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Die "neue" DIN 18195
Bauwerksabdichtungen DIN 18195 Teil 1 bis 6
bisher gültig: Ausgabe 08/83 und 02/84
Ausgabe 08/2000

Teil 1: Allgemeines, Begriffe
Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten

Teil 2: Stoffe
Stoffe

Teil 3: Verarbeitung der Stoffe
Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe

Teil 4: Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit - Bemessung und Ausführung
Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit (Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden – Bemessung und Ausführung

Teil 5: Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser – Bemessung und Ausführung
Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen, Bemessung und Ausführung

Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser – Bemessung und Ausführung Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser – Bemessung und Ausführung

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 1
Grundsätze, Definitionen, Zuordnung der Abdichtungsarten

1 Anwendungsbereich

Diese Norm gilt für die Abdichtung von nicht wasserdichten Bauwerken oder Bauteilen gegen
- Bodenfeuchte nach DIN 18195-4
- nichtdrückendes Wasser nach DIN 18195-5
- von außen drückendes Wasser nach DIN 18195-6 und
- von innen drückendes Wasser nach DIN 18195-7

mit Bitumenbahnen und –massen, Kunststoff-Dichtungsbahnen, Metallbändern, Asphaltmastix, kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen und den für ihren Einbau erforderlichen
Werkstoffen nach DIN 18195-2.

4 Grundsätze, Zuordnung der Abdichtungsarten

Der Erfolg der Bauwerksabdichtung ist abhängig von der:
- fachgerechten Planung und Ausführung
- abdichtungstechnischen zweckmäßigen Planung und Dimensionierung des Bauteils.

Die Wahl der Abdichtungsart ist insbesondere abhängig von der Angriffsart des Wassers und der Nutzung des Bauwerks bzw. Bauteils (Tabelle 1).

Mit Bodenfeuchtigkeit ist immer zu rechnen.

Wenn Baugelände und Verfüllmaterial aus stark durchlässigem Boden bestehen, kann die Abdichtung von Sohle und Außenwänden nach DIN 18195-4 ausgeführt werden.

Bei wenig durchlässigen Böden k < 10-4 m/s muss damit gerechnet werden, dass in den Arbeitsraum eindringendes Oberflächen- und Sickerwasser vor den Bauteilen zeitweise aufstaut und diese als Druckwasser beansprucht. In solchen Fällen sind im Regelfall Abdichtungen nach DIN 18195-6 erforderlich.

Wird ein Aufstauen durch eine Dränung nach DIN 4095, deren Funktionsfähigkeit auf Dauer sichergestellt ist, verhindert, können Sohle und Außenwände auch in wenig durchlässigen Böden (k < 10-4m/s nach DIN 18195-4 abgedichtet werden.

Nach DIN 18195-5 sind alle waagerechten und geneigten Deckenflächen im Freien und im Erdreich, sofern sie nicht durch drückendes Wasser beansprucht werden, sowie die Fußböden und die spritzwasserbeanspruchten Wände in Nassräumen abzudichten.

Bei Einwirkung von Grundwasser und vergleichbarem Wasserangriff gilt DIN 18195-6 Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser.

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 2
Stoffe

Wesentliche Änderungen:
  - Die Listen der zu verwendenden Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen wurde aktualisiert und
    um Polymerbitumenbahnen und Elastomer-Dichtungsbahnen ergänzt.
  - Kunststoff-Dichtungsbahnen aus EVA, selbstklebende Elastomer-Dichtungsbahnen sowie
    kaltselbstklebende Bitumen-Dichtungsbahnen und kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen
    wurden aufgenommen.

Für die neu aufgenommenen Werkstoffe wurden Eigenschaften und Anforderungen definiert und die Art der Überwachung festgelegt. Bei kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen u. a. Rissüberbrückung,
Druckbelastung, Wasserdurchlässigkeit.

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 3
Anforderungen an den Untergrund und Verarbeitung der Stoffe

4 Anforderungen an den Untergrund

.... Vertiefungen größer 5 mm, wie beispielsweise Mörteltaschen, offene Stoss- und Lagerfugen oder Ausbrüche, sind mit geeigneten Mörteln zu schließen.

Mauerwerk, offene Stoßfugen bis 5 mm, Putzrillen bei Ziegeln sind bei Abdichtungen mit nicht überbrückenden Werkstoffen (Bahnen) entweder zu verputzen, vermörteln oder mit einer Dichtungsschlämme (keine abdichtende Funktion!) oder einer Kratzspachtelung zu egalisieren.

Kanten müssen gefast und Kehlen sollten gerundet sein. Bei zweikomponentigen kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen kann die Ausrundung mit kunststoffmodifiziertem Bitumendickbeschichtungsmaterial erfolgen soweit der Hersteller dies zulässt.

5.2 Bitumen-Voranstrich; Grundierung; Versiegelung; Kratzspachtelung

Die Kratzspachtelung wird entweder auf eine erhärtete Grundierung oder frisch in frisch auf eine mit Reaktionsharz gleichmäßig dünn vorbehandelte Oberfläche aufgetragen.

Bei kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen kann die Kratzspachtelung aus dem Beschichtungsmaterial selbst bestehen. Die Kratzspachtelung stellt keinen Abdichtungsauftrag dar. Vor dem Auftrag der Abdichtungsschicht muss die Kratzspachtelung soweit getrocknet sein, dass sie durch den darauf folgenden Auftrag nicht beschädigt wird.

5.4 Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen

5.4.1 Verarbeitung

Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen sind in mindestens zwei Arbeitsgängen lastfallbedingt mit oder ohne Verstärkungseinlage auszuführen. Der Auftrag muss fehlstellenfrei, gleichmäßig und je nach Lastfall entsprechend dick erfolgen.

Im Bereich Boden/Wandanschluss mit vorstehender Bodenplatte ist die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung aus dem Wandbereich über die Bodenplatten bis ca. 100 mm auf die Stirnfläche der Bodenplatten herunterzuführen.

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 4
Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit

(Kapillarwasser, Haftwasser) und nichtstauendes Sickerwasser an Bodenplatten und Wänden – Bemessung und Ausführung

6 Anordnung

6.1 Wände

Alle vom Boden berührten Außenflächen der Umfassungswände sind gegen seitliche Feuchtigkeit abzudichten. Diese Abdichtung muss planmäßig im Regelfall bis 300 mm über Gelände hochgeführt werden, um ausreichende Anpassungsmöglichkeiten der Geländeoberfläche zu gewährleisten. Im Endzustand darf dieser Wert das Maß von 150 mm nicht unterschreiten.

Ist dies im Einzelfall nicht möglich (Terrassentüren, Hauseingänge), sind dort besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser oder das Hinterlaufen der Abdichtung einzuplanen (z. B. durch ausreichend große Vordächer, Rinnen mit Abdeckungen oder Gitterrost.)

Außen- und Innenwände von Gebäuden sind durch mindestens eine waagerechte Abdichtung (Querschnittsabdichtung) gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen. Die Abdichtung nach 6.1.1 muss unten bis zum Fundamentabsatz reichen und so an die waagerechte Abdichtung nach 6.1.2 herangeführt oder mit ihr verklebt werden, dass keine Feuchtigkeitsbrücken, insbesondere im Bereich von Putzflächen entstehen können (Putzbrücken).

6.2 Bodenplatten

Die Bodenplatte ist grundsätzlich gegen aufsteigende Feuchtigkeit nach 7.4 abzudichten. Dabei muss die Abdichtung des Fußbodens an die waagerechte Abdichtung der Wände so herangeführt oder mit ihr verklebt werden, dass keine Feuchtigkeitsbrücken insbesondere im Bereich von Putzflächen entstehen können (Putzbrücken).

Bei Raumnutzungen mit geringen Anforderungen an die Trockenheit der Raumluft kann die Abdichtung nach 7.4 entfallen, wenn durch eine kapillarbrechende Schüttung k > 10-4 m/s) von mindestens 150 mm Dicke unter der Bodenplatte der Wassertransport durch die Bodenplatte vermindert wird (alt).

7.2 Waagerechte Abdichtungen in Wänden

Für die waagerechte Abdichtung in Wänden sind
- Bitumen-Dachbahnen mit Rohfilzeinlage nach DIN 52128
- Bitumen-Dachdichtungsbahnen nach DIN 52130
- Kunststoff-Dichtungsbahnen nach DIN 18195-2 : 1999-MM, Tabelle 4.5
zu verwenden.

7.3.2 Abdichtungen mit Deckaufstrichmitteln

Diese Abdichtungen sollten für unterkellerte Gebäude nicht verwendet werden.

7.3.3 Abdichtung mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen

Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung nach DIN 18195-2 : 1999-MM, Tabelle 4.9, ist in zwei Arbeitsgängen aufzubringen. Die Aufträge können frisch in frisch erfolgen. Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung muss eine zusammenhängende Schicht ergeben, die auf dem Untergrund haftet. Die Mindesttrockenschichtdicke muss 3 mm betragen. Das Aufbringen der Schutzschicht darf erst nach ausreichender Trocknung der Abdichtung erfolgen.

7.3.4 Abdichtung mit Bitumenbahnen

- kaltflüssiger Voranstrich
- einlagige Bitumenbahn

7.4 Abdichtungen der Bodenplatte

7.4.1 Allgemeines

Abdichtung mit Bitumenbahnen, Bitumen-KSK-Bahnen, Kunststoff-Dichtungsbahnen, Bitumendickbeschichtungen oder Asphaltmastix.

Als Untergrund für die Abdichtungen ist eine Betonschicht oder ein gleichwertiger standfester Untergrund erforderlich. Kanten und Kehlen sind, falls erforderlich, zu fasen bzw. zu runden. Die fertig gestellten Abdichtungen sind vor mechanischen Beschädigungen zu schützen, z. B. durch Schutzschichten nach DIN 18195-10.

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 5
Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser
auf Deckenflächen und in Nassräumen – Bemessung und Ausführung

6 Bauliche Erfordernisse

Das Entstehen von Rissen im Bauwerk, die durch die Abdichtung nicht überbrückt werden können (Entstehungszeitpunkt nicht breiter als 0,5 mm, durch spätere Bewegung max. Breite 2,0 mm und Versatz max. 1,0 mm), ist durch konstruktive Maßnahmen, z. B. durch Anordnung von Bewehrung, ausreichender Wärmedämmung oder Fugen zu verhindern.

Können sich selbst geringfügige, aber länger einwirkende Mengen stehenden Wassers (z. B. Pfützen) schädigend auf Schutz- und Belagsschichten auswirken (z. B. bei Plattenbelägen im Mörtelbett) oder wird dadurch das Fehlstellenrisiko wesentlich erhöht (z. B. an Durchdringungen und Dehnfugen), so ist durch eine planmäßige Gefällegebung oder andere Maßnahmen (z. B. Abläufe in den durch Durchbiegung entstandenen Mulden) für eine vollständige Wasserableitung zu sorgen. Dies gilt dann besonders auch für die Kehlen zwischen Gefälleflächen.

Abläufe zur Entwässerung von Belagsoberflächen, die die Abdichtung durchdringen, müssen sowohl die Nutzfläche als auch die Abdichtungsebene dauerhaft entwässern.

7 Arten der Beanspruchung

Zu den mäßig beanspruchten Flächen zählen u. a::
- Balkone und ähnliche Flächen im Wohnungsbau:
- unmittelbar spritzwasserbelastete Fußboden- und Wandflächen in Nassräumen

(siehe DIN 18195-1) des Wohnungsbaus – soweit sie nicht durch andere Maßnahmen, deren Eignung nachzuweisen ist, hinreichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt sind.

Bei häuslichen Bädern ohne Bodenablauf mit feuchtigkeitsempfindlichen Umfassungsbauteilen (z. B. Holzbau, Trockenbau, Stahlbau) muss der Schutz gegen Feuchtigkeit bei der Planung besonders beachtet werden.

Zu den hoch beanspruchten Flächen zählen u. a::
- Dachterrassen, intensiv begrünte Flächen, Parkdecks, Hofkellerdecken und Durchfahrten, erdüberschüttete Decken
- durch Brauch- oder Reinigungswasser stark beanspruchte Fußboden- und Wandflächen in Nassräumen wie: Umgänge in Schwimmbädern, öffentliche Duschen, gewerbliche Küchen u. a. gewerbliche Nutzungen.

8 Ausführung

Die Abdichtung von waagerechten oder schwach geneigten Flächen ist an anschließenden, höher gehenden Bauteilen im Regelfall mindestens 150 mm über die Schutzschicht, die Oberfläche des Belages oder der Überschüttung hochzuführen und dort zu sichern (siehe DIN 18195-9). Ist dies im Einzelfall nicht möglich, z. B. bei Balkon- oder Terrassentüren, sind dort besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser oder das Hinterlaufen der Abdichtung einzuplanen.

8.2 Abdichtung für mäßige Beanspruchung

z. B. eine Lage Bitumen oder Polymerbitumenbahnen, falls erforderlich mit Voranstrich und Deckanstrich.

Abdichtung mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen

Die kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtung ist in zwei Arbeitsgängen aufzubringen. Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung muss eine zusammenhängende Schicht ergeben, die auf dem Untergrund haftet. Vor dem Auftrag der zweiten Abdichtungsschicht muss die erste Abdichtungsschicht soweit getrocknet sein, dass sie durch den darauffolgenden Auftrag nicht beschädigt wird.

Die Mindesttrockenschichtdicke muss 3 mm betragen. An Kehlen und Kanten sind Gewebeverstärkungen einzubauen. Sie sollten auch auf horizontalen Flächen verwendet werden, um die Mindestschichtdicke sicherzustellen. Das Aufbringen der Schutzschichten darf erst nach ausreichender Trocknung der Abdichtung erfolgen.

8.3 Abdichtungen für hohe Beanspruchungen

z. B. Abdichtung mit Bitumen- oder Polymerbitumenbahnen. Die Abdichtung ist aus mindestens zwei Lagen Bahnen mit Gewebe-, Polyestervliesoder Metallbandeinlage herzustellen.

Bauwerksabdichtungen
DIN 18195 Teil 6
Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser
und aufstauendes Sickerwasser - Bemessung und Ausführung

5 Anforderungen

Die Abdichtung ist im Regelfall auf der dem Wasser zugekehrten Bauwerksseite anzuordnen; sie muss eine geschlossene Wanne bilden oder das Bauwerk allseitig umschließen. Die wasserdruckhaltende Abdichtung ist bei stark durchlässigem Boden (k > 10-4 m/s nach DIN 18130-1) mindestens 300 mm über den Bemessungswasserstand zu führen; darüber ist das Bauwerk durch eine Abdichtung gegen Sickerwasser im Wandbereich und Bodenfeuchtigkeit nach DIN 18195-4 oder bei anschließenden Decken nach DIN 18195-5 zu schützen

Bei wenig durchlässigem Boden (k < 10-4 m/s) ist die Abdichtung wegen der Gefahr einer Stauwasserbildung mindestens 300 mm über die geplante Geländeoberfläche zu führen. Soll die Abdichtung gegen Hinterlaufen durch Niederschlagswasser auf Höhe GOK gesichert werden, sind für die Außenwände bis etwa 300 mm über GOK ausreichend wasserabweisende Bauteile zu verwenden.

....Risse zum Entstehungszeitpunkt nicht breiter als 0,5 mm sind. Bei Bahnenandichtungen (außer Polymerbitumen-Schweißbahnen) max. weitere Öffnung des Risses in der Breite bis 5 mm entstehender Risskanten-Versatz max. 2 mm.

Bei kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen max. weitere Öffnung des Risses in der Breite bis 1 mm entstehender Risskantenversatz max. 0,5 mm.

6 Bauliche Erfordernisse

Beim Nachweis der Standsicherheit für das zu schützende Bauwerk darf der Abdichtung keine Übertragung von planmäßigen Kräften parallel zu ihrer Ebene zugewiesen werden. Sofern dies in Sonderfällen nicht zu vermeiden ist, muss durch Anordnung von Widerlagern, Ankern, Bewehrung oder durch andere konstruktive
Maßnahmen dafür gesorgt werden, dass Bauteile auf der Abdichtung nicht gleiten oder ausknicken.

Es werden 2 Abdichtungsarten unterschieden:
- Abdichtungen gegen drückendes Wasser
- Abdichtungen gegen aufstauendes Sickerwasser;

sind Abdichtungen von Kelleraußenwänden bei Gründungstiefen bis 3,0 m unter GOK in wenig durchlässigen Böden (k < 10-4 m/s) ohne Dränung nach DIN 4095, bei denen Bodenart und Geländeform nur Stauwasser erwarten lassen. Die Unterkante der Kellersohle muss mindestens 300 (1000) mm über dem nach Möglichkeit langjährig ermittelten Bemessungswasserstand liegen.

9 Ausführung von Abdichtungen gegen aufstauendes Sickerwasser

Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung ist in zwei Arbeitsgängen aufzubringen. Um die Mindestschichtdicke sicherzustellen, ist nach dem ersten Arbeitsgang eine Verstärkungslage einzulegen. Vor dem Auftrag der zweiten Abdichtungsschicht muss die erste Abdichtungsschicht soweit getrocknet sein, dass sie durch den darauffolgenden Auftrag nicht beschädigt wird. Die kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung muss eine zusammenhängende Schicht ergeben, die auf dem Untergrund haftet. Die Mindesttrockenschichtdicke muss 4 mm betragen. Die Abdichtung ist grundsätzlich mit einer Schutzschicht zu versehen. Diese darf erst nach ausreichender Trocknung der Abdichtung aufgebracht werden.

Quelle: Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken,
Verfasser: Blaschka

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DIN 18195 in der Fassung von August 2000 bestätigt

Schiedsverfahren zu Bitumendickbeschichtungen als Bestandteil der DIN 18195 beendet – Klarheit für die Nutzer

Mit dem nun erfolgten Abschluss des Schiedsverfahrens ist die über Jahre anhaltende Diskussion um kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (KMB) als Bestandteile der DIN 18195 endlich zu Ende. Die Norm bleibt in der Fassung von August 2000 bestehen. Damit herrscht nun auch für alle Anwender der Produkte endgültige Klarheit.

Nachdem die Teile 1 bis 6 der Normenreihe DIN 18195 in der alten Fassung aus 1983/1984 überwiegend bahnenförmige Abdichtungsstoffe behandelt haben, wurden im Rahmen einer grundlegenden Überarbeitung die KMB aufgrund ihrer hohen Anwendungshäufigkeit und des langen Bewährungszeitraumes in die Norm integriert. Die Aufnahme der KMB in die neue, im Jahr 2000 veröffentlichte DIN 18195 war und ist somit aus Sicht der weitaus überwiegenden Anzahl der Experten konsequent und für die Baupraxis hilfreich und notwendig.

Dennoch gingen die Diskussionen weiter. Die von einem kleinen Kreis einschlägiger „KMB-Kritiker“ permanent vorgetragenen Widerstände gegen die Aufnahme von KMB in die DIN 18195 führten dazu, dass die strittigen Punkte nach den offiziellen Regularien des Deutschen Instituts für Normung – der DIN 820 - verhandelt wurden. Nachdem das erste und zweite Schlichtungsverfahren in insgesamt fünf ganztägigen Sitzungen noch immer keine Einigung gebracht hatten, musste nun das Schiedsverfahren als die „letzte Instanz“ des DIN-Prozederes abgehalten werden. Nach zwei Sitzungen über drei Tage kam der Schiedsausschuss zu dem Ergebnis, dass die Aufnahme der KMB in die Teile 1 bis 6 der DIN 18195 gerechtfertigt ist und bestätigt damit die Inhalte der im August 2000 veröffentlichten DIN 18195. Der Schiedsspruch enthält einige Detailempfehlungen, mit denen sich der zuständige Normenausschuss im Rahmen der turnusmäßigen Überarbeitung der DIN 18195 befassen wird, wobei es sich dabei um Ergänzungen handelt, die nicht zu einer Einschränkung der derzeitigen Inhalte führen.

Die DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ enthält damit auch weiterhin detaillierte Angaben und Ausführungsbestimmungen zur Verwendung von KMB als Abdichtungsmaterial für definierte Lastfälle. Es bleibt festgeschrieben, was seit Jahrzehnten die gängige Praxis im Abdichtungsbereich darstellt: deutlich über 50% der erdberührten Keller werden mit KMB abgedichtet.

Die Deutsche Bauchemie e.V. und sieben weitere Verbände hatten im Jahr 2002 gemeinsam die „Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit kunststoffmodifizierten Bitumendickbeschichtungen“ (Kurzform: „Dickbeschichtungsrichtlinie“) in einer grundlegenden Überarbeitung an die neue DIN 18195 angepasst. Diese kann nach wie vor ergänzend zur Norm genutzt werden und liefert viele Details, die als Grundlage für die Planung und Ausführung sowie zur Beurteilung ausgeführter Objekte dienen und damit die Verarbeitungssicherheit und die Qualität der Bauausführung erhöhen. Die „Dickbeschichtungsrichtlinie“ kann unter www.deutsche-bauchemie.de bestellt werden.

Deutsche Bauchemie e.V.
Datum: 09.09.2004

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DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ allein garantiert noch lange keine dichten Gebäude
Dicht oder nicht? Keine Frage bei fachgerechten Bauwerksabdichtungen!

Fachgerecht geplante und ausgeführte Bauwerksabdichtungen werden zunehmend zum Thema von Bauherren, Planern und Versicherungen, denn ständig kommen neue Produkte auf den Markt, die oft nicht das halten, was sie versprechen. Für den Schutz vor Wasser in allen seinen Erscheinungsformen bleiben viele angeblich innovative Abdichtungen noch immer den Nachweis schuldig, dass sie mit den norm- bzw. sachgerechten Ausführungen mithalten und stets problemlos angewendet werden können.

Extreme Wetterereignisse und in vielen Regionen ansteigende Grundwasser sorgen dafür, dass eine fachgerechte Bauwerksabdichtung immer wichtiger wird. Unerfahrene Baupartner fallen dabei oft auf vollmundige Versprechungen und hoch gelobte Produkte herein. Wenn diese dann versagen oder unfachmännisch angewendet werden, sind die Folgen in der Regel fatal. Eine Haftpflichtversicherung kann dann nur für den entstandenen Schaden eintreten, nicht aber den mit allen Sanierungsmaßnahmen verbundenen Ärger und Verdruss lindern.

Vordringliche Aufgabe der Planer ist es, sich mit den Boden- und Wasserverhältnissen der Grundstücke ausreichend vertraut zu machen und notwendige Abdichtungen fachgerecht zu planen und auszuschreiben - und die Ausführung keinesfalls einem Rohbauunternehmer oder einem reinen Dachdecker zu überlassen. Architekten und Ingenieure werden in ihrer Ausbildung kaum an diese schwierige Materie herangeführt. Spezialisten für dieses Fachgebiet sind dagegen - leider vielen unbekannt - die Bauwerksabdichter, die sich täglich mit den jeweiligen Gegebenheiten vertraut machen und die optimale Lösung für ein bestimmtes Bauteil oder Bauwerk herausfiltern.

Noch ausgeprägter als beim Neubau entstehen kostspielige Fehler vor allem beim Bauen im Bestand, also bei Erweiterungs- sowie Um- und Anbauten, Sanierungen und dem Ausbau von Kellerräumen, bei denen ganz besondere Anforderungen zu beachten sind.
Jüngste Erfahrungen mit neuesten Bauwerksabdichtungen sind in die Überarbeitung der maßgebenden Norm DIN 18195 „Bauwerksabdichtungen“ eingeflossen. Doch garantiert dieses Regelwerk allein noch lange keine dichten Gebäude.

Das gesamte Themenspektrum ist daher Anlass für die Bundesfachabteilung Bauwerksabdichtung (BFA BWA) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am 20. Februar 2008 im Rahmen der bautec 2008 im Palais am Funkturm in Berlin an die Fachöffentlichkeit zu treten und dabei u. a. ihre BWA-Richtlinien für Bauwerksabdichtungen® vorzustellen.

Unter dem Motto „Dicht oder nicht? Keine Frage bei fachgerechten Bauwerksabdichtungen!“ werden Empfehlungen für sichere Abdichtungen bei Neu-, Um- und Altbauten gegeben.

Presseinfo 53/07, 13.12.2007
Bundesfachabteilung Bauwerksabdichtung

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