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Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn
Neuer Ratgeber aus dem Umweltbundesamt gibt Tipps für gute Wasserqualität auch in Haus und Wohnung

Die gesetzlichen Anforderungen sind eindeutig: Trinkwasser darf keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis bieten. Es muss alle Haushalte in einwandfreier Qualität erreichen – farb- und geruchlos, ohne anormalen Geschmack sowie klar und kühl. Schlecht oder laienhaft erstellte Trinkwasserleitungen und -armaturen in Haus und Wohnung können diese, vom Wasserversorger gelieferte Wasserqualität aber buchstäblich noch auf den letzten Metern verderben. Verbraucherinnen und Verbraucher können dies verhindern, wenn sie hierfür den neuen, kostenlosen Ratgeber „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ des Umweltbundesamtes (UBA) zu Rate ziehen. Er informiert auf 28 Seiten, wie Sie in Haus und Wohnung für einwandfreies Trinkwasser sorgen können. Im Internet kann er unter der Adresse http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3058.pdf heruntergeladen werden.

Je schneller das Trinkwasser den häuslichen Wasserhahn erreicht, desto zuverlässiger weist es dort die vom Wasserversorger ins Haus gelieferte Qualität auf. Lange Standzeiten in Haus- und Wohnungsleitungen begünstigen unvermeidbare Korrosionsvorgänge und mikrobielles Wachstum. Diese können die Trinkwasserqualität beeinträchtigen. Deshalb empfiehlt der UBA-Ratgeber unter anderem, für Lebensmittelzwecke kein Wasser zu benutzen, das stundenlang – zum Beispiel über Nacht - in der Leitung gestanden hat. Vor allem Säuglingsnahrung sollten Eltern immer nur mit frisch abgelaufenem Wasser zubereiten. Solches Wasser ist beim Austritt aus der Trinkwasserleitung etwas kühler als Stillstandswasser. Informiert werden Verbraucherinnen und Verbraucher auch über einfache Maßnahmen, die ergriffen werden sollten, um nach längerer Abwesenheit von der Wohnung wieder einwandfreies Wasser zu zapfen.

Eine fachgerecht geplante und erstellte Trinkwasser-Installation kann unnötigen Stillstand des Wassers in Haus- oder Wohnungsleitungen minimieren. Die neue Broschüre informiert, wie und aus welchem Material ein Fachbetrieb die Trinkwasser-Installation erstellen muss, um in ihr – je nach Wasserqualität – mikrobielles Wachstum und Korrosion so weit wie möglich zu verhindern. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren zudem, woran sie erkennen können, aus welchen Materialien ihre Trinkwasser-Installation besteht und ob vermeidbare gesundheitliche (Rest)Risiken vorhanden sind – zum Beispiel in Form von Schlauch- und Bleileitungen. Informationen zur sachgerechten Pflege und Wartung einer Trinkwasser-Installation sowie zur Untersuchung des Wassers runden die Broschüre ab.

Der Ratgeber „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ ist kostenlos erhältlich per Telefon (zum Ortstarif): 01888/305-3355, per Fax (zum Ortstarif): 01888/305-3356, per Email: uba@broschuerenversand.de oder per Internet: www.umweltbundesamt.de. Schriftliche Bestellungen an: Umweltbundesamt, c/o GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn, Postfach 30 03 61, 53183 Bonn.

Die Broschüre steht zudem unter der Adresse http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3058.pdf zum Download zur Verfügung.

Umweltbundesamt, UBA
Dessau, den 17.08.2006

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Wasserverbrauch deutscher Haushalte
Ostdeutsche sind Wassersparmeister


Ostdeutsche Haushalte verbrauchen 30 Prozent weniger Trinkwasser als Haushalte in Westdeutschland. Hauptursachen sind laut Fraunhofer ISI höhere Wasser- und Abwasserpreise sowie niedrigere Haushaltseinkommen im Osten.

Jeder Westdeutsche verbraucht pro Tag 132 Liter Trinkwasser, Ostdeutsche dagegen nur 93 Liter. Diesem verblüffenden Unterschied ist das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung nun auf den Grund gegangen. Dazu hat das Karlsruher Institut 600 Versorgungsgebiete und damit etwa die Hälfte der deutschen Haushalte auf ihren Wasserkonsum untersucht und mit Angaben wie Einkommen, Wasser- und Abwasserpreis, Haushaltsgröße, aber auch Wetterdaten verknüpft. Damit ist die ISI-Studie die umfassendste Analyse, die zu diesem Thema bislang in Deutschland gemacht wurde.

Erfreulich: Deutschland liegt beim Trinkwasserverbrauch in Europa am unteren Ende. Dennoch gibt es regionale Unterschiede, insbesondere zwischen Ost- und Westdeutschland. Das war nicht immer so: Zur Zeit der Wende war der Wasserverbrauch in Ost und West nahezu gleich. Doch danach sind die Preise in den neuen Bundesländern rapide gestiegen und der Verbrauch in der Folge stark gesunken, während er in den alten Ländern nur langsam zurückging.

Die ISI-Wissenschaftler fanden heraus, dass der Trinkwasserverbrauch pro Kopf und Tag um etwa 2,3 Prozent beziehungsweise 3 Liter abnimmt, wenn die Preise um zehn Prozent steigen. Ein enger Zusammenhang besteht außerdem zwischen Einkommen und Wasserverbrauch: in Regionen mit niedrigerem Einkommen liegt auch der Verbrauch niedriger und zwar im Osten wesentlich deutlicher als im Westen. Zur Reduktion des Wasserverbrauchs tragen neben wassersparendem Verhalten auch wassereffiziente Sanitär- und Haushaltsgeräte bei. Diese wurden gerade in den Neuen Bundesländern im Rahmen der Gebäudesanierungen nach der Wiedervereinigung installiert. Der zurückgehende Wasser­verbrauch in Haushalten, verstärkt durch den effizienteren Umgang mit Wasser in Industrie und Gewerbe sowie – insbesondere im Osten – abnehmende Bevölkerungszahlen, verursachen bereits heute Probleme beim Betrieb der großen zentralen Wasser- und Abwassernetze. Diese sind auf den hohen Wasserverbrauch früherer Jahre ausgelegt.

Auch andere Thesen konnte die ISI-Studie für das Bundesministerium für Bildung und Forschung bestätigen. So nimmt der Trinkwasserverbrauch pro Kopf zu, wenn die Personenzahl im Haushalt sinkt – Singlehaushalte verbrauchen also pro Kopf mehr Wasser als Haushalte mit Kindern. Überraschend dagegen, dass der Wasserverbrauch in Regionen mit höherem Durchschnittsalter zunimmt. Der demographische Wandel wird also auch die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung beeinflussen. „Die Unsicherheit dürfte größer werden, und die künftige Entwicklung wird in den einzelnen Versorgungsgebieten sehr unterschiedlich verlaufen“, sagt Projektleiter Thomas Hillenbrand, „deshalb brauchen wir künftig flexiblere Wasserinfrastruktursysteme, zum Beispiel dezentrale Konzepte.“

Zum Einfluss von Wetter und Klima auf den Verbrauch liefert die Studie erste Ergebnisse. Danach liegt der Verbrauch in trockeneren Regionen höher – pro Kopf um 1,5 Liter pro Tag bei zehn Prozent geringeren Niederschlägen. Für eine fundiertere Analyse der Auswirkungen klimabedingter Einflüsse, die bei längeren Trockenperioden auch hauseigene Wasserquellen wie Regenwasserzisternen oder Hausbrunnen versiegen lassen, sind allerdings noch weitere Untersuchungen notwendig.

Die Ergebnisse der Studie des Fraunhofer ISI können unter folgender Internet-Adresse heruntergeladen werden:
http://www.isi.fhg.de/publ/downloads/isi07a05/residential-water-demand-in-germany.pdf
    

Fraunhofer ISI
Presseinformation 11/2007
04.06.2007


Kommentar:
Was die die ISI-Wissenschaftler offensichtlich nicht herausgefunden haben: je mehr die Haushalte Wasser sparen, um so mehr steigt der Wasserpreis bzw. anders anusgedrückt: ob die Haushalte Wasser sparen oder nicht, wirkt sich nicht auf den Wasserpreis aus. Man kann auch sagen: ob Ihr spart oder nicht - die Preise steigen dennoch.

Zum einen liegen die Ursachen in marktwirtschaftlichen Strukturen. Wenn Profitinteresse an die Stelle von hoheitlichem Versorgungsauftrag rückt, steigt der Preis. Das hat mit den kosten erst mal gar nichts zu tun.

Zum anderen wirkt sich übertriebenes Sparen dergestalt auf die Kosten aus, dass Trinkwasser in zunehmendem Maße den Abwasseranlagen zugespeist werden muss, damit die Spül- und Transportprozesse aufrecht erhalten werden können. Diese Kosten werden auf den Preis umgelegt.

Regional und temporär kommen dann noch unternehmerische Entgleisungen bzw. Fehlleistungen dazu. Ein anschauliches Beispiel lieferte (wieder einmal) Berlin mit dem SVZ aus 2002:
 
Teil eines so genannten Stab-Konzeptes war die stoffliche Verwertung von rund 160.000 Tonnen Berliner Müll im Sekundärrohstoffverwertungszentrum Schwarze Pumpe (SVZ), es ging um Synthesegaserzeugung und Methanolgewinnung. Verträge zwischen dem SVZ und der BSR (Berliner Stadtreiniger, als der Monopolist in der Müllentsorgung) über die Überlassung des Berliner Mülls gab es nicht, aber das SVZ stand seit Anfang an zum Verkauf an. Es gehört zu 100% den Berliner Wasserbetrieben (BWB), an denen der Senat mit 50,1% beteiligt ist, und auf dem Unternehmen lasteten mehr als 400 Millionen Euro für die Altlastensanierung des Standortes und Bankkredite.

Diese "mehr als 400 Millionen Euro" wurden auf den Wasserpreis umgelegt. Mittlerweile kräht kein Hahn mehr danach und es ist auch nicht mehr nachvollziehbar, ob mal jemand hinterfragt hat, warum sich ein Wasserversorger mit Müllverwertung befasst.

So berichtete am 11.09.2004 die Berliner Zeitung: "Berlins Wasser gehört zum teuersten bundesweit Der teilprivatisierte Hauptstadtversorger BWB hat immer höhere Kosten - und eine Garantierendite" und erinnerte daran, dass die Preise auch vor der Teilprivatisierung massiv gestiegen waren, von 1992 bis 1996 etwa um mehr als 70 Prozent. Nach dem 15-prozentigen Aufschlag von 2004 wurden für 2005 5-6,5% erwartet.

Als Grund nannten die BWB einen sinkenden Wasserabsatz (Verlust von Industriebetrieben mit hohem Verbrauch, sinkende Bevölkerungszahl, technischer Fortschritt bei Haushaltsgeräten) bei gestiegenen Fixkosten. Nicht mit als Grund nannten die BWB, dass den Privatgesellschaftern RWE und Veolia für den hohen Kaufpreis von 1,7 Milliarden Euro eine Garantierendite zugesichert wurde, die sich als Preistreiber auswirkt.

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