Weiße Wanne, WU-Beton,
wasserundurchlässiger Beton
:: Dauerhaft trockene Keller mit Weißer Wanne (01.2006)
:: Fachliteratur zu Weiße Wanne
:: Literaturempfehlungen zu Weiße Wanne (09.2005)
:: Merkblatt Wasserundurchlässige Betonbauwerke I (05.2006)
:: Merkblatt Wasserundurchlässige Betonbauwerke II (05.2006)
:: Schwarze Wanne u.a. (Bauwerksabdichtungen)
:: Steckbrief Weiße Wanne (01.2003)
:: Weiße Wanne (Wikipedia, 08.2005)
:: Weiße Wannen sind dicht (07.2006)
:: WU-Konstruktion für den Keller eines Einfamilienhauses (07.2005)
:: WU-Richtlinie (06.2005)
:: Orange Wanne (05.2005)
:: Stahlfaserbeton & Orange Wanne (02.2005)

Steckbrief zur "Weißen Wanne"
- "undurchlässig" ist relativ, denn Wasserdampf dringt durch
- wasserundurchlässig bedeutet: die Kapillarporosität ist so niedrig,
dass flüssiges
Wasser nicht und Wasserdampf nur gering hindurch dringt
- es gibt einen definierten Wert für die Eindringtiefe des Wassers
und eine wichtige
Rolle spielt die Rissweitenbegrenzung
- das Regelwerk regelt die Anforderungen an den Beton,
nicht jedoch die technischen
Einzelheiten,
weshalb es unterschiedliche Ausführungen gibt
- es handelt sich um Beton nach DIN 1045
- bewehrte Wände und Sohle übernehmen
zugleich tragende als auch abdichtende Funktion
- folgende Faktoren beeinflussen die Güte von WU-Beton
bzw. unterscheiden ihn von "normalem Beton":
- besondere Kieszusammensetzung und Wasser-Zement-Faktor
- meist unter Verwendung von Betonzusätzen
- Einsatz von Beton mit niedriger Hydratationswärme
- höherer Bewehrungsgrad zur Rissweitenbegrenzung
- höhere Betondeckung der Bewehrung und dickere Wände/Sohlen (als statisch erforderlich)
- Zwänge mindern in Bemessung, Berechnung und Konstruktion (Fugenbild [Dehn- und
Betonierfugen], Hydratationswärme, Temperaturunterschiede im Bauzustand,
Betonierabschnitte
- Vermeidung von Querschnittssprüngen
- anspruchsvollere Verarbeitungsvorschriften (Wärmedämmung, Nachbehandlung,
Gleitschichten)
- zementgebundene Abstandhalter mit Prüfzeugnis für Wasserdichtigkeit
- Sicherungsmaßnahmen im Bereich der Arbeitsfugen (Gummibänder, Schläuche,
Kunststoffteile, Blecheinlagen, Quellmittel, spezielle Bewehrung wie z.B. Klapp-Bewehrung,
abschließende Injektagen) sowie bei Rohr- und Kabeldurchdringungen (Manschetten)
Dipl.-Ing. M. Bumann
Januar 2003
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Die WU-Richtlinie
Die DIN 18195 gilt nicht für Weiße Wannen. Verbindlich wird sein: die
WU-Richtlinie des DAfStb von 11.03, die seit 06.2004 kursiert und nun
irgendwann veröffentlicht werden soll. Aus der logischen Rangigkeit der DIN
4020 und der DIN 1045 folgt der Schluss: man baut niemals ohne ein
Baugrundgutachten.
Bei Betonbauwerken bzw. -bauteilen geht man von einer geplanten Lebensdauer
von 50 Jahren aus, bei Windkraftanlagen nur von 20 Jahren. Es gibt die 2-
und die 28-Tage–Festigkeit, welche zur Beurteilung heran gezogen werden.
Bei WU-Beton erwartet der Bauherr ein wasserundurchlässiges Bauwerk,
insofern sollte man beim planerischen Ansatz nur mit der Maßgabe herangehen,
dass die Einordnung 1/A sinnvoll ist. Vorsicht bei den Mindestbauteildicken
nach Richtlinie! Vorsicht bei einem w/z-Wert < 0,45!
Ein sicheres System für WU-Beton ist Permacrete. Sinnvoll ist der
zusätzliche Einsatz von Stahlfaserbewehrung (z.B. Steelcrete). Fugenbleche
sind grundsätzlich zu schweißen – Überlappungen genügen nicht! Über den
Stand der Fugenabdichttechnik kann man sich hier informieren:
www.ABP-Fugenabdichtungen.de hier gibt es eine Übersicht zu den Zulassungen.
Quellbänder sind übrigens nicht gleichwertig zu Fugenbändern. Dazu kann man
sich fachkundig machen in:
• DBV Sachstandsbericht, 2001
• DBV Merkblatt, 2001
Für WU-Beton muss man mindestens mit einem C25/30 planen, der w/z-Wert hat
mindestens 0,5 zu betragen. Vorsicht beim Festlegen der Betonparameter: es
gibt 27 Sorten an Zement, neue kommen hinzu. Nicht alle können geeignet
sein.
Viel hilft nicht viel! Überfestigkeiten sind zu vermeiden, weil sonst Risse,
Versprödungen und Schwinden die Folge sind. Bei Folien kann man auch auf
weiße zurück greifen, es gibt nicht nur die schwarzen (Stichwort.
Absorption, Temperatur).
Es sind bei der Planung immer mehrere Randbedingungen zu berücksichtigen.
Zum Verständnis: Sommer/Winter
- Temperatur, Nachbehandlung – Risse.
Schwerpunktthema ist bei WU-Beton die Risssicherung; das beginnt mit der
Berücksichtigung der Geometrie. Für Fugen gilt: so viel wie nötig und so
wenig wie möglich. Konstruktive Schwachpunkte sind zu vermeiden, eine
Sanierbarkeit ist zu berücksichtigen.
An einspringenden Ecken muss man mit Rissen rechnen, ebenso an Schächten und
unter Fenstern. Dem kann man mit Diagonalbewehrung vorbeugen. Konstruktive
Regeln sind: Vouten statt rechtwinklige Absätze, Weicheinlagen. Längszulagen
in Wänden und Sohlen verringern das Risiko der Rissbildung.
Betonierbarkeit hat viel mit Bewehrungsgrad und Rüttelgassen zu tun. Die
freie Fallhöhe ist für alle Betonsorten limitiert. Die Maßnahmen
(Herstellung und Nachbehandlung) sind zu dokumentieren; das sollte man nicht
dem Ausführenden überlassen.
Dipl.-Ing. M. Bumann
Juli 2005
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Literaturempfehlungen zu Weiße Wanne (09.2005)
Weisse Wanne - einfach und sicher. Konstruktion und Ausführung von Kellern
und Becken aus Beton ohne besondere Dichtungsschicht
von Gottfried C Lohmeyer
Broschiert - 240 Seiten
Erscheinungsdatum: 1985
ISBN: 3764002077
Schäden an Flachdächern und Wannen aus wasserundurchlässigem Beton
von Gottfried C. O. Lohmeyer
Gebundene Ausgabe - Irb-Verlag
Erscheinungsdatum: Juli 2001
ISBN: 3816757944
Weiße Wannen einfach und sicher
von Gottfried C. O. Lohmeyer, Karsten Ebeling
Broschiert - Vbt Verlag Bau U. Technik
Erscheinungsdatum: 2004
ISBN: 3764003901
Keller richtig gebaut
von Jörg Brandt, Gottfried C. O. Lohmeyer, Heinrich Wolf
Broschiert - Vbt Verlag Bau U. Technik
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3764003669
Stahlbetonbau
von Gottfried C. O. Lohmeyer
Gebundene Ausgabe - Teubner
Erscheinungsdatum: September 2004
ISBN: 3519450127
Lufsky Bauwerksabdichtung
von Michael Bonk, Heinz Klopfer, Gottfried C. O. Lohmeyer, Gottfried
Lohmeyer, Erich Cziesielski (Herausgeber)
Gebundene Ausgabe - 456 Seiten - B.G. Teubner Verlag
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2001
Auflage: 5. Aufl.
ISBN: 3519352265
Beton-Technik
von Gottfried C. O. Lohmeyer
Broschiert - Vbt Verlag Bau U. Technik
Erscheinungsdatum: Dezember 1997
ISBN: 3764003634
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Weiße Wanne
bezeichnet ein Bauwerk das eine wasserundurchlässige Konstruktion ist,
dessen Außenwände, Bodenplatten und Decke mit wasserundurchlässigem Beton
hergestellt werden und keine zusätzliche Dichtungsschicht und auch keine
Drainagen benötigen.
Die genannten Bauteile sind zugleich tragende als auch abdichtende Elemente.
Somit ergeben sich gegenüber der Schwarzen Wanne erhebliche Kosten- und
Terminvorteile. Bei fachgerechter Planung und Ausführung ist der Aufwand
entsprechend hoch, da sonst beim Lastfall drückendes Wasser als
Bemessungswasserstand relativ schnell Undichtigkeiten auftreten können.
Absolut wasserdicht kann eine Weiße Wanne aber nicht sein, da infolge
Diffusion, Druckgefälle und kapillarer Saugfähigkeit ein steter
Feuchtetransport vorhanden ist.
Die Funktion einer Weißen Wanne erfordert außer wasserundurchlässigem Beton
auch den Einbau von Fugendichtungen an den Arbeits- und Dehnfugen sowie die
rechnerische Begrenzung der Rissbreite des Stahlbetons auf höchstens 0,2 mm,
je nach Wasserdruck. Außerdem sind Einbau und Verdichten des Betons
sorgfältig auszuführen, insbesondere ein Entmischen des Betons ist nicht
zulässig, und eine fachgerechte Nachbehandlung ist notwendig.
Als Fugendichtung werden Fugenbänder, Fugenbleche, Quellbänder oder
Verpressschläuche eingesetzt.
Seit November 2003 sind die Anforderungen an weiße Wannen durch die
Richtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton: Wasserundurchlässige
Bauwerke aus Beton in Deutschland geregelt.
Danach wird die Beanspruchung in zwei Klassen eingeteilt. Die
Beanspruchungsklasse 1 gilt für drückendes und nichtdrückendes Wasser sowie
zeitweise aufstauendes Sickerwasser, die Beanspruchungsklasse 2 für
Bodenfeuchte und nichtstauendes Sickerwasser.
Außerdem wurden Nutzungsklassen in Abhängigkeit von der Funktion des
Bauwerks und von den Nutzungsanforderungen an das Bauteil festgelegt. Bei
der Nutzungsklasse A ist ein Feuchtetransport in flüssiger Form
(Wasserdurchtritt) nicht zulässig. Bei der Nutzungsklasse B sind
Feuchtstellen auf der Bauteiloberfläche zulässig, d.h. es wird im Gegensatz
zur Nutzungsklasse A nur eine begrenzte Wasserundurchlässigkeit gefordert.
Daneben gibt es noch die besonders vereinbarte Nutzungsklasse. Für die
klassische weiße Wanne gilt somit Beanspruchungsklasse 1, Nutzungsklasse A.
Als Mindestdicken wird empfohlen:
|
Bauteil |
Beanspruchungsklasse |
Ortbeton |
Fertigteile |
Fertigteile |
| Wände |
1 |
240 mm |
240 mm |
200 mm |
| Wände |
2 |
200 mm |
240 mm |
100 mm |
| Bodenplatte |
1 |
250 mm |
- |
200 mm |
| Bodenplatte |
2 |
150 mm |
- |
100 mm |
Wikipedia
Stand 08.2005
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WU-Konstruktion für den Keller eines Einfamilienhauses
LG Berlin, Urteil vom 29.07.2005, Aktenzeichen: 34 O 200/05
Die Kläger hatten von der beklagten Bauträgerin ein Einfamilienhaus in Form
einer voll unterkellerten Doppelhaushälfte erworben. Die Kellerwände und die
Kellersohle waren als weiße Wanne in wasserundurchlässigem Stahlbeton
auszuführen. Diese Ausführung erfolgte auch. Gleichwohl trat im Keller
Schimmelpilzbildung auf. Der Mangelanspruch wurde durch die Käufer darauf
gestützt, dass Feuchtigkeit durch die Kellersohle diffundiere und es hierdurch
zu Schimmelbildung komme. Es wird dargelegt, dass die Kellersohle durch eine
zusätzliche Abdichtungsmaßnahme hätte abgedichtet werden müssen, weil auch eine
wasserundurchlässige Ausführung das eindringen von Feuchtigkeit aufgrund von
Dampfdiffusion nicht vermeide. Das Gericht hat zu dieser Frage ein
Sachverständigengutachten erholt. Der Sachverständige stützte die Auffassung der
Käufer und führte aus, dass bei hochwertigen Gebäuden und hochwertiger
Kellernutzung, wie bei Einfamilienhäusern, eine reine WU-Beton-Konstruktion
nicht ausreichend sei, sondern eine zusätzliche Abdichtung erforderlich sei.
Werde diese nicht ausgeführt, entspräche die Ausführung nicht den
vertragsgemäßen Anforderungen. Unter diesen Voraussetzungen läge ein Mangel vor.
Das Landgericht hat der Klage daher stattgegeben.
Quelle: INFO-Recht 02.2006
Heinicke & Kollegen
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Merkblatt Wasserundurchlässige Betonbauwerke

Wasserundurchlässige (WU-)Betonbauwerke sind Konstruktionen, die ohne
zusätzliche äußere flächige Abdichtung erstellt werden und allein aufgrund des
Betons und konstruktiver Maßnahmen wie Fugenabdichtung und Rissbreitenbegrenzung
einen Wasserdurchtritt in flüssiger Form verhindern. WU-Bauwerke aus Beton
gehören zur Gruppe der starren Abdichtungen und verbinden die tragende und
abdichtende Funktion in einer Schicht miteinander. Vorteil dieser Bauweise ist
die einfache, monolithische Konstruktion der Wand, die gegenüber mechanischen
Angriffen von außen unempfindlich ist. Die Herstellung ist witterungsunabhängig.
Zement-Merkblatt
Hochbau H 10 5.2006
Wasserundurchlässige Betonbauwerke
Herausgeber: Verein Deutscher Zementwerke e.V., Tannenstraße 2, 40476 Düsseldorf
Verfasser: Prof. Dr.-Ing. Thomas Freimann
Bestellbar ist das neue Merkblatt bei www.beton.org
oder als PDF erhältlich:
http://www.vdz-online.de/fileadmin/gruppen/vdz/3LiteraturRecherche/Zementmerkblaetter/H10.pdf
Mai 2006
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Merkblatt Wasserundurchlässige Betonbauwerke
Zement-Merkblatt Hochbau H 10 5.2006
Wasserundurchlässige Betonbauwerke
Herausgeber: Verein Deutscher Zementwerke e.V., Düsseldorf
Verfasser: Prof. Dr.-Ing. Thomas Freimann
Umfang: 8 Seiten
Bezugsquelle:
http://www.vdz-online.de/fileadmin/gruppen/vdz/3LiteraturRecherche/Zementmerkblaetter/H10.pdf
Inhalt:
1 Regelwerke
2 Begriffe
3 Lastfall Wasser/Feuchtetranport
4 Elemente einer WU-Planung
4.1 Ermittlung des Bemessungswasserstands (HGW)und der Beanspruchungsklasse
4.2 Festlegung der Nutzungsklasse
4.3 Bestimmung der Mindestwanddicken
4.4 Druckgefälle i und rechnerische Rissbreite wk festlegen
4.5 Konstruktion hinsichtlich Zwangbeanspruchung optimieren
4.6 Fugenaufteilung und Abdichtungssystem festlegen
4.7 Einbauteile, Durchdringungen
4.8 Bauphysikalische Anforderungen aus der Nutzung
5 Anforderungen an den Beton
6 Nachweise
7 Bauausführung
8 Überwachung
9 Literatur

Konstruktionsprinzip (Quelle: Merkblatt, S. 1
Nutzungsklasse A:
keine Feuchtstellen auf der Bauteiloberfläche innen
- Standard für Wohnungsbau
- Lagerräume mit hochwertiger Nutzung
Nutzungsklasse B:
Feuchtstellen auf der Bauteiloberfläche sind zulässig
- Einzelgaragen, Tiefgaragen
- Installations- und Versorgungsschächte und -kanäle
- Lagerräume mit geringen Anforderungen
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Dauerhaft trockene Keller
Die weiße Wanne schafft Sicherheit
Der zu allen Jahreszeiten trockene Keller ist Gold wert, dient er heute doch nur
noch selten als untergeordneter Abstellraum. Teure Grundstücks- und
Quadratmeterpreise haben dem preisbewussten Bauherrn ein wertvolles Reservoir
erschlossen. 80% der Bauherren nutzen ihren Keller für Hobby, Werkstatt oder
Büro. 80% wollen mit Keller bauen, 30% benötigen den Keller für die Installation
alternativer Haustechnik. Damit wurden frühere Umfrageergebnisse bestätigt, nach
denen über 60% derjenigen, die ohne Keller gebaut hatten, den Verzicht
inzwischen bitter bereuen.
Zu viele Keller sind noch immer nicht dicht
Zum Leidwesen zahlreicher Bauherren sind jedoch noch immer zahlreiche Keller
schlecht gebaut, d.h. gegenüber eindringendem Wasser, vor allem gegenüber
Druckwasser, nicht ausreichend und dauerhaft geschützt. Dabei hat das Problem
der Vernässung von Wohngebieten bundesweit zugenommen. Falsch angenommene
höchste Grundwasserstände z.B. durch erheblich sinkende Grundwasserförderung,
nicht berücksichtigte Änderungen wasserwirtschaftlicher Eingriffe, falsche oder
missverständliche Planung – mit der entsprechenden Bauausführung – sind häufig
die Ursache für feuchte Keller oder sogar gänzlich unter Wasser stehende
Bauwerke. Schadenfälle im Bereich von erdberührten Bauteilen zu sanieren,
erreichen bei Einfamilienhäusern nicht selten sechsstellige Beträge, und zwar
nicht nur in Regionen mit bedrohlichen Grundwasserverhältnissen. Die Zahl der
Prozesse um Schäden durch undichte Keller wächst nach Feststellungen der
Ingenieurkammer- Bau NRW ständig.
Zuviel Feuchtigkeit war und ist ein Grundproblem des Bauens. Schon vor mehr als
2000 Jahren mahnte Sextus Julius Frontinus, der im alten Rom für die
Wasserversorgung verantwortlich zeichnete:
„ Kein anderer Bau erfordert größere Sorgfalt in seiner Ausführung als einer,
der dem Wasser standhalten soll. Daher ist für einen solchen Bau in allen
Einzelheiten Gewissenhaftigkeit vonnöten – ganz im Sinne der Regeln, die zwar
alle kennen, aber nur wenige befolgen“.
Tragende und abdichtende Funktion in einem
Unsere Technologen und Ingenieure haben sich diese Erkenntnis offensichtlich zu
Herzen genommen und in den letzten 30 Jahren Lösungen entwickelt, die sich in
der Praxis tausendfach bewährt haben. Ganz oben an steht hier
die
„Weiße Wanne“, eine Konstruktion, bei der der Stahlbeton die tragende und
abdichtende Funktion übernimmt, also eine Einheit bildet. Sie ist im Sinne der
Landesbauordnung allgemein anerkannte Regel der Technik, besteht aus Beton mit
hohem Wassereindringungswiderstand und ist in der Richtlinie des Deutschen
Ausschusses für Stahlbeton „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ seit
November 2003 geregelt. In diesem Jahr sind dazu ergänzende Erläuterungen zu
erwarten. In Verbindung mit den erforderlichen bautechnischen Maßnahmen entsteht
ein wirtschaftlich zu erstellendes Bauwerk, das praktisch wasserdicht ist. Nur
weiße Wannen sind, wie man inzwischen weiß, in der Lage, die tragende und
abdichtende Funktion als monolithisches Bauwerk in einem zu übernehmen – sie
benötigen in der Fläche keine zusätzliche äußere Abdichtung. In dieser einfachen
Konstruktion liegt ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Abdichtungen.
Nachträgliche Ertüchtigung nach dem Schuhschachtelprinzip
Ein
weiterer Vorteil dieser Bauweise: die nachträgliche Ertüchtigung gefährdeter
Keller, die quasi in eine „Schuhschachtel“ gepackt werden. Solche individuellen
Weiße-Wannen-Konstruktionen sind nicht nur technisch realisierbar, sie sind,
berücksichtigt man einen den Wertverlust der Häuser ohne Druckwasserabdichtung
von oft bis zu 60%, auch bezahlbar. Erfahrene Fachleute auf diesem Gebiet
ermittelten Kosten von rd. 3 500 € für ein komplettes ausschreibungsfähiges
Sanierungskonzept einschl. einer wassertechnischen Untersuchung mit
Dokumentation und veranschlagen für die Ausführung je nach Größe und
Schwierigkeitsgrad zwischen 20 000 und 80 000 €. Das Institut für Bauforschung
der RWTH Aachen hat darüber hinaus ein neues Verfahren zum nachträglichen Einbau
einer weißen Wanne mit Wandstärken von 20-30 mm aus textilbewehrtem Beton
entwickelt, das in diesem Jahr erstmalig eingesetzt werden soll.
Wassertechnische Untersuchungen minimieren das Haftungsrisiko
Grundvoraussetzung für den Schutz vor Vernässungsschäden ist, dass sich der
Planer sowohl bei Neubauten als auch nachträglichen Ertüchtigungen Klarheit über
die örtlichen Grundwasserverhältnisse verschafft. Der Verband Wassergeschädigter
Haus- und Grundeigentümer e.V. (VWHG) leistet dafür wertvolle Unterstützung. Er
hat sich zur Aufgabe gemacht, den am Bau Beteiligten durch eine
Qualitätskontrolle der zu erstellenden wassertechnischen und baudiagnostischen
Untersuchungen sowie der durchzuführenden Instandsetzungsmaßnahmen anhand von
Gütekriterien Sicherheit zu geben und fordert: Kein Gebäude sollte zukünftig
gebaut oder saniert werden ohne vorherige Ermittlung des
Bemessungsgrundwasserstandes. Der Planer ginge sonst ein unkalkulierbares
Haftungsrisiko ein. Grundlage dafür sei die zitierte wassertechnische
Untersuchung (WTU).
Die Kunst der Fuge
Fachgerecht geplante und ausgeführte weiße Wannen bzw. wasserundurchlässige
Bauwerke aus Beton sind so dicht, dass ein Durchtritt von Wasser in den
Innenraum nicht zu befürchten ist. Die Abdichtung von Fugen erfordert jedoch die
besondere Beachtung und Aufmerksamkeit des Planers und der Ausführenden. Vom
Planer wird ein Gesamtkonzept gefordert, das auch die Wahl des
Abdichtungssystems umfasst. Sämtliche Fugen und Durchdringungen, die man auf ein
Mindestmaß bringen sollte, sind unter Berücksichtigung fehlstellenfreier
Ausführbarkeit einschließlich der erforderlichen Qualitätssicherungsmaßnahmen zu
planen. Fugenabdichtungen sind meist recht sensibel, sie müssen auf der
Baustelle fachgerecht gelagert, eingebaut und vor Beschädigungen geschützt
werden. Sie sind vor dem Betonieren planmäßig lagegenau und lagestabil
einzubauen sowie an Stoßstellen zu einem geschlossenen Abdichtungssystem zu
verbinden. Die alleinige Ausschreibung von Beton mit hohem
Wassereindringwiderstand (WU-Beton) oder nur der Abdichtungen wird als
Planungsfehler bezeichnet, denn nur in kooperativer Zusammenarbeit aller am Bau
Beteiligten und unter Hinzuziehung eines Fachingenieurs können kostengünstige
und sichere Abdichtungen realisiert werden.
Und - last but not least: Bei weißen Wannen bestehen bzgl. der Rissbreiten
höhere Anforderungen als bei anderen Stahlbetonbauwerken. Die neuen Vorschriften
kommen dem Planer und Ausführenden entgegen und ermöglichen eine einfachere,
exakte Berechnung.
Beton auf der DEUBAU 2006
Das Team von BetonMarketing West präsentierte auf der DEUBAU in Essen neue
Produkte und Anwendungen der deutschen Zement- und Betonhersteller. Auch das
Thema „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ bildete in der Ausstellung einen
Schwerpunkt. An zwei Modellen wurden die Anwendungen von WU-Beton in der
Dreifachwand und in Transportbeton-/Ortbetonbauweise dem Fachbesucher erläutert.
beton.org, 17.01.2006
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Weiße Wannen sind dicht
In jüngster Zeit ist vermehrt Unsicherheit darüber entstanden, ob Weiße
Wannen – also wasserundurchlässige Betonbauwerke - einer zusätzlichen
Abdichtung bedürfen. Um es vorweg zu nehmen: Ein nach dem Stand der
Technik fachgerecht geplantes und ausgeführtes wasserundurchlässiges
Betonbauwerk bedarf aus technischer Sicht nach wie vor keiner zusätzlichen
äußeren Abdichtung. Denn
Weiße
Wannen sind seit vielen Jahren allgemein anerkannte Regel der Technik. Sie
sind seit 2003 in einer Richtlinie des Deutschen Ausschuss für Stahlbeton
- einer Norm gleich – eindeutig geregelt. Beanspruchungs- und
Nutzungsklassen erleichtern dem Planer die richtige Festlegung. Eine
bautechnisch relevante Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil hindurch
findet nicht statt. Die Ursachen für mögliche Feuchteprobleme im Innenraum
liegen woanders, nämlich in der Baufeuchte oder bauphysikalisch bedingten
Fehlern.
Eine zusätzliche Abdichtung von außen – beispielsweise zur Vermeidung
schädlicher Wasserdampfdiffusion - ist nicht nur überflüssig, sondern auch
wirkungslos - und damit ein unnötiger Kostenfaktor. Risse im Beton – ob
planmäßig oder unplanmäßig entstanden – können auch von innen dauerhaft
abgedichtet werden. Eine hochwertige Nutzung von Kellern erfordert
ebenfalls keine zusätzliche Außenabdichtung – allerdings eine geeignete
Wärmedämmung gemäß Energieeinsparverordnung.
Ausführliche Informationen zum Thema Weiße Wannen finden sich im
Zementmerkblatt „Wasserunduchlässige Betonbauwerke“. Die
Regionalgesellschaften des BetonMarketings haben zum Thema Abdichtung
einen zusammenfassenden Text verfasst.
Beton-Newsletter
26.07.2006
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Sicheres Bauen im Grundwasser
500 Experten besuchten Westdeutsches Architekten-
und Ingenieurforum in Neuss
Feuchteschäden an erdberührten Bauteilen sind seit Jahren mit einem Anteil von
über 20 Prozent Spitzenreiter in den Schadenstatistiken der Versicherer. Würden
trockene Keller geplant und gebaut, könnten die Beiträge zur
Berufshaftpflichtversicherung der Planer rd. 20 Prozent günstiger sein. Dass
dies möglich wäre, wurde anlässlich des Westdeutschen Architekten- und
Ingenieurforums am 28. November in Neuss deutlich.
Die AIA Aktiengesellschaft, Düsseldorf, der Verband wassergeschädigter Haus- und
Grundeigentümer, Neuss, und die BetonMarketing West GmbH, Beckum, informierten
rund um das Bauen im Grundwasser, mit dem Ziel, einen Beitrag zur Sicherheit bei
der Planung und Ausführung wasserdichter Bauwerke zu leisten. Fast 500
Architekten und Ingenieure beteiligten sich an dem interdisziplinären Austausch,
bei dem die Architektenkammer NRW als Kooperationspartner auftrat.
Einen Tag später fand, ergänzend zum Vortag, der 1. Neusser Baufachtag statt, zu
dem zahlreiche private Bauherren und Hauseigentümer nach Neuss kamen, um sich in
Expertenrunden und Podiumsdiskussionen über den Bau, die Ertüchtigung und die
Instandsetzung von Kellern zu informieren. Beide Veranstaltungen wurden durch
eine Fachausstellung ergänzt, auf der 26 Aussteller aus den Bereichen Bauen,
Baustoffe, Recht und Versicherungen die interessierten Teilnehmer praxisbezogen
informierten.
Sicheres Bauen im Grundwasser erfordert besondere Fachkenntnisse. Unzutreffende
Bemessungswasserstände, nicht berücksichtigte Änderungen wasserwirtschaftlicher
Eingriffe, falsche oder missverständliche Planung oder Bauausführung sind
oftmals die Ursache für nasse und sogar gänzlich unter Wasser stehende Keller.
Häufigste Fehlerursache ist die versäumte oder unzutreffende Einschätzung der
Wasser- und Bodenverhältnisse. Dabei führen auch „Spargedanken“ des Bauherrn zu
oft so gravierenden Fehlern, dass Planerinnen und Planer sogar ihren
Versicherungsschutz riskieren und der Verbraucherschutz ins Leere geht. Beim
sicheren Bauen im Grundwasser geht es darum, neben der Tragfähigkeit auch die
Dichtigkeit gegenüber drückendem oder nicht drückendem Wasser dauerhaft
sicherzustellen – und zwar sowohl im Neubaubereich als auch zunehmend im
Bestand. Die „Weiße Wanne“ ist hier die Lösung, die dauerhaft dichte Keller
garantiert. Dies wurde in allen Vorträgen und Diskussionen bestätigt.
Die Veranstaltungen in Neuss gaben umfassenden Einblick in das relevante
Regelwerk, Kriterien der Grundlagenermittlung, Hinweise zur Planung und
Ausführung dichter Bauwerke im Grundwasser sowie rechtliche und
versicherungsrelevante Hintergründe. Dabei wurden Wege aufgezeigt, wie mit der
weißen Wanne wirtschaftlich, dauerhaft und einfach herzustellende Bauwerke
realisiert werden können.
Detaillierte Informationen zum Thema Weiße Wanne gibt es im Internet unter
www.beton.org/weissewanne
beton.org, 04.12.2006
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