau keine erneuerbaren Energien nutzen möchte, der hat nach Auskunft der Initiative Erdgas pro Umwelt die Möglichkeit, auf Ersatzmaßnahmen auszuweichen. Um die Anforderungen des Gesetzgebers zu erfüllen, reicht es auch aus, wenn eine überdurchschnittliche Wärmedämmung mit einer Gas-Brennwertheizung zum Einsatz kommt.

Eine zweite Säule des neuen Gesetzes ist die finanzielle Förderung erneuerbarer Energietechniken. So wird beispielsweise die Installation von Solarkollektoren weiterhin mit einem attraktiven Zuschuss unterstützt.

Die Initiative Erdgas pro Umwelt informiert über Heizsysteme mit Brennwertnutzung und Solarunterstützung. Alle Informationen sind gratis erhältlich und können telefonisch über 0 18 02/34 34 52 (6 Cent pro
Gespräch) oder im Internet unter www.moderne-heizung.info angefordert werden.

Berlin und Essen, 07.01.2009

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Kaum Energieeinsparung durch Sommerzeit

Licht macht nur ein Prozent am Energieverbrauch der Haushalte aus /
EU-Richtlinie zur einheitlichen Regelung der Sommerzeit

Berlin, 24. Oktober - "Die Einführung der Sommerzeit hat so gut wie keine Energieeinsparung gebracht. Die Energiewirtschaft kann bereits seit Jahren keine Sparwirkung durch den Dreh am Zeiger erkennen." Das erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, zur Umstellung von Sommer- auf Winterzeit am Sonntag.

Die gesamtdeutsche Einführung der Sommerzeit 1980 habe darauf abgezielt, das Tageslicht besser zu nutzen, um so Energie zu sparen. Das sei jedoch nicht der Fall. "So wird abends zwar weniger Strom für Beleuchtung verbraucht, dafür aber morgens mehr geheizt", erläuterte Meller. Da Licht nach BDEW-Angaben nur etwa ein Prozent des Energieverbrauchs ausmacht und Energiesparlampen verstärkt eingesetzt werden, sinke der ohnehin geringe Lichtspareffekt weiter. Durch das veränderte Freizeitverhalten der Menschen am Abend könne sogar mehr Energie verbraucht werden.

Seit 2001 ist die Zeitumstellung für Europa verbindlich festgelegt. "Für das reibungslose Funktionieren eines angestrebten EU-Energiebinnenmarktes müssen Anfang und Ende der Sommerzeit in der gesamten EU einheitlich geregelt sein", betonte Meller. In allen EU-Mitgliedstaaten beginnt die Sommerzeit jeweils am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober.

24.10.2008
BDEW

Kommentar:

Das ist halt Politik: kein Nutzen, aber es wird daran festgehalten. Dass ein Großteil der Menschen ein Problem damit hat, interessiert nicht. Wenn "für das reibungslose Funktionieren eines angestrebten EU-Energiebinnenmarktes (...) Anfang und Ende der Sommerzeit in der gesamten EU einheitlich geregelt sein" müssen, kann man das auch ohne diese Zeitumstellung haben.

Dreh am Zeiger hat keinen Energie-Spareffekt
Für Freizeitaktivitäten am Abend wird mehr Energie benötigt
Licht hat nur einen Anteil von acht Prozent am privaten Stromverbrauch

Berlin, 18. März 2008 - “Der Dreh am Zeiger erhöht zwar den Freizeitwert für die Menschen, aber er bewirkt seit Jahren keine spürbare Energieeinsparung.” Das erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, zur bevorstehenden Umstellung von Winter- auf Sommerzeit in der Nacht vom 29. auf den 30. März.

Es halte sich fälschlicherweise noch immer der Glaube, dass die Zeitumstellung Energie spare, wie es bei der gesamtdeutschen Einführung 1980 beabsichtigt gewesen sei. "Dies ist jedoch nicht der Fall. So wird abends zwar weniger Strom für die Beleuchtung verbraucht, aber dafür wird wieder mehr Strom bei den Freizeitaktivitäten am Abend benötigt. Dadurch kann insgesamt sogar mehr Energie verbraucht werden, da der Anteil von Licht beim privaten Stromverbrauch nur bei acht Prozent liegt", erläuterte Meller. Außerdem müssten morgens teilweise die Heizungen länger laufen und das Licht länger brennen.

Licht hat nach BDEW-Angaben einen Anteil von acht Prozent des Stromverbrauchs in einem Haushalt. Auf Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Computer entfallen 12 Prozent. Kühl- und Gefrierschränke sowie andere Haushaltsgeräte kommen auf 29 Prozent. Kochen, Bügeln und Wäschetrocknen machen etwa 19 Prozent aus, so der BDEW. Die Warmwasserbereitung, zu der auch die von Wasch- und Geschirrspülmaschinen zählt, verbraucht 17 Prozent des Haushaltsstroms. Die Heizung schlägt mit 15 Prozent zu Buche.

18.3.2008
BDEW zur Zeitumstellung am 30. März

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Klimapolitik zu Lasten von Hauseigentümern und Stromverbrauchern

Haus & Grund kritisiert Beschluss des ersten Klimapaketes im Bundestag

Haus & Grund Deutschland kritisiert das heute im Bundestag verabschiedete Gesetzesbündel zum Klimaschutz scharf. Die Bundesregierung betreibe ihre Klimapolitik auf dem Rücken von Hauseigentümern und Stromverbrauchern. Der Bund verzichte in seinem Wärmegesetz bewusst auf den Zwang zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wohnungsbestand. Vor diesem Hintergrund bleibe es unerfindlich, warum der Bund im selben Gesetz den Ländern die Befugnis einräume, bei der Durchsetzung erneuerbarer Energien im Wohnungsbestand zum Nutzungszwang zu greifen. Dieser Zwang werde das Tempo der energetischen Sanierung im Gebäudebestand stark abbremsen. „Wenn die Länder, wie Baden-Württemberg, die Nutzung erneuerbarer Energien verpflichtend vorschreiben, belastet dies jeden betroffenen Eigentümer mit durchschnittlich mindestens 7.000 Euro – zusätzlich zu den ohnehin anfallenden Kosten für eine neue Heizungsanlage“, betonte der Präsident von Haus & Grund Deutschland, Rolf Kornemann.

Darüber hinaus werde die nur geringfügige Absenkung der Solarförderung den Stromkunden weiterhin saftige Aufschläge auf ihre Stromrechnung bescheren. Die Einspeisevergütung für Solarstrom sei nach wie vor grotesk hoch. „Wenn es der Bundesregierung schon nicht gelingt, den Wettbewerb im Energiesektor zu stimulieren, muss sie darauf verzichten, die ohnehin unzumutbar hohen Energiekosten mit einer unsinnigen und unsozialen Subventionspolitik weiter hoch zu treiben“, sagte Kornemann.

Haus und Grund
06.06.2008

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Steuern und Abgaben 2007:
Rund 17 Milliarden Euro Staatslasten auf Strom und Gas

Stromsteuer mit 6,4 Milliarden Euro größter Posten /
Erdgaskunden zahlen 4 Milliarden Euro Steuern und Abgaben

Berlin, 18. Juli 2008 - Die Strom- und Gasrechnungen sind hoch mit Steuern und Abgaben belastet: Die Staatslasten für Stromkunden stiegen 2007 im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozent auf gut 13 Milliarden (Mrd.) Euro, meldete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin. Nach Schätzungen des Branchenverbandes werden die Staatslasten 2008 weiter steigen: auf rund 14 Mrd. Euro. Die Mehrwertsteuer, die für Haushalte nochmals mit mehr als vier Mrd. Euro zu Buche schlägt, sei dabei nicht berücksichtigt.

Der größte Posten bei den staatlich verursachten Lasten 2008 sei die Stromsteuer mit rund 6,4 (2007: 6,4) Mrd. Euro. Rund fünf (vier) Mrd. Euro entfallen nach BDEW-Angaben auf die Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Weitere zwei Mrd. Euro machten Konzessionsabgaben aus. Diese Abgaben erhalten Kommunen dafür, dass Straßen und Wege für den Betrieb der Stromleitungen genutzt werden dürfen. Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung wird nach BDEW-Berechnungen leicht sinken: von 0,7 auf etwa 0,6 Mrd. Euro.

Die Gaskunden zahlten 2007 insgesamt knapp vier Mrd. Euro Steuern und Abgaben, berichtete der BDEW weiter. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Staatslasten um rund 0,6 Mrd. Euro gesunken. Wichtigster Grund für diesen Rückgang ist laut BDEW die sehr milde Witterung im ersten Quartal 2007. Die geringere Gasnachfrage drückte auch das Steueraufkommen: Rund 2,4 Mrd. Euro hätten die Verbraucher an Erdgassteuer gezahlt. 1,5 Mrd. Euro seien auf Konzessions- und Förderabgaben entfallen. Für 2008 werde für Erdgas eine Steuer- und Abgabenbelastung von mehr als vier Mrd. Euro erwartet.





BDEW, 18.7.2008

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Zehn Jahre Wettbewerb im Strommarkt:
Staatsanteil an Stromrechnung verdoppelt
Musterhaushalt zahlt knapp 63 Euro im Monat für Strom /
Reiner Netto-Strompreis auf Niveau von 1998

Berlin, 23. April 2008 - Der Staatsanteil am Strompreis für Haushalte ist 2008 doppelt so hoch wie 1998 zu Beginn des Wettbewerbs im Strommarkt: Der Betrag für Steuern und Abgaben wuchs von gut zwölf Euro auf knapp 25 Euro im Monat, ermittelte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin. Diese staatliche Belastung mache 2008 im Bundesdurchschnitt rund 40 (1998: 25) Prozent der Stromrechnung eines Drei-Personen-Musterhaushalts aus.

Der reine Strompreis – vor Steuern und Abgaben – betrage 2008 beim Musterhaushalt rund 38 Euro im Monat. Dieser Wert liegt nach BDEW-Angaben auf dem Niveau von 1998. Die Lebenshaltungskosten seien dagegen in diesen zehn Jahren um mehr als 16 Prozent geklettert.

Anfang April 2008 zahlte der Musterhaushalt durchschnittlich rund 63 Euro im Monat für Strom. Das waren etwa vier Prozent mehr als im Vorjahr, so der Branchenverband. Der Anstieg falle geringer aus als 2007: Damals sei die Rechnung um rund sechs Prozent gestiegen – die Hälfte davon ging auf das Konto der Mehrwertsteuer-Erhöhung.



BDEW, 23.4.2008

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Eine Querschnittsbeschreibung deutscher Energiepolitik


Betreff: LVZ-Interview vom 08.06.2007
Absender: "Dr. Klaus Lindner"
Empfänger: [E-Mail-Adresse]
Datum: 12. Juni 2007

Sehr geehrte Frau H.,

auch wenn ich 40 Berufsjahre auf nicht unbedingt unterster Ebene hinter mir und zudem promoviert habe, maße ich mir nicht an, über Dinge zu reden, von denen ich nichts bzw. nur halbwegs etwas verstehe. Allerdings stehe ich nicht im politischen Rampenlicht und muss keine Interviews geben, zumindest nicht in Tageszeitungen, wo Otto Normalverbraucher staunend Kenntnis von der Weisheit unserer Politiker nimmt. Der Literaturwissenschaftler und Philosoph Hans-Magnus Enzensberger sagte einmal, dass zur psychischen Grundausstattung des Politikers die Überzeugung gehört, dass er es draußen im Lande mit Millionen von Idioten zu tun hat. Wie wahr! Otto Normalverbraucher glaubt Politikern - wenn er denen überhaupt noch zuhört - dass dies, worüber sie sprechen, irgendwie richtig ist, zumindest, was fachliche Dinge betrifft. So wie Millionen deutsche Stammtischfußballer alle bessere Klinsmänner sind und in der Politik sowieso alles besser machen würden, glauben die Grünen, Sie eingeschlossen, in der Energiewirtschaft die wahren Experten zu sein. Doch wenn es ans "Eingemachte" geht, sträuben sich einem, der nach 40 Berufsjahren in der Energiewirtschaft wohl etwas von dieser Materie zu verstehen glaubt, die Haare.

In Ihrem Interview in der "LVZ" am 08.06.007 behaupten Sie allen Ernstes, dass Sachsen keinen Energiemix hat und sagen "mehr als 80 % unseres Bedarfes gewinnen wir aus Braunkohle". Woher Sie Ihre Weisheit nehmen, bleibt Ihnen überlassen. Vielleicht besitzen Sie noch eine Energiebilanz aus der DDR-Zeit, als in fast 70 % der Haushalte mit Braunkohlenbrikett geheizt wurde. Betrachtet man einmal die letzte im Internet veröffentlichte Energiebilanz des Freistaates Sachsen aus dem Jahre 2005, so merkt jeder, der die Prozentrechnung in Ansätzen beherrscht, dass der Anteil des Verbrauchs an Braunkohle/Braunkohlenprodukten am Primärenergieverbrauch des Freistaates Sachsen jedoch nur bei 40 % liegt. Am Endenergieverbrauch, also dem Energieverbrauch, der für die Herstellung von Gütern, den Verkehrs, die energetische Sicherung der Dienstleistungen eingesetzt wird bzw. der Versorgung der privaten Haushalte dient, beträgt der Anteil der Braunkohle gerade einmal 0,8 %. Mit Ihren "mehr als 80 %" meinen Sie offensichtlich die Stromerzeugung. Damit haben Sie recht. Nur sollte man auch sagen, was man meint. Primärenergieverbrauch und Energieverbrauch zur Stromerzeugung sind nun einmal unterschiedliche Kategorien.

Es gibt in Deutschland nur wenige Bundesländer, die über Braunkohlenvorräte verfügen. Wir Sachsen haben zum Glück Braunkohle als "schwarzes Gold", das zu einer sicheren Energieversorgung beiträgt und zudem erhebliche Arbeitsplätze bindet. Aus ideologischen Gründen behaupten Sie, Braunkohle sei subventioniert. Dabei ist jedem, der etwas von Energiewirtschaft versteht, bekannt, dass Braunkohle - im Gegensatz zur deutschen Steinkohle - frei von jedweder Subvention ist. Welche Subventionen meinen Sie dann? Wofür fließt bei der Braunkohle Geld aus dem Staatssäckel? Wenn man über Subventionen spricht, darf man wohl die erneuerbaren Energien nicht außer Acht lassen. Auch wenn die Subventionen der Verbraucher unmittelbar entrichten muss, es ist eine Subvention, selbst wenn Sie dies nicht wahr haben wollen! Wie begründen Sie, dass man für die Stromerzeugung aus Solarenergie 49 ct/kWh bekommt, aber für den "Strom aus der Steckdose" nur 21-22 ct/kWh bezahlen muss. Selbst Experten der PV-Branche kritisieren dies als innovationsfeindlich!! Das alles erinnert mich an DDR-Zeiten, als Kleingärtner ihre selbst geernteten Stachelbeeren für deutlich über dem Einzelhandelspreis liegende Beträge an den Handel verkauften, unabhängig davon, ob sie diese Beeren vorher erst im gleichen Geschäft erworben hatten.

Zu beachten ist ferner, dass zu den 49 ct noch die Übertragungs- und Verteilungskosten sowie die Staatsabgaben kommen. Letztere liegen dank der Politik - auch der Ihrer Partei - bereits bei 40 %. Ein weiterer Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien muss zwangs-läufig zu einem weiteren Anstieg der Stromkosten führen. Glauben Sie im Ernst daran, dass technologische Verbesserungen bei erneuerbaren Energien mittelfristig den Preisanstieg bei Primärenergieträgern ausgleichen kann? Zur Erinnerung: Braunkohle ist ein heimischer Energieträger und nicht den politisch geprägten Entwicklungen auf dem Weltenergiemarkt unterworfen.

Apropos Stromerzeugung. Auf welche Weise wollen Sie denn künftig den Strombedarf in Deutschland decken? Braun- bzw. Steinkohle soll es nicht sein. Kernenergie wird ganz und gar verteufelt, obwohl immer mehr Staaten der Welt die Atomkraftwerke "neu" entdecken. Selbst das IPCC empfiehlt die Kernenergie zur "Rettung des Klimas". Erdgas aus Russland ist nicht gerade versorgungssicher. Wie hätten Sie's denn gern? Die Sonne scheint in unseren Breiten nun einmal nur 800 bis 900 Stunden pro Jahr und für die Nutzung der Windenergie stehen pro Jahr eben nur 1.600 - 2.000 Stunden zur Verfügung. Es ist schon eine Volksverdummung zu behaupten, so und soviel Windräder und so und soviel MW PV-Leistung könnten so und soviel Haushalte mit Strom versorgen. Nicht einen einzigen Haushalt kann man auf diese Weise voll versorgen, schließlich will man auch Strom nutzen, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint. Und Strom lässt sich eben (noch) nicht speichern! Was würde wohl ein ALG 2-Empfänger sagen, würde man meinen, er könne sich eine tolle Kreuzfahrt leisten, er muss nur nichts essen und nackt unter Brücken schlafen. Dann nämlich reicht angespartes ALG 2 auch!

Sie meinen, mit Biomasse lässt sich die Energieversorgung retten. Alle Äcker also mit nachwachsenden (Energie-) Rohstoffen bestellen. Die bringen ja gutes Geld. Doch Sie vergessen, der Mensch will auch (preisgünstig) etwas zum Essen haben. Schon jetzt steigen die Preise für Rapsöl, das wegen seines Gehaltes an ungesättigten Fetten für eine gesunde Ernährung wärmstens empfohlen wird. Auch die Brauereien haben schon Preiserhöhungen wegen steigenden Preisen für Malzgerste angekündigt. Dies ist zwar nicht so dramatisch, aber ein Anstieg der Preise für Mehl, Zucker und andere landwirtschaftliche Produkte, Fleischprodukte eingeschlossen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Wir haben nun einmal nur einen begrenzten Vorrat an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche. Oder sollen Wälder zum Zwecke der landwirtschaftlichen Nutzung gerodet werden? Allerdings, zwei Drittel der Deutschen sind bekanntermaßen zu dick, also haben höhere Lebensmittelpreise eine gesundheitspolitische Wirkung!!

Nutzung der Solarenergie aus dem Mittelmeerraum - theoretisch ein alter Hut, wenn man den Mittelmeerraum bis einschließlich die Sahara erweitert. Bereits 1984 habe ich ein Buch eines sowjetischen Energetikers übersetzt und bearbeitet, in dem die Idee der Nutzung der sonnenreichen Sahara für die energetische Versorgung diskutiert wird. Unabhängig davon, ob die Solarenergie für die Stromerzeugung und deren Fortleitung oder der Herstellung von Wasserstoff und deren Transport nach Europa dient, es bleibt das Problem der Versorgungssicherheit. Oder rechnen Sie die afrikanischen Staaten gegenwärtig und mittelfristig als politisch sicherer im Vergleich zum Nahen Osten bzw. Russland? Sollen wir vom Regen in die Traufe kommen?

Energieeinsparung durch verbesserte Energieeffizienz ist selbstverständlich ein wichtiges Problem. Das war immer so, das ist so und das wird immer so bleiben. Aber Effizienz hat etwas mit Wirtschaftlichkeit zu tun! Das Gleichgewicht zwischen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit muss zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Ein Überbetonen eines der drei Faktoren führt unweigerlich zu Problemen in der Gesellschaft. Beispiele hierfür gibt es genügend, auch und vor allem in Deutschland. Natürlich kann man auch bei der Wärmedämmung der Gebäude Energie einsparen. Aber: Verbesserte Wärmedämmung im Gebäudebestand ist nur im Zusammenhang mit einer Generalsanierung kostenmäßig zu verkraften. In Ostdeutschland sind seit 1990 rund 65 - 70 % der Gebäude bereits saniert/modernisiert. Und diese Gebäude "fasst" in den nächsten Jahren ausschließlich zum Zwecke der Erhöhung der Wärmedämmung kein Eigentümer an. Kosten zur nachträglichen Wärmedämmung kann der Vermieter auf die Wohnungsmiete umlegen. Noch lange werden die eingesparten Heizkosten nicht die dann erhöhte (Kalt-)Miete ausgleichen. Das gilt auch bei der Einrechnung von Förderprogrammen! Und das bei einem Wohnungsleerstand im Mehrfamilienhausbereich in Sachsen von 170.000 bis 180.000 WE. Wo, bitte schön, soll dann die Einsparung herkommen?

Dezentrale Stromerzeugung ist bekanntermaßen ein Lieblingsthema der Grünen. Was aber passiert, wenn einmal solch ein "Bürgerkraftwerk" seinen Dienst (vorübergehend) aufgibt? Vorhaltung überregionaler Leitungen analog den "stand by"-Gaskraftwerken zur Überbrückung der Windflaute? Die Thüringer Grünen sind gegen eine 380-kV-Leitungen durch den Thüringer Wald zur Ableitung von überschüssigem Windstrom aus den norddeutschen Küstenländern nach Süddeutschland. Aber sie sind auch für Windstrom! Deshalb am besten, den erzeugten Strom in Güterwagen verfrachten und per Schiene ab nach Baden-Württemberg!!!!
Nutzung von Biomasse als Einsatzstoff zur Deckung des Wärmebedarfes. In der Regel fällt Biomasse dort an, wo kaum Wärmebedarf vorhanden ist. Also Transport der Biomasse zum Bedarfsort, natürlich mit Solarfahrzeugen! Und wie war das mit der Feinstaubbelastung bei Holzheizungen? Liegen sie nicht deutlich über denen von Dieselfahrzeugen?

Um richtig verstanden zu werden, ich habe nichts gegen erneuerbare Energien. Aber ich bin auch uneingeschränkt für die Marktwirtschaft. Wenn sich ein Produkt auf dem Markt nicht verwirklichen kann, darf man nicht Pseudofaktoren erfinden, die ein wirtschaftliches Produkt verteuern. Geld spielt bei den "Grünen" bekannter Weise keine Rolle. Man redet nicht darüber, man hat's (oder auch nicht). In keinen der "umweltschonenden Lösungen" Ihrer Partei kommen (realistische) Wirtschaftlichkeitsüberlegungen vor. Ebenso sollte man in der Aussage bzw. der Schaffung einer hohen Zahl von Arbeitsplätzen durch erneuerbare Energietechnologien ehrlich sei. In der Nettobetrachtung werden mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen. Das zumindest ergab im Jahre 2002 eine Untersuchung des IHW Halle, an der ich mitgewirkt habe. Wie ich vom damaligen Projektleiter des ISW erfuhr, ließ Ihr Parteifreund Trittin diese Studie zunächst im Panzerschrank verschwinden, die Ergebnisse passten nicht ins Konzept.

Klimawandel, den hat es schon so lange gegeben, wie der Erdball existiert. Mit den Temperaturen ging es einmal hoch, einmal runter. Ob der Mensch einen Anteil am Anstieg an der Temperatur hat, ist in keinster Weise wissenschaftlich erwiesen - bisher nur ideologisch behauptet. Dagegen haben durchaus seriöse Untersuchungen belegt, dass es in der Geschichte unseres Planeten - auch in unseren Breiten - schon oft deutlich wärmer war. Warum leugnen Sie dies? In diesem Zusammenhang sollten die "Grünen" dafür sorgen, dass im Museum von Kloster Banz, dem Mekka der Solartheoretiker, eine wichtige Schautafel verschwindet. Auf ihr erfährt nämlich der unbedarfte Bürger, dass es im Jura schon einmal deutlich wärmer und die Pole eisfrei waren. Und dafür haben wir heute Angst zu haben! Ich kann mich nicht entsinnen, dass damals Menschen Braunkohle verfeuerten und viel mit dem Auto unterwegs waren. Was soll der Museumsbesucher denken! Ohne Sarkasmus, leider werden all die Wissenschaftler als einseitig, unseriös usw. usf. abgestempelt, die nachweisen, dass es in der Erdgeschichte in unseren Breiten schon öfter wärmer war als heute, dass CO2 keinen Einfluss auf das Klima hat und auch der Mensch das Klima nicht bzw. nur äußerst marginal beeinflussen kann. Genau das muss verschwiegen werden, weil eben nicht ist, was nicht sein darf.

Seltsamersamerweise sagen eine Klimakatastrophe alle die Experten voraus, die zu 100 % vom Staat finanziert werden. Ja, kann man denn von denen anderes erwarten? Sie werden doch nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

Diese "Experten" haben auch keine Skrupel, jedes Jahr eine "Klimakonferenz" abzuhalten, an der 6.000 bis 8.000 Staatsbedienstete teilnehmen. Und diese Konferenzen finden in aller Regelmäßigkeit nicht irgendwo statt, sondern in schönen Gegenden dieser Welt, Nairobi, Bangkok, Bali - um nur die aktuellsten zu nennen. Seltsam, dort ist es doch immer warm bis heiß! Die Flüge auf Kosten der Steuerzahler dorthin schaden natürlich nicht der Umwelt, selbstredend nützen sie ihr!! Mit der vorhandenen modernen Kommunikationstechnik könnte man sich via Internet austauschen. Könnte! Warum setzen sich die "Grünen" nicht für eine solche Lösung ein? Doch dann könnte man ja nicht auf Staatskosten an eben die schönen Orte der Welt fliegen und schwammige Formulierungen, wie - man werde ernsthaft prüfen, in Erwägung zu ziehen, dass...- als Erfolg feiern.

Nur wenn Otto Normalverbraucher einmal aller zwei Jahre nach Mallorca fliegt, dann muss er sich als Umweltsünder schämen. Schlimm ist nur, dass viele dieser Wissenschaftler genau dies wissen. Der Staat braucht aber das Geld aus der Ökosteuer, dem Erneuerbaren Energiegesetz, der KWK-Steuer und möglicherweise kommender weiterer Klimasteuern. Also braucht man "wissenschaftlich begründete" Fakten für eine Klimahysterie, die diese Abzockerei rechtfertigen.

Was jedoch Ökologie mit der Sicherung der Rente zu tun hat, konnte mir noch niemand plausibel erklären. Bekommen eigentlich Bürger ohne Pkw weniger Rente? Sie zahlen doch nicht ihren Ökoobolus an der Tankstelle. Wer jedoch die "Klimakatastrophe" leugnet, ist ignorant oder dumm und wird zum Schweigen verurteilt. Irgendwie kommt einem "gelernten DDR-Bürger" das alles bekannt vor. Allerdings, (noch) werden solche "Ignoranten" nicht in psychiatrische Einrichtungen oder gar in Gefängnisse geworfen. Noch!

Zum Glück werden die Medien auch skeptischer, z. B. das ZDF am 05.06.2007, RTL am 11.06.2007. Auch die "LVZ" gehört zu den kritischeren Medien.

Verehrte Frau H., mir ist klar, dass Sie meine E-Mail nicht beantworten werden, wenn Sie mit dem Lesen überhaupt bis hierher gekommen sind. Aber keine Antwort ist auch eine Antwort. Natürlich weiß ich, dass ich vorgefasste - ideologisch bedingte - Meinungen nicht verändern kann, denn laut Hans-Magnus Enzensberger gehört es zur psychischen Grundüberzeugung der Politiker, dass sie es draußen im Lande .... siehe oben. Irgendwie eitel bin ich schon nach 40 Jahren Tätigkeit in der Energiewirtschaft und mit einem mittleren Maß an Allgemeinwissen ausgestattet, nicht zu diesen Millionen Idioten gehören zu wollen. Die aufreizende Art der "Grünen", alles besser zu wissen, entscheidende Dinge jedoch "zu vergessen", führt auch dazu, dass bestimmte Meinungen, wie eben meine, in einer z. T. ironischen Art übermittelt werden, werden müssen.

Abschließend noch eine Bemerkung bzw. Aufklärung. In Ihrem o. g. Interview in der "LVZ" vom 08.06.2007 geben Sie zum Besten, dass Sie glauben, dass man "diesen Grad der Zivilisation mit anderen Formen der Energieerzeugung halten kann". Eigentlich sollte man wissen, dass nach dem Satz von der Erhaltung der Energie sich Energie weder erschaffen ("erzeugen") noch vernichten, sondern "lediglich" von einer Art in eine andere umwandeln lässt. Das ist Stoff des Physikunterrichts mindestens jedes Gymnasiums, eine studierte Lehrerin, die sich zudem als Expertin zu energiewirtschaftlichen Problemen auslässt, sollte dies erst recht wissen.

Dennoch mit freundlichen Grüßen
Dr. Klaus Lindner, Leipzig

Kommentar:
Da es hierbei um Energiepolitik geht und nicht um Personen, haben wir den Namen gekürzt.

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Überkapazitäten bei Biodieselraffinerien in Deutschland vorprogrammiert
Finanzexperte wirft KfW planlose Förderung von Erneuerbaren Energien vor
Zu wenig Rapsanbaufläche in Deutschland?

Frankfurt am Main/Neuss (pte/07.07.2006/10:00) - "Weg vom Erdöl" ist eine häufig gestellte und populäre Forderung - nicht nur von Umweltschützern. Alternative Energien werden deshalb immer stärker mit staatlichen Mitteln gefördert und sollen mittelfristig eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen sein. Besonders Rapsöl spielt hier eine zentrale Rolle. Doch leider ist die Pflanze auch Anlass für große Steuergeldverschwendungen. Das zumindest sagt Tobias Janßen von der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com in Neuss.

Konkrete Beispiele hat Janßen auch parat: "Wir haben zum Beispiel eine Beteiligungsanfrage für eine Biodieselraffinerie in Ostdeutschland bekommen, die dort für 40 Millionen Euro gebaut werden soll", erklärt der Finanzexperte gegenüber pressetext. Besonders die mögliche Auslastung der Raffinerie sei eine Farce. "Sie soll eine Jahreskapazität von 200.000 Tonnen haben. Bei einer Raffinerie würde das Rechenbeispiel aufgehen, mir liegen aber sechs Projekte dieser Art allein in Deutschland vor. Das ist viel zu viel, weil in Deutschland gar nicht so viel Anbaufläche für Raps vorgesehen ist", so Janßen weiter. Damit die Auslastung der Raffinerie auch gesichert sei, müsse für teures Geld Raps aus anderen Märkten hinzugekauft werden. "Der käme dann beispielsweise aus Kasachstan. Aufgrund unterschiedlicher Schienenmaße muss der Rohstoff in der Ukraine auf einen anderen Zug verlagert werden. Das kostet Unsummen", kritisiert Janssen.

Mit 28 Millionen Euro fördere die Staatsbank KfW http://www.kfw.de das Prestigeprojekt in Ostdeutschland, der Restbetrag komme aus Eigen- und Fremdkapital. Auslöser für den Aktionismus der KfW sei das Mengenziel, das der Gesetzgeber für das Biokraftstoff-Potential in Deutschland erreichen wollen. Es wurde von 0,8 Millionen Tonnen (2003) auf 11,3 Millionen Tonnen (2020) angehoben. "Und darauf stützen sich alle Businessrechungen", sagt Janssen: "Die Anlagen werden nach diesen groben Schätzungen geplant. Das sieht zwar auf dem Papier dann alles gut aus, geht aber an der Wirklichkeit vorbei".

Ein Beispiel dafür sei der Anstieg des Preises für eine Tonne Rapsöl. Sie kostete im Jahr 1994 noch 473 Euro, in diesem Jahr seien bereits 600 Euro pro Tonne fällig. "Das belegt eindeutig die Knappheitsverhältnisse in Deutschland. Es fehlt an Anbaufläche. Die KfW finanziert somit die Investitionsruinen von morgen", legt Janßen den Finger in die Wunde. "Man sollte das Geld nicht einfach nur rausschmeißen für Erneuerbare Energien, sondern auch in die Planungen mit einbeziehen, dass der Rohstoff irgendwo herkommen muss. Ansonsten ist das ein Teufelskreis."

Kein privater Investor würde aus freien Stücken auch nur einen Cent für solche Unternehmungen ausgeben. Die sinnvolle Zielsetzung, von fossilen Energieträgern unabhängig zu werden, sollte man nach Auffassung von Janßen nicht durch kurzsichtige Staatseingriffe und die Missachtung globaler Marktverhältnisse konterkarieren. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Foto: pressetext.deutschland

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Zum Verbot der Glühlampen


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Als Energiewirtschaftler, der nach 40 Jahren Tätigkeit sehr wohl etwas von der Energiewirtschaft versteht, darf ich Sie beglückwünschen zu Ihren energiewirtschaftlichen "Weisheiten": Verbot der Glühlampe. Über Kosten verlieren Sie kein Wort. Natürlich haben Sparlampen eine höhere Energieeffizienz, aber man soll es doch den Leuten selbst überlassen, was sie nutzen. Für eine Sparlampe kann man mindestens 5-8 Glühlampen kaufen, für manche Leute soll die Kostendifferenz schon einiges bedeuten.

Wenn's über Steuern nicht klappt, dann durch Verbote. Marktwirtschaft ade, der Sozialismus lässt grüßen. Hierzu noch ein Vorschlag: Verbot aller Textilien, deren Ausgangsstoff aus Erdöl oder Erdgas besteht, dafür hat sich jeder ein Schaf zu halten! Alles per Gesetz. Ein weiterer Höhepunkt Ihrer energiewirtschaftlichen Weisheiten: 2030 aller Strom aus erneuerbaren Energien. Wer soll diesen bezahlen? Ich hoffe, Sie sind konsequent und benutzen schon heute kein elektrisches Gerät, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Kernenergie verteufeln Sie ja auch.

Es ist erschreckend, wie Sie die Menschheit verdummen. Klimaveränderungen hat es so lange gegeben, wie es die Erde gibt. In Grönland wurde bekanntlich einmal Ackerbau betrieben.
Und außerdem, wenn's wärmer wird, benötigt man doch weniger Energie! Kann der Mensch Gottes Schöpfung beeinflussen? Wohl kaum!

Aber unsere Politiker haben aus der alten Geschichte prächtig gelernt: Wie sagte doch ein Herr Tetzel im Mittelalter: Wenn der Taler in der Kiste klingt, die Seele in den Himmel springt. Beweisen musste er es nicht. Oder kennen Sie einen, der einen Taler gespendet hat und dafür nicht in die Hölle kam? Heute heißt das Zauberwort zum Geldkassieren: In 20-30 Jahren wird es durch des Menschen Hand 3-6 °C wärmer sein. Beweisen muss man es auch nicht. Und die dies besonders lauthals betonen, werden es auch nicht mehr erleben bzw. sich dann nicht mehr daran erinnern, wenn es nicht eintritt. Nur: Der Wetterdienst ist heute nicht in der Lage, für das Wetter verlässlich eine Drei-Tages-Vorhersage zu geben, aber dass es in 50 Jahren um rund 5 Grad wärmer ist, weiß man sicher. Dem staunenden Volk wird dies als Ergebnis von Modellrechnungen verkauft. Jeder, der sich einmal mit Modellrechnungen beschäftigt hat, weiß genau, dass Modelle nur nach dem Algorithmus rechnen können, dem man vorher eingibt. Wussten Sie dies nicht? Auf Erden gilt noch immer: Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing. All die "Experten", die ihr Dasein durch Steuergelder finanzieren, müssen ja das sagen, was die Geldgeber von ihnen verlangen. Und ohne Ökosteuer keine Haushaltsanierung, oder kann jemand erklären, wie Ökosteuer und Rentenfinanzierung zusammenhängen! Ich habe z. B. noch nicht bemerkt, dass Leute ohne Auto weniger Rente bekommen! Die Ökosteuer hilft bekanntlich der Ökologie wie die Hundesteuer dem Hund! Wichtig ist - und das galt schon immer - Energie zu sparen, aber nicht wegen CO2, sondern um sparsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. CO2 ist bekanntlich kein schädliches, sondern ein wichtiges Gas. Das weiß jeder halbwegs naturwissenschaftlich gebildete Mensch, der nicht von Steuergeldern lebt. Wie sollen sonst Pflanzen wachsen, das Leben gedeihen? Auch nachwachsende (Energie-) Rohstoffe brauchen CO2! Wie übrigens werden Sie die Kernenergie preisen, wenn es in Kürze ohne sie nicht mehr geht, das Klima ohne sie nicht mehr „rettbar ist“?

Die "Klimaforscher" prophezeien in 13 Jahren einen "Klimagau" und empfehlen die Kernenergie. Wie das? "Klimawarnung" und Kernenergie. Insgesamt sollte man bedenken, das Volk wird schnell abgestumpft, wenn heute falsch ist, was gestern wahr war, siehe Sparen von Wasser - höhere Wassergebühren, Vermeidung von Müll - Erhöhung der Abfallgebühren, mehr Strom aus Wind und Sonne - exorbitante Erhöhung der Stromkosten (40 % Staatsquote bei Strom!!). Dass dies alles die Kaufkraft beeinflusst und damit Arbeitsplätze gefährdet, wen interessiert 's? Otto Normalverbraucher kauft nun 'mal kein Windrad oder eine PV-Zelle. Und exportiert wird auch Technik für Kernenergieanlagen (Siemens!!). Vielleicht sollten die Politiker auch mal aus der jüngsten Geschichte lernen. Die braune Pest kam an die Macht, weil die Demokratie versagte. Die DDR ging unter, weil die Regiereden am Volk vorbei regierten. Glaubt man wirklich, dass alle, die "rechts" wählen, dem braunen Gedankengut folgen? Gerade diese Leute hoffen, dass solch eine Wahlentscheidung die einzige Entscheidung ist, die die Regierung aufschreckt. Und es werden leider
immer mehr. Nicht nur im Osten!

Ob Sie auf mein E-Mail antworten? Wenn ja, dann bitte nicht in BILD-Manier, denn wie gesagt, ich bin seit 40 Jahren Energiewirtschaftler, für dem die Ausgewogenheit von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gilt, ohne ein Element davon überzubetonen! Und politisch interessiert bin ich dazu.

Dr. Klaus Lindner
28.02.2007

Kommentar:
Da es hierbei um Energiepolitik geht und nicht um Personen, haben wir den Namen weggelassen.

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Deutsche Energiepolitik
NOVO 82, Mai-Juni 2006
Briefe, Betrifft „Achtung verstrahlt!" (Novo81)

Hanna Thieles Beitrag lässt die katastrophale Unwissenheit und Hilflosigkeit deutscher Politiker auf diesem für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unseres Landes so überaus wichtigen Gebiet deutlich werden. Allerdings verfolgen ausnahmslos alle im Bundestag vertretenen Parteien energiepolitische Grundsätze, die dem Wirtschaftsstandort Deutschland und seiner Bevölkerung schaden. Die informativen Ausführungen von Ludwig Lindner und Lutz Niemann zu Solar- und Kernenergie gehören indes in jedes deutsche Gymnasial-Physikbuch - wenngleich es manchem Lehrer schwer fallen dürfte, sich von der bisher gelehrten „grünen Energiekunde" zu lösen. Heinz Horeis rechnet mit den energiewirtschaftlichen Dummheiten ab, mit denen wir tagtäglich überschüttet werden. Wir sollten uns darüber klar werden, dass die international anerkannte hervorragende Entwicklung der Energiewirtschaft in Deutschland in allererster Linie darauf zurückzuführen ist, dass konsequent von drei strategischen Grundsätzen ausgegangen wurde: Energiewirtschaftliche Vorhaben müssen eine hohe Versorgungszuverlässigkeit gewährleisten und wirtschaftlich sowie umweltverträglich sein. Die konsequente Einhaltung dieser drei gleichwertigen Kriterien hat dazu geführt, dass in Deutschland auch energieintensive Unternehmen wirtschaftlich agieren konnten, dass die durchschnittliche Unterbrechungsdauer der Stromversorgung am niedrigsten unter allen Industriestaaten ist und dass es mit den modernen Energieanlagen in Deutschland de facto keine gravierenden Umweltprobleme mehr gibt.

Diese drei Hauptziele wurden in den letzten Jahren nur in Deutschland schrittweise verlassen und durch drei Phobien ersetzt: die Angst vor einem künftigen Energiemangel, die Angst vor der Kernenergie und die Angst vor der Klimakatastrophe. Diese „Grund-Phobien" sind unter der rot-grünen Regierung zur Staatsdoktrin geworden und wirken leider immer weiter. Sie haben dazu geführt, dass Energie immer teurer wurde, dass die Versorgungszuverlässigkeit immer mehr in Gefahr gerät und dass Umweltschutz zu einer leeren Floskel verkommen ist.

Horeis leistet jedoch Missverständnissen Vorschub, wenn er meint, dass die in deutschen Windenergieanlagen installierten 16.000 MW die Leistung „von nicht mehr als drei herkömmlichen Kernkraftwerken" ersetzen könnten. Während konventionelle Kraftwerke in der Lage sind, den Strom dann zu liefern, wenn er benötigt wird, sind Windräder dazu außerstande. Es drängt sich die Frage auf: Welchen Nutzen haben Windenergieanlagen eigentlich? Die Antwort lautet: keinen; sie sind überflüssig. Bei ihrer Stilllegung würde die Versorgungszuverlässigkeit steigen, die Stromkosten könnten sinken und durch sie verursachte Umweltverschandelungen würden verschwinden. Zugegeben, es gäbe auch Geschädigte: Die Windenergie-Investoren, die auf Kosten wehrloser Stromkunden traumhafte Renditen erwirtschaften.

Des Weiteren meint Heinz Horeis, die Photovoltaik hätte Aussicht auf Konkurrenzfähigkeit, „wenn sich der Wirkungsgrad durch technologische Sprünge nicht nur um Prozente, sondern um Faktoren verbessern würde". Das ist nicht korrekt: Eine Wirkungsgradverbesserung bewirkt eine höhere Energieausbeute pro Quadratmeter Solarzellenfläche und damit einen geringeren Platzbedarf - mehr nicht! Eine wirkliche Konkurrenzfähigkeit der PV-Anlagen ist erst zu erreichen, wenn „intensive Forschungsarbeiten" gewährleisten, dass die Sonne 8760 Stunden pro Jahr aus dem Zenit eines wolkenfreien Himmels strahlt. Eine Möglichkeit, dieser astronomischen und meteorologischen Unmöglichkeit ein Schnippchen zu schlagen, besteht in der Überbrückung der sonnenscheinarmen oder -freien Zeiten durch Energiespeicher. Nur darf dabei nicht vergessen werden, dass dies erstens (physikalisch notwendige) Energieverluste verursacht, zweitens das Leistungsangebot reduziert (in Zeiten hoher Sonneneinstrahlung muss ein Teil des erzeugten Stromes in die Speicher geleitet werden) und drittens solche Speicher (die es in der erforderlichen technischen Reife noch gar nicht gibt) eine Menge Geld kosten.

Leider scheint Horeis in einem weiteren Punkt Opfer der vorherrschenden Ansichten zu sein. Er behauptet, dass kohlendioxidfreie fossile Kraftwerke „noch Zukunftsmusik" und ab 2020 „kommerziell einsatzfähig" seien. Eine solche „Hoffnung" kann nur auf dem Glauben an die auch von ihm selbst angeprangerte Klima-Phobie beruhen. Warum sonst sollte man Kraftwerke mit hohem Wirkungsgrad entwickeln, um diesen anschließend wieder um etwa 12 Prozent zu reduzieren - auf das Niveau der heute als veraltet angesehenen Kohlekraftwerke? Genau dies würde geschehen, wenn ein erheblicher Teil der erzeugten Elektroenergie fürs Abtrennen und Deponieren des Kohlendioxids „verbraten" wird. Nur wer daran glaubt, damit das Globalklima „schützen" zu können, ist bereit, viel Geld in derartige Technologien zu stecken und parallel dazu eine massenhafte Verschwendung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen in Kauf zu nehmen.

Eine weitere „Kuriosität" der aktuellen Energiepolitik sollte nicht vergessen werden: der von Brüssel in die Welt gesetzte und auch in Deutschland kultivierte Irrglaube, dass durch eine dekretierte Deregulierung der Strom- und Gasmärkte der Wettbewerb in Gang kommt und die Preise sinken. Angestoßen wurde vielmehr eine noch nie da gewesene Fusionswelle, verbunden mit dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze allein in Deutschland. Nach kurzzeitigem Einbruch stiegen die Preise für Strom und Gas auf Rekordniveau. Als Ausweg aus diesem Dilemma wurde 2005 eine „Regulierungsbehörde" geschaffen: der für die beiden Energieträger zuständige Teil des Bundesnetzagentur mit rund 200 Mitarbeitern. Sie sind für die Kontrolle der Energiepreise zuständig, allerdings nur für das Drittel, das die Netzkosten betrifft. Positive Effekte sind bisher nicht erkennbar. Seit Beginn der „Deregulierung" ist der Umfang der Regulierung der deutschen Energiewirtschaft vielmehr immens gewachsen. Ursachen hierfür sind nicht nur die Aktivitäten der Bundesnetzagentur, sondern auch die Zwangseinspeisungen in die Netze der öffentlichen Versorger, staatlich fixierte Festpreise, der Kernenergieausstieg usw.

Absurd wirkt es, wenn man in diesem Zusammenhang den Handel mit CO2-Emissionszertifikaten betrachtet. Während die Bundesnetzagentur mit dem Ziel gegründet wurde, Preis senkend zu wirken, ist wenige Monate vorher die „Deutsche Emissionshandelsstelle" mit etwa 100 Mitarbeitern mit dem entgegen gesetztem Ziel gegründet worden: Sie soll durch Kürzung der Emissionsberechtigungen (im Namen des „Klimaschutzes") den Energieverbrauch verteuern. So viel von mir ergänzend aus dem Tollhaus, das sich „deutsche Energiepolitik" nennt.

Dr. Dietmar Ufer, Leipzig

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Moderner Ablasshandel

Letzteres trifft hier allemal zu. Die globalen Wirkungen der so genannten Treibhausgase sind etwas, woran man glauben kann oder auch nicht. Die Schreckgemälde einer klimatisch aus den Fugen geratenen Welt beruhen nach wie vor auf nichts anderem als Modellrechnungen und Computersimulationen sowie darauf, dass eine Mehrheit von Wissenschaftlern an diese Simulationen glaubt. Die Anhänger dieser orthodoxen Klima-Kirche besitzen inzwischen eine eigene Liturgie: sie heißt Kyoto-Protokoll. Damit wurde die Religion der drohenden Temperaturkatastrophe zur Richtschnur internationaler Politik erhoben. Und eines der Ergebnisse des Kyoto-Protokolls ist ein sich nun weltweit etablierender Luftverschmutzungsmarkt.


Burkhard Müller-Ullrich: Geschäfte mit heißer Luft - Über den Ablasshandel mit Emissionsrechten
auf der Kölner Carbon-Expo, Deutschlandfunk, Kultur heute, 12. Mai 2006


"Fieberkurve der Nation"
Leserbrief zu einem Artikel im SPIEGEL


Sehr geehrte Damen und Herren,

nach Durchsicht des Artikels "Fieberkurve der Nation" war ich mir nicht sicher, ob es sich hier um einen verspäteten Aprilscherz handelt. Aber offenbar ist das, was das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg der staunenden Öffentlichkeit vorgelegt hat, ernst gemeint, so ernst, dass ich ganz ernsthaft einige Fragen dazu stellen möchte:

-   Beeindruckend ist die enorme Datenmenge, die von einem Supercomputer verarbeitet wurde. Ergibt sich der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn nur aus einer größeren Datenmenge oder aus neuen physikalischen Erkenntnissen, die den Zusammenhang zwischen Klima und den auf sie wirkenden Einflüssen deutlicher machen? Mit anderen Worten: Ist es nur der schnelle Rechner oder ist es neues physikalisches Wissen, das zu dieser Veröffentlichung Anlass gab?

- Wenn es neue Erkenntnisse über die Triebkräfte der Klimaentwicklung gab, welche sind das? Ist sich Frau Jacob vom MPI ganz sicher, nunmehr alles zu kennen, was in den nächsten 100 Jahren auf die Klimaentwicklung Einfluss nimmt? Im Institut für Troposphärenforschung in Leipzig ist dieser Tage eine Forschungsapparatur in Betrieb genommen worden, mit deren Hilfe die physikalischen, chemischen und strahlungsbedingten Prozesse  bei der Wolkenbildung erkundet werden sollen. Das Wissen darüber ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Vorhersage der Klimaentwicklung. Und Frau Jacob hat die Ergebnisse schon in ihrem Supercomputer?

- Es wird berichtet, dass die Region um Leipzig künftig deutlich feuchter wird. Dagegen wird in der Klimaprognose 2005 für den Freistaat Sachsen für die gleiche Region genau der umgekehrte Klimaverlauf prophezeit. Welcher Prophezeiung ist nun mehr zu trauen? Und wie sicher muss man sein, dass ein künftiger Super-Super-Computer nicht in wenigen Jahren wieder etwas ganz anderes ausspucken wird?

- Wenn Frau Jacob die Wetterentwicklung bis zum Jahr 2100 stundengenau auf ihrem Computer hat, kann man dann bei ihr auch Auskunft über die Sonnenscheindauer und die Niederschlagsmenge am 29. April 2033 erfahren? Mich interessiert das deshalb, weil ich an diesem Tag meinen 100. Geburtstag zu feiern gedenke und mit der Planung bereits jetzt beginnen will. Kachelmann und den Deutschen Wetterdienst wage ich nicht zu befragen!

Insgesamt meine ich nunmehr, dass es sich wohl doch um einen schlechten Aprilscherz gehandelt hat! Die MPI-Verlautbarung zeugt aber aber vom technischen Fortschritt in den letzten Jahrhunderten: Früher wurden Weissagungen mit Hilfe einer einfachen Glaskugel gemacht, heute verwendet man für Prophezeiungen Supercomputer! Danke für die Aufklärung! - Übrigens: Die Überschrift "Fieberkurve der Nation" trifft den Kern der Aussage exakt!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. rer. oec., Ing. Dietmar Ufer
Leipzig, 28.04.2006

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. März 2006
Ewige Solarsubventionen

Im Wirtschaftsleitartikel „Solare Zukunft" von Holger Schmidt (F.A.Z. vom 6. März) wird die Behauptung aufgestellt, dass die Solarenergie, deren Beitrag zur Stromerzeugung in Deutschland bei 0,16 Prozent liegt, „zu den wichtigen Hoffnungsträgern" bei der Deckung des Energiebedarfs der Erde zähle. Als Beleg für diese These wird angeführt, dass sie unerschöpflich sei, keine „klimaschädlichen" KohIendioxydemissionen verursache und dezentral verfügbar sei.

Abgesehen von der „Unerschöpflichkeit" sind die Beweise recht brüchig: Es gibt keine Stromerzeugungsanlage, für deren Herstellung pro Kilowatt so viel Energie benötigt wird wie Photovoltaikanlagcn. Das führt notwendigerweise zur Emission erheblicher Kohlendioxydmengen, über deren „Klimaschädlichkeit" man sich übrigens trefflich streiten kann. Die dezentrale Verfügbarkeit ist nichts als eine leere Behauptung: Sie setzt ausreichende Sonneneinstrahlung voraus, die keineswegs an jedem Ort und erst recht nicht zu jeder Zeit verfügbar ist.

Während konventionelle Kraftwerke in der Lage sind, mit einem Kilowatt (kW) installierter Leistung im Jahr 8000 oder mehr Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie zu erzeugen, scharfen Photovoltaikanlagen bestenfalls nur 1000 kWh. Herkömmliche Kraftwerke können Strom dann bereitstellen, wenn er benötigt wird (wir erleben das Tag für Tag als Selbstverständlichkeit). die Energielieferung der Solaranlagen hängt dagegen von den Gesetzen der Himmelsmechanik und den Zufälligkeiten des Wetters ab, keineswegs vom Bedarf.

Die Elektrizitätsversorgung eines Landes auf der Photovoltaik aufbauen zu wollen, wie es Schmidt für Entwicklungsländer vorschlägt, „deren Energienachfrage stark steigen wird", zeugt von nur minimaler Sachkenntnis: Kein industrielles Unternehmen kann mit den Zufälligkeiten der solaren Energiebereitstellung existieren, kein moderner Haushalt kann mit Strom allein aus Photovoltaikanlagen (im vollen Wortsinn) versorgt werden. Voraussetzung für die Nutzung von Solarenergieanlagen zur Stromerzeugung ist die Existenz von Standby-Kraftwerken, die dann einspringen, wenn die Sonne nicht oder zu wenig scheint - und das ist überall auf der Erde den allergrößten Teil eines Jahres (und zwar nicht planbar) der Fall. Also: Um den „Aufbau eines flächendeckenden Stromnetzes" kommen auch Entwicklungsländer, wenn sie sich wirklich wirtschaftlich entwickeln wollen, nicht herum.

Es ist weiterhin eine Illusion, wonach die Photovoltaik-lndustrie zwar „noch" von der staatlichen Förderung abhängig sei, jedoch in zehn Jahren „der Sonnenstrom konkurrenzfähig ist". Zwei Dinge müssten geschehen, um das zu erreichen: Erstens müssten die spezifischen Investitionskosten erheblich sinken. Sie liegen gegenwärtig bei 4000 Euro/kW (zum Vergleich: Kohlekraftwerke bei 1000 bis 1100 Euro/kW, neues finnisches Kernkraftwerk bei 1850 Euro/kW). Deutliche Reduzierungen sind nicht in Sicht, vor allem dann nicht, wenn man annimmt, dass die energieintensive Siliziumherstellung künftig einmal mit Hilfe von Strom aus Sonnenenergie erfolgen würde (und nicht wie heute mit Strom aus Kohle und Kernenergie). Zweitens müsste die Benutzungsdauer der Photovoltaikanlagen, das heißt die Zahl der jährlich erzeugten kWh pro Kilowatt Leistung, in die Größenordnung konventioneller Kraftwerke erhöht und zugleich planbar gemacht werden. Es ist absehbar, dass auch noch so große Forschungsaktivitäten und Fördermittel nicht ausreichen werden, um den dazu erforderlichen Eingriff in Meteorologie und Astronomie zu schaffen.

Es ist völlig falsch zu behaupten, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz der Solarindustrie ermögliche, „Strom zu ähnlichen Kosten wie konventionelle Kraftwerke" zu erzeugen. Ein staatliches Gesetz kann nicht verhindern, dass Strom in Photovoltaikanlagen nur mit mindestens zwanzigmal höheren Kosten als in Braunkohle- oder Kernkraftwerken erzeugt werden kann. Völlig abgehoben von der marktwirtschaftlichen Theorie und Praxis gibt dieses hoch gelobte Gesetz aber den Solarstromproduzenten eine Garantie für den Absatz ihrer Produkte, und das noch zu staatlich festgelegten Preisen, die weit über den Marktpreisen liegen.

Für die solare Stromerzeugung ist eine dauerhafte Subventionierung (ähnlich wie übrigens beim Windstrom) vorprogrammiert - alles andere sind Illusionen, von denen wir uns möglichst rasch trennen sollten.

Dr. rer. occ. Ing. Dietmar Ufer, Leipzig

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Energie und Umwelt – Wo liegen optimale Lösungen?


An die
Union der deutschen
Akademien der Wissenschaften
Geschwister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz

Nachrichtlich:
. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Jägerstraße 22-23; 10117 Berlin
. Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
Theaterstraße 7; 37073 Göttingen
. Bayerische Akademie der Wissenschaften
Marstallplatz 8; 80539 München
. Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Karl-Tauchnitzstraße 1; 04107 Leipzig
. Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstraße 4; 69117 Heidelberg
. Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Geschwister-Scholl-Straße 2; 55131 Mainz
. Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften
Palmenstraße 16; 40217 Düsseldorf

Energie und Umwelt – Wo liegen optimale Lösungen?

Sehr geehrter Herr Präsident,

mit maßgeblicher Unterstützung der Landesregierung Baden-Württembergs hat die Union am 20. und 21.Oktober 1999 obiges Symposium in Heidelberg durchgeführt.

In seinem Grußwort formulierte daher Umweltminister U. Müller die Zielvorgabe der Politik wie folgt: „Kühle und Strenge der Wissenschaft als moderierendes Element in den Streitfragen unserer Gesellschaft – so stellen wir es uns eigentlich im Idealfall vor.“ Als politisch strittige Fragen präsentierte er den „Klimaschutz“ an sich, die „Klimaschutzstrategien“ und die „Bekämpfung der Klimaproblematik“ mit dem drohenden Hinweis: „Der Korridor tolerabler weiterer Klimaveränderungen wird zur Zeit von der Menschheit ausgeschöpft und vielleicht schon überschritten.“

Verfolgt man aufmerksam die Vorträge und Diskussionen von der Einführung bis zum Schlusswort, so griff die Wissenschaft keine der Streitfragen auf. Sie stellte nicht einmal die Frage, was die Politik unter dem „Korridor“ verstehe und wie seine Begrenzungen aussähen. Einzig Professor A. Voß mahnte: „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir beliebig viel aufwenden können für den Klimaschutz.“ Bedeutet dies, dass wir nicht genügend finanzielle Mittel aufbringen können, um den „Klimawandel“ und mit ihm die „Erderwärmung“ stoppen zu können, bevor es zur „Klimakatastrophe“ kommt?

Diesen Eindruck erzeugte jedenfalls Professor J. Thiede, indem er mit bewegenden Worten und ohne jegliche Begründung behauptete, dass sich „unser Klimasystem“ bereits in „einem Extremzustand“ befinde und die jetzige „Warmzeit“ ein „ganz abnormales, ganz seltenes, aber doch regelmäßig vorkommendes Szenario“ darstellt. Keiner der etwa 150 anwesenden Wissenschaftler horchte auf und fragte, wie etwas „ganz abnormal“ und zugleich „regelmäßig vorkommend“ sein kann. Keiner fragte auch nach, was es mit dem „Gedächtnis des Klimasystems“ auf sich habe und wie es funktioniere.

Doch es kommt noch schlimmer. Nicht ein einziger Teilnehmer fragte nach dem Schutzobjekt „Klima“, wie es definiert und beschaffen sei, was es zu bedeuten habe und wo konkret mit dem Schutz anzusetzen sei. Das Wort „Klima“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Neigung“. Aufgrund des unterschiedlichen Neigungswinkels der auf die rotierende Erdkugel einfallenden Sonnenstrahlen teilte Ptolomäus die Erde in fünf Klimazonen ein, die tropische Zone wie die beiden gemäßigten und polaren Zonen. Diese Bedeutung von Klima = Neigung findet sich in allen Begriffen wie Arbeits-, Investitions- und Konsumklima, oder Bildungs-, Konjunktur-, Sozial- und Wirtschaftsklima. Bei allem Handeln und Tun kommt es auf die Neigung an.

Aber der politisch geforderte und angestrebte „Klimaschutz“ hat keineswegs etwas mit Neigungsschutz zu tun. Zu dem Wort „Klima“ ist der Begriff „Klima“ getreten, der einen gänzlich anderen Bedeutungsinhalt hat. Nach internationaler Einkunft umschreibt „Klima“ das „mittlere Wettergeschehen“ an einem Ort über eine bestimmte Zeit. Diese wurde 1935 auf 30 Jahre festgelegt und die Periode 1901 bis 1930 zur „Klimanormalperiode“ und damit zum Maßstab für den „Klimawandel“ definiert. Weicht das tatsächliche Wetter vom „mittleren Wettergeschehen“ ab, so spricht man von „Anomalie“. Doch damit stellte der Mensch die Natur auf den Kopf: der anormale Mittelwert wurde zur „Norm“ und die ganz natürliche Fluktuation des von Jahr zu Jahr variierenden Wetters zur „anormalen“ Abweichung umdeklariert.

Da das Wetter an sich keine messbare Größe ist, ein „mittleres Wettergeschehen“ damit gar nicht definierbar ist, gilt dies ebenso für das „Klima“. Messen kann man nur einzelne Wetterelemente wie Luftdruck, Lufttemperatur,... Misst man 30 Jahre lang die diversen Wetterelemente und zeichnet im Abstand von 6 Stunden eine Wetterkarte, so erhält man insgesamt 43 828 unterschiedliche Wetterkarten. Diese kann man nun zu einer „Klimakarte“ verdichten und filtert aus der unendlichen Wettervielfalt ein abstraktes Bild von “Klimavielfalt“ der Erde. Diverse Klimaklassifikationen zeigen dieses Bemühen der klassischen Klimatologie.

Diesen durchaus sinnvollen Vorgang des Generalisierens wie Klassifizierens kann man seines Sinnes berauben, indem man die gemittelten Temperaturwerte nicht an ihrem geographischen Ort belässt, sondern alle Daten auf Meeresniveau reduziert, dann in einen Topf wirft, eine „Globaltemperatur“ errechnet und diese unter Schutz stellt. Mit dem Vorhaben „Schutz des Globalklimas“ soll künftig jeglicher „Klimawandel“ möglichst ausgeschlossen werden. Nach Meinung der „Klimaexperten“ ist jede Abweichung ein unerlaubtes Verlassen des „15-Grad-Korridors“, ein zu vermeidender Schritt in die drohende „Klimakatastrophe“. Nach einem Beschluss der EU-Staaten darf die Abweichung nicht mehr als maximal 2 Grad betragen.

Das zukünftige Verhalten der „Globaltemperatur“ wurde zum Forschungsgegenstand erhoben und wird seitens der Politik als gesellschaftspolitisch besonders relevante Forschung mit Millionen, ja Milliarden an Forschungsgeldern gefördert. Diese Mittel werden anderen Wissenschaftszweigen vorenthalten. Den bisherigen Erkenntnisgewinn fasst L. Bengtsson wie folgt zusammen: „Modellexperimente zum Klimawandel sind deswegen im Grunde Experimente zur Abweichung des Klimas, sie können mit hoher Wahrscheinlichkeit bei zu großen Abweichungen irreführend sein.“ Dieser Satz sagt alles wie nichts. Das Orakel von Delphi hätte sich nicht diffuser ausdrücken können. Noch deutlicher kann man die ganze Substanzlosigkeit der „Klimamodellierung“ nicht zum Ausdruck bringen. Man meidet die Komplexität der Wetterwirklichkeit, belebt das „Klima“ als totes statistisches Konstrukt und erhebt es zum Gegenstand der Forschung.

Jeder „Klimawert“ ist ein historischer Wert. Er ergibt sich immer aus der Rückschau durch die statistische Verarbeitung der Wettervergangenheit. Eine durchaus sinnvolle Bearbeitung von „Klimadaten“ bietet die Methode der 30jährigen übergreifenden Mittelwerte. Sie erlaubt es, wie bei der charttechnischen Analyse an der Börse Veränderungen festzustellen und Projektionen in die Zukunft zu wagen. Damit kann man aber weder die Ursachen des ständigen Auf und Ab an der Börse erklären, noch Aussagen über einzelne Aktienwerte ableiten. Im übertragenen Sinn geben über 30 Jahre gemittelte globalisierte „Klimadaten“ keinerlei Auskunft über Ablauf wie Ursache des zugrunde liegenden Wetters. Dieses gehorcht zwar unabänderlichen Naturgesetzen, jedoch ist sein jeweiliger Verlauf „chaotisch“, insbesondere in der „Westwindzone“, und entzieht sich daher jeglicher Erklärung.

Das Wetter ist ein irreversibler Naturvorgang, der sich jeglicher menschlichen Beeinflussung und Steuerung entzieht. Im Nachhinein das zum „Klima“ komprimierte Wetter unter Schutz zu stellen, ist unsinnig, weil überflüssig. „Klima“ zukünftig konstant halten zu wollen, zeugt von einer anmaßenden Hybris ohnegleichen, denn nicht der Mensch beherrscht das Wetter, ganz im Gegenteil, das Wetter beherrscht den Menschen und zwingt ihn ständig dazu, sich ihm anzupassen.

So dankbar die Menschen das Angebot „Klimaschutz“ auch annehmen mögen, zumal ihnen vorher genügend Angst vor der drohenden und zudem aus eigenem Verschulden verursachten „Klimakatastrophe“ gemacht wurde, so uneinlösbar ist das von Wissenschaftern propagierte Ziel. Jedweder Schutz des „Klimas“ müsste zuerst beim Wetterschutz anfangen, doch Wetterschutz heißt „Schutz vor dem Wetter“ und nicht „Schutz des Wetters“. Dennoch wurde der „Klimaschutz“ eiligst von der Politik aufgegriffen, denn sie dachte sofort an die Verhängung eines Bußgeldes, die „Klimaschutzabgabe“ oder „Ökosteuern“. Die staatliche Fürsorge und Vorsorge sollte sich stattdessen verstärkt darauf konzentrieren, insbesondere die Qualität der Wettervorhersagen zu verbessern, anstatt völlig utopische „Klimaprognosen“, die noch jenseits aller Wahrsagerei stehen, zu finanzieren.

Während des gesamten Symposiums fand es kein Wissenschafter für notwendig, die Unsinnigkeit des Vorhabens „Klimaschutz“ der Öffentlichkeit vor Augen zu führen. Statt die Angst vor der „Klimakatastrophe“ zu nehmen, schürte man sie. Anstatt gegen eine eingebildete Nullgefahr anzukämpfen, sollte die Staatenwelt sich vielmehr bemühen, ein besseres Warnsystem für drohende Wetterkatastrophen zu installieren, um Menschen wie ihre Güter besser schützen zu können. Das war einmal das Ziel des WMO-Projektes „World-Weather-Watch“.

Dieses Versäumnis ist umso erstaunlicher, zumal sich das 3. Symposium 1998 in Leipzig speziell mit dem „Werkzeug Sprache“ befasst hatte. Doch Sprache als Verständigungsmittel führt nur dann zu einem fruchtbaren Gedankenaustausch und gegenseitigem Verstehen, wenn die gesprochenen Worte nicht nur akustisch gleich klingen, sondern wohl definiert sind und nicht konträr verstanden und ausgelegt werden können. Wer gezielt den Eindruck erweckt, dass „Klima“ etwas Gegenständliches ist wie ein Denkmal, das man schützen aber auch beschmutzen kann, oder etwas Lebendiges, dessen Bewegungen man vorausberechnen kann, der ist unwissenschaftlich, der bewegt sich auf einer ideologischen Schiefebene, der dient nicht der „Erforschung der Wahrheit“, wie es Adolf von Harnack formulierte.

Als „deskriptive Wissenschaft“ ist die Klimatologie im Rahmen der die Erde beschreibenden Geographie als „angewandte Meteorologie“ von Nutzen. Die theoretisch mittels numerischer „Klimamodelle“ betriebene „Klimaforschung“ ist ohne Nutzen und keine Grundlagenforschung! Die Grundlagen der Dynamik der Atmosphäre erforscht die Meteorologie, die aber offensichtlich zu kompliziert ist, um für ideologische Gedankenspiele und spekulative Szenarienspielereien mit gesellschaftspolitischem Unterhaltungswert herzuhalten. Im Gegensatz zum Wetter kann beim „Klima“ der Mensch seiner Überheblichkeit frönen, „deus ex machina“ spielen und statistische Gebilde in Großrechnern zu Leben erwecken und zu bedrohlichen Monstern werden lassen. Zuerst wird die Dynamik des Wetters in ein statisches Bild gepresst mit solchen Konstrukten wie dem „Azorenhoch“ im Juli oder dem „Islandtief“ im Januar und dann werden im Computer diese Gebilde künstlich reanimiert und als Wetterkatastrophen erzeugende Gespenster auf die Menschheit losgelassen. Sie erzeugen je nach Stimmungslage Hitze, Dürre, Kälte, Orkane, Schnee, Regen oder Überschwemmungen, münden in eine Eis- oder Warmzeit zugleich.

Die „Klimaexperten“ kann man als Geisteswesen bezeichnen, die sich vom Gegenständlichen, Natürlichen gelöst und sich ganz in die abstrakte Welt der Gedanken, ja der Mythen, begeben haben in dem Glauben, dass die Welt ihrer Gedanken die heile Welt des Denkens, des reinen Geistes, der globalen Freiheit sei. Es sind dem Wortsinn nach Ideologen, die eine gedachte Idealwelt eines nach G. Tetzlaff vorindustriell ungestörten „Wetter- und Klimagleichgewicht“ anstreben. In solch einer realitätsfernen Geisteswelt bilden Sinnesfunktion und „rationaler“ Verstand eine Synthese und formen ein neues Ganzes, das Schutzgut „Globalklima“. Wer solch eine astrophysikalische oder extraterrestrische Position zur Erde eingenommen hat, den interessieren weder die Vielfalt der Klimate noch die Mannigfaltigkeit an Wetter. Dies sind für ihn Störfaktoren im abstrakten Gedankengebäude. Solch ein wirklichkeitsfernes Modell konstruierte 1896 S. Arrhenius, der sich alles Kohlendioxyd der Luft in einer Höhe von 6 km über Meeresniveau konzentriert dachte, um die Absorptionslinien des CO2 wusste und dieses selektiv Strahlung absorbierende Gas dennoch zum „schwarzen Körper“ verdichtete. In seinem Irrglauben glaubte er, damit das Kommen und Gehen der Eiszeiten erklären zu können.

Allein die Wortkombination „Klimaschutz“ ist ohne Sinn und Verstand, denn ein statistisch errechneter Wert bedarf weder eines Schutzes noch kann er Unheil anrichten. Sinnvoller und vor allem logischer wäre es dann schon, das Wetter unter Schutz zu stellen. Doch das Wetter agiert von Natur aus so autonom, dass das Vorhaben „Wetterschutz“ einen Sturm an Heiterkeit auslösen würde. „Wetterschutz“ heißt daher auch Schutz vor dem Wetter und nicht Schutz des Wetters. Zurück zur deutschen Sprache: Das Wetter ist Wirklichkeit, die Witterung ist eine noch wirklichkeitsnahe Beschreibung des Wetterablaufs, doch das Klima ist völlig unwirklich. Wenn man Luftdruckwerte mittelt, dann entsteht keine neue Wirklichkeit, kein neues Gebilde namens „Hochtief“. Erst recht ist „Klima“ keine Gefahr, wie der Begriff „drohende Klimakatastrophe“ suggeriert, der von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft am 22. Januar 1986 anlässlich einer Pressekonferenz im Hotel Tulpenhof in Bonn geprägt wurde und ein Medienecho ohnegleichen auslöste. Die Politik wurde durch den Druck der Medienöffentlichkeit derart unter Handlungszwang gesetzt, dass sie sich zur „Klimaschutzpolitik“ genötigt sah und 1987 die Enquete-Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre installierte.

Die „Klimapolitik“ hat sich unter ganz maßgeblicher Leitung der „Klimaexperten“ zu einem absurden Polit-Theater entwickelt, das 1988 über die UN und das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) globale Dimensionen annahm. Doch nicht nur der „Klimaschutz“ ist nach gültiger WMO-Definition prinzipiell unmöglich, selbst der „natürliche Treibhauseffekt“ ist ein abstraktes Gedankenkonstrukt, das allen Gesetzen der experimentellen Physik zuwider läuft. Ohne das instinktive Urwissen, dass jeder wärmere oder über die Umgebungstemperatur erwärmte Körper sich abkühlt, hätte der Mensch als „nackter Affe“ nicht überleben können. So heiß auch in den Subtropen die Tage sind, die Nächte sind bitter kalt.

Das Newtonsche Abkühlungsgesetz war den ersten Menschen ebenso unbekannt wie das Gravitationsgesetz. Trotzdem wussten sie sich gegen Kälte und Unterkühlung zu schützen. Wenn jeder Körper einzig gemäß seiner eigenen Temperatur unentwegt Energie als Temperaturstrahlung abgibt, also innere Energie verliert, dann ist es absolut unmöglich, dass er sich aus eigener Kraft erwärmt. Dabei kühlt ein erwärmter Körper, der wie die Erde von einer Lufthülle umgeben ist, schneller ab als ein Körper im Vakuum wie der Mond, denn zur Abkühlung durch Temperatur- oder Wärmestrahlung kommt noch diejenige durch Leitung und durch Konvektion oder Thermik.

Die experimentelle Bestätigung findet man in den Sitzungsberichten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien des Jahres 1879 in einer Arbeit von J. Stefan „Über die Beziehung zwischen der Wärmestrahlung und der Temperatur“. Wenn sich kein Körper in einer kälteren Umgebung, dies gilt speziell auch für die Erdkugel, aus eigener Kraft erwärmen kann, dann verliert die Behauptung, es gäbe einen „natürlichen Treibhauseffekt“, durch den die Erde von -18°C um 33 Grad auf +15°C erwärmt würde, jegliche Existenzgrundlage. Es muss also bei seiner Ableitung ein Gedankenfehler oder Trugschluss vorgelegen haben.

Diesen hat L. Bengtsson sogar offen dargelegt, doch Niemand bemerkte es. In dem Absatz „Strahlungsänderungen der Sonne“ heißt es: „Die Strahlung, welche die Erde erreicht, muss über deren Fläche (die etwa 4 mal größer als die Querschnittsfläche ist) verteilt werden,...“. Eine Querschnittsfläche entspricht der Kreisfläche πr2. Die Kugeloberfläche ist nicht „etwa“, sondern „exakt“ 4 mal größer als die Kreisfläche, nämlich 4πr2. Doch die Erde ist keine von der Sonne beschienene „Scheibe“, sondern eine „Kugel“, von der bei ihrer Eigenrotation immer eine Halbkugel, das heißt die doppelte Querschnitts- oder Kreisfläche beschienen wird. Macht man das Spielchen mit und rechnet entgegen der Definition von P. Prévost mit der widernatürlichen Annahme, dass Sonne und Erde in einem Strahlungsgleichgewicht“ stehen, mit Hilfe des Stefan-Boltzmann-Gesetzes für die Hohlraumstrahlung die Erde in die Sonne als Hohlraum hinein und meint, die Strahlung der Sonne unter Aufhebung von Tag und Nacht gleichmäßig über die Erdoberfläche verteilen zu müssen, dann sollte man wenigstens der Erde ihre Kugelform lassen und nicht wieder dem alten optischen Trugschluss verfallen, die Erde sei eine „Scheibe“! Folgt man der physikalisch unzulässigen und zutiefst primitiven Annahme der „Klimaexperten“ und verteilt die auf die Halbkugel fallende Sonnenstrahlung auf die Kugel, dann erhöht sich die völlig fiktive „Strahlungsgleichgewichtstemperatur“ auf +30°C. Nur durch die Scheibe-Kugel-Korrektur kehrt sich im Vergleich zur „Globaltemperatur“ von +15°C der angebliche „natürliche Treibhauseffekt“ in sein Gegenteil um. Es wird ein ganz „natürlicher Abkühlungseffekt“ von -15°C. Trotz dieser banalen Milchmädchenrechnung entspricht wenigstens das Minus-Vorzeichen dem Newtonschen Abkühlungsgesetz.

Äußerst befremdlich ist auch die Tatsache, dass Niemand der Anwesenden aufhorchte, als während der Podiumsdiskussion J. Bublath sagte: „Sie kennen Herrn Thüne, der schwarze Strahlungskörper diskutiert und der Meinung ist, der Treibhauseffekt existiert nicht.“ Nirgendwo im Saal hörte man den berühmten Groschen fallen. Niemand erinnerte sich an G. Kirchhoff, der den „schwarzen Körper“ definierte, mit R. Bunsen 1859 die Spektralanalyse entwickelte und eine Erklärung der 1814 gefundenen dunklen „Fraunhoferschen Linien“ lieferte. Niemand rekapitulierte sein Schulwissen, wo er gelernt hatte, dass feste und flüssige Körper wie die Erde Energie über ein kontinuierliches Spektrum abstrahlen, Gase aber nur selektiv oder diskontinuierlich Strahlung absorbieren und emittieren können. Ohne weitere Worte sei auf das Lehrbuch von Arnold Sommerfeld „Atombau und Spektrallinien“ von 1924 verwiesen.

Wenn man wie die gut vernetzte internationale Gemeinschaft der Klimaexperten“ annimmt, die Erde sei als ein nahezu „schwarzer Körper“ ein kontinuierlicher Strahler, und zudem weiß, dass Gase stoffspezifische Linien- oder Bandenstrahler sind, dann verbietet sich die Annahme eines „Treibhauseffektes“. 1896 wusste S. Arrhenius um die Absorptionslinien der Kohlensäure, aber er ignorierte diese bewusst, weil er ideologisch darauf fixiert war, unbedingt die Eis- und Warmzeiten als Folge der Schwankungen des CO2-Gehaltes der Atmosphäre erklären zu wollen. Diese Hypothese war so absurd, dass kein W. Wien, kein M. Planck, kein A. Einstein, kein N. Bohr, kein W. Heisenberg, kein M. Born etc., allesamt Nobelpreisträger der Physik, sich dazu herabließ, sich mit dieser völlig abwegigen Hypothese zu befassen.

Wo sind heute die großen Physiker, die, mit Ausnahme von G. Gerlich, öffentlich bekennen, das „Treibhaus Erde ist nackt“? Man kann die Erde sogar durch das „stets offene atmosphärische Strahlungsfenster“ zwischen „7 und 13 μm“, so im ersten Enquete-Bericht vom 2. November 1988, „sehen“ und die ausgesandte Infrarotstrahlung mittels Wärmebildkameras von Satelliten aus photographieren. Dieses „Fenster“ ist und bleibt offen, weil es nicht einmal durch die unzähligen Absorptionslinien des Wasserdampfes geschlossen werden kann, geschweige denn durch die des CO2, des CH4, des N2O etc.

Die Abstraktion ist ein wissenschaftlich legitimes Instrument zum Zwecke der Umwandlung der komplexen Wirklichkeit in praktikable Begriffe. Sie bildet die unentbehrliche Grundlage aller rationalen Verstandestätigkeit. Wenn der abstrakte Menschengeist jedoch der Hybris verfällt und sich selber absolut setzt und völlige Autonomie zu beansprucht, dann verlässt er den Boden der legitimen authentischen Abstraktion und verfällt über die theoretische Spekulation in die dogmatische Fiktion. Die „Klimaexperten“ abstrahieren von der komplexen Wetterwelt und flüchten sich in eine heile und steuerbare „Klimawelt“.

Diese heile „Klimawelt“ ohne „Klimawandel“ hat es nie gegeben und wird es auch nie geben, weil das „Treibhaus“ nichts als eine willkürliche Konstruktion ist, ein gedankliches Luftschloss, dem jedweder Bezug zur Realität fehlt. Die Erforschung des eingebildeten „Treibhauseffektes“ wie seiner imaginären Folgen hat bereits viele Milliarden an Forschungsmitteln verschlungen. Weitere Milliarden sollen in die „Sequestrierung“ des CO2, in die „Dekarbonisierung“ der fossilen Energieträger fehl investiert werden. Auch die durch „Kyoto“ in Gang gesetzten Geldströme werden keinerlei Einfluss auf die wetterbestimmenden Strahlströme haben.

Wenn H. Markl als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft bei der EXPO 2000 in Hannover bekannte, dass „Lug und Trug integrale Bestandteile des Forschens“ sind, auf die numerische „Klimaforschung trifft dies hundertprozentig zu. Wenn einer diesem Treiben ein Ende bereiten und die Politik von der Sinnlosigkeit des Vorhabens „Klimaschutz“ überzeugen kann, dann die alterwürdigen Akademien der Wissenschaft. Nur sie können die Klimakatastrophe stoppen und verhindern, dass die deutsche Forschungslandschaft vor weiterer Austrocknung und Versteppung bewahrt wird. Mit dem Geld ist es wie mit der IR-Strahlung, es kommt nicht zurück und schon gar nicht vermehrt! Die sich nachts ihrer ungeheuren Wärme per Infrarotstrahlung entledigende Wüste ist ein natürlicher Fingerzeig auf die Nichtexistenz eines „Treibhauseffektes“.

Den „Klimaexperten“, die von ihren hohen Lehrstuhlkanzeln mit quasireligiösem missionarischem Eifer ohnegleichen die Existenz des „natürlichen Treibhauseffektes“ predigen und beschwören, sei empfohlen darüber nachzudenken, warum der heiße Kaffee in der Thermoskanne trotz optimaler Isolierung nie wärmer sondern stets immer nur kälter wird. Was in einem geschlossenen „Ökosystem“ nicht gelingt, soll in einem offenen wie der Erde möglich sein?

Der „Treibhauseffekt“ ist das theoretische Konstrukt eines sich der Natur entfremdet habenden selbstherrlichen Geistes. Ich hoffe und wünsche, dass in genügend zeitlichem Abstand zum Symposium die „Kühle und Strenge“ in die Wissenschaft einkehren möge, die notwendig ist, um das „Treibhaus“ als das zu enttarnen, was es ist, ein artifizielles Hirnkonstrukt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Met.

Werkstatt für Wetterkunde
55276 Oppenheim
26. 03. 2006

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Leserbrief:
Doppelpass zwischen Umwelt und Fußball
VDI Nachrichten 10.03.06

Sehr geehrte Damen und Herren,

einleitend will ich gestehen, dass ich kein Fußball-Fan bin. Ich konnte daher möglicherweise etwas entspannter als andere Ihren Bericht über die umweltschutztechnische Vorbereitung der Weltmeisterschaft in den VDI nachrichten vom 10. März 2006 lesen. Die Lektüre hat mich nachdenklich gemacht:

Sicher mit hohem finanziellen und geistigen Aufwand wurde vom Ökoinstitut Darmstadt berechnet, dass die 3,2 Millionen Zuschauer einen Ausstoß von rund 100.000 t CO2 verursachen werden - "vor allem wegen des Autoverkehrs." Wenn die WM nicht stattfinden würde gäbe es diese Emissionen also nicht. Ich darf daraus ableiten, dass Fußballfans nur während der WM mit dem Auto fahren. Sonst gar nicht? Hoffentlich wurde in die Rechnung auch der erhöhte Grundumsatz und die damit enorm gesteigerte CO2-Emission der begeisterten Massen bei jedem Tor einbezogen! (Mit wieviel Toren hat das Ökoinstitut gerechnet?)

Um das Klima dennoch zu retten, erfolgen "Ablass"-Zahlungen für die kommenden "Klimasünden" durch alle möglichen Institutionen und Unternehmen. Der alte Tetzel hätte seine helle Freude daran gehabt!

Aus dem Artikel habe ich gelernt, dass - wenigstens in Südindien - Kuhmist bei der Umwandlung in Energie keine Schadstoffe freisetzt, Brennholz aber wohl. Darauf muss man erst einmal kommen!

Der Energieversorger EnBW will 10 Mio. kWh "Ökostrom" aus Schweizer Wasserkraftwerken ins Netz einspeisen. Was würde bloß mit diesem Strom geschehen, wenn die WM nicht stattfinden würde? Antwort: Er würde auch ins Netz eingespeist werden!

Eine Photovoltaikanlage im Westfalenstadion wird 250.000 kWh Strom erzeugen - "genug, um während der sechs WM-Spiele in Dortmund das Flutlicht zu betreiben." Da werden die Fans wohl im Dunkeln sitzen müssen, denn dann, wenn das Flutlicht Erleuchtung bringen soll, scheint die Sonne nicht. Oder ist gemeint, dass der Strom aus der PV-Anlage tagsüber "kostengünstig" (für rund 50 ct/kW) ins öffentliche Netz eingespeist und von der Allgemeinheit subventioniert wird, während die Beleuchtung tatsächlich mit Hilfe von deutlich billigeren Kohle- und Kernkraftwerken betrieben wird?

Der Wasserverbrauch soll um 10.000 m³ gesenkt werden, indem Regenwasser genutzt wird und Trocken-Urinale installiert werden. Soll damit etwa dem Trinkwassermangel in Teilen der Dritten Welt abgeholfen werden? Deutschland verfügt über so große Wasser-Vorkommen, dass "Wassersparen" aus ökologischer Sicht überflüssig ist. Sinkender Wasserbrauch aus der öffentlichen Versorgung führt zu geringerer Auslastung der Förder- und Transportanlagen und damit zu steigenden Kosten - mehr nicht!

Für mich als bekennendem Nicht-Fußballer wird nicht das Abschneiden der deutschen Elf vordergründig interessant sein, sondern, ob all die geplanten teuren "Klimaschutz"-Maßnahmen der "ersten klimaneutralen Weltmeisterschaft" nicht etwa zu einem neuen Kälteeinbruch führen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren, selbstverständlich weiß ich schon jetzt, dass meine Zeilen keiner Veröffentlichung in den VDI nachrichten gewürdigt werden, nämlich weil sie erstens Zweifel am sog. Klimaschutz nähren und zweitens nicht zur gegenwärtigen Fußball-Euphorie passen.

Ich verbleibe trotzdem mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. rer. oec., Ing. Dietmar Ufer (VDI-GET)
Leipzig

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Die Kernenergie im Spannungsfeld der Energieversorgung


Wolfgang Weidlich
Institut für Theoretische Physik der Universität Stuttgart
e-mail: weidlich@theo2.physik.uni-stuttgart.de

Vortrag am 05. November 2006
mit Graphiken Nr. 4, 7, 10, 11, 12, 13 auf den 3 letzten Seiten

Inhalt

Einleitung

1) Basiswissen
1.1) Die Kernenergie als Basisinnovation
1.2) Verfügbarkeit und Leistung der Kernenergie
1.3) Die Technische Sicherheit der Kernenergie
1.4) Die Energiepolitische Sicherheit der Kernenergie
1.5) Der Beitrag der Kernenergie zum Klimaschutz
1.6) Die Zukunft der (Kernspaltungs-) Kernenergie
1.7) Alternative Energien, ihre Möglichkeiten und Grenzen im Energiemix
1.8) Szenarien mit und ohne Kernenergie

2) Der Deutsche Irrweg
2.1) Beispiele
2.2) Die Natur der Fehlentwicklung

3) Der Ausweg aus dem Irrweg
3.1) Die Notwendigkeit der energiepolitischen Wende
3.2) Die Schwierigkeiten des “Ausstiegs aus dem Ausstieg“
3.3) Die Verwirklichung der Wende


Einleitung

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Das Thema "Kernenergie" ist aus folgenden Gründen von besonderer Art:

Einerseits ist die Kernenergie hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, ihres Sicherheitsstandards ihres Umweltschutzbeitrages, aber auch ihres Gefahrenpotentials mit quantitativen Maßstäben rational erfassbar.

Andererseits beobachtet man in Deutschland demgegenüber bei ihrer Einschätzung eine extreme Akzeptanzverzerrung jenseits der Wirklichkeit und bei geringem Kenntnisstand.

Deshalb sind einige Vorbemerkungen angebracht.

Es ist das Ziel meines Vortrages, hinsichtlich der Einschätzung der Kernenergie durch Rationalität zur Wirklichkeit zurückzukehren sowie die Gründe der Akzeptanzverzerrung zu untersuchen und Möglichkeiten zu ihrer Behebung vorzuschlagen.

Da ich als Physiker zwar etwas von den Grundlagen der Kernphysik verstehe, aber selbst kein Kernenergetiker bin, verwende ich als Quelle meiner Kenntnis die Untersuchungen international anerkannter Experten, die weder einer Industrielobby angehören, noch im Auftrag politischer Parteien handeln. Dazu gehören z.B.

Die Untersuchungen des IER, d.h. des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart;

Die DPG-Studie (2005) "Klimaschutz und Energieversorgung" von 1990-2020;

Die Untersuchung (2004) des ILK, d.h. der internationalen Länderkommission, zur Nachhaltigkeit der Kernenergie.

Die Untersuchungen des PSI (2004), d.h. des Paul-Scherrer-Instituts (Schweiz).

Ich vertraue dabei der Objektivität dieser Untersuchungen. Wenig Vertrauen setze ich demgegenüber in Medien, die unter Missbrauch ihrer "gate-keeper-Rolle" einseitige Meinungsmache betreiben, und kein Vertrauen habe ich in selbsternannte "Experten" und/oder Ideologen.

Hinsichtlich meiner Zuhörer gehe ich von der optimistischen Annahme aus, dass sie einer Elite angehören, welche emotionalisierungsresistent ist, und in der Lage, einige quantitative Eckdaten zur Kenntnis zu nehmen und urteilend zu verarbeiten. (Diese Fähigkeit unterscheidet eine solche Elite von der Mehrheit der Deutschen, die eher ein gestörtes Verhältnis zur Zahl hat).

Der Zielsetzung entsprechend gliedere ich meinen Vortrag in drei Teile:

1) Basiswissen
2) Der Deutsche Irrweg
3) Der Ausweg aus dem Irrweg


1) Basiswissen

1.1) Die Kernenergie als Basisinnovation

Die Kernenergie, d.h. die Energiegewinnung durch Spaltung (Fission) bzw. durch Verschmelzung (Fusion) von Atomkernen, ist die wohl wichtigste Basisinnovation des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie kann den wachsenden Bedarf für elektrische Energie der Menschheit auf Jahrtausende hinaus befriedigen!

Die Kernenergie ist eine Basisinnovation, weil es sich bei ihr um die Ersetzung der chemischen Energie (d.h. des Energiegewinns durch Umordnung der Elektronenhüllen von Atomen und Molekülen beim chemischen Verbrennungsprozess) durch Kernenergie (d.h. den Energiegewinn durch Umordnung der Kernbestandteile von Atomen durch Kernspaltung oder Kernfusion) handelt.

Die dabei freigesetzte Energie pro Gewicht der Energieträger ist etwa 100000 mal so groß als bei der chemischen Verbrennung. Dementsprechend beträgt die Asche (d.h. der radioaktive Abfall) gewichtsmäßig nur etwa ein Hunderttausendstel der Asche bei chemischer Verbrennung.


1.2) Verfügbarkeit und Leistung der Kernenergie

Einen Überblick über den derzeitigen (Januar 2006) weltweiten und deutschen Stand der Kernenergie gibt Tabelle 1a/b. Danach existieren 2006 insgesamt 441 Kernkraftwerke (KKWs), davon in Deutschland 17, mit einer Leistung von 370 Gigawatt = 370 • 1012 Watt = 370 000 Megawatt = 370 Millionen Kilowatt (in Deutschland 20 Gigawatt = 20 000 Megawatt = 20 Millionen Kilowatt). Sie erzeugen jährlich (2004) 2600 Milliarden Kilowattstunden (KWh) elektrische Energie (in Deutschland 158 Milliarden KWh). Sie verbrauchte dabei nur insgesamt jährlich 66 000 Tonnen Uran (in Deutschland 3 500 Tonnen).

Hinsichtlich der zeitlichen Verfügbarkeit eines jeden KKWs gibt es eine weltweite Rangliste. Im Jahre 2005 waren unter den 10 weltbesten KKWs 6 deutsche KKWs mit einer Zeitausnutzung im Grundlast-Dauerbetrieb von 94,97 % bis 90,45 %. Dies bedeutet natürlich zugleich höchste Zuverlässigkeit.

Im Januar 2006 sind weltweit 22 KKWs im Bau, 40 in der Planung und 113 vorgeschlagen, darunter der im Bau befindliche EPR (European Pressurized Reactor) in Finnland und der geplante EPR in Frankreich. Abgeschaltet wurden 2005 weltweit 2 Anlagen, Obrigheim (Deutschland) und Bärsebäck (Schweden).

Es erscheint danach absurd, anzunehmen, dass die Welt Deutschland als Vorreiter im Ausstieg aus der Kernenergie folgen will und wird.

Die technische Laufzeit von KKWs beträgt mindestens 40 Jahre, beim EPR (Finnland) wird 60 Jahre Laufzeit zugrundegelegt. Die Laufzeit von 30 Jahren laut Ausstiegsbeschluss beruht auf einem politischen Beschluss und hat mit der technisch möglichen Laufzeit nichts zu tun!


1.3) Die Technische Sicherheit der Kernenergie

In der westlichen Welt entwickelte Kernreaktoren besitzen einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Die deutschen Sicherheitsstandards sind dabei die höchsten der Welt.

"Tschnernobyl" ist also nicht überall, im Gegensatz zur stereotypen, aber falschen Behauptung der Kernenergiegegner. Das liegt daran, dass "westliche" Kernreaktoren – im Gegensatz zum Tschernobylreaktor – nach entscheidend besseren Sicherheitsprinzipien gebaut sind. Ein GAU (Größter Anzunehmender Unfall) hat für diese KKWs die verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit von drei Millionstel pro Jahr und pro KKW. Sie ist viel kleiner als die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen wie dem Einschlag eines Asteroiden oder dem Auftreten eines Tsunami.

Dies ergibt sich auch aus der vergleichenden Untersuchung schwerer Schadensfälle des Paul-Scherrer-Instituts (2004) für den Zeitraum 1969-2000 (:: siehe 4).

Für alle, die der AKKA (Anti-Kern-Kraft-Angst) anheim gefallen sind, muss es geradezu ein Schock sein, zu erfahren, dass im Energieerzeugungsbereich die schwersten Unfälle im Bereich der Kohle (Minen) und der Hydroenergie (Dammbruch) geschahen, während die Kernenergie (sogar einschließlich Tschernobyl) zwar nicht gefahrlos ist, aber sehr gut abschneidet.

Zugleich zeigt sich, dass in den OECD-Ländern (also den wirtschaftlich hochentwikkelten "westlichen" Ländern) eine viel geringere Zahl von Unfällen auftrat als in den Nicht-OECD-Ländern. Das bedeutet, dass sich die Aufwendungen für Sicherheit bei uns in hohem Maße gelohnt haben!

Zur Sicherheit der Kernkraft gehört auch die langfristige Endlagerung radioaktiver Asche.

Allgemein gilt, dass die Menge dieses Abfalls bei KKWs bei gleicher Energieproduktion etwa um den Faktor 100 000 geringer ist als die Asche (einschließlich CO2) bei "fossilen" Kraftwerken.

In Deutschland ist für die Lagerung hochradioaktiven Abfalls der Salzstock Gorleben als der geeignete Ort befunden und seit 1978 erkundet worden. Die Gutachten besagen, dass der Salzstock seit mindestens 200 Millionen Jahren stabil ist und daher geologisch besonders geeignet ist, insbesondere auch, weil Salz die Wärme gut leitet und plastisch ist, und weil keine Karsteinschlüsse vorhanden sind.

Dass dieses Endlager Gorleben noch nicht endgültig einsatzbereit ist (dafür sind weitere 5 Jahre Ausbau nötig) hat keine technischen, sondern rein politische Gründe, nämlich den Moratoriumsbeschluss der vorherigen Bundesregierung. Die Endlagerung hochradioaktiven Abfalls (eingeschmolzen in Glaskokillen) ist im Kernforschungszentrum Karlsruhe seit vielen Jahren technisch vorbereitet worden.

Für schwach- und mittel-radioaktiven Abfall stehen anderer Endlager bereit, für welche schon die Genehmigung erteilt wurde.

Die Einlagerungskapazität von Gorleben ist groß und könnte ohne weiteres für 40 statt 20 KKWs hochgefahren werden. Eine noch offene Frage ist die der Rückholbarkeit der Abfälle zwecks weiterer Wiederaufbereitung. Holt man das Plutonium heraus, so kann man es als neuen Brennstoff in MOX-Brennstäben verwenden. Holt man alle Aktiniden heraus, so kann man die Abklingzeit der Radioaktivität auf natürliches Niveau erheblich verkürzen.

Allerdings ist die Rückholbarkeitsoption gegenüber der unbefristeten und wartungsfreien Endlagerung erheblich teurer. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht von den in 400 bis 800 Meter Tiefe lagernden radioaktiven Abfällen in keinem Fall!


1.4) Die Energiepolitische Sicherheit der Kernenergie

Der Beitrag der Kernenergie zur energiepolitischen Sicherheit von Europa liegt in der ganz anderen Situation der Brennstoffversorgung und –bevorratung gegenüber Öl und Gas. Demgegenüber kommt Uran für KKWs aus politisch stabilen Ländern wie Kanada, Australien oder Brasilien.

Öl kommt vorwiegend aus dem politisch instabilen Nahen Osten. Gas kommt vorwiegend aus Russland, wobei wir hoffen, dass seine Versorgungsmacht nicht zu politischen Pressionen missbraucht wird.

Die Einlagerung von Öl und Gas in Kavernen und Druckbehältern als gesetzliche Reserve für 90 Tage ist aufwendig und teuer.

Demgegenüber ist die Vorratshaltung von Uran zur energiepolitischen Sicherheit bedeutend einfacher und preiswerter als bei Öl und Gas. Es wäre leicht, gerade unter Ausnutzung der gegenwärtig noch niedrigen Uranpreise, einen Uranvorrat für 10 Jahre (bei Fortlauf der gegenwärtigen Kernenergieproduktion) anzulegen. Die Kosten für die Vorrathaltung von Öl und Gas des gleichen Energieinhaltes wäre 35 mal so hoch!

Die Brennstoffkosten für Gaskraftwerke (Gaspreis frei Kraftwerk) betragen 75 % der Kosten der erzeugten Energie. Demgegenüber beträgt der Uranpreis nur 3 % des Strompreises aus KKWs.

Die Vorräte der zum jetzigen Preis abgebauten Uran-Ressourcen reichen (bei jetzigem Ausbau der Kernenergie) für etwa 60 Jahre. Bei Verdreifachung des Uranpreises (d.h. auf 9 % des Strompreises) reichen die abbau-würdigen Uran Ressourcen 200 Jahre.

Eine weit bedeutendere Steigerung der Nutzbarkeitsdauer der Kernenergie um den Faktor (!) 50 bis 100, also auf mindestens 50 x 60 = 3.000 Jahre, resultiert mit Brutreaktoren, welche das schnelle Neutronenspektrum der Kettenreaktion benötigen (in welchen also die Neutronen nicht durch Wasser abgebremst werden) und aus 238U mehr Spaltmaterial erbrüten (nämlich 239Pu und 241Pu), als 235U verbraucht wird. Dadurch kann nicht nur die 0,7% von 235U als Brennstoff benutzt werden, sondern auch die 99,3% von 238U, nachdem es in Plutonium (durch Neutroneneinfang und anschließenden β-Zerfall) umgewandelt wurde.


1.5) Der Beitrag der Kernenergie zum Klimaschutz

Wären anstelle der KKWs in Deutschland Kohlekraftwerke gebaut worden, welche dieselbe jährliche Strommenge erzeugt hätten, so würden sich die jährlichen CO2-Emissionen um etwa 160 Millionen Tonnen erhöhen. Dies entspricht etwa der CO2-Emission des gesamten deutschen Kraftfahrzeugverkehrs.

Würde die Kernenergie durch moderne, aber fossil befeuerte Kraftwerke (z.B. Gaskraftwerke) ersetzt werden, so würde sich die CO2-Emission immer noch um 100-120 Millionen Tonnen erhöhen.

Gemäß der DPG-Studie (2005) wird die Gesamt-Treibhausgas-Emission Deutschlands im Jahre 2020 folgende Werte annehmen:

820 Millionen Tonnen CO2-Äqu. mit weiterlaufenden KKWs
932 Millionen Tonnen CO2-Äqu. mit abgeschalteten KKWs

Das Ziel einer Verringerung der CO2-Emission von 1020 Millionen Tonnen (1990) um 40 % von 1990 bis 2020 erscheint schon mit weiterlaufenden KKWs als zu ehrgeizig, aber als völlig unrealistisch bei abgeschalteten KKWs.


1.6) Die Zukunft der (Kernspaltungs-) Kernenergie

Nach der Generation I der Kernreaktor-Prototypen, der Generation II der jetzt in Betrieb befindlichen Leichtwasser-KKWs und der fortgeschrittenen Generation III des EPR (European Pressurized Reactor), bei welcher sich alle eventuellen Unfälle auf das Innere des Containments beschränken, wird zur Zeit an der Generation IV neuer Reaktortechnologien geforscht.

Die neuen Reaktortechnologien sind:

a) Gasgekühlter schneller Reaktor
b) Bleigekühlter schneller Reaktor
c) Salzschmelze Reaktor
d) Natriumgekühlter schneller Reaktor
e) Leichtwasserreaktor mit überkritischen Dampfzuständen
f) Hoch- bzw. Höchsttemperatur-Reaktoren

An Generation IV ist auch Euratom (also Europa außer Deutschland, falls der Ausstiegsbeschluss nicht aufgehoben wird) beteiligt, und zwar an der Entwicklung von drei der sechs Reaktorkonzepte.

Man erkennt schnell, dass zwei Gesichtspunkte bei den neuen Konzepten wesentlich sind:

Einmal geht es um verschiedene Typen schneller Brutreaktoren, die in der Lage sind, neuen Brennstoff (Plutonium) aus 238U zu erbrüten, was die Brennstoffvorräte entscheidend vergrößert (siehe oben).

Andererseits geht es um höhere Betriebstemperaturen, um den Wirkungsgrad gemäß dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik entscheidend zu erhöhen und auch, um den Einstieg in die Wasserstofferzeugung (Wasserdissoziation) durch Kernenergie zu schaffen.

Hier sei der HTR (Hochtemperaturreaktor) genannt, weil er leider ein Beispiel für deutsche Fehlentwicklungen ist:

Die grundlegenden Erfindungen für den HTR wurden vor etwa 30 Jahren in Deutschland gemacht, nämlich von Prof. Dr. Schulten und Prof. Dr. Lohnert. Letzterer ist Professor am Institut für Kernenergetik und Energiesysteme der Universität Stuttgart.

Ein Prototyp des HTR wurde in Deutschland gebaut, aber bald durch die Anti-Kernkraft-Regierung aus "politischen Gründen" abgeschaltet. Deshalb erleidet Herr Lohnert einstweilen das Schicksal des Propheten im eigenen Vaterland. Mehr Glück hat er hingegen in China. Dort wurde der HTR nach deutschem Vorbild inzwischen nachgebaut (genannt PBMR = Pebble Bed Modular Reactor) und Herr Lohnert bekam kürzlich (im Februar 2006) in Peking einen Preis für den wichtigsten ausländischen Wissenschaftler.

Er hatte in China auch Grund zu weiterer Freude: Die Anfangsbedingungen der Kettenreaktion wurde versuchsweise beim HTR so eingestellt wie beim Tschernobyl-Unglück. Der HTR ging jedoch konstruktionsgemäß, der Rechnung von Herrn Lohnert folgend, von selbst in den Normalbetrieb zurück, anstatt zu explodieren. Die Journalisten gingen daraufhin gelangweilt nach Hause. Sie hatten nämlich die eigentliche Sensation gar nicht begriffen: Dieser Reaktortyp ist nämlich “inhärent sicher“, das heißt, er kann nämlich gar keinen GAU haben, auch unter schlimmsten Bedingungen nicht, die hier absichtlich erzeugt wurden.

Da hätte doch nun wenigstens die deutsche, von Kernenergie-Ängsten geschüttelte Medienwelt freudig erregt reagieren müssen! Doch davon war kein Sterbenswörtchen zu lesen oder zu hören.

Eine weitere Zukunftsentwicklung betrifft die mögliche Rolle der Transmutation bei der zukünftigen Entsorgung:

Der hochradioaktive Abfall besteht nämlich aus kurzlebigen Spaltprodukten und langlebigen "Aktiniden", d.h. von Transuranen (wie Pu, Am, Np), die beim Abbrand erzeugt werden.

Entfernt man nun die Aktiniden chemisch aus dem Abfall (Partitionierung), so bleiben einerseits kurzlebige Spaltprodukte übrig; andererseits muss man die Aktiniden durch Bestrahlung (Transmutation) in kurzlebige Spaltprodukte umwandeln. Auf diese Weise kann man im Prinzip erreichen, die Dauer der Endlagerung bis zur Erreichung des Niveaus natürlicher Radioaktivität wesentlich zu verkürzen (:: siehe 7).


1.7) Alternative Energien, ihre Möglichkeiten und Grenzen im Energiemix

Wir sehen uns zunächst den Stand der Nettostromerzeugung in Deutschland aus verschiedenen Energieträgern im Jahre 2004 an (siehe Graphik 8):

Danach trug bei (in der Reihenfolge ihrer Anteile):

Kernenergie 30,00 %
Braunkohle 27,00 %
Steinkohle 22,00 %
Erneuerbare Energien 10,00 %
Erdgas 8,00 %
Heizöl, Pumpspeicher 3,00 %


Der Beitrag der erneuerbaren (d.h. alternativen) Energien setzte sich wie folgt zusammen (in der Reihenfolge ihrer Anteile):

Wind 4,59 %
Wasser 3,78 %
Biogene Brennstoffe 1,10 %
Biogas 0,24 %
Deponiegas 0,19 %
Fotovoltaik 0,10 %
Geothermie 0,00 %


Bild 9 zeigt die Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den letzten Jahren.

Diese war allerdings nur durch eine erhebliche kostenintensive Subvention (durch den Stromkunden) der erneuerbaren Energien möglich.

So wurde im Jahr 2004 gemäß dem Energie-Einspeisungs-Gesetz (EEG) vergütet:

für den Photovoltaikstrom 280 Millionen € ,
also 50 Cent / KWh, was einer Subvention von etwa 1.500 % entspricht (bei einem Marktwert von 3 Cent/KWh)

für den Windstrom 2.300 Millionen €,
also 9 Cent / KWh, was einer Subvention von 300 % entspricht.
Auf die Beschäftigten in der Windenergie (direkt 7.500, indirekt 61.600) berechnet sich eine "Bandbreite" der Subvention von 37.300 € bis 307.000 € pro Jahr und Arbeitsplatz (Auf diese Weise kann man natürlich leicht "wertvolle Arbeitsplätze" schaffen!)

Wie sich die Fördermittel (Subventionen) über die Jahre hinweg bei der Windenergie entwickelt haben (bis 2003, aber natürlich weiter ansteigend auf Grund des Einspeisungsgesetzes) zeigt :: Bild 10.


Sollte der Beitrag der Kernenergie bis 2020 abgeschaltet werden, so müsste er

a) entweder ganz durch erneuerbare Energie ersetzt werden
b) teilweise durch fossile und teils durch erneuerbare Energie ersetzt werden
c) zum fehlenden Teil durch importierte KE ersetzt werden

Alternative c) ersetzt also deutsche Kernenergie durch ausländische (z.B. französische, tschechische, russische) Kernenergie. Dies läuft den Intentionen der Kernenergiegegner diametral entgegen und stellt eine Ironie der Weltgeschichte dar, weil genau das Gegenteil des Gewollten erreicht wird.

Alternative b) erhöht in jedem Fall die CO2-Emission und macht die Klimaschutzziele unerreichbar.

Alternative a) würde eine Vervierfachung des Anteils der erneuerbaren Energien bis 2020 notwendig machen.

Alternative a) wird nun in euphorischer Weise von allen Kernkraftgegnern in Aussicht gestellt.

Jedoch zeigen alle seriösen Gutachten, dass dieses Ziel auch bei größten Anstrengungen unerreichbar, also illusionär ist.

Maximal erreichbar ist demgegenüber eine Erhöhung der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung:

auf 20 % im Jahre 2020
auf 30 % im Jahre 2030

Das heißt, auch im Jahre 2030 muss mindestens 70 % des Stromes entweder von fossilen Kraftwerken und/oder von Kernkraftwerken erzeugt werden.

Um diese Abschätzung zu untermauern, gehen die Gutachten in viele Einzelheiten. Wir wollen daraus nur die allgemeinen naturgesetzlichen und technischen Gründe entnehmen, die der Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien Grenzen setzen:

Bei der Windkraft muss man zwischen installierter und tatsächlicher Energieproduktion unterscheiden. Strom wird nur erzeugt, wenn der Wind in geeigneter Stärke bläst. Da sich Strom nicht speichern lässt, aber jederzeit verfügbar sein soll, muss bei Flaute sofort Regulierungsenergie bereitstehen. Das heißt, genauso viel Gaskraftwerkenergie oder Pumpspeicherwerkenergie wie Windenergie muss zusätzlich installiert werden, um bei Windstille die Windenergie sofort ersetzen zu können. Gespart wird nur der Brennstoff, falls der Wind weht, aber nicht die Installationskosten. Das Stromnetz bei Offshore-Windanlagen schafft weitere Probleme, die kaum vor 2020 gelöst werden können.

Die Wasserenergie ist am zuverlässigsten und gleichmäßig verfügbar. Sie ist aber hierzulande schon lange ausgebaut und nicht mehr beliebig erweiterbar.

Die Photovoltaik ist hierzulande am teuersten und wird den geringsten Beitrag leisten. Die Sonneneinstrahlung ist diffus und unregelmäßig und der Wirkungsgrad der Photozellen ist technisch weitgehend ausgereizt. Der Platz für große Anlagen steht nicht zur Verfügung.

Die anderen erneuerbaren Energien werden ihren Beitrag weiterhin leisten. Er wird aber klein bleiben, weil die Brennstoffe (Biogas, Deponiegas, Abfälle) beschränkt bleiben, und weil Geothermie noch unerprobt ist und auf lokal beschränkte unterirdische "Wärmeinseln" angewiesen ist.


1.8) Szenarien mit und ohne Kernenergie

Um abschätzen zu können, welche Auswirkungen einerseits die Beibehaltung des Ausstiegsbeschlusses aus der Kernenergie hat, andererseits eine Laufzeitverlängerung, und schließlich eine effiziente Nutzung aller Ressourcen unter Kernenergieausbau, hat das IER diese Szenarien in allen Details verglichen und ihre wichtigsten Auswirkungen beschrieben. (Ich danke an dieser Stelle Prof. Dr. Alfred Voß und seinem Mitarbeiter Steffen Wissel, der die Folgerungen des Instituts zusammengestellt hat).

Die verglichenen Szenarien sind (:: Bild 11):

1. Referenzszenario (REF)

Fortschreibung der derzeitigen Energiepolitik
Auslaufen der Kernenergienutzung
Keine Verschärfung der Klimaschutzziele

Bei Treibhausgas-Reduktionszielen von (gegenüber 1990)
-21 % bis 2010
-35 % bis 2020
-50 % bis 2030

2. Präferenz Erneuerbare Energien (PEE)

Anteil erneuerbarer Energien steigt auf 30 %
Auslaufen der Kernenergienutzung
Keine CO2-Abtrennung

3. Clean Coal Technologies (CCT)

4. Effiziente Ressourcennutzung mit Kernenergie-Laufzeitverlängerung (ERL)

5. Effiziente Ressourcennutzung mit Kernenergie-Ausbau (ERA)

Die Kostenimplikationen der vier Szenarien gegenüber dem "Referenzszenario" zeigt :: Bild 12. Wie zu erwarten, gibt es bei voller Ressourcennutzung mit Kernenergieausbau gegenüber dem Referenzszenario eine bis 2030 kumulierte Einsparung von 113 Milliarden € und eine Senkung des Strompreises 2030 von 3,6 Cent/KWh auf 2,5 Cent/KWh. Bei Laufzeitverlängerung werden bis 2030 immerhin 30 Milliarden € eingespart, während der Strompreis 2030 auf 3,8 Cent/KWh steigt. Bei Präferenz für Erneuerbare Energien (ohne Kernkraft) mit verschärftem Klimaschutz ergeben sich gegenüber dem Referenzszenario kumulierte Mehrkosten von 110 Milliarden € und ein Strompreis (2030) von 5,5 Cent/KWh anstatt 3,6 Cent/KWh.

Gegenwärtig interessieren besonders die Auswirkungen einer Laufzeitverlängerung (:: Bild 13). Gegenüber der "Präferenz Erneuerbare Energien" ergibt sich immerhin eine Einsparung bei den Kosten der Stromerzeugung von 140 Milliarden € und eine Reduktion der mittleren Stromkosten um 25 % bis 30 %, ferner eine Reduktion der Erdgasimporte um rund 30 % der derzeitigen Importe sowie ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Stromerzeugungsstandortes Baden-Württemberg.

Schließlich muss mit großem Nachdruck hervorgehoben werden, dass beim Ausstieg aus der Kernenergie, das heißt bei der Vernichtung eines ganzen höchst erfolgreichen Wirtschaftszweiges, Deutschland nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe entsteht, sondern auch ein kaum wiedergutzumachender immaterieller Schaden droht:

Das Abreißen des Know-How-Fadens in einem ganzen hochqualifizierten ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsgang.

Dies ist schon jetzt an den fast auf Null zurückgegangenen deutschen Studentenzahlen im Fach Kernenergetik festzustellen. Man kann ja wohl auch nicht im Ernst erwarten, dass ein junger Student sich für die deutsche Kernenergie-Abriss- und –Müllabfuhr begeistert, während ihm bessere Perspektiven allenfalls in Frankreich oder China offen stehen.

Auch sind die kerntechnischen Lehrangebote an deutschen Hochschulen erheblich kleiner geworden. Fördermittel für innovative Reaktor- und Sicherheitskonzepte werden nicht mehr zur Verfügung gestellt, so dass sogar die Aufrechterhaltung des hohen Sicherheitsniveaus der deutschen KKWs wegen alternder Belegschaft und fehlendem Nachwuchs gefährdet ist.


2) Der Deutsche Irrweg

Angesichts der objektiven Sachverhalte, die alle zu dem Schluss führen, der Kernenergie eine positive Rolle im künftigen Energiemix zukommen zu lassen, könnte man naiverweise meinen, dass die Entscheidung dafür im politischen Raum leicht fällt.

Wir alle wissen jedoch, dass dies so nicht zutrifft. Die psycho-politischen Gründe dafür will ich nun untersuchen, und zwar zunächst an Hand einiger selbsterlebter Beispiele, sodann etwas grundsätzlicher.

2.1) Beispiele

Sie sind dem privaten Bereich, dem Medienbereich und dem politischen Bereich entnommen.

a) Die Zahnarztfrau

Während eines Klassentreffens trafen wir auch die Frau meines Klassenkameraden, eines Zahnarztes und guten Fachmannes auf seinem Gebiet. Sie war gerade bei ihm in Behandlung gewesen. Als im Gespräch die Rede auf Kernenergie kam, meinte meine Frau, da müsse man vielleicht einmal die Fachleute konsultieren. Doch da fasste die gerade von ihrem Mann, dem Fachmann behandelte Zahnarztfrau ihre Überzeugung in einem einzigen Satz zusammen: "Fachleute darf man doch da nicht fragen!"

b) Der Kaffeemühleneffekt

Einmal beschwerte ich mich im Kernforschungszentrum Karlsruhe über die Nichteinhaltung von Vorschriften: Ein Fass mit schwach radioaktivem Material war in Mol (Belgien) aufbereitet worden und zurückgekommen. Es enthielt verbotener Weise eine – allerdings winzige – Menge Plutonium, welches sich durch α-Strahlung verriet. Das Fernsehen setzte daraufhin die Bundesrepublik in helle Aufregung: Schon wieder einmal hatte die deutsche Kernenergie gegen alle Sicherheitsvorschriften verstoßen!

Ich wurde allerdings von den Fachleuten belehrt, dies sei der "Kaffeemühleneffekt". So wie bei Omas Kaffeemühle ein Krümel des alten Kaffees in den frisch gemahlenen gerät, so sei hier ein Milligramm Plutonium von vorherigen Aufbereitungsprozessen anderer Kernenergiekunden in das deutsche Fass geraten. Eine harmlose Erklärung des angeblichen Skandals also!

Wer nun aber, nachdem die Bundesrepublik eine Woche lang in Angst und Schrecken versetzt worden war, eine Sendung des Fernsehens über die harmlose Aufklärung des sogenannten "Skandals" erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wahrscheinlich genügte es den Veranstaltern, wieder einmal gezeigt zu haben, wie gefährlich doch die deutsche Kernenergie sei.

c) Die Risikokommission

Diesen Bericht verdanke ich Herrn Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Schoch, Ehrendoktor der Universität Stuttgart und damals Vorstand des Kohlekraftwerkes Mannheim. Er war Mitglied einer Kommission der Bundesregierung, die sich mit Risiken der Industrie sowie im Verkehr und in Haushalten befasste. Dort fasste er seine Meinung so zusammen: "Nach der von der Bundesregierung selbst geführten Statistik haben wir Jahr für Jahr 10 bis 20 tödliche Unfälle in der gesamten deutschen Industrie zu beklagen, und im Vergleich dazu 10.000 bis 20.000 tödliche Unfälle im Verkehr und in den Haushalten. Dieser objektive Vergleich sollte doch als Maßstab für die Beurteilung der Gefahrenlage dienen".

Da widersprach ein Politiker Herrn Dr. Schoch heftig: "Nein, Herr Dr. Schoch! Ihr Standpunkt ist ein typischer Ingenieur-Standpunkt. Wir Politiker haben uns dagegen nach der Akzeptanz von Risiken in der Bevölkerung zu richten!"


2.2) Die Natur der Fehlentwicklungen

Wenn wir nun die drei Beispiele, die nämlich alles andere als harmlose, unabhängige kleine Anekdoten sind, im Zusammenhang sehen, so nähern wir uns langsam der Erklärung für die geradezu ungeheuerliche Akzeptanzverzerrung, die in Deutschland seit mehr als dreißig Jahren hinsichtlich der Einschätzung der Kernenergie herrscht, und die sich völlig von den objektiven Sachverhalten gelöst hat: Es handelt sich nämlich bei diesem soziopolitischen Phänomen um einen Selbststabilisierten Negativen Regelkreis.

Die psychische Energie dieses Phänomens kommt aus archetypischen Tiefenschichten menschlichen Fühlens und Denkens. Das wurde schon 1980 in seinem Buch "Unbewußt Dagegen?!" von Andreas Wünschmann ausführlich analysiert. Und Vieles kommt dabei zusammen:

Die Anti-Kernkraft-Ideologie gehörte bekanntlich zum Gründungsmythos der Grünen Partei. Für Viele wurde dabei das deutsche Ökowesen (an dem die Welt genesen sollte) zum emotionalen Ersatz für die dahinschwindende Wirkung des Spätmarxismus, ohne dabei zu bedenken, welchen wesentlichen Beitrag die Kernenergie zum Klimaschutz leistet.

Verstärkung kam auch von einem gewissen "Gutmenschentum", wobei wir einen "Gutmensch" als einen solchen guten Menschen definieren wollen, bei welchem "Gesinnungsethik" überwertig wird gegenüber "Verantwortungsethik".

Die "deutsche Angst" – ein mittlerweile zum internationalen Vokabelschatz gehöriger Begriff – fand daraufhin in der Kernenergie ihr Lieblingsobjekt und wurde gerade wegen ihres jeder Festlegung ausweichenden diffusen Charakters zum unentbehrlichen Bestandteil des Emotionalisierungspotentials der Antikernkraftbewegung.

Das alles erklärt aber noch nicht die Langlebigkeit der Antikernkraftbewegung jenseits aller sachbezogenen Rationalität: Sie kommt durch die in zyklischer Kausalität sich wechselseitig unterstützende Verhaltensweise dreier Teilnehmergruppen zustande: Der Politik, der Medien und des Volkes. So nämlich funktioniert dieser selbststabilisierende Regelkreis:

Gewisse Politiker sehen, dass mehr Einfluss durch Erzeugung von Ängsten als durch Hinweis auf Sachverhalte und Notwendigkeiten zu gewinnen ist.

Sie werden dabei durch gewisse Medien unterstützt, die ihren Verkaufserfolg eher durch Zeitgeistverstärkung als durch objektive Information sichern wollen.

Und viele Zeitgenossen, die lieber emotionalisiert als informiert werden wollen, werden so zu einer wirklichkeitsfernen Sichtweise verführt.

Auf diese verzerrte Akzeptanz im Volk können sich dann wiederum gerade diejenigen Politiker berufen, die sie selbst erst erzeugt haben.

Und diejenigen Medien, die den so verbreiteten Zeitgeist am geschicktesten fördern, leben am besten davon.


3) Der Ausweg aus dem Irrweg

Bezüglich der Energiepolitik nähern wir uns jedoch inzwischen dem Stadium eines Phasenüberganges: Anstelle des lateinischen Spruches "pacta servanda sunt" (Verträge sind einzuhalten), der einem Gründungsmythos und einem vor 25 Jahren gefassten Parteitagsbeschluss unumkehrbaren Ewigkeitswert verleihen sollte, wird jetzt der andere lateinische Spruch "vitia corrigenda sunt" (Fehler sind zu korrigieren) Geltung gewinnen.

Nur dieser letztere entspricht natürlich dem Wesen der Demokratie, in welcher einsehbar gewordene Fehlentwicklungen immer auch korrigiert werden können.


3.1) Die Notwendigkeit der energiepolitischen Wende

Die Notwendigkeit, ja Dringlichkeit, der Kernenergie auch in Zukunft in Deutschland die ihr gebührende Rolle zu erteilen, ergibt sich aus einer Zusammenfassung des schon Gesagten:

a) Als Basisinnovation hilft Kernenergie bei der zuverlässigen Erzeugung elektrischer Energie auf Jahrtausende.

b) Die Verfügbarkeit deutscher Kernenergie nimmt einen Spitzenplatz ein. Ihr Weiterbestehen ist unentbehrlich für den Erhalt deutschen Know-Hows und des technologischen Ranges Deutschlands.

c) Die Sicherheit deutscher Kernenergie ist gewährleistet. Die Endlagerung aller radioaktiven Abfälle – einschließlich der hoch-radioaktiven – kann nach Aufhebung des nicht zweckdienlichen Moratoriumsbeschlusses der alten Bundesregierung – nach 25-jähriger Vorbereitung – in wenigen Jahren stattfinden. Die weltweite kumulierte Schadensbilanz der Kernenergie ist nachweislich wesentlich geringer als die von Kohle-, Öl- und Hydroenergie.

d) Durch Kernenergie wird in Zukunft die energiepolitische Sicherheit Europas wesentlich erhöht, bei weltweit rapide steigendem Energiebedarf.

e) Die CO2-freie Kernenergie leistet einen unentbehrlichen Beitrag zum Klimaschutz.

f) Die Kernenergie wird weltweit ausgebaut und weiterentwickelt. Die Annahme ihres Auslaufens ist absurd.

g) Alternative Energien haben ihren Anteil am Energiemix. Sie können aber auch im besten Fall in Zukunft die Kernenergie nicht ersetzen.


3.2) Die Schwierigkeiten des “Ausstiegs aus dem Ausstieg“

Diese liegen natürlich in der schon erwähnen Natur der Fehlentwicklung. Sie besteht in der sich wechselseitig verstärkenden Ideologisierung gewisser relevanter Teile der Gesellschaft, die wir als „negativen Regelkreis“ bezeichnet haben. Wir wiederholen die wesentlichen Komponenten dieses kooperativen Prozesses:

a) Die Erweckung energiepolitischer Illusionen zugleich mit weit überproportionalen Ängsten gegenüber der Kernenergie. Diese erzeugte einen gesinnungsethisch dominierten Zeitgeist, der gewissen Parteien Wählerstimmen zuführte, ja sogar zum Gründungsmythos diente.

b) Gewisse Medien sahen in der Zeitgeistverstärkung anstatt der objektiven Information unter Ausnutzung ihrer “Gate-Keeper“-Funktion ihre wesentliche Aufgabe, was auch den wirtschaftlichen Interessen ihres “Tendenzbetriebes“ zugute kam.

c) Relevante Teile des Volkes lieben die Bequemlichkeit der Gewöhnung an Illusionen mehr als die verantwortungsethische Information über die objektive Wirklichkeit..

d) Eine Minderheit gehörte dem im Volk immer vorhandenen frei vagabundierenden Aggressionspotential an (heute “Chaoten“ genannt), welches immer einen Gegner sucht und braucht, und diesmal in der “bösen Kernenergie“ fand.

3.3) Die Verwirklichung der energiepolitischen Wende

Aus der gegenwärtigen Welt-Energie-Situation ergibt sich zunächst:

Je eher die (notwendige) Wende eintritt, desto glatter und erfolgreicher wird sie sein.

Weiterhin zeigt sich, dass es für die Art der Wende – die nämlich primär keine technische, sondern eine politisch-ideologische sein muss – am besten wäre, wenn sich der negative kooperative Prozess simultan in einen positiven kooperativen Prozess verwandeln würde. Dazu müssten also – idealerweise – alle Teile der Gesellschaft, also Parteien, Medien, “das Volk“, möglichst gleichzeitig beitragen.

Wir können nicht umhin, dazu ein wenig in die Einzelheiten zu gehen:

Die Wende in den Parteien:

Die SPD hat aus mehreren Gründen eine gute Gelegenheit, ihre Position zu revidieren:

a) Seit ihrem Kernenergie-Ausstiegsbeschluss (1980) hat sich die energiepolitische Weltsituation grundlegend verschärft.

b) Andererseits hat sich die Sicherheitstechnik der Kernkraft in Deutschland voll bewährt und wird weltweit weiter verbessert.

c) Die AKKA (Anti-Kern-Kraft-Angst) ist ein vorübergehendes Phänomen in der SPD, welches überhaupt nicht zu ihren Grundsätzen (wie z.B. Gerechtigkeit, Chancengleichheit) gehört.

d) Die Rückkehr zu realitätsbezogenen Positionen bzgl. Kernkraft ist in der SPD selbst durch eigene Vorbilder (Helmut Schmidt, Rolf Linkohr) vorgezeichnet.

e) Die jetzige Parteienlandschaft macht frei für neue Positionen und Optionen

Die CDU/CSU kann mit Befriedigung auf ihre konsequente, realitätsbezogene Position hinsichtlich der Notwendigkeit des Kernkraft-Beitrages zurückblicken. Sie sollte jedoch nicht rechthaberisch “nachkarten“, wenn andere Parteien Fehleinschätzungen erkennen und korrigieren, denn dies gehört zum demokratischen Prozess und sollte eher anerkannt als diskriminiert werden.

Für die FDP gilt hinsichtlich der Kernkraft dasselbe wie für die CDU.

Für die Grünen bedeutet der “Ausstieg aus dem Ausstieg“ die Aufgabe ihres Gründungsmythos, also (scheinbar) die Aufgabe ihrer Grundsätze. Diese tief-verwurzelte, aber dennoch falsche Meinung beruht aber auf einer Fehleinschätung der Kernenergie: Denn diese ist sowohl nachhaltig wie umweltfreundlich (Klimaschutz) und sicherheitstechnisch verantwortbar (und zwar besonders im Vergleich mit anderen Energieerzeugungsarten). Eine Änderung des Denkens – mehr noch der Emotionen – ist also auch hier, wahrscheinlich verbunden mit einem Generationswechsel, möglich.


Die Wende in den Medien:

Dazu gehört im Sinne der Erkenntnis ihrer Rolle in der offenen Gesellschaft bei vielen Medien eine Tendenzverschiebung hin zu

a) Mehr realitätsbezogenem Informieren statt ideologiebezogenem Missionieren

b) Mehr Zeitgeistkritik statt Zeitgeistverstärkung

c) Mehr “Gate-Opening“ statt “Gate-Keeping“. Dabei schadet es nicht, echten – nicht selbsternannten – Fachleuten mehr Raum zu gewähren

Die Wende im Volk:

Dazu gehört

a) Das Aufgeben von Illusion und die Bemühung um Information durch erwiesene, nicht selbsternannte Fachleute; dabei ist eine Revision des “gestörten Verhältnisses zur Zahl“ nötig!

b) Die Distanz zu archetypischen überwertigen Ideen, Utopien und Emotionen

c) Die Disziplinierung frei vagabundierender Aggressionspotentiale

Diese simultane Wende ist erforderlich und möglich, aber leider nicht selbstverständlich, denn zu solchen großen Phasenübergängen gehören als unvermeidliche Begleiterscheinungen aufgeregte Kontroversen, nämlich sogenannte “kritische Fluktuationen“ wie wir aus fachübergreifenden universellen Erkenntnissen von der Physik über die Synergetik bis zur Soziodynamik wissen.

Wenn diese Wende jedoch gelingt, so bedeutet sie die Einführung einer neuen Kultur des demokratischen Entscheidungsprozesses bei der Behebung großer Fehlentwicklungen.

Bestandteile dieser neuen Kultur werden dann unter anderem sein:

a) Das parteiübergreifende zielführende Aussprechen und Abwägen aller problembezogenen Aspekte der Realität unter Vermeidung des “Zerquatschens“ der Probleme mit Resultante Null.
b) Das Verlassen jeweiliger ideologischer Verhärtungen und Engführungen mit dem gemeinsamen Willen zur Objektivierung
c) Die Vermeidung retrospektiver Schuldzuweisungen zwischen den Parteien, um das lösungsbezogene Vorgehen ohne Vorurteil nicht zu erschweren.
d) Der Wille zur Entscheidung und Lösung der Probleme in endlicher Zeit, das heißt: ohne “Moratorien“, weil diese nur zu Problemstau und Verschlimmerung der Situation führen.

Mögen sich alle Mitglieder der Gesellschaft, insbesondere aber Menschen in Schlüsselpositionen und mit Multiplikatorwirkung, also die Elite, ihrer Verantwortung bei der Entwicklung dieser neuen gesellschaftlichen Kultur bewusst sein!


Bildanlagen

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Die Zukunft der Kernenergie


Vortrag vor Old Table 15 Freiburg am 16.2.2006
von Dipl.-Phys. Alvo v. Alvensleben

Einleitung

Lasst mich mit zwei Zitaten beginnen. Woher sie stammen, möchte ich erst hinterher verraten.

„Die Atomenergie kann zu einem Segen für Hunderte von Millionen Menschen werden, die noch im Schatten leben. ... Die Hebung des Wohlstandes muß allen Menschen zugute kommen. In solchem Sinne entwickelt und verwendet, kann die Atomenergie entscheidend helfen, die Demo­kratie im Innern und den Frieden zwischen den Völkern zu festigen. Dann wird das Atomzeital­ter das Zeitalter werden von Frieden und Freiheit für alle.“

Ende des ersten Zitats. Hier das zweite:

„Jeder Einwohner der Bundesrepublik verbraucht heute durchschnittlich fast 10 kWh elektri­scher Energie am Tag, das ist die Arbeitskraft von durchschnittlich 10 Menschen… Doch unsere Versorgung mit Energie ist gefährdet. .. Wir müssen unsere vorhandenen Energie­quellen besser ausnutzen und uns nach neuen Energie­quellen umsehen. Eine der aussichtsreichsten, eine der zukunftsträchtigsten, eine der sichersten ist die Kern­energie, damit wir auch nach dem Jahr 2000 versor­gungs- und krisensicher sind“.

Zur Zeit sind einige der größten Länder der Erde dabei – nämlich Indien und China - , die Ver­heißung dieser Worte in die Wirklichkeit umzusetzen: „Segen für Hunderte von Millionen Men­schen ... Die Hebung des Wohlstandes muß allen Menschen zugute kommen ...“. Aber wer hat das denn so gesagt, und wann? 

Das erste Zitat stammt aus dem „Atomplan“, den die SPD auf ihrem Parteitag im Juli 1956 in München verabschiedet hat.

Das zweite wurde 1974 von der Regierung Schmidt als Postwurfsendung an alle Haushalte ver­teilt. Das war ein Jahr nach der ersten Öl-Lieferkrise vom November 1973 – mit ihren autofreien Sonntagen. Aus gutem Grunde hatte sich die damalige Bundesregierung überlegt, wie man sich ein wenig von der Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen befreien könne. Ich möchte in diesem Vortrag zeigen, dass ihre damaligen Schlussfolgerungen auch heute noch ihre Berechti­gung haben.  

Wenn man diese klaren Worte pro Kernenergie aus der Feder führender Sozialdemokraten ge­hört hat, muß man sich ja fragen, wie es zu der Kehrtwendung um 180 Grad gekommen ist, die von der heutigen SPD vertreten wird. Nicht nur, dass auf keinen Fall mehr neue KKWs in Deutschland gebaut werden sollen – es sollen nicht einmal die bestehenden KKWs bis zum Ende ihrer normalen Lebensdauer von 40 Jahren betrieben werden, für die sie beim Bau und bei der atomrechtlichen Genehmigung ausgelegt wurden. Statt dessen sollen sie im Durchschnitt schon nach 32 Betriebsjahren stillgelegt werden.

Strombedarf

Zunächst ein paar Worte zum Strombedarf in der Bundesrepublik.

Dazu schreibt die  Financial Times Deutschland (FTD) vom 16.1.2006:

„Mit knapp 170 von 600 Milliarden insgesamt  produzierten Kilowattstunden ist die Kernenergie das Rückgrat der Elektrizitätsversorgung. Hält die neue Regierung am Beschluss von Rot/Grün fest, in den nächsten 15 Jahren alle 17 heimischen Atommeiler abzuschalten,  öff­net sich eine riesige Versorgungslücke. Wie soll diese Lücke auf eine verlässliche, umweltscho­nende und halbwegs bezahlbare Weise gestopft werden?

Mit erneuerbaren Energien ist das so schnell nicht zu bewältigen. Zwar hofft Umweltminister Sigmar Gabriel, ihr Anteil an der deutschen Stromerzeugung möge bis 2020 von 10 auf 25% hochschnellen. Doch dies dürfte ein frommer Wunsch bleiben: Die Wasserkraft, immer noch unser wichtigster regenerativer Energieträger, kann kaum noch ausgebaut werden. Wind bläst nicht immer. Weil aber der Strom sehr wohl regelmäßig aus der Steckdose kommen soll, müssen die Versorger konventionelle Kraftwerke mit fast derselben Leistung vorhalten.

Um zu erahnen, dass die Sonnenenergie in hiesigen Gefilden nur beschränkte Zukunft hat, reicht ein gelegentlicher Blick durchs Fenster.

Der jüngste Solar- und Biomasse-Boom nährt sich aus den gesetzlich festgelegten Einspeisevergütungen – die den aktuellen Strom-Börsenpreis um das zwei- bis zehnfache übertreffen. Die Differenz zahlt der Verbraucher, und sobald es an dessen Portemonnaie geht, schrumpft die Be­geisterung für Erneuerbare: Nicht einmal 1,5 Prozent der deutschen Haushalte bezogen vor Jahresfrist reinen Ökostrom.

Gabriel weiß das – und fordert daher bei jeder Gelegenheit eine bessere Nutzung von Energie. Weltweit sind Effizienzsteigerungen dringend nötig, Deutschland ist allerdings auf diesem Pfad seit den Ölkrisen der 70er und 80er Jahre schon weit vorangekommen. Die Effizienzkurve hat sich daher zuletzt merklich verflacht. Um das Sparpotential noch weiter auszureizen, müssten Milliarden investiert werden – und die Deutschen müssten ihr Konsumverhalten grundlegend ändern. Kurzfristig ist dies utopisch: In den vergangenen 15 Jahren stieg der private und indu­strielle Stromverbrauch um 10 Prozent.

Damit das Licht in Deutschland nicht ausgeht, müssten wir also nach dem Atomausstieg noch stärker als bisher auf Energie aus dem Ausland bauen. Dies könnte durch mehr Direktimporte von Elektrizität geschehen. Damit aber wird automatisch Atomstrom gekauft, denn nicht nur in Frankreich, auch bei unseren östlichen Nachbarn boomt die Kernenergie. Während wir also un­sere relativ modernen Kraftwerke, die nachgewiesenermaßen zu den sichersten der Welt gehö­ren, in Frühpension schicken, laufen anderswo wesentlich ältere und wohl auch unsicherere Meiler auf Hochtouren - Deutschland sei Dank. Die Frage der Endlagerung bleibt übrigens so oder so offen.

Die Alternative wären weitere Importe fossiler Brennstoffe wie Kohle und Gas zum Verstromen vor Ort....“

Soweit das Zitat aus FTD. Es ist klar, dass dies dem offiziellen politischen Ziel der Verminderung von CO2-Emissionen zuwiderläuft. (Persönlich halte ich dies Ziel zwar für irrelevant, der Umweltminister sollte sich aber daran gebunden fühlen). Würden die Gas-Importe, (bei denen nur etwa halb soviel CO2 entsteht wie bei der Kohle), bis 2020 von derzeit 10 auf 40% vervierfacht, bedeutet der Atomausstieg jährliche Zusatzemissionen von mindestens 112 Millionen Tonnen CO2. Zudem hingen wir mehr denn je am Tropf russischer Gaslieferungen.

Beim Uran stellen sich solche Probleme kaum. Ich werde weiter unten darauf eingehen.

Mit welchen Argumenten wird nun von den Kernenergiegegnern das Festhalten am Atomaus­stieg begründet?

Die drei am häufigsten wiederholten sind

- 1. das Risiko für Leben und Gesundheit der Bevölkerung durch schwere Störfälle
- 2. die allzu begrenzte zeitliche Reichweite der Spaltstoff-Vorräte
- 3. das Fehlen eines langfristig sicheren Endlagers für die radioaktiven Abfälle

Ich halte alle drei Argumente nicht für stichhaltig. Das möchte ich nun begründen.

Stand der Technik heute

Für die Sicherheitsdiskussion gibt es zwei  Bezugspunkte: Harrisburg und Tschernobyl.

Ich möchte auf beide hier nicht im Detail eingehen – weil sie für die Frage der Zukunft der Kernenergie keine bedeutende Rolle mehr spielen, jedenfalls nicht in Deutschland. Beide Katastrophen hätten sich so oder ähnlich, wie sie abgelaufen sind, in der Bundesrepublik nicht ereignen können. Im Falle Harrisburg 1979 hätten die sicherheitstechnischen Maßnahmen, wie sie in den deutschen Kernkraftwerken bestanden, einen ähnlichen Unfall verhindert. Im Falle Tschernobyl hätten schon dank den ganz anderen Konstruktionsprinzipien deutscher KKWs die Voraussetzungen für einen derartigen Unfall gefehlt.

Dass in der damaligen Sowjetunion Reaktoren gebaut wurden, in denen ein Unfall wie der von Tschernobyl vorkommen konnte, hängt damit zusammen, dass dieser Reaktortyp jederzeit leicht zugänglich sein sollte, um erbrütetes Plutonium für Atomwaffen entnehmen zu können. Inzwi­schen werden die noch vorhandenen Reaktoren dieses Typs mit westlicher Technik nachgerüstet.

Die Sicherheitsstrategie unserer Kernkraftwerke läßt sich so beschreiben:

Entscheidend ist bei allen Reaktortypen, dass sie einerseits auf alle denkbaren Fälle menschli­chen und technischen Versagens „fehlerverzeihend“ reagieren, und dass sie andererseits selbst bei den undenkbaren Fällen – sollten sie dennoch eintreten - dafür gerüstet sind, die Folgen des Störfalles zu begrenzen und zu beherrschen.

Es ist also kein Zufall, dass sich in den 27 Jahren seit Harrisburg kein gravierender Unfall in westlichen KKWs  ereignet hat. In Biblis gab es 1987 einen Störfall, der von der Presse damals sehr hochgespielt wurde mit Spekulationen darüber, was alles hätte passieren können. Aber ent­scheidend ist, dass nichts wirklich Schlimmes passiert ist – kein Menschenleben ging verloren, und der Reaktor konnte auch wieder in Betrieb genommen werden und läuft noch immer. – Über einen anderen Störfall, eine Explosion im KKW Brunsbüttel am 14.12.2001 berichtete kürzlich, am 12. 1. 2006, die ZEIT. Auch in Brunsbüttel war kein Menschenleben in Gefahr, und der Re­aktor ist ebenfalls noch in Betrieb. Ich denke, die fehlerverzeihende Sicherheitsstrategie der deutschen Ingenieure hat sich bestens bewährt.

Seit dem 11. September 2001 ist ein neuer Gesichtspunkt in der Sicherheitsdebatte aufgetaucht, und auf ihn muß ich hier eingehen. Wie schützt man ein Kernkraftwerk gegen terroristische  Angriffe mit großen Passagiermaschinen?

Ich habe darauf keine einfache, allumfassende Antwort. Aber ich möchte doch eine Reihe von Überlegungen vortragen. Sie laufen darauf hinaus, dass einem solchen Anschlagsplan Schwierigkeiten entgegenstünden, die weit größer sind, als der Laie sich vorstellen mag.

Zunächst ist festzuhalten, dass seit den 70er Jahren zu den Auslegungskriterien eines KKW ge­hört, das es dem Absturz eines schnellfliegenden Düsenjägers standhalten muß. Ein entsprechendes Experiment ist in Arizona mit einem Düsenjäger und einer Betonwand gemacht worden. Der Düsenjäger schlug mit 800 km/Stunde gegen die Wand und ging  natürlich buchstäblich „in tausend Stücke“. Die Wand aber war nur 10 bis 30 cm tief „angeknabbert“.

Weiter kann man sagen, dass ein Kernreaktor  (mit rund 60 m Höhe und Breite) ein sehr kleines Ziel im Vergleich zu den 400 m hohen und 100 m breiten Türmen des World Trade Center darstellt. Es ist deshalb entsprechend schwerer zu treffen. Das Risiko eines Fehlschlages ist also groß – und könnte schon im Vorfeld etwaige Terroristen veranlassen, sich andere Ziele auszusuchen, etwa Staudämme, Fußballstadien, Industrieanlagen .... Allein in Deutschland muß man 7800 Objekte als mögliche Ziele terroristischer Angriffe einstufen. Man kann sie nicht alle schützen -  wir müssen mit dieser möglichen Gefährdung leben.

Bezüglich eines möglichen Angriffes mit Flugzeugen auf gefährdete Anlagen müssen Primär-Maßnahmen gegen Terroristen im Flugzeug erfolgen: verschlossene Cockpit-Türen und Sicherheitspersonal (wie jetzt in den USA-Maschinen, sog. Sky Marshals). Die Israelis tun dies seit 30 Jahren, und seit dieser Zeit sind noch keine Terroranschläge in El-Al-Maschinen erfolgt.

Im Gespräch ist auch die Idee, Kernkraftwerke einzunebeln, um sie bei Gefahr unsichtbar zu machen. Vernebelungstechniker behaupten, entsprechende Wolken in sehr kurzer Zeit - in wenigen Sekunden – erzeugen zu können. Die entsprechenden Anlagen müssten allerdings erst noch rund um die Reaktoren herum errichtet werden.

Wer ernsthaft den Betrieb von Kernkraftwerken in der Bundesrepublik wegen der Terrorismus­gefahr in Frage stellen will, muß konsequenterweise auch die Abschaltung aller Kernkraftwerke in unseren Nachbarländern fordern – Schweiz, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Nor­we­gen, Schweden, Finnland usw.  In Europa laufen zur Zeit 204 Kernkraftwerke. Hätte eine sol­che Forderung Erfolg, so könnten sich Terroristen jeden Angriff ersparen. Das angerichtete Wirt­schaftschaos wäre schrecklicher als jeder denkbare „Bombenerfolg“.

Zeitliche Reichweite der Spaltstoff-Vorräte

Ich wende mich nun dem zweiten Argument der Kernkraftgegner zu.

Noch in jüngster Zeit hat Umweltminister Gabriel verlängerte Laufzeiten und den Neubau von Kernkraftwerken abgelehnt, weil „uns das von knappem Uran abhängig machen würde, das bei Verwirklichung gewünschter Ausbaupläne in nicht einmal 25 Jahren erschöpft sein würde“. Und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, argumentierte, ein Wiedereinstieg in die Atomwirtschaft bringe „auf längere Sicht auch keine Energiesicherheit“. (zitiert aus der Frankfurter Rundschau, 11.1.2006)

Wie sieht es nun tatsächlich mit den Uranvorräten aus? Wieviel wird gebraucht, wieviel ist vorhanden, und wo? Hier eine kurze

Bestandsaufnahme
Weltweit sind 440 Kernkraftwerke in Betrieb, davon 204 in Europa, davon 17 in Deutschland

Ihr Jahresbedarf an Natururan beträgt 68 000 Tonnen.

Über die größten Uranvorkommen verfügen - in dieser Reihenfolge - Australien, Kasachstan,

die USA, Kanada und Südafrika. Die Vorkommen sind somit geographisch breit gestreut und liegen meist in politisch stabilen Ländern. Derzeit sind Kanada und Australien mit einem Anteil von zusammen rd. 53 % die wichtigsten Produzentenländer vor Kasachstan, Niger, Russland, Namibia und Usbekistan.

Zur Reichweite der Uranvorräte zitiere ich nun den Artikel von Prof. Joachim Grawe (Hono­rarprofessor für Energiewirtschaft an der Universität Stuttgart) aus der Internet-Webseite „www.Energie-Fakten.de:

„Das Metall Uran, dessen Atomkerne in Kernreaktoren gespalten (nicht „verbrannt“ !) werden, ist in der Erdkruste und den Ozeanen weit verbreitet. Wie alles auf der Erde sind die Uranvorräte zwar endlich, bei effizienter Nutzung aber nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich. Die gelegentlich zu hörende Behauptung, sie gingen in wenigen Jahrzehnten zur Neige, beruht dar­auf, dass fälschlich nur die bisher „nachgewiesenen Reserven“ betrachtet werden. Das ist aber nur ein Bruchteil der Vorräte. Die nachgewiesenen Reserven betragen in den drei Kategorien der Förderkosten bis 40, bis 80 und bis 130 US-$ je kg zusammen 7,36 Millionen Tonnen (Mio. t). Sie sind auf allen Kontinenten gut verteilt. Bei dem derzeitigen Jahresverbrauch von 68.000 t der weltweit betriebenen 440 Kernkraftwerke würden sie 108 Jahre reichen. Zu den genannten Men­gen kommen zusätzliche mit Sicherheit zu erwartende Reserven und weitere„Ressourcen“ (Oberbegriff) von – jeweils geschätzten – 3,29 bzw. 8,17 Mio. t.

Über diese sog. konventionellen Gesamt-Ressourcen hinaus sind in Phosphaten etwa 22 Mio. t und im Meerwasser etwa vier Milliarden t Uran enthalten, die zu Kosten bis 100 (Phosphate) bzw. bis 300 US-$ gewonnen werden könnten. Dies würde sich aber erst bei steigenden Energie­preisen oder in Brutreaktoren (siehe unten) lohnen.

Für die Erzeugung einer Mrd. Kilowattstunden (kWh) in einem der bewährten Leichtwasserre­aktoren werden 22 t Natururan [1 Güterwagen] gebraucht (zum Vergleich: rd. 340.000 t Steinkohle – [11 000 Güterwagen]). Bei dem deutsch-französischen EPR (European Pressurized Reactor), der derzeit in Finnland gebaut wird, sind es weniger, in modernen Kohlekraftwerken ebenfalls. Durch Wiederaufarbeitung der nach 4 bis 5 Jahren im Reaktor ausgedienten Brennelemente und Rezyklierung der dabei zurück ge­wonnenen Spaltstoffe erhöhen sich die Uranvorräte um 30 %. Die Wiederaufarbeitung ist aller­dings von der rot-grünen Bundesregierung verboten worden.

Die volle Nutzung des Urans ermöglichen Brutreaktoren. Prototypen wurden in verschiedenen Ländern erfolgreich betrieben. Derzeit sind sie gegenüber Leichtwasserreaktoren nicht wirtschaftlich. Brutreaktoren wandeln das nicht spaltbare Uran-Isotop U238 um in den Spaltstoff Plutonium (Pu239).

Hochtemperatur-Reaktoren können einen weiteren, in der Natur etwa ebenso häufig wie Uran vorkommenden Spaltstoff nutzen: Thorium.“

Soweit das Zitat von Prof. Grawe. Es ist die Kurzfassung eines Berichts, die hier genügen mag. Die Langfassung kann man im Internet unter „Energiefakten“ nachlesen.

Das Thema „Uranvorräte“ hat aber noch einen anderen Aspekt, der mir hier erwähnenswert er­scheint. Aus den Zeiten des Kalten Krieges lagern in USA und in Russland beträchtliche Mengen von waffenfähigem Uran, an deren Beseitigung auch jedem Kernkraftgegner gelegen sein müsste. „Waffenfähig“ ist Uran, in dem der Anteil des Isotops U235 auf 90 – 95% angereichert ist. Natururan enthält neben U238 nur 0.7% U235; zur Verwendung in Kernreaktoren muß man es auf 3 – 5 % anreichern.

Das „Bombenuran“ mit 90 – 95% U235 wird als HEU (= Highly enriched Uranium) bezeichnet; niedrig angereichertes Uran (1.5 % U235) ist LEU (Lowly enriched Uranium).

Nutzung des Bomben-Urans

Seit 1993 gibt es ein Abkommen zwischen USA und Russland mit dem Ziel, die ersten 500 Ton­nen  Bombenuran (HEU) im Verlauf von 20 Jahren der zivilen Nutzung zuzuführen.

Die Konversion von 500 t HEU zu LEU durch Vermischen mit sehr schwach angereichertem

Uran (1,5% U235) resultiert in ca. 15.800 t LEU (4,4%). Diese Menge entspricht wiederum ca.

160.000 t Natururan.

Die Brennstoffmenge von 500 t HEU ist etwa äquivalent dem Bedarf von 37 Kernkraftwerken vom Typ Leichtwasserreaktor mit 1300 MWe über die Laufzeit des Ab­kommens von 20 Jahren.

Vom Beginn der Lieferungen 1995 bis März 2001 wurden 3303 t LEU, hergestellt aus 113 t HEU, von Rußland an USA geliefert. Das entspricht dem Abbau von 5000 sowjetischen Atom­bomben, die damit für friedliche Zwecke genutzt wurden.

Über entsprechende Abkommen für Plutonium wird noch verhandelt.

Die Lösung für das Kernwaffen-Uran Russlands spielt eine sehr große Rolle in der Politik und in der Kooperation zwischen Russland und den USA, ganz einfach deshalb, weil sie (klaglos und reibungslos) funktioniert. Deswegen ist die Medienrelevanz dieser Angelegenheit nahezu Null. Sie taucht in keiner Erfolgsmeldung über den friedenserhaltenden Effekt der zivilen Nutzung der Kernenergie auf. Hier haben wir ein eklatantes Beispiel für die Tatsache, dass die friedliche Nut­zung der Kernenergie de facto der Weiterverbreitung von Kernwaffen entgegenwirkt.

Endlager für radioaktive Abfälle

Damit wende ich mich nun dem dritten gewichtigen Einwand der Kernkraftgegner zu: Das Fehlen von Endlagern für die Beseitigung der radioaktiven Abfälle.

Zunächst müssen wir uns klarmachen, dass Endlager eingerichtet werden müssen, unabhängig davon, ob die Kernenergienutzung in der Bundesrepublik fortgesetzt wird oder nicht. Der in den letzten 50 Jahren bereits angesammelte Abfall muß ja irgendwo bleiben und sicher gegen den Austritt radioaktiver Stoffe verwahrt werden. 

Das ursprüngliche Konzept zur Lösung dieses Problems sah vor:

1. Trennung der hoch- und niedrig-aktiven Abfälle
2. Lagerung der beiden Abfallarten in verschiedenen Endlagern mit unterschiedlichen Sicher­heitsanforderungen.

Aber was geschah?

Unmittelbar  nach  Regierungsantritt 1998 hatte die rot-grüne Koalition beschlossen, das jahr­zehntelang verfolgte Ziel, unterschiedliche Arten radioaktiver Abfälle in zwei verschiedenen Bergwerken unterzubringen, fallenzulassen und die Suche nach einer geologischen Formation, die alle Abfälle aufnehmen könnte, von vorn zu beginnen.

Nach einem Kostenaufwand von etwa 2,4 Milliarden DM (~ 1.2 Milliarden €) mussten die Er­kundungsarbeiten in Gorleben wenige Jahre vor ihrem Abschluß eingestellt werden – aus politischen Gründen, nicht aus technischen. Mit den bis dahin vorliegenden Ergebnissen konnte in der vorgesehenen Endlagerteufe von etwa 800 m das Vorhan­densein eines dichten Gebirges und die langfristig wirksame Funktion des Steinsalzes als natürli­che Barriere nachgewiesen werden.

Annähernd sechs Jahre nach dem rot-grünen Koalitionsbeschluß hat die Bundesregierung weder eine Berechnung der damit verbundenen Ko­sten vorgelegt noch einen Beschluß des Bundestags über diesen Konzeptwechsel herbeigeführt. Dies wurde im September 2004 vom Bundesrech­nungshof festgestellt und heftig kritisiert.

Die hochaktiven Abfälle umfassen 5% des Volumens, aber 99% der Radioaktivität. Die mittel- und niedrig-aktiven Abfälle bringen 95% des Volumens und 1% der Aktivität.  Für diese letzte­ren Abfälle war die stillgelegte Eisenerzgrube „Konrad“ bei Salzgitter vorgesehen und behörd­lich genehmigt; zur Zeit laufen noch gerichtliche Einsprüche von Einwohnern der Nachbarschaft des Schachtes. Technische Gründe gegen die Nutzung der Grube Konrad als Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle liegen aber nicht vor. 

  Durch den Verzicht auf Schacht Konrad erhöhen sich die Kosten der Zwischenlagerung um 1,4 bis 1,9 Milliarden Euro, kritisiert der Bundesrechnungshof. Die Verlängerung der Zwischenlage­rungszeit um mindestens zwanzig Jahre führe darüber hinaus „zu nicht unerheblichen Strahlen­belastungen" und „vor dem Hintergrund terroristischer Anschläge" auch zu zusätzlichen Sicher­heitsrisiken.

  Nach Aussage der Prüfer liegen dem Umweltministerium mehrere Gutachten vor, in denen die Nachteile des Ein-Endlager-Konzepts gegenüber der früher verfolgten Zweierlösung sowohl unter Sicherheitsaspekten als auch unter Kostengesichtspunkten nachgewiesen worden seien. Das Ministerium habe diese Gutachten jedoch ignoriert und an seiner politischen Vorgabe fest­gehalten. Fachleute, die entgegenstehende Urteile abgegeben hätten, seien von der Beratung ausgeschlossen worden. Obwohl die physikalischen Probleme einer gemeinsamen Einlagerung aller Arten radioaktiver Abfälle seit 1998 bekannt seien, habe das Ministerium erst 2004 einen Forschungsauftrag darüber vergeben. Insgesamt sei das Vorgehen des Ministeriums bei der Vor­bereitung einer Entscheidungsgrundlage für den Bundestag weder systematisch noch zielführend gewesen.

Für die Endlagerung der hochaktiven Abfälle gibt es zwei Möglichkeiten: Eine ist die chemi­sche Aufarbeitung der Brennelemente in einer Wiederaufbereitungsanlage, wie zum Beispiel im fran­zösischen La Hague oder im britischen Sellafield. Dabei wird der verbrauchte Kernbrenn­stoff aufgearbeitet, die Spaltprodukte vom Uran und Plutonium abgetrennt. Das Plutonium kann mit neuem Uran zu so genanntem MOX-Kernbrennstoff (Uran-Plutonium-Misch-Oxid) verar­beitet und wieder in Kernreaktoren zur Stromerzeugung genutzt werden. Die lästigen Spaltpro­dukte werden in Glas eingeschmolzen und sind in speziellen Behältern direkt für die Endlage­rung geeignet. Die Vorteile dieser Verfahrensweise liegen auf der Hand: Spaltprodukte ver­schwinden in unlöslichem Glas, es wird nur ein kleines Volumen benötigt, und das Plutonium wird im MOX-Kernbrennstoff nutzbringend verwendet. Dieser vernünftigste Weg für die abge­brannten Brennelemente war laut „Atomkonsens" allerdings nur noch bis  2005 zulässig.

 In Deutschland steht derzeit keine entsprechende Anlage zur Verfügung. Das Projekt der vorge­sehenen Wiederaufbereitungsanlage im  bayerischen Wackersdorf wurde nach massiven,  teil­weise gewaltsamen Protesten fallen gelassen. Hinzu kam, dass es sich auch für die Energiewirt­schaft als ökonomischer erwies, statt der teuren Wiederaufarbeitung die Brennelemente der di­rekten Endlagerung zuzuführen, auf die Wiederverwendung des erzeugten Plutoniums zu ver­zichten und statt dessen preiswertes Uran zu verwenden. Ähnlich erging es der MOX-Anlage in Hanau, die zur Wiederverwendung des Plutoniums in Kernreaktoren und damit zur Entsorgung geplant war. Aufgrund immer neuer Auflagen durch den damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer gab schließlich der Betreiber auf und verzichtete auf die Inbetriebnahme. Die voll funktionsfähige Anlage wurde zerlegt und in Kisten verpackt, um vielleicht irgendwann doch noch nach China verkauft zu werden.

Die zweite, ab 2005 einzig zulässige Möglichkeit ist die direkte Endlagerung der abgebrannten Brennelemente ohne vorherige Wiederaufarbeitung. Die Brennelemente in den Castorbehältern werden dabei in standortnahen Zwischenlagern (Wasserbecken) etliche Jahre zum weiteren  Abklingen der Radioaktivität gelagert.

Als Endlager für den radioaktiven Abfall unter der Erde erscheinen Salz, Granit und Ton als grundsätzlich geeignet.

Endlager-Sicherheit

In einem Vortrag zu diesem Thema habe ich schon 1991 gesagt, daß ich die Beseitigung dieser Abfälle nicht nur für lösbar, sondern die Lösung auch vor allen künftigen Generationen für ver­tretbar halte. Eine solche Behauptung bedarf einer eingehenden Begründung.

Zunächst ist festzustellen, daß der Einschluß in Glas und Edelstahl nach bisherigen Experimenten und Erfahrungen ausreicht, sicherzustellen, daß das eingeschlossene Material auch nach 10 000 Jahren nicht in die Umwelt entweichen könnte; d.h. die Umhüllung hält der Strahlenbela­stung durch das ein­geschlos­sene Material stand. Damit ist eine erste Barriere geschaffen.

Die zweite und wichtigste Barriere ist die Tieflagerung der Stahlbehälter in geeigneten Salzstöcken. Salzstöcke haben 3 wichtige Eigenschaften, die sie für die Endlagerung hochaktiver Abfälle hervorragend geeignet erscheinen lassen:

- Erstens hat Salz eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit; es werden also Hitzestaus in der Lagerstätte vermieden;
- zweitens ist das Salz unter Druck und Hitze plastisch verformbar, so daß einmal entstandene Risse,
  etwa durch Sprengungen oder Erdbeben, sich von selbst wieder schließen;
- und schließlich existieren solche Stöcke, von denen es in Norddeutschland etwa 200 gibt, seit mehr als 100 Millionen Jahren; das bedeutet, dass es langfristig stabile Gebilde sind, die in geologischen Zeiträumen nicht durch Grundwasser ausgelaugt worden sind.

In Deutschland wurde der Gorlebener Salzstock als mutmaßlich geeignet zur weiteren Erkun­dung ausgewählt. Falls er sich als ungeeignet erweisen sollte, dürfte es kein unlösbares Problem sein, unter den 200 bekannten Stöcken in Norddeutschland einen anderen zu finden, der sich eignet. Von Interesse ist dabei auch, daß es Stöcke mit einem Volumen von mehr als 100 Ku­bik­kilometer gibt - das sind gigantische Ausmaße sogar im Vergleich zu den Volumina von hoch­akti­ven Abfällen, mit denen wir es weltweit in den nächsten Jahrhunderten zu tun haben werden.

Es scheint mir lohnend, die Stabilität des Gorlebener Salzstocks durch seine Geschichte zu beschreiben, weil sie eindrucksvoller als irgendwelche Zahlenspielereien zeigt, wie fest man auf diese Art der Endla­gerung langfristig vertrauen kann:

„Die außerordentliche Stabilität der Salzstöcke erkennt man aus der Betrachtung der Verände­rungen, die sich seit ihrer Bildung auf der Erde und in der Erdkruste vollzogen haben. Nach Bildung des Salzstockes Gorleben (Alter: 240 Millionen Jahre) begann zum Beispiel die nordame­rikanische Scholle sich von der europäischen zu trennen. Im Süden Deutschlands setzte die Auf­faltung der Alpen und im mittle­ren und nördlichen Teil Deutschlands der Aufstieg des Rheinischen Schiefergebirges und des Harzes ein. Gegen Ende der Kreidezeit vor etwa 60 Millionen Jahren wurde die bis dahin von Meer bedeckte norddeutsche Tiefebene Festland. In der Tertiärzeit fand in Norddeutschland ein drei­maliger Wechsel zwi­schen Meer und Festland statt. Die Heraushebung der Alpen und der Mittelgebirge setzte sich fort. Die Gräben im Rheintal, in der Rheinischen Bucht und im Leinetal brachen ein. In der anschließenden, etwa eine Million Jahre dauernden Quartärzeit wurde das Gebiet von Gorleben dreimal von Eis überschoben und von Wasser überdeckt. Beim Abschmelzen der Gletscher blieben jeweils Ablagerungen von Geröll, Sanden und Kiesen zurück. Diese geologischen Ereignisse, die mit heftiger Erdbebentätigkeit verbunden gewesen sein dürften, konnten die Form und Lage eines Salz­stocks wie Gorleben nicht verändern, weil sein Schwereausgleich mit den überlagernden Schichten abgeschlossen war. Daher kann man aus geologischer Sicht davon ausgehen, daß Salzstöcke die ra­dioaktiven Abfälle, wenn die sachge­recht eingelagert sind, sicher verschließen werden.“

Allein in Norddeutschland gibt es über 200 Salzstöcke. Davon haben einige ein Volumen von mehr als 100 km3.

Hier möchte ich noch einen möglichen Einwand gegen die Stabilität des Salzstockes Gorleben von einem Fachmann kommentieren lassen:

Bericht von:
Prof. Dr. Ing. Dipl. Geologe,  Gert Michel,
Dannenberg, ehem. Abteilungsleiter im Geologischen Landesamt NRW in einem Leserbrief Elbe-Jeetzel-Zeitung 21.09.2004

Behauptung: „ Der Salzstock Gorleben steht im schnell fließenden Grundwasser und kann nie­mals die notwendige Millionen Jahre Langzeitsicherheit bieten“.

Diese Aussage ist wissenschaftlich schlichtweg falsch und schürt unnötige Ängste bei der Bevölkerung im Wendland.

Steinsalz löst sich selbstverständlich in schnell fließendem Grundwasser. Das weiß jedes Kind. Nur existiert der Salzstock in seiner heutigen Gestalt bereits seit über 100 Millionen Jahren, weil er keinen Kontakt zu Süßwasser hat. Denn das Grundwasser in der Umgebung des Salzstockes ist eine Sole, also eine gesättigte Salzlösung, welche kein Salz mehr zu lösen vermag. Der Salzstock ist somit durch eine ruhende „Sole-Mantel-Barriere“ und zusätzlich durch wasserundurch­lässige Tonschichten vor einer Auflösung geschützt. ...

Der Salzstock ist wie weltweit kaum ein anderes Endlager-Projekt geologisch und hydrogeologisch weitgehend sehr sorgfältig erkundet. Anstatt die Eignung durch weitere Erkundung abschließend zu bestätigen oder aber gegebenenfalls zu verneinen, wurde sie willkürlich unterbrochen. Eine solche Verschwendung von Finanzmitteln und hochqualifizierten Arbeitskräften ist unverantwortlich.

(Prof. Michel ist seit Jahrzehnten Hydrogeologe von unangefochtenem nationalem und interna­tionalem Rang. )

Wie steht es nun mit der Langzeit-Überwachung eines Salzstock-Endlagers?

Eine Überwachung ist nur für den Zeitraum erforderlich, in dem noch Abfälle eingebracht werden. Danach können Hohlräume und Zugänge mit Salz, Bitumen und Beton verschlossen und das Endlager sich selbst überlassen werden. Ein Endlager, das auf ständige Bewachung angewiesen wäre, könnte natürlich nicht den Anspruch erheben, einen dauerhaft sicheren Einschluß zu gewährleisten. Die Sicherheit der Endlagerung in einem Salzstock beruht aber weitgehend auf Naturgesetzen. Menschliche Dummheit oder Unachtsamkeit wird kaum eine Rolle spielen können, wenn das Material 600 bis 1000 Meter tief in der Erde liegt.-

Das sogenannte Endlagerproblem könnte also schon seit Jahren gelöst sein.

Im Jahre 1999 hat aber Bundesumweltminister Trittin einen Erkundungsstopp für Gorleben verfügt und einen Arbeitskreis AkEnd gegründet, der deutschlandweit nach Alternativstandorten suchen soll. Damit kann nun wieder offiziell behauptet werden, das Endlagerproblem sei ungelöst,  was gemeinhin als eines der Hauptargumente gegen die Nutzung der Kernenergie vorgebracht wird. 

Die Zukunft der Kernenergie

Während in Deutschland noch mit unzutreffenden Argumenten gegen die Verlängerung der Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke von 32 auf 40 Jahre gestritten wird, werden im Ausland Fakten geschaffen:

- Die USA haben die Laufzeitverlängerung für bisher 35 ihrer 104 KKWs von 40 auf 60 Jahre genehmigt.
- Das KKW der Niederlande darf 20 Jahre länger laufen
- Die Schweden haben die bis 2010 abzuschließende Nutzung der Kernenergie unbefristet verlängert
- In Finnland ist ein sechstes KKW eines neuen Typs („EPR, 3. Generation“) im Bau
- Frankreich hat ebenfalls den Bau eines EPR-Reaktors beschlossen und den Ort dafür ausgewählt
- Die Schweiz hat für ihre KKWs eine unbefristete Betriebsgenehmigung erteilt.
- Bulgarien plant den Bau von 2 1000-MW-Reaktoren. Der erste Block soll binnen 5 Jahren (bis 2011) am Netz sein.
- China plant 2-3 KKW pro Jahr bis 2020. (Dadurch steigt die Kapazität von 9.000 auf 40.000 MW),
-  Die Ukraine will bis 2030 11 neue KKWs bauen.
-  In Japan ging am 9. März 2005 das 55. KKW ans Netz.
- Viele litauische Politiker befürworten den Neubau eines KKWs. (Energie-Experten in Litauen stellen allerdings die Notwendigkeit eines neuen KKW in Frage.
- Das atomfreie Estland hat angekündigt, sich über die staatliche Energiegesellschaft Eesti Energia an einem künftigen litauischen KKW-Projekt beteiligen zu wollen

Mein Kommentar: In allen hier genannten Ländern werden die Entscheidungen für weiteren Ausbau oder Laufzeitverlängerungen anhand des voraussichtlichen Bedarfs getroffen. Nur in Deutschland wurde (unter der rot-grünen Regierung) zuerst ideologisch entschieden, dass die Kernenergienutzung auslaufen soll – bevor genauer über den Bedarf nachgedacht wurde.

Und damit bin ich beim letzten Teil meines Vortrages:

Wie sieht denn die Zukunft der Reaktortechnik aus?

Die Reaktoren vom Typ EPR, die in Finnland im Jahre 2009 und in Frankreich 2011 in Betrieb gehen sollen, verfügen über noch weiter gehende Sicherheitseinrichtungen als die derzeit haupt­sächlich benutzten „Leichtwasser-Reaktoren. Beispiel: Gegen ein Durchschmelzen und im-Boden-versinken des Reaktorkerns im Falle einer Kernschmelze erhalten sie eine speziell ausgeführte Reaktorgrube aus keramischem Material mit separater Notkühlung

Zwei große US-Unternehmen (Constellation Energy und AREVA) kündigten im September 05 die Grün­dung eines Gemeinschaftsunternehmens UniStar Nuclear an. Das Unternehmen soll die 1. Serie neuer KKW (für die USA) entwickeln und verwirklichen. Der dann standardisierte 1.600 MW-Reaktor basiert auf AREVAs weiterentwickeltem Druckwasserreaktor, der jetzt in Finnland und demnächst in Frankreich gebaut wird. (Presseinfo AREVA 20.9.05)

Neben den überwiegend genutzten Druck- und Siedewasserreaktoren sind unter den Ende 2003 weltweit betriebenen 439 Kernkraftwerken noch einige andere Reaktortypen in Betrieb,  etwa  Natururan-Schwerwasserreaktoren, Helium-Gasgekühlte Reaktoren und im ehemaligen Ostblock auch noch einige Reaktoren vom Tschernobyltyp, die allerdings heute mit Unterstützung der westlichen Länder auf einen erheblich verbesserten Sicherheitsstandard gebracht wurden.

- Südafrika: Der in Deutschland entwickelte Hochtemperaturreaktor, der in Hamm-Uentrop mit 300 MW  16 .000 Stunden betrieben wurde, wird in Südafrika weiterentwickelt. Der in Südafrika als PBMR (Pebble Bed Modula Reactor) bezeichnete Reaktortyp  wird mit Helium gekühlt und mit Graphit moderiert. Der Prototyp mit 165 MW el. Leistung, inhärenter Sicherheit, einem Nettowirkungsgrad von 41 % und Stromgestehungskosten von unter 3,5 US-cents/kWh soll 2010 nach gut 2 Jahren Bauzeit in Betrieb gehen. 

Erste kommerzielle Module, die in 4 er oder 6 er Packs geschaltet werden, sollen ab 2013 ver­fügbar sein. RWE Nukem wird sich am Fertigungs­prozess der Brennstoffe beteiligen. Südafrika will die drastische Abhängigkeit von der Kohle (die 90% des Stromes liefert) reduzieren. Süd­afrika ist reich an Uranvorkommen. (VDI-Nachr., 9.9.05) Dieser Reaktortyp wird derzeit mit deutscher Hilfe außer in Südafrika auch in China weiterentwickelt. Er besitzt aufgrund seiner Bauweise besonders vorteilhafte Sicherheitsmerkmale. Er ist inhärent sicher, so dass auch bei Totalausfall aller Systeme keine Kernschmelze mit Entweichen von Radioaktivität auftreten kann.

In sogenannten „Schnellen Brütern" wird Kernbrennstoff durch Umwandlung des nicht spaltba­ren Urans 238 (bzw. Thorium 232) in spaltbares Material, nämlich Plutonium 239 (bzw. Uran 233), erbrütet. (Das Wort „schnell“ bezieht sich dabei nicht auf die Geschwindigkeit des Vor­ganges, sondern darauf, dass – im Gegensatz zu normalen Reaktoren – nicht mit „langsamen“, abgebremsten Neutronen (ca.1 –10 km/s), sondern mit ungebremsten schnellen Neutronen (10 000 bis nahe 300 000 km/s) gearbeitet wird. In der Bilanz wird dabei Strom produziert und zugleich mehr Kernbrennstoff erzeugt (erbrütet) als laufend verbraucht wird. Solch ein „Brüter“ wurde im nordrhein-westfälischen Kalkar zu 90 Prozent fertiggestellt, nach jahrelangem politischem Streit und ständig neuen technischen Nachforderungen der Behörden aber schließlich von der Industrie aufgegeben. Anlagen vom Typ Schneller Brüter arbeiten zur Zeit noch in Russland und Japan. Die Technologie dürfte dann wieder interessant werden, wenn das Natururan teurer wird.

- Indien: Min.Präs. Dr. Singh sagte bei der jährlichen Indian Nuclear Society Conference: Indien sollte die Entwicklung der Schnellbrüter-Technologie fortsetzen und seine großen Thorium-Vor­kom­men nutzen. - Im Oktober 2004 begann Indien mit dem Bau  eines 500 MW-Prototyp-Reaktors, der mit Uran-Plutonium-Oxid gefüllt ist und der über eine Thorium-Ummantelung ver­fügt, in welchem Uran-233 erbrütet wird. U-233 ist wie U-235 als Kernbrennstoff geeignet. (THE WORLDS NUCLEAR NEWS AGENCY

Ein besonders interessantes Reaktor-Konzept ist in den USA in Entwicklung.

Unter der Federführung des Energieministeriums wurde damit begonnen, speziell für den dezen­tralen Einsatz in der Dritten Welt kleine transportable und wartungsfreie, versiegelte Kernreaktoren zu entwickeln. Die SSTAR genannten Minikraftwerke  („small, sealed,  transportable, autonomous reactor") funktionieren nach dem Prinzip des Schnellen Brüters. Sie werden betriebsbereit per Schiff und LKW geliefert, produzieren Strom, ohne dass irgendwelche Eingriffe erfor­derlich sind, und werden schließlich nach 30 Jahren Betriebszeit wieder abgeholt. Per Satellit wird überwacht, dass die Versiegelung nicht geöffnet wird. Bis 2015 soll der erste Prototyp fertiggestellt sein.

Ein Wort noch zur Frage der möglichen Zukunftstechnik Kernfusion, also Verschmelzung von Wasserstoffkernen (Deuterium) zu Helium. Dies ist der Prozess, mit dem die Sonne ihre Energie erzeugt. Ob es je gelingen wird, die technischen Schwierigkeiten zu überwinden, die noch ungelöst sind, darüber wage ich keine Voraussage. Seit meiner Studentenzeit vor 50 Jahren und noch bis heute wird gesagt, bis zur kommerziellen Nutzung der Kernfusion werde es noch 50 Jahre dauern. Anders ausgedrückt: In absehbarer Zeit, also in 40 oder weniger Jahren, werden die technischen Probleme nicht gelöst sein. Aber der Versuch, sie zu lösen, ist jede Anstrengung wert – als Ziel winkt eine dauerhafte  Lösung der Energieprobleme für die ganze Menschheit. Der „Brennstoff“ Deuterium steht in den Weltmeeren in praktisch unbegrenzter Menge zur Verfügung.

Ich denke, diese kleine Übersicht über laufende Entwicklungen – leider alle außerhalb Deutsch­lands, aus dem für viele von ihnen die ersten Impulse ausgingen – zeigt, wie aktiv in anderen Ländern weltweit an der Weiterentwicklung der Kernenergie gearbeitet wird. Hans Olaf Henkel, ehemals Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, hat das in seinem Buch „Die Kraft des Neubeginns“ so kommentiert:

 „Was seit Jahrzehnten mit der deutschen Energieversorgung angestellt wird, kann ich tatsächlich nur als ein schlimmes Spiel bezeichnen. Daß wir weltweit führend in der Reaktortechnologie waren und unsere Atomkraftwerke die sichersten der Welt sind, dürfte auch den Deutschen bekannt sein. Daß wir fast die einzigen sind, die diese umweltfreundlichen Energiequellen abschaffen, weiß auch jeder. Daß sogar unser bewundertes Partnerland Frankreich vermehrt auf Kernenergie setzt, scheint uns kalt zu lassen. Wir sind nun einmal die Fortschrittlichsten, wenn es um technologische Selbstdemontage geht“.

Diese pessimistische Feststellung soll aber nicht am Ende meines Vortrages stehen.

Ich denke, ich konnte zeigen, dass die wesentlichen Argumente gegen die Kernenergie in Deutschland nicht aufrecht zu erhalten sind. Es wird wohl nur noch kurze Zeit dauern, bis auch in Deutschland die vernünftigen Argumente zugunsten der Kernenergie wieder mehrheitsfähig sein werden.

Quellenangaben

 
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Böttiger, Dr. Herbert: Ehrlich streiten über Kernenergie. Neue Solidarität, Februar/März 2003

Botzian, Dr. Rudolf: ew-Dossier: Kernkraftwerke der vierten Generation: amerikanische Initia­tive im Kontext internationaler Politik. www.Energie-Fakten.de, ew Jahrgg.103, 2004, Heft 11, S. 44-50

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FAZ: Bundesrechnungshof rügt rot-grünes Endlagerkonzept. 8.September 2004

Gerwin, Robert: Die Weltenergieperspektive. Analyse bis zum Jahr 2030. Vorgelegt von der Max-Planck-Gesellschaft

Grawe, Joachim: Wie lange reichen die Uranvorräte? www.Energie-Fakten.de, 10.1.2006

Hecking, Claus: Das schwedische Modell. Financial Times Deutschland, 16.1.2006

Henkel, Hans Olaf: Die Kraft des Neubeginns. Verlag Droemer Knaur 2004

Herrmann, Albert-Günther: Ist eine langfristig sichere Endlagerung in Gesteinen der Erdkruste möglich?

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Koelzer, W:: Lexikon zur Kernenergie. Kernforschungszentrum Karlsruhe, Oktober 1989

Lindner, Dr. Ludwig: Die Wiederkehr der Kernenergie, NOVO Nr. 73/ 11.2004-02.2005

Lindner, Dr. Ludwig: KTG-Fachgruppe Nutzen der Kerntechnik, Kurzinfos Nr. 150 – 176, 2004-2006

Meller, Dr. Eberhard: Neue Weichenstellungen in der Energiepolitik. VDEW Arbeitskreis Zukunftsenergien. 19. Oktober 2005

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Seidel, Jürgen: Kernenergie – Fragen und Antworten. ECON-Verlag 1990

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