Das Fenster
- vom Licht- und Luftdurchlass zum hermetischen Hightech-Element
Unsinnigkeiten in der technischen Entwicklung
Die Entwicklung der Fenster im Zeitraffer
Als der Mensch vom Baum kletterte und das Laufen lernte war es - wenn man
mit diesen saloppen Zeitraffer-Sprüngen weiter geht - nicht mehr weit und
er fing an, Behausungen zu bauen, anstatt sich verlassene Höhlen als
Unterschlupf zu suchen.
Baumaterialien waren zunächst Äste und belaubte Zweige, später kamen Felle
erlegter Tiere als Abdeckung dazu. Mit weitergehender Entwicklung,
insbesondere auch der Werkzeuge, wurden die Bauteile immer massiver, bis
irgendwann Steine verwendet wurden.
Natürlich gab es regionale Unterschiede, die sich u.a. in der Auswahl der
Baustoffe bemerkbar machten. Reichten den einen Tierfelle auf Stöcken,
waren es woanders Kamelmist oder Schnee.
Eins hatten diese Behausungen gemeinsam: sie boten Schutz vor den Unbilden
der Natur und - in Verbindung mit dem Feuer - vor wilden Tieren und vor
Kälte. Die Anhäufung von Gebäuden aus Steinen, aus denen sich später
Städte entwickelten, gelangten immer mehr in den Status von Anzeichen von
Zivilisation.
Trotz des befriedigten Schutzbedürfnisses hatte der Mensch noch ein
Interesse, welches seinem Naturell entsprang: das Bedürfnis nach Licht
auch im Inneren der Behausung und das Bedürfnis nach frischer Luft.
Das war die Triebfeder für die Erfindung des Fensters. Zunächst war das
Fenster nichts weiter als ein Loch in der Wand, mit hölzernem Rahmen und
Kreuz. Licht und Luft konnten somit rein, ohne dass Feinde durch diese
Öffnung kamen.
Als man merkte, dass frische Luft im Winter auch Kälte bedeutet, kam man
auf die Idee, den hölzernen Rahmen transparent zu bespannen und beweglich
zu machen. Zunächst nahm man dünne, durchscheinende Häute dazu.
Dann kam mit der Erfindung des Glases ein gewaltiger Sprung in der
Entwicklung der Fenstertechnik. Dem Menschen gelang es irgendwann, diesen
wunderbaren Stoff in eine flache ebene Form zu bringen und regelmäßig
geformte Rechtecke herzustellen - die gläserne Fensterscheibe.
Die technische Entwicklung war inzwischen soweit vorangeschritten, dass zu
Holz und Glas ein drittes Material dazukam: Metall. Daraus fertigte man
die Angeln und den Wirbel, heute im Fachjargon Fensterband und Olive
genannt.
Irgendwann ist jemand auf die Idee gekommen, so etwas wie kleinere Türen
außen vor den Fensteröffnungen anzubringen. Das nannte man dann
Fensterladen. Für die Nachtstunden boten sie zusätzlichen Schutz und in
der kalten Jahreszeit bildete sich bei geschlossenen Fensterläden eine
Pufferzone durch die stehende Luftschicht.
Stand der Technik anno tobak
Diesen technischen Entwicklungsstand können wir im Mittelalter ansiedeln.
Der Standard lässt sich so umschreiben: dicke massive Außenwand, darin ein
Einfachfenster mit anfänglich 0,75 - 1,5 mm (später wurden 3-5 mm daraus)
Glasscheibe in mit Metallhaken arretierbaren Drehflügeln, davor drehbare
Fensterläden und unter dem Fenster innen eine hölzerne Fensterbank.
Der Anschluss an das Bauwerk erfolgte mittels Beiputzen (bzw. mittels
Deckprofilen) und Fugen wurden mit Moos, bestimmten Gräsern, Hanf oder
Wolle ausgestopft. Im Mittelalter gab es so genannte Steckscheiben, später
wurden die Fensterscheiben mittels Kitt (ein Gemisch aus Kreide und Öl
sowie anderen Zusätzen) im Flügelkreuz gehalten und mittels Öl und Firnis
wurde das Holz geschützt.
Das ist mittlerweile einige hundert Jahre her und man kann feststellen:
das hat funktioniert. Dann kam als nächste Verbesserung jemand mit der
Idee daher, ein Einfachfenster (EF) von innen und eines von außen
anzuschlagen. Später wurde noch der Zwischenraum mit Holz gefüllt: das
Kastendoppelfenster (KDF, oder Kastenfenster) war erfunden.
Als man irgendwann zu Sparsamkeit gezwungen wurde - vielleicht spielt auch
ein bisschen Bequemlichkeit mit hinein -, hat der Tischler die
Leibungsfüllung weggelassen und hat die Fenster so zusammen gestoßen, dass
daraus ein Verbundfenster (VF) wurde.
Das Kastenfenster
Wie hat das gute alte KDF funktioniert? Wir reden von einem in seiner
Konstruktion und in seinen Eigenschaften bewährten Bauteil, das in den
Gründerzeithäusern in riesigen Mengen eingebaut wurde und von denen
etliche über zig Jahre erhalten geblieben sind.
Verglast war es mit ganz normalem Einfachglas, das vom Wellenspektrum der
lieben Sonne so gut wie alles durchgelassen und kaum etwas herausgefiltert
hat. Somit konnten auch die Wellenanteile der Strahlung herein, von denen
eine desinfizierende Wirkung ausging.
In der ehemaligen DDR gab es für Kindergärten eine Vorschrift, dass die
Toilettenfenster (mit den durchlässigen Quarzgläsern) nach Süden
ausgerichtet sein mussten, damit die Sonnenstrahlen die Raumluft entkeimen
konnten. Dies diente zur Vorbeugung gegen ansteckende Krankheiten wie
Tuberkulose etc.
Außerdem sind die UV-B Lichtspektren für den Menschen wichtig, damit
Vitamin D gebildet wird, um im Dünndarm Calcium aus der Nahrung für
Knochen und Zähne aufzunehmen. Lichtmangel führt beim Menschen zu
gesundheitlichen Störungen (Winterdepression, Osteoporose, Zahnschäden,
Herz- Kreislauf, Immunsystem).
Das KDF hat einen großen Fugenanteil, über welchen eine Permanentlüftung
erfolgt. Dadurch wird ein ständiger Luftwechsel der Raumluft ermöglicht,
was die Raumluftqualität auf beständig guten Werten hält.
Dies betrifft das Ablüften von Gerüchen, Ausdünstungen, CO2 und
gasförmigem Wasser, ausgedrückt durch den Begriff der relativen
Luftfeuchte in %. Diese Form der natürlichen Lüftung kostete die Bewohner
nichts. Den hieraus entstehenden Wärmeverlust auszugleichen, war so
selbstverständlich, dass sich niemand die Mühe gemacht hat,
Lüftungswärmeverluste auszurechnen und damit die Bewohner zu ängstigen.
Es wurden a-Werte für Kastenfenster bis zu 5,0 m3/hm bei einem Prüfdruck
von 10 Pa ermittelt. Das sind hierbei für ein Fenster mit etwa 1,20 m
Breite und 1,40 m Höhe in einer Stunde etwa 25 m3 Luftdurchgang - eine
natürlich ausreichende Grundlüftung war gegeben,
Man hat ja auch bereits im Mittelalter Fensterläden angebracht und sich
über den Effekt gefreut, ohne k-Werte auszurechnen und dann damit zu
prahlen (heute nennt man das Verbraucherinformation, im Volksmund Werbung
genannt).
Natürlich haben die einfachen Glasscheiben nicht so "gut isoliert" wie die
heutigen Isogläser, sie waren etwas kälter als es innere Scheiben heute
sind. Das hatte wiederum den Vorteil, dass sie als Kondensflächen dienten.
Stieg die rel. Luftfeuchte trotz Permanentlüftung auf einen höheren Wert
an, kam es zum Kondensieren an den kalten Fensterscheiben.
Das Wasser lief dann daran herunter und es sammelte sich in der Mulde, die
man eigens zu diesem Zweck in das Fensterbrett eingearbeitet hatte. Bei
einigen alten Häusern findet man heutzutage noch kleine metallene Kästchen
unter dem Fensterbrett, mit einem kleinen Griff vorne dran.
Darüber hat das Fensterbrett ein Loch, so dass das Kondenswasser ablaufen
konnte und sich in diesem Kasten sammelte. Der Griff war zum bequemen
Erfassen und Tragen gut - weg war das Kondenswasser.
Manche Fenster aus der "LowTech" Ära hatten noch eine konstruktive
Erweiterung nach unten. Da war die Außenwand auf Ziegelstärke ausgedünnt
und von innen war eine zweiflüglige Holztür angebracht. Das war der
stromlose Kühlschrank aus Urgroßeltern´ s Zeit, der natürlich nur in der
kalten Jahreszeit funktioniert hatte.
Lüften und Heizen zu Urgroßmutter´ s Zeiten
Nun war die Rede von Permanentlüftung über Fugen, kalten Fensterscheiben,
ausgedünnter Außenwand und Kühlschrank. Da überkommt einen doch glatt ein
Frösteln und man fragt sich, wieso unsere Vorfahren unter solchen
Bedingungen nicht massenhaft erfroren sind.
Das hatte was mit der Bauweise und dem Heizsystem zu tun. Gebaut wurde
massiv, mit dicken Außenwänden. Selbst nicht tragende Innenwände wurden
als Rabitzwände errichtet. Ich setze die Vorteile massiver Bauteile als
bekannt voraus, Skeptiker und Labor-Bauphysiker lassen sich eh nicht
überzeugen.
Eins sei nur angemerkt: selbst die "moderne" DIN 4108 der Jetzt-Zeit
spricht von der Ausnutzung der Speicherwirkung der Innenbauteile (für
Außenbauteile trifft das ad definitem nicht mehr zu, die haben per ordre
de mufti einen niedrigen U-Wert zu haben, um von den Experten als gut
dämmend eingeschätzt zu werden).
Geheizt wurde mittels Einzelfeuerstätten, die man schlicht auch Ofen
nennen darf. Wer kennt nicht den guten alten Kachelofen, der wohlige Wärme
abstrahlte und wo man sich zum Aufwärmen als Kind daran gelehnt hat, wenn
man halb erfroren vom Rodeln nach hause kam.
Die Wortwahl ist nicht prosaisch, sondern sie hat einen ganz realen
Hintergrund. Abstrahlen ist genau der Vorgang, mit dem man die Wärmeabgabe
des Kachelofens beschreibt.
Was bedeutet Wärmestrahlung?
Bereits im Jahre 1800 entdeckte der deutsche Astronom William Henschel die
Existenz der Infrarotstrahlungsenergie (Infrarot bezeichnet den Bereich
über dem Roten Ende des sichtbaren Lichtspektrums). Die Infrarotstrahlung
(IR), auch Wärmestrahlung genannt, ist eine elektromagnetische Strahlung
mit der Wellenlänge von 780 Nanometern (Millionstel Millimeter) bis 1mm
Jeder warme Gegenstand (Körper) gibt IR-Strahlung ab. Je kürzer die
Wellenlänge des Lichtes ist, desto größer ist auch die Energie dieser
Strahlung. Der Mensch kann IR-Strahlung nicht sehen, sie aber fühlen.
Das Spektrum des Infrarotlichtes ist für den Menschen völlig unschädlich,
Ultraviolett- und Röntgenstrahlung hingegen haben ein so starkes
Energiepotential, dass sie für den Menschen schädlich sein können.
Die Wärmeenergie des Infrarotlichts ist für den Menschen angenehm, so dass
auch in der Medizin diese Wärmequelle zur Förderung des Wohlbefindens des
Patienten eingesetzt wird. Für zu Hause gibt es die IR-Leuchte, erkennbar
an der dunkelroten Lampe.
Infrarotstrahlung die auf die Haut trifft, wird in Wärme umgesetzt. Es
wird die Durchblutung der Haut stimuliert. Die Wärme wird durch die
optimale Hautdurchblutung vom Körper aufgenommen.
Wissen Sie wie der "Treibhauseffekt" zu erklären ist? Keine Angst, ich
meine nicht den Klima-Humbug, sondern das Treib- oder Gewächshaus, wie es
im Gartenbaubetrieb steht.
Die Sonne strahlt ein mit ihrem gesamten Spektrum, vorwiegend langwellig.
Einiges wird absorbiert, das heißt als Wärme aufgenommen. Ein Teil wird
reflektiert. Dieser Teil der Strahlung ist von seinem Anteil bezogen auf
die Wellenlänge so beschaffen, dass er durch die einfache Fensterscheibe
nicht mehr heraus kann. Das ist die kurzwellige IR-Strahlung.
So ergeht es auch der Wärmestrahlung, die vom Kachelofen kommt: sie geht
nicht durch die Fensterscheibe nach draußen.
Der moderne Unsinn
Er setzte mit der Entwicklung von Fenstern aus Kunststoff- und
Metallprofilen noch lange nicht ein. Auch die Entwicklung von Elastomeren,
PVC, synthetischen Kautschuks, Gummis usw. als Dichtstoffe im Bauwesen
waren anfänglich nicht der Grund.
Es begann mit einer politisch und wirtschaftlich motivierten
Klimahysterie. Man kürte das Kohlendioxid in der Atmosphäre zum
"Klimakiller" und propagierte den Weltuntergang durch das sogenannte
"global warming", hier zu Lande als "Klimaerwärmung" bekannt (immerhin
stolze 0,7 °C in 100 Jahren).
Beim Neuerfinden der Idee der Energieeinsparung kam man irgendwann auch
auf den Dreh, die "gigantischen" Lüftungswärmeverluste zu reduzieren. Es
entbrannte ein Wettbewerb der Fensterhersteller um höher dämmende und
besser dichtende Fenster.
Aus Wettbewerbsgründen wird mit immer dichteren Fenstern geworben. Dadurch
tragen die Herstellerfirmen dazu bei, dass die Erwartung der Verbraucher
an die Begrenzung der Fugendurchlässigkeit immer höher geschraubt wird.
Diesen Unfug hat man technisch und werbemäßig dahin entwickelt, über Fugen
praktisch nahezu „luftundurchlässige“ Fenster fertigen zu können.
"Die Frage, ob unsere Fenster zu dicht sind, ist eindeutig mit ja zu
beantworten." Zu diesem Ergebnis kam R. Müller vom Prüfinstitut
Türentechnik und Einbruchsicherheit, Rosenheim, mit der Vorstellung des
Berichtes " Sind unsere Fenster zu dicht?" auf dem Feuchtetag ´99 (7./8.
Oktober 1999, BAM, Berlin; nachzulesen im DGZfP-Berichtsband BB 69-CD).
Um zu verdeutlichen, wie diese Einschätzung zustande kam, sei noch ein
Zitat gestattet:
"Heute sind Fensterkonstruktionen auf dem Markt zu finden, die selbst
unter starker Windbelastung kaum mehr einige Kubikmeter Luft in das
Gebäude lassen. So ergaben Untersuchungen von Holz-, Kunststoff- und
Aluminiumfenstern heutiger Konstruktionen, dass diese - bei einem
Prüfdruck von 10 Pa - a-Werte von weniger als 0,04 m3/h×m aufweisen. Das
heißt, dass hierbei durch ein Fenster mit etwa 1,20 m Breite und 1,40 m
Höhe knapp 0,21 m3 Luft pro Stunde durchgehen.
Bei einer Prüfdruckdifferenz von 150 Pa - etwa frische Brise = größere
Zweige werden bewegt - betragen die gemessenen a-Werte zwischen 0,10 und
0,35 m3/h×m. Selbst unter Heranziehung des höchsten Wertes von 0,35 m3/h×m
wird für o. g. Fenstergröße ein maximaler Luftdurchgang von weniger als 2
m3 pro Stunde erreicht. Nach Wärmeschutzverordnung und DIN 18055 dürfte
dieser Wert am gleichen Fenster für die Beanspruchungsgruppe B bei gut 31
m3 pro Stunde liegen.
Bei einer Prüfdruckdifferenz von 600 Pa - etwa ab schwerem Sturm = Bäume
werden umgeworfen - betrugen die gemessenen a-Werte zwischen 0,5 und 1,8
m3/h×m. Das bedeutet für die Holzfensterkonstruktionen, die den höchsten
Wert erreichten, dass deren Luftdurchgang unter 9,5 m3 pro Stunde liegt.
Nach Wärmeschutzverordnung und DIN 18055 dürfte dieser Wert an den
gleichen Fenstern für die Beanspruchungsgruppe B bei etwa 55 m3 pro Stunde
liegen.
Diese Auswertungen zeigen, dass unsere heutigen Fenster im Vergleich zu
den gestellten Anforderungen viel zu dicht sind (Bild 3)."
Die gestellten Anforderungen ergeben sich aus DIN 18055. Maßgebend ist der
Grenzwert der längen bezogenen Fugendurchlässigkeit. Er beträgt für
Beanspruchungsgruppe A (Gebäude bis 8,0 m Höhe) bei einem Prüfdruck von
150 Pa < 2,0 m3 / h x m und für Beanspruchungsgruppe B und C (Gebäude bis
20,0 bzw. 100,0 m Höhe) bei einem Prüfdruck von 300 bzw. 600 Pa < 1,0 m3 /
h x m (a-Wert bei 10 Pa).
Die oben aufgeführten Erläuterungen sind bezeichnend für das Dilemma.
Wohin hat dieser unsinnige Dichtheitswettbewerb geführt? Feuchteschäden in
den Leibungen, an Wänden und in Zimmerecken, Schimmel, Bronchitis, Asthma.
Zugegeben, das sind Tatsachen, die man in Werbeschriften nicht zu lesen
bekommt - gerade deshalb führe ich sie hier an.
Zu dem Problem, dass die Permanentlüftung über die Fensterfugen gegen Null
tendiert, kommt die geschürte Angst hinzu, mittels Stosslüftung wieder mal
Wärme- und somit Geldverluste erleidet. "Lieber ersticken als erfrieren"
hieß das früher, heute heißt das energiesparend leben und wohnen.
Noch dazu, wo der Verbraucher Tag für Tag eingehämmert bekommt, wie er mit
seinem ach so hohen Heizaufwand "das Klima" schädigt - unbewiesen,
unbegründet, aber immer wieder heruntergebetet - und was ihm doch für
immense finanzielle Nachteile aus den Lüftungswärmeverlusten entstehen.
Nichts gegen die Idee der Energieeinsparung. Aber: erstens ist das
beileibe keine Erfindung der Neuzeit - Betriebskosten wollte man schon vor
100 Jahren einsparen, eben weil das Ziel des Wirtschaftens im Erzielen von
Gewinn stand und steht - und zweitens hat das ganze nur Sinn, wenn es
wirtschaftlich vonstatten geht.
Womit wir wieder bei einem wichtigen Thema angelangt sind:
Wirtschaftlichkeit.
Was sparen Sie aus Verringerung an Lüftungswärmeverlusten und was kostet
Sie der Einbau neuer Fenster?
Oder: wie viel Energie lässt sich durch "verbesserte" a- und U-Werte
einsparen und wie viel Energie wird
bei der Herstellung dieser tollen Fenster verbraucht?
Sie gelangen zu erstaunlichen Ergebnissen und dann landen Sie bei der
Frage - die ich gern immer wieder herunterbete - "Wem nützt es?".
Man sehe mir bitte nach, dass ich immer wieder mit dem Begriff
Wirtschaftlichkeit daherkomme. Aber ich bin nun mal kein
Industrievertreter und ich vertrete die naive Auffassung, dass Beratung
und Information objektiv sein soll.
Der Bock als Gärtner
Nun soll man ja nicht zu zornig urteilen. Die uns den Unfug mit den
superdichten Fenstern und den katastrophalen Folgen eingebrockt haben -
die haben auch die Lösung dafür.
Dafür, dass die Fenster - mit hohem finanziellen Aufwand - immer dichter
gemacht wurden, wird nunmehr - mit hohem finanziellen Aufwand - an anderer
Stelle für "kontrollierten Lufteintritt" gesorgt. Das klingt besser als
Lufteintritt über die Fugen, ist aber nichts weiter als das Fahrrad neu zu
erfinden.
Es kommt lediglich darauf an, wie man es verkauft. Dann denkt auch keiner
darüber nach, die Frage zu stellen, wer denn am Ende die Zeche zahlt. Oder
ob man das Ganze nicht hätte auch einfacher haben können.
Welche Methoden gibt es, wo bei den Fenstern der Teufel mit dem Beelzebub
ausgetrieben wird?
Lüftungsschlitze in den Rahmenprofilen
Lüftungsgänge innerhalb der Konstruktion des Rollladenkastens
Lüftungsschlitze innerhalb in die Außenwand eingebauter Wanddurchlässe
Lüftungsanlagen für permanente Zwangslüftung
Das bekommt alles einen tollen Namen, die Werbung säuselt Ihnen
"Einsparungen von 30-40%" vor, forschende Wissenschaftler bescheinigen den
Status als non plus ultra, Hersteller und Experten prophezeien, dass alles
"unterm Strich nicht mehr kostet" - und am Ende denkt keiner mehr darüber
nach, was das gekostet hat. Hauptsache, wir sparen uns reich.
Die Perfektion stellt das so genannte Passivhaus dar, wo man keine Heizung
benötigt und das offensichtlich so preisgünstig zu haben ist, dass keiner
von den Mehrkosten redet. Hier ist ein fein abgestimmtes System von dicker
Dämmung und einer Lüftungsanlage vorhanden, das allerdings voraussetzt,
dass sich der Mensch daran zu gewöhnen hat, während der Heizperiode die
Fenster geschlossen zu halten. Damit werden Krankheiten Tür und Tor
geöffnet, aber darüber redet man nicht.
Aber vielleicht ist das ja auch ein Experiment zur Erforschung von
Anpassungsmechanismen: nachdem man über einen langen Weg der Entwicklung
die Häuser den Bedürfnissen der Menschen angepasst hat, probiert man
nunmehr aus, wie sich der Mensch den "modernen" Häusern anpasst.
Sie müssen mir nicht alles glauben, den Anspruch habe ich nicht. Aber
versuchen Sie, sich selbst einige Fragen zu beantworten:
Wo lande ich, wenn sich der Kreis des geflogenen Loopings schließt?
Was kann ich mir für "Einsparungen von 30-40%" kaufen?
Wozu macht man Fenster dicht, um hinterher woanders die Luft
durchzulassen?
Und wieso soll das alles nicht mehr kosten als normale Fenster?
Und überhaupt: was sind "normale" Fenster?
Alternativen zum Hermetisierungswahn
Nun kommt aber die berechtigte Frage: ja, gibt es denn Alternativen? Ja.
Die gibt es. Ich sehe sie im Einsatz von Holzfenstern. Gummidichtungen
kommen nach meiner Philosophie nicht zum Einsatz. Zuglufterscheinungen und
unkontrolliert eintretende Feuchtigkeit lässt sich auch anders verhindern,
z.B. konstruktiv.
Man nehme hochwertiges Holz, der Mehrpreis ist durch die besseren
Eigenschaften gerechtfertigt. Zum einen ist von einer höheren
Lebenserwartung auszugehen, zum anderen sind Erscheinungen wie Quellen,
Schwinden und Verziehen weniger stark am Wirken.
Das erreicht man durch den Einsatz von gut abgelagertem Vollholz oder von
Schichtleimholz. Um das Problem der Fugen in den Griff zu bekommen, muss
man das Glück haben, eine Tischlerfirma gefunden zu haben, die die
handwerkliche Kunst der Nullpassung beherrscht.
Hierin besteht der Kunstgriff, dass nämlich Flügel- und Rahmenprofile
passgenau und maßhaltig sind und zudem fein gehobelt werden, bis die Fuge
auf 0 zu geht. Dass letztendlich ein Fugenanteil übrig bleibt, ist
selbstverständlich, der wird ja auch nach DIN 18055 berücksichtigt. Eine
zusätzliche Sicherheitslösung wäre konstruktiver Hirnholz- bzw.
Fugenschutz durch Einzelteilbeschichtung.
Zum Einbauen sind weder Silikon noch Bauschaum zu verwenden, dass muss man
weder sich noch seinen Fenstern antun. Über die begrenzten
Einsatzmöglichkeiten von Bauschaum habe ich a.a.O. berichtet.
Schauen Sie sich im Infobereich von DIMaGB.de um, da finden Sie einige
abschreckende Beispiele. Und Silikon ist eh nur die letzte Verlegenheit.
Was, glauben Sie wohl, ist der Grund dafür, dass das Zeug in Fachkreisen "Architektenmumpe"
genannt wird?
Wenn man sich entschlossen hat, mit Strahlungswärme zu heizen, genügen
bereits Floatgläser, welche die IR-Strahlung zurückhalten und das
Sonnenlicht ungefiltert durchlassen. Die kann man einkitten lassen - ja,
auch das gibt es heutzutage noch.
Man muss beim Holzfenster zu dessen Schutz nicht mit Lacken arbeiten. Ob
es sich um Ventilack, Wasserlack oder wie sie alle heißen handelt: die
sagenumwobene Bezeichnung "diffusionsoffen" ist nur die halbe Wahrheit.
Denn nicht jeder Lack ist tatsächlich diffusionsoffen.
Wenn das nämlich stimmen würde, gäbe es keine Lackabplatzungen an
Fenstern. Hier sind die gleichen durch Filmbildner ausgelösten Vorgänge zu
beobachten, die bei mit "diffusionsoffenen" Farben gestrichenen Fassaden
zu beobachten: Risse, Nester, Auf- und Abplatzung, Ablösungen.
Natürlich haben die oben genannten Schadensbilder auch viel mit den
jeweiligen Qualitäten der Oberflächenbeschichtung zu tun, aber die falsche
Materialwahl legt bereits den Grundstein für eine kürzere Lebenserwartung.
Das mag zutreffen, dass ein "diffusionsoffener Lack dampfförmiges Wasser
durchlässt.
Aber was geschieht, wenn der Wasserdampf kurz vor der Beschichtungsebene
kondensiert und sich die Beschichtung nicht benetzend verhält? Dann
funktionieren weder Kapillarität noch Diffusion und das Wasser bleibt
drin.
Man kann es genauso wie vor 100 Jahren machen: Öl und/oder Firnis (z.B.
Leinölfirnis) nehmen. Alternativ kann man über den Einsatz von Lasuren
nachdenken. Hier muss man aber schon wieder aufpassen, wie viel Chemie
reingemischt wurde.
Um die schönen, abgenutzten Begriffe "ökologisch" und "umweltfreundlich"
zu benutzen, sei auf den Hervorragenden Recyclingkreislauf verwiesen. Das
Glas wird zum Weiterverwenden (nach Einschmelzen) getrennt, die Beschläge
kommen ab, Gummis und/oder PVC gibt es keine.
Wenn man die Holzprofile nicht mit Chemie voll gepampert hat, kann man sie
durch den Ofen jagen, weil sie dann nicht unter Sonderabfall einzuordnen
sind. Verbranntes Holz setzt bekanntlich nicht mehr CO2 frei, als es mal
gebunden hat.
Und für den, der sich mit der Frage befasst, was er mit seinen
Bestandsfenstern anfangen soll, sei auf den Forschungsbericht „Erhaltung
der Kastenfenster durch gezielte Verbesserungsmaßnahmen“ (Förderprojekt
des Bundes B I 5 - 80 01 94 - 12) herausgegeben vom Prüfinstitut
Türentechnik + Einbruchsicherheit, Rosenheim, verwiesen.
Daran mitgearbeitet hat die Fa. PaXclassic, welche die neuen Kastenfenster
für das Forschungsprojekt hergestellt hat.
Berlin im Oktober 2002
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
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Es gibt viele Arten, ein Fenster zu öffnen
Für jeden Bedarf die richtige Lösung: Welche Fenster eignen sich wofür?
Wie viele Arten gibt es, ein Fenster oder auch eine Terrassentür zu öffnen? Wer
sich einmal damit beschäftigt, stellt schnell fest: Es sind erstaunlich viele!
Drehen oder kippen, den Flügel nach drinnen oder nach draußen öffnen, schieben
oder abstellen, schwingen oder wenden … Insbesondere Holzfensterhersteller
entwickeln immer wieder ungewöhnliche und innovative Sonderformen, um die
Wünsche ihrer anspruchsvollen Kunden zu erfüllen. Es lohnt sich also, sich vor
dem Hausbau oder dem Fensterwechsel über die verschiedenen Möglichkeiten zu
informieren – und sich dann für die Lösung zu entscheiden, die den eigenen
Bedürfnissen am nächsten kommt.
Drehfenster: nach drinnen oder nach draußen
Das nach innen öffnende Dreh- bzw. Drehkippfenster ist in Deutschland Standard.
Doch es gibt interessante Alternativen, wie sie zum Beispiel in nordischen
Ländern gebräuchlich sind: Fenster mit nach außen öffnenden Drehflügeln gelten
als besonders winddicht und wetterfest. Außerdem muss man zum Stoßlüften nicht
die ganze Fensterbank abräumen – praktisch etwa in der Küche. Manche Hersteller
bieten solche Fenster auch mit einer speziellen Führungsschiene an. Damit öffnen
sich die Flügel nicht seitlich nach außen, sondern gleiten zur Fenstermitte hin.
Der Vorteil: Auch die Außenflächen lassen sich dann bequem von innen reinigen.
Praktisch: Schiebefenster
Auch dies ist eine praktikable Variante, wenn kein Fensterflügel in den Raum
hineinragen soll. Es gibt sie zum seitlichen Verschieben oder als
„Hochschiebefenster“. Dabei wird der untere Fensterflügel über einen oberen
Flügel oder eine feste Verglasung nach oben geschoben. Holzfensterhersteller
bieten heute sehr attraktive Modelle mit neuer Technik ohne Seilzug an, die
nahezu wartungsfrei sind. Rüstet man das Schiebefenster mit einem Elektromotor
aus, der mit Schalter oder per Funksteuerung betrieben werden kann, wird das
Öffnen und Schließen noch komfortabler.
Für große Flächen: Schwingfenster und Wendefenster
Beim Schwingfenster dreht sich der Flügel um eine mittlere Achse in vertikaler,
beim Wendefenster in horizontaler Richtung. Schwingfenster werden häufig als
Dachfenster eingesetzt. Mit beiden Fensterarten lassen sich große Fensterflächen
leichter öffnen und der Luftaustausch geschieht besonders effizient. Die
Reinigung ist einfach, die Scheiben können um 180 Grad gedreht werden.
Modern: Senk-Klapp-Fenster
Eine schöne Lösung für moderne Fassaden: Senk-Klapp-Fenster lassen sich dort
flächenbündig integrieren. Bei diesem Fenster ist der Flügel mit großzügigem
Öffnungswinkel nach außen aus-klappbar, ohne Platzverlust im Innenraum. Die
Kippstellung ist wahlweise mit Öffnung nach oben oder nach untern möglich. Zum
Lüften kann der Flügel waagrecht gestellt und zum Reinigen um 180 Grad
geschwenkt werden.
Intelligent: Parallel-Abstellfenster
Hier wird der Fensterflügel parallel zum Blendrahmen leicht nach außen
„abgestellt“. Vorteil gegenüber der Kippstellung: Auch in Lüftungsstellung
einbruchssicher – der umlaufende Öffnungsspalt ist von außen nicht sichtbar, das
Fenster sieht auch beim Lüften wie ein geschlossenes Fenster aus. Eine
intelligente Lösung, die auch gerne als Lüftungselement bei Fassaden-Systemen
zum Einsatz kommt.
Terrassentüren
Die Parallel-Schiebe-Kipptür gleitet platzsparend zur Seite. Sie ist gut
geeignet für kleinere Balkon- oder Terrassentüren. Große und schwere
Terrassentüren werden mit einer Hebeschiebetür leichter ins Rollen gebracht. Die
Hebe- und Senkfunktion sorgt für dichtes Schließen.
Initiative ProHolzfenster e.V.
01.03.2007
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Holzfenster: Bestes Preis-Leistungsverhältnis – beste Öko-Bilanz
Studie belegt wirtschaftliche und ökologische Überlegenheit von Holzfenstern
Zahlreiche Studien belegen es: Holzfenster bieten in wirtschaftlicher
Hinsicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Und über den gesamten Lebens- und
Entsorgungszyklus betrachtet sind sie von allen Rahmenmaterialien das
umweltverträglichste. Beides besagt eine ausführliche Untersuchung des WWF
Großbritannien, die im vergangenen Jahr Fensterrahmen aus unterschiedlichen
Materialien verglichen hat und dabei verschiedene Studien zu Rate zog.
Bis zu 25 Prozent kostengünstiger
Danach verursachen Holz- wie auch Holz-Metallfenster – betrachtet man ihre
gesamte Lebensdauer – zwischen 14 und 25 Prozent weniger Kosten als etwa
PVC-Fenster. Anschaffungspreis, Instandhaltungs- und Ersetzungskosten – alles
ist in der Gesamtanalyse berücksichtigt. Hochwertige Holz- und
Holz-Metallfenster haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 60 Jahren,
während Kunststofffenster – auch das belegen Untersuchungen – im Schnitt bereits
nach 20 Jahren ausgewechselt werden.
Achtmal weniger Energie bei Herstellung
Auch unter Umweltgesichtspunkten schneiden Holzfenster am besten ab. Holz aus
nachhaltiger Forstwirtschaft ist als nachwachsender Rohstoff in seiner Ökobilanz
sämtlichen anderen Materialen überlegen – von der Rohstoffgewinnung über die
Herstellung bis zur Entsorgung. So wird für die Herstellung eines Holzfensters
achtmal weniger Energie benötigt als für ein Kunststofffenster. Holzfenster
verursachen 43 Prozent weniger Abfall und die Holzabfälle haben ein deutlich
höheres Wiederverwendungspotenzial. Mit Hartholz lässt sich die
Umweltverträglichkeit zusätzlich erhöhen: Weil solche Hölzer widerstandsfähiger
und dauerhafter sind, kann auf die Verwendung von Holzschutzmitteln und Lasuren
verzichtet werden.
Wie bei allen Holzprodukten sollte man auch bei Fensterrahmen darauf achten,
dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Forsten und insbesondere
tropisches Hartholz aus legalen Quellen kommt. Wer sicher gehen will, sollte
seinen Fensterhersteller nach Holz aus zertifizierten Beständen fragen.
Initiative ProHolzfenster e.V.
Mai 2006
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Von wegen streichen – pflegen!
Holzfenster begegnen zu Unrecht Vorurteilen
Nicht erst seit der jüngsten Klimadebatte ist Nachhaltigkeit für immer mehr
Bauherren ein wichtiges Kriterium. Nachwachsende Rohstoffe tragen in erheblichem
Maße zu einer ausgewogenen Ökobilanz bei. Holz ist gefragt wie nie zuvor – beim
Innenausbau wie auch in der Außenkonstruktion. Doch während Häuser in
Holzbauweise derzeit einen enormen Aufwärtstrend erfahren, schlagen dem
Holzfenster vielerorts immer noch unberechtigte Vorurteile entgegen, und zwar
hauptsächlich was den Pflegeaufwand betrifft. Doch Tatsache ist: In den letzten
Jahren wurden sowohl bei der Konstruktion als auch bei der Beschichtung enorme
Fortschritte erzielt. Moderne Holzfenster präsentieren sich heute als echte
High-Tech-Produkte, die kaum mehr Pflegeaufwand erfordern als Fenster aus
anderen Materialien. Durch Techniken wie Hydrohobeln und Fugenversiegelung
werden die Fenster unempfindlicher gegenüber Witterungseinflüssen. Neue
Beschichtungsverfahren machen die Rahmenoberflächen extrem glatt und leicht zu
reinigen.
Ganz einfach beim Reinigen pflegen
Allein beim Fensterputzen kann man seinen schönen Holzfenstern mit geringen
Aufwand schon sehr viel Gutes tun: zwei- bis dreimal im Jahr einfach etwas
Pflegemilch nach der Reinigung mit einem
Schwamm oder Lappen auf den lackierten oder lasierten Rahmen auftragen. Der
dadurch entstandene Schutzfilm erschwert das Eindringen von Feuchtigkeit und
schließt etwaige kleine Risse in der Holzoberfläche. Denselben Zweck erfüllt
auch eine Behandlung mit Naturharz-Pflegeöl, geeignet für Lasuranstriche. Das
Abreiben des Fensterrahmens mit einem ölfeuchten Lappen ist in Minutenschnelle
erledigt – und die Haltbarkeit des Außenanstrichs um ein Vielfaches verlängert.
Witterungsbeständige Holzarten
Mit der Wahl der Holzart kann man zusätzlich Einfluss auf die Lebensdauer
nehmen. Hölzer wie Lärche oder Eiche gelten als extrem haltbar und
wetter-unempfindlich. Diese Tatsache machen sich einige Fensterhersteller auf
intelligente Weise zunutze, indem sie für die Innen- und die Außenseite
unter-schiedliche Hölzer kombinieren: außen eine witterungsbeständige
Hartholzschicht, innen eine ganz nach persönlicher Vorliebe ausgewählte Holzart.
Wer übrigens nichts gegen die silbrige Patina einzuwenden hat, die unbehandeltes
Holz im Lauf der Jahre durch UV-Einwirkung annimmt, kann bei pilz-resistenten
Sorten wie Lärche und Eiche auch ganz auf den Anstrich verzichten. Um auf Dauer
eine tiefgehende Holzdurchfeuchtung zu vermeiden, sollte dann aber auch auf
baulichen Holzschutz wie etwa großzügige Dachüberstände geachtet werden.
Initiative ProHolzfenster e.V.
01.03.2007
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Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen (ZTV) zur Ausschreibung von
Fenstern
vollständig überarbeitet / Wichtige Informationen zur Ausschreibung von
fachgerechten
Fenstern aus Aluminium, Holz, Holz-Metall, Kunststoff und Stahl
Zur Erstellung von Ausschreibungsunterlagen ist eine genaue Vorarbeit bereits in
der Planungsphase notwendig. Der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller
e.V. hat bei der vollständigen Überarbeitung der ZTV und der Zusammenstellung
der „Hinweise“ die neuen europäischen Normen wie auch die Vorgaben der neuen
EU-Vergaberichtlinien und des ÖPP-Beschleunigungsgesetzes berücksichtigt. Die
ZTV sind daher insbesondere auch für die Ausschreibung durch die öffentliche
Hand geeignet.
Um die Forderungen der Landesbauordnungen zu erfüllen, müssen die aktuelle
Bauregelliste und die Liste der Technischen Baubestimmungen bzw. die darin
enthaltenen Richtlinien beachtet werden – sie werden Vertragsgrundlage. Darüber
hinaus fordern die Bauregelliste und die Landesbauordnungen einen Nachweis einer
werkseigenen Produktionskontrolle. Die gewünschte Leistungsfähigkeit des
Fensters ist durch entsprechende Klassen und Kennwerte vorzugeben.
Für die Gebrauchstauglichkeit von Fenstern ist der fachgerechte Einbau in den
Baukörper wesentlich und sollte detailliert beschrieben sein. Der Bieter hat
alle mit den ZTV für die Angebotsabgabe geforderten Nachweise zu erbringen,
damit die Erfüllung der gestellten Anforderungen vom Auftraggeber im Rahmen der
Angebotsbewertung umfassend geprüft werden kann. Eindeutige Anforderungen sowohl
an die Fertigung als auch an die Montage ermöglichen dem Planer bzw. Bauherrn
eine umfassende Kontrolle und einen Vergleich der Angebote. Der
Fensterhersteller profitiert von der Möglichkeit einer transparenten und
kostengenauen Kalkulation und kann so die Konstruktion auch entsprechend
funktionsgerecht umsetzen.
Die Ausarbeitung der Neufassungen der ZTV sind in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim, dem Institut des Glaserhandwerks
für Verglasungstechnik und Fensterbau, Hadamar, dem Bundesverband Holz und
Kunststoff (BHKH), Berlin sowie der RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren
e.V., Frankfurt erstellt und mit den Mittelinstanzen abgestimmt. Die Anwendung
der ZTV ist nur in vollständiger und unveränderter Form gestattet. Die
Veröffentlichungen können im PDF-Format auf der Homepage des Verbandes
www.window.de herunter geladen, eingesehen und ausgedruckt werden. Um Missbrauch
zu vermeiden, sind aber Änderungen an den Dokumenten nicht zugelassen. Der
Download ist derzeit kostenfrei.
Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V.
7/06, Frankfurt, 3. JuliI 2006
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