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Wie man ein Haus baut (1)
(Bsp:: Einfamilienhaus)
 

Auf dieser Seite erfahren Sie,

wie einfach es ist, ein Haus zu bauen. Sozusagen eine Bedienungsanleitung für alle, die gern sparen, z.B. an der Bauüberwachung. Oder ein Exkurs für Bauherren, die am Ende zufrieden sein wollen.

 
Ganz am Anfang ...

Noch bevor man sich das Grundstück aussucht, ist man gut beraten, die 10 Goldenen Regeln für Bauherren zu beherzigen. Gut ist es, wenn man illusionslos heran geht und sich vorab informiert, wie ein Bauprojekt wirklich abläuft.

 
Vor dem Baubeginn

Man nehme einen Architekten, der einem die Baugenehmigung besorgt. Ein Bauingenieur mit Bauvorlageberechtigung (Planer) tut es auch. Dann besorge man sich ein Baugrundgutachten, eine Statik zum Bauantrag - und dann dauert es nicht mehr lange bis zum Baubeginn.

 

Damit der Vermesser (der Vermesser heißt Vermesser, weil er sich vermisst) und die Baufirma sehen, wohin etwas gebaut werden soll, kürze man das auf über 1 m gewachsene Gras.

 

Man lasse alsdann innerhalb des eingemessenen Grundrisses den Oberboden abtragen. Vorsicht: nicht so tief ausheben lassen, falls das Haus nicht unterkellert ausgeführt wird.

 

Bevor die Sohle gegossen wird, sollte man an die Einführung der Erschließung denken. dafür gibt es Leerrohre (für Gas, Trinkwasser, Elektro, ggf. Kabel-TV) und die Grundleitung bis kurz über die Hauskante.

 

Die Sohlenbewehrung wird mit Abstandhaltern zweilagig aufgelegt. Man hat an eine Erderfahne zu denken, die an den Erder anschließt. Hat man den bei den Streifenfundamenten vergessen, kann man immer noch einen Ringerder legen.

 

Zum Betonieren gehört zugleich das Verdichten (hier links der Kollege). Vorsicht, es soll Firmen geben, die noch nicht einmal bei WU-Beton eine Rüttelflasche in die Hand nehmen. Die Oberfläche bekommt man mittels Abziehen hin, wobei ein (Laser-) Nivelliergerät recht hilfreich ist.

 

Hat man genug Mauerziegel, kann es mit den Mauerarbeiten losgehen. Die Schnüre zu spannen hilft mitunter, gerade Mauerwerkswände hinzubekommen.

 

Irgendwann nimmt die Sache Gestalt an und es wird Zeit, hin und wieder das Lot zu benutzen. Senkrechte Gebäudeecken sind der Lohn für die Mühe.

 

Für die Fensterstürze sehe man Absteifungen vor. Ansonsten sieht es nach dem Erdgeschoss schon ein bisschen nach einem Haus aus.

 

Die Decke über dem EG ist fast Dasselbe wie das Herstellen der Sohle, nur dass man hier so genannte Filigrandeckenplatten drunter legt. Vorteil: der Beton fällt nicht ins EG und man spart sich die Schalung. Auch hier an Bewehrung denken und nicht das Treppenloch vergessen! Die Nachbehandlung ist übrigens kein Sonderwunsch, sondern durch die Regeln der Technik vorgeschrieben.

 

Hier das Ganze von unten, abgesteift wird mit Traversen (Joche) und Teleskopstützen. Abbauen sollte man erst, wenn der Deckenbeton so weit ausgehärtet ist, dass sich die Decke selbst trägt (Minimum: 1 Woche). Die Nenndruckfestigkeit stellt sich erst nach 4 Wochen ein.

 

So sieht das Ding schon wie ein halbes Haus aus. Man beachte bei diesem Beispiel das Verhältnis von Steinformaten zu Mauerfugen. Dadurch bilden sich nicht so starke Spannungen auf der Oberfläche und das ist für den Putz gut.

 

Hier sieht man den Kreuzungspunkt des Firstes vom Zeltdach (4 dreieckige Flächen). Die Unterspannbahn sorgt nun endlich dafür, dass der mitunter heftige Regen nicht mehr so viele Liter Wasser in den Rohbau einträgt.

 

Ein paar schöne Holzfenster (Kunststoff passt ja auch schlecht zur Philosophie) sind auch schon eingebaut und bald fängt der Dachdecker an. Er muss ja auch nur eine Lattung auf die Konterlattung aufbringen und die paar
Ziegel hinterher werfen.

 

Hier sieht man die ersten Quadratmeter vom eingedeckten Dach. Ein Ausstieg kommt in die Nähe vom Schornstein bzw. Rauchgasrohr.

 

Ist der Dachdecker fertig, lässt man das Gerüst abbauen. Man denke beizeiten daran, dass jemand die Dübellöcher vom Gerüst wegzaubert (mit Putz und Farbe ist besser als mit Kunststoffstöpseln). Am Ende steht da ein schönes, wertbeständiges, massiv gebautes Haus.


Der Rest ...
ist dann auch relativ schnell erledigt: man schickt die Ausbaugewerke rein und der Maler ist meist der Letzte, den die Hunde beißen. Hat man an alles gedacht (oder hat man sich einen vernünftigen Bauleiter ausgesucht), gibt es eine mangelfreie Bauabnahme. Dann zieht man ein und im nächsten Jahr macht man die Außenanlagen fertig.

Das war´ s dann  auch schon. So (oder ähnlich) funktioniert das wirklich. Sie sehen, nichts ist einfacher als ein Haus zu bauen. Oder gibt es etwa auch andere Erfahrungen?

Querverweis:
:: Wie man ein Haus baut (2)
:: Wie man ein Haus baut (3)

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