Flachdachabdichtung mit Fehlern
Wie man eine Flachdachabdichtung richtig ausbildet, geben konkret die
Flachdachrichtlinien und einige DIN Normen vor. Hier zeige ich Ihnen, wie man es
nicht machen sollte. Getreu dem Motto: Jeder und alles ist für etwas gut, und
wenn es als abschreckendes Beispiel ist.

Ausgeführt wurde ein flach nach innen geneigtes Dach mit innen liegender
Entwässerung. Als erstes fällt das stehende Wasser auf, egal wo man auf die
Dachfläche schaut. Außerdem sieht man die Gullys, die zwar mitten im Wasser
stehen, aber dennoch nichts abzuleiten scheinen.
Es widerspricht dem Grundsatz, Wasser stets sicher abzuleiten. Jeder kann sich
unschwer vorstellen, was im Winter bei Frost-Tau-Wechsel geschieht: zu Eis
gefrorenes Wasser greift die Abdichtung an.
Einige interessante Details werden unten dargestellt.
Wenn man am Ende der Arbeitsgänge noch einen Flicken aufsetzt, also eine weitere
Lage auf die obere Abdichtungslage, entstehen Wülste und Aufkantungen. Aufgrund
des ohnehin schwachen Gefälles hat das Wasser sichtlich Mühe, den Weg zum Gully
zu finden.

Auch hier scheint der Gully nicht der tiefste Punkt zu sein. Das Gefälle ist
nicht so ausgebildet, dass das Wasser zum tiefsten Punkt läuft.

In diesem Abschnitt gibt es gar ein Kontergefälle in der Mittelrinne. Hier kann
man Wasserhöhen von 3,0 cm messen. Anstatt zum Gully abgeführt zu werden,
sammelt sich das Wasser und steht - mit der Zeit greift es die Metallteile an,
die anfangen zu korrodieren.

Dieses Detail zeigt den Anschluss der Dachabdichtung im Bereich der Brandwand.
Anstatt die Abdichtung hoch zu führen und zu verwahren, endet sie in der
Horizontalen auf der Blechmanschette, noch dazu mit einigem Abstand zur Kante
der aufgehenden Verblechung; hier setzt sich Wasser rein und im Winter kommt es
zu Krafteinwirkungen bei Eisbildung.

Am Dachrand dieselbe Erscheinung. Hier wurde bereits nachgebessert, indem die
offene Fuge ausgeschmiert wurde.

Die folgenden drei Details sollen Abdichtungsanarbeitungen im Bereich von
Dachdurchführungen darstellen. Die Bilder sind selbsterklärend, bleiben daher
unkommentiert.



Fotos: DIMaGB
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Flachdachabdichtung ohne Fehler

Untergrund sind hier OSB Platten des Flachdaches eines zweietagigen Holzhauses.

In die Xel kommen die Keile, damit die Abdichtung nicht geknickt werden muss.

Hier wird der Abstand für den Dacheinlauf gemessen, damit Platz für den Flansch
ist.

Das soll keine BAUDER Werbung sein, aber für ein Gründach sind diese Bahnen nun
einmal gut geeignet.

Die Fläche ist relativ schnell gemacht; am Schornstein wird erst mal ein
Provisorium hergestellt.

So nimmt die Sache, einschließlich der Attika, langsam Gestalt an.

Der Dacheinlauf ist ordentlich eingedichtet. Die zweite Lage kann folgen.
Bis jetzt: kaltselbstklebende 1. Abdichtungslage bzw. Anschlussbahn aus
Spezial-Elastomerbitumen.
Danach: Spezial-Elastomerbitumenbahn mit höheren Leistungsdaten als
Normstandard.
Diese 4-5 mm dicken "Schwarten" sind wurzelfest, witterungsbeständig und dicht.

Hier sieht man das Dach mit der oberen Abdichtungslage, grün beschieferte
Bitumenbahnen.
Das Dach ist vorm Winter dicht. Man sieht eine angefrorene Wasserschicht oben
auf.
Später kommt noch ein Gründach drauf und Blech auf die Attika.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns nicht die Mühe machen,
die Herstellernamen aus den Bildern zu retuschieren.
Fotos: DIMaGB, 2007
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Wie man ein Gründach baut

So sieht es am Anfang immer aus. Der Bericht ist übrigens keine VEDAG-Werbung.

Das sind ca. 510 qm Dachfläche, ca. 2% geneigt. Die runden Stellen sind
Aussparungen.

Bei genauer Betrachtung erkennt man Überlappung und Versatz der Bahnen, auch
geschlossene Nähte.

Die Abdichtung wird über die Attika gezogen, im Xel liegt ein Keil, der die Ecke
sanfter macht.

Bei den Aussparungen sind die Lichtkuppeln eingebaut und die zweite
Abdichtungslage ist drauf.

In der konstruktiv ausgebildeten Rinne wird später mal das Regenwasser langsam
lang laufen.
Wenn der Schornstein eingebaut wird, kommt noch ein extra eingedichtetes
Hüllrohr dazu.

Das soll mal ein Gründach mit Sedum werden, das sind kleine dicke krautige
Pflanzen.

Überall wo Durchdringungen (Kuppel, Dunstrohr, Schornstein) sind, kommt Kies hin
statt Substrat.

Das Unkraut wächst zwar erst mal schneller als die Sedumsprossen, aber bis zur
Abnahme wird es weggerupft.
Das Stahlseil ist zur Sicherung: bei Wartungsarbeiten klinkt man hier die Öse
vom Seil
vom Sicherheitsgurt ein.

Hier kommt noch ein Attikablech drauf, deshalb wird erst mal aufgemessen.

Hier muss man sich nur vorstellen, wie es ein paar Monate später gleichmäßig
grün aussieht.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns nicht die Mühe machen,
die Herstellernamen aus den Bildern zu retuschieren.
Fotos: DIMaGB, 2005
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Flachdachrichtlinie: neu in 09.2008
Deutsches Dachdeckerhandwerk - Regeln für Abdichtungen
Aus dem Inhalt (Neuerungen in fett):
- Grundregeln 09/1997
- Fachregel für Dächer mit Abdichtungen 09/2008
- Hinweise Holz- und Holzwerkstoffe 09/2005
- Hinweise zur Lastenermittlung 09/1997 geändert 03/2003 -
- Merkblatt Wärmeschutz bei Dach und Wand 09/2004
- Merkblatt Äußerer Blitzschutz auf Dach und Wand 03/2003
- Merkblatt Solartechnik für Dach und Wand 06/2001
- alle 5 Produktdatenblätter aus dem Regelwerk
(Dampfsperrbahnen;
Wärmedämmstoffe;
Bitumenbahnen;
Kunststoff- und Elastomerbahnen;
Flüssigabdichtungen)
- Übersicht der Normen im Arbeitsgebiet des Dachdeckerhandwerks 09/2008
Regeln für Dächer mit Abdichtungen - Flachdachrichtlinien
4. Auflage 2008 - mit Neufassung der Flachdachrichtlinien Oktober 2008 -
Hrsg:: Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks -
Fachverband Dach-,
Wand- und Abdichtungstechnik - e. V.
Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, 2008, ca. 400 Seiten,
mit zahlreichen
Tabellen und technischen Zeichnungen, Euro 59,00 (inkl. MwSt.)
Erhältlich bei amazon.de:
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Für Architekten, Planer, und Verarbeiter
„Technische Regeln“ in überarbeiteter Auflage verfügbar
Ab
sofort ist eine Neuauflage der „Technischen Regeln für die Planung und
Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen“ erhältlich.
FRANKFURT. Unter Berücksichtigung der europäischen Normung, der
Konstruktionsnormen DIN 18195 und DIN 18531 sowie der Anwendungsnormen, z. B.
DIN V 20000-201 wurde das technische Regelwerk aktualisiert. Die Vorgaben der
Industriebaurichtlinie sind ebenso neu aufgenommen wie die Sonderanwendungen
Teich- und Brückenabdichtungen.
Auf 270 Seiten ergänzen zahlreiche Abbildungen und umfangreiche Detailskizzen
die Anwendungsbeschreibungen.
Die Technischen Regeln können ab sofort kostenlos angefordert werden:
telefonisch unter 069–25561314 oder online unter www.derdichtebau.de. Ebenso ist
das Regelwerk als PDF-Datei per Download verfügbar.
vdd, 12.2007
Hinweis:
Neu in 12.2007: mit Ergänzung im Kapitel 9
SICHERUNG DES DACHAUFBAUS
GEGEN ABHEBEN DURCH WINDLASTEN 12/2007
Die neuen Tabellen 13, 15 und 16* enthalten die Windlasten, die sich aus der
Berechnung nach DIN 1055-4 ergeben und berücksichtigen die Sicherheitsbeiwerte
nach DIN 1055-100. Sie orientieren sich an handwerksgerechten Lösungen.
*die alten Tabellen 13, 15 und 16 verlieren damit ihre Gültigkeit
:: www.derdichtebau.de
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Zuverlässigkeit von Flachdachabdichtungen aus Kunststoff- und
Elastomerbahnen
Abschlussbericht (Broschiert)
von Matthias Zöller (Autor), Ralf Spilker (Autor), Geraldine Liebert (Autor),
Silke Sous (Autor)
Broschiert: 172 Seiten
Verlag: Fraunhofer Irb Stuttgart (November 2007)
ISBN-10: 3816774784
ISBN-13: 978-3816774785
Größe und/oder Gewicht: 29 x 20,8 x 1,2 cm
Erhältlich bei amazon.de
Zuverlässigkeit von Flachdachabdichtungen
aus Kunststoff- und Elastomerbahnen. Abschlussbericht
Kurzbeschreibung
Die Anzahl der Werkstoffe und Bahnentypen der Kunststoff- und Elastomer-Bahnen
für die Dachabdichtung ist in DIN und DIN EN-Normen stark gestiegen. Die Normen
geben aber keine Auskunft über die Praxisbewährung der Werkstoffe bzw.
Werkstoffkombinationen. Eine produktneutrale Übersicht über die tatsächliche
Bewährung und Marktpräsenz der einzelnen Bahnen existierte bislang nicht. Das
Forschungsvorhaben sollte für Planer und Besteller die Vor- und Nachteile und
vorrangigen Einsatzgebiete transparenter machen. Es werden 44 nicht genutzte
Flachdächer vorgestellt, die überwiegend von Sachverständigen des
Dachdeckerhandwerks - also herstellerunabhängig - vorgeschlagen wurden. Die
Dachabdichtungen waren - bezogen auf 2006 - zwischen 5 und 31 Jahre alt. Sie
lassen sich in 13 unterschiedliche Bahnentypen einteilen, die in DIN 18531
definiert sind. Die Dächer wurden begangen und der Zustand der Dachoberfläche in
Augenschein genommen. Wenn möglich, wurden Proben des Abdichtungsmaterials
entnommen und charakteristische Prüfwerte von Materialprüfämtern ermittelt.
Zusätzlich wurden schriftliche Umfragen unter Verarbeitern der Dachabdichtungen
durchgeführt und ausgewertet. Die Untersuchung zeigt, dass zu einem Teil der in
Normen aufgeführten Bahnen umfangreiche Erfahrungen vorliegen, die eine
langjährige Praxisbewährung belegen. Andere Bahnen sind relativ neu und nur
gering am Markt verbreitet. Eindeutige Anwendungsschwerpunkte sind allerdings
nicht auszumachen - alle Bahnentypen sind prinzipiell für die typischen
Einbausituationen anwendbar. Die Kosten werden daher zu Recht das wesentliche
Entscheidungskriterium zur Auswahl darstellen. Wesentlich ist es, dass der
Verarbeiter mit den Besonderheiten der Verlege- und Fügetechnik des jeweiligen
Bahnentyps vertraut ist. Bei Ausschreibung und Vergabe sollte diese
Grundbedingung ausdrücklich bestimmt und entsprechende Nachweise gefordert
werden. Hinsichtlich der technischen Lebensdauer kann von einem Zeitraum von 10
bis 20 Jahren ausgegangen werden - längere Liegezeiten sind möglich, aber
angesichts der Vielzahl der Einflussfaktoren und der mangelnden
Rezepturtransparenz nicht sicher vorhersagbar. Für den langjährigen Nutzer ist
die Reparier- und Ergänzbarkeit und die damit unmittelbar zusammenhängende
Identifizierbarkeit der verlegten Bahn wesentlich. Es sollten nur Bahnen
verwendet werden, die entsprechend dauerhaft und hinreichend detailliert offen
gekennzeichnet und beschrieben sind. Auch dies sollte fester Bestandteil der
Ausschreibung sein. Zu den positiven Instandsetzungseigenschaften, die nicht nur
die Nachhaltigkeit, sondern auch die Instandsetzungskosten günstig beeinflussen,
zählt die leichte Ausbaubarkeit. Lose verlegte Bahnen (Sicherung durch Auflast
oder Befestiger) sind daher verklebten Bahnen vorzuziehen. Im Bericht werden
weitere Empfehlungen für die Anwendung und Entwicklung der Bahnen formuliert.
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